Verordnung des Bundesministers für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, mit welcher die Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschulen erlassen werden; Bekanntmachung der Lehrpläne für den Religionsunterricht an diesen Schulen

Typ Verordnung
Veröffentlichung 2000-09-01
Letzte Aktualisierung 2025-09-01
Status Aufgehoben · 2023-06-02
Ministerium BKA (Bundeskanzleramt)
Quelle RIS
Artikel 19
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Zur Erreichung dieses Lehrzieles dienen an der vierklassigen Volksschule die Unterweisung in der Biblischen Geschichte, in den wichtigsten Lehren des Judentums, die Einführung in das Verständnis des Gebetbuches durch Unterricht der hebräischen Sprache, durch Teilnahme am Jugendgottesdienst, durch Anschauungsunterricht biblischer Themen und der Aufbauarbeit im Lande ISRAEL.

Lehrstoff:

Die nachstehende Lehrstoffverteilung hat in vollem Ausmaße nur an jenen Lehranstalten Geltung, an denen der israelitische Religionsunterricht klassenweise erteilt wird. In Abteilungen, die infolge Schülermangels, zwei oder mehrere Klassengruppen umfassen, hat der Religionslehrer auf Grund der ihm von seiner Religionsbehörde erteilten Instruktion eine dem Schülermaterial entsprechende Auswahl zu treffen.

Vierklassige Volksschule:

E r s t e K l a s s e:

a)

Erzählungen aus der Biblischen Geschichte:

1.

Gott ist Schöpfer der Welt. Der Sabbat

2.

Adam und Eva. Kain und Abel.

3.

Die Sintflut — Noah.

4.

Turmbau zu Babel.

5.

Abraham: seine Berufung. Abrahams Friedensliebe und Gastfreundlichkeit.

b)

Hebräisch: Bei Beginn des dritten Quartals:

Leseübung in der Fibel — ungefähr die Hälfte der vorhandenen Leseübungen der Buchstaben. Memorieren des „Schma-Gebetes“ bis „Modecha“ mit der Übersetzung. Einige Wortbegriffe aus dem jüdischen Leben. Segensspruch über Brot. Sprechübungen: die hebräische Benennung der Gegenstände im Schulzimmer.

Z w e i t e K l a s s e:

a)

Erzählungen aus der Biblischen Geschichte. Nach der Wiederholung des Lehrstoffes der ersten Klasse, wobei die Schöpfungsgeschichte mit den einzelnen Tagen angeführt wird.

1.

Abrahams Menschenliebe, Untergang Sodoms.

2.

Abrahams Opferbereitschaft — Isaak.

3.

Sarahs Tod — Höhle Machpela.

4.

Elieser, der treue Diener — Rebekka.

5.

Esau und Jakob.

6.

Erzählungen aus dem Leben Jakobs bis zu seiner Heimkehr. Der Name Israel — jetzt auch der Name des Landes.

b)

Hebräisch: Wiederholung des Lehrstoffes der ersten Klasse. Beendigung der Leseübungen in der Fibel. Das „Sch`ma-Gebet“, erster Abschnitt mit der Übersetzung. Segenssprüche beim Händewaschen und beim Genuß von Baum- und Erdfrüchten. Einige Anschauungsbegriffe aus dem religiösen Leben, zum Beispiel Benennung der Feiertage, Hagadah, Seder, Thora. Sprechübungen aus dem durchgenommenen hebräischen Lehrstoff und Benennung von Gegenständen im Elternhaus.

D r i t t e K l a s s e:

a)

Erzählungen aus der Biblischen Geschichte: Wiederholung des bisher durchgenommenen Lehrstoffes. Aus dem Lehrbuch „Biblische Geschichte“ die Erzählungen der Bibel von Joseph und seine Brüder“ bis zum „Durchzug durch das Rote Meer“.

b)

Hebräisch: Leseübungen aus dem Jugendgottesdienstbuch. Einzelne Stücke des Jugendgottesdienstes, und zwar „Aschre“ — die „Tefilla“ (die ersten drei Benediktionen). Tischgebet — erster Abschnitt. Die Chanuka — Segenssprüche, Wiederholung der Segenssprüche über Genußmittel. Wortbegriffe und Sprechübungen aus dem durchgenommenen Lehrstoff.

V i e r t e K l a s s e:

a)

Erzählungen aus der Biblischen Geschichte. Wiederholungen des bisher durchgenommenen Lehrstoffes. Aus dem Lehrbuch „Biblische Geschichte“ die „Wanderung der Israeliten durch die Wüste“ bis zum „Tode Mosis“, die Zehn Gebote. Die Fest- und Gedenktage sind jeweils vor dem Eintritte derselben in allen Klassen der Volksschule zu behandeln, ebenso ist der Anschauungsunterricht unter Benützung von Illustrationen biblischer und nachbiblischer Themen zu pflegen.

b)

Hebräisch: Wiederholung des bisher durchgenommenen Lehrstoffes. Im Jugendgottesdienstbuch der Freitag-Abend-Gottesdienst an der Hand der deutschen Übersetzung. Einübung der synagogalen Gesänge. Beim Unterricht der Mädchen auch die Segenssprüche beim Anzünden der Sabbat- und Feiertagslichter; bei den Knaben die Segenssprüche beim Aufruf zur Thora. Erzählungen aus dem Lande Israel in biblischer und neuer Zeit.

SECHSTER TEIL.

BILDUNGS- UND LEHRAUFGABEN, LEHRSTOFF UND DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE DER VERBINDLICHEN ÜBUNGEN DER VORSCHULSTUFE

Sachbegegnung

Bildungs- und Lehraufgabe:

Aufgabe der verbindlichen Übung Sachbegegnung ist das Bewusstmachen sozialer und gegenständlicher Sachverhalte der unmittelbaren Umwelt des Kindes, Grundlegung von Einsichten und Einstellungen, sowie eine allmähliche Erweiterung des Verhaltens, des Wissens und Könnens sowie der Lern- und Arbeitsweisen in diesem Bereich auf Grund eigener Erfahrungen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen

– ausgehend vom natürlichen Neugierverhalten zunehmend zum Klären, Deuten und Handeln in ihrer sozialen und gegenständlichen Umwelt angeregt werden,

– ihre eigenen Lernerfahrungen durch neue Arbeitsweisen erweitern,

– Entwicklungsrückstände im Erfassen der sozialen und gegenständlichen Umwelt verringern bzw. aufholen,

– zunehmend befähigt werden, Umwelteindrücke und Erfahrungen zu verbalisieren.

Die verbindliche Übung Sachbegegnung nimmt ihre Inhalte aus folgenden Erfahrungs- und Lernbereichen:

– Gemeinschaft

– Natur

– Raum

– Zeit

– Wirtschaft

– Technik

Lehrstoff:

Bei der Auswahl der Lehrstoffe sind Themenbereiche aufzugreifen, die bereichs- und fachübergreifendes Lernen zulassen.

Erfahrungs- und Lernbereich Gemeinschaft
Orientierung im neuen Lebensraum – In kontaktbehaglicher Atmosphäre einander vorstellen und kennen lernen – Die Klasse als neue Gemeinschaft akzeptieren
Zusammenleben – Spiel- und Arbeitsregeln finden und einhalten – Die Gemeinschaft mitgestalten – Arbeiten gemeinsam ausführen – Umgangsformen beachten (einander helfen, zuhören, aufeinander Rücksicht nehmen, …)
Schule als Gemeinschaft – Andere Personen bzw. andere Klassen im Schulhaus kennen lernen – An der Schulgemeinschaft mitwirken
Die Familie als Lebensgemeinschaft – Das Zusammenleben in der Familie Familienmitglieder – Gleichberechtigung von Frau und Mann, Aufgabenteilung – Liebe und Partnerschaft – Wenn ein Baby kommt (Schwangerschaft, Geburt, Säuglingsalter, …)
Erfahrungs- und Lernbereich Natur
Begegnung mit Tieren und Pflanzen um uns – Kinder betreuen Tiere und Pflanzen und berichten darüber (Tiere und Pflanzen in der Wohnung, in der Klasse, …) – Tiere und Pflanzen, die wir beobachtet haben (im Park, im Wald, auf der Wiese, am Wasser, …) – Gemeinsame Merkmale und Unterschiede finden (zB Tiere mit Fell; Tiere, die schwimmen können usw.) – Tiere und Pflanzen bringen Freude, aber auch Gefahren (sachgemäßer Umgang mit Tieren, gefährliche Tiere bzw. Pflanzen, …)
Naturerscheinungen – Beobachtungen und einfache Versuche machen – Tageszeiten (Tag, Nacht) – Himmelskörper – Wetter – Jahreszeiten
Natur- und Umweltschutz – Zum Natur- und Umweltschutz beitragen (Abfall richtig trennen; Energie sparen)
Kind und Gesundheit
Der eigene Körper – Körperteile benennen, Sinneseindrücke bewusst erleben – Regelmäßige Körperpflege/Zahnpflege – Bewegung und Sport – Freude und Wohlbefinden
Ernährung – Vom Essen und Trinken (vielseitige Ernährung, Flüssigkeitsbedarf,…) – Richtiger Umgang mit Lebensmitteln (Sauberkeit, Frische)
Gefahren für unsere Gesundheit – Umgang mit technischen Geräten, mit elektrischem Strom; mit Medikamenten; Reinigungsmitteln; mit alkoholischen Getränken, …)
Krank sein – Von verschiedenen Krankheiten – Ärztin bzw. Arzt, Zahnärztin bzw. Zahnarzt, Krankenhaus,…
Abbau übertriebener Ängste – Wovor wir Angst haben – Verhalten in Situationen, die Kindern Angst machen
Erfahrungs- und Lernbereich Raum
Orientierung – in der neuen Umgebung – auf dem Schulweg – Einrichtung der Klasse (Bezeichnung, Lage und Funktion der Einrichtungsgegenstände) – Räumlichkeiten der Schule (deren Lage und Funktion) – Orientierungsspiele und -aufgaben in Klasse und Schule – Orientierungsgesichtspunkte finden und beschreiben Wege beschreiben – (Querverbindungen zur Verkehrserziehung herstellen)
Raumlagebegriffe und Raumlagebeziehungen – Links, rechts, oben, unten, … (Querverbindungen zur Mathematischen Früherziehung herstellen)
Arbeit mit Modellen – Räumliche Gegebenheiten mit Bausteinen darstellen – Selbst hergestellte Modelle verwenden (Einrichtung der Klasse planen; mein Wunschzimmer; …)
Erfahrungs- und Lernbereich Zeit
Tagesablauf erfassen – Den Tagesablauf gliedern (am Morgen; am Nachmittag; in der Klasse; in den Ferien; … ) – Zeitliche Begriffe wie heute, gestern, morgen, … verwenden
Die Uhr – Verschiedene Uhren – Erkennen der Uhrzeit vorbereiten (Stunden, halbe Stunde,…)
Größere Zeitabschnitte – Wochenablauf, Wochentage, Jahreszeiten, – Gliedern des Jahres durch Feste und Feiern
Erinnerungen – Sich an Kindergartenzeit, an Geburtstage, Feste, Ereignisse erinnern … – Woran sich andere Menschen erinnern (Großeltern, Eltern, Verwandte, Bekannte) – Viele Dinge sahen früher anders aus (Spielsachen, Kleidung, Fahrzeuge, Wohnung)
Erfahrungs- und Lernbereich Wirtschaft
Die Familie als Wirtschaftsgemeinschaft – Wirtschaften in der Familie (Zusammenhang Arbeit – Verdienst – Geld ausgeben) – Dinge, die wir zum täglichen Leben brauchen (Lebensmittel, Kleidung, …) – Unterschiedliche Wohn- und Lebensbedingungen – Wünsche und Wunscherfüllung
Arbeit und Arbeitsstätten – Arbeit der Eltern – Ausgewählte Berufe und Arbeitsstätten kennen lernen (zB Polizistin bzw. Polizist, Ärztin bzw. Arzt, Handwerksberufe; Post, Feuerwehr, …) – Erstes Kennen lernen der Arbeitswelt
Erfahrungs- und Lernbereich Technik
Wie Dinge funktionieren – Funktionsweise ausgewählter Geräte und Maschinen aus der Umgebung des Kindes kennen lernen (Haushaltsgeräte, Taschenlampe, Rad, …)
Gefahren der Technik – Sachgemäßer, sicherer Umgang mit einfachen Geräten – Handhabung von Werkzeug – Umgang mit elektrischem Strom (zB Steckdose, elektrische Geräte, Spielsachen, PC …)
Medien informieren und unterhalten – Bewusstes Ansehen bzw. Anhören von Fernseh-, Rundfunksendungen, CD, Kassetten, Videos, … – Spiele und Lernen mit dem Computer
Gefahren der Medien – Anbahnen einer kritischen Haltung beim Gebrauch der Medien

Didaktische Grundsätze:

Der Unterricht geht von den sehr unterschiedlichen Lebens- und Lernerfahrungen der Kinder aus, hebt sie ins Bewusstsein, verdeutlicht, klärt bzw. ordnet sie und erweitert sie durch neue Erfahrungen und Einsichten. Dabei ist auf die Weckung und Pflege der Motivation, auf die Förderung der Wahrnehmungs- und Handlungsfähigkeit, auf das soziale Lernen, auf die Erweiterung des Sprachgebrauchs sowie auf das Gewinnen und Sichern von Grundeinsichten und -einstellungen besonderer Wert zu legen. In diesem Zusammenhang sind die zahlreichen Möglichkeiten des Beobachtens, Vergleichens und Erprobens zu konkreten Sachverhalten in und außerhalb der Klasse zu nützen.

Verkehrserziehung

Bildungs- und Lehraufgaben

In der Vorschulstufe soll Verkehrserziehung eine kritische und verantwortungsbewußte Einstellung zum Straßenverkehr wecken.

Im einzelnen soll Verkehrserziehung

– die optische und akustische Wahrnehmungsfähigkeit gezielt fördern,

– Motorik, Reaktions- und Konzentrationsvermögen schulen,

– verkehrsgerechtes soziales Verhalten anbahnen,

– zu richtigem Verhalten als Fußgänger und als Mitfahrer hinführen

– entsprechende Kenntnisse vermitteln,

– dazu führen, Polizeibeamtinnen als Helferinnen bzw. Polizeibeamte als Helfer anzuerkennen (Abbau von Angst).

Lehrstoff

Verkehrserziehung als soziales Lernen
Partnerverständnis aufbauen und angstfrei gestalten Verschiedene Verkehrspartner in verschiedenen Verkehrssituationen Behinderte im Verkehrsgeschehen Einsatzpersorial – Funktionserklärung,,,Angstabbau“
Kontaktaufnahme mit Verkehrsteilnehmern Verschiedene Möglichkeiten der Kontaktaufnahme besprechen
Vorbildfunktion anderer Menschen kritisch sehen und beurteilen und im Spiel erfahren (Blickkontakt, Handzeichen, ... ) Im Spiel und in der Realität bestimmte (richtige und falsche) Verhaltensweisen darstellen, verbalisieren und kritisch beurteilen
Verständnis für die Notwendigkeit von Verkehrsregeln wecken In unterschiedlichen Situationen einfache Verkehrsregeln beobachten, üben und unter dem Gesichtspunkt der gegenseitigen Rücksichtnahme anwenden

Umwelterfahrung

Der Schulweg Mein sicherer täglicher Schulweg (der sichere Umweg) Mögliche Veränderungen auf dem Schulweg (Witterungseinflüsse, Licht- und Sichtverhältnisse, besondere Verkehrssituationen,...)
Das Verkehrsgeschehen unter besonderen Bedingungen Veränderungen bringen Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer (Straßenglätte, Nebel, ...) Besondere Reaktionen anderer erwarten (Straßenglätte – Bremsweg, Nebel – Sichtweite, .. ) Baustelle

Seh- und Hörerziehung

Schulung der optischen und akustischen Wahrnehmungsfähigkeit Spezifische Zeichen und Signale unterscheiden, bewußt wahrnehmen und darauf entsprechend reagiere
Schulung des Bewegungssehens Bewegungsabläufe bewußt wahrnehmen und verfolgen (die Bewegung eines Fahrzeuges, ... )
Schätzen von Entfernungen und Geschwindigkeiten Begriffe klären: weit – nahe, langsam – schnell,... Größe und Entfernung vergleichen Verschieden lange Strecken abgehen (Schritte zählen, schätzen,…)
Sehen und gesehen werden Verschiedene Spiele (,,blinde Kuh“,…) Bestimmte Situationen besprechen, spielen und in der Realität erleben (Dunkelheit – helle Kleidung, ... )

Bewegungserfahrung – Bewegungserziehung

Kontrolliertes Bewegen Gehen, laufen, springen, ... dabei ausweichen, nicht zusammen oder anstoßen Nebeneinander, hintereinander gehen ... Jemanden führen, jemandem folgen (Querverbindung auch zu Bewegung und Sport)
Gleichgewichtsübungen Balanceübungen auf Bodenmarkierungen und auf Schnüren und Bänken (Querverbindung auch zu Bewegung und Sport)
Begriffsverständnis Rechts – links, oben – unten, vorne – hinten, davor – dahinter, geradeaus – schräg, vorwärts – rückwärts, ...
Schulung des Reaktionsvermögens Vielfältige Reaktionsübungen (Querverbindung auch zu rhythmisch-musikalischer Erziehung) Richtig reagieren lernen (Mutter wartet auf der anderen Straßenseite, Ball auf der Straße, ...)

Verhalten im Straßenverkehr

Verkehrsteilnehmer:
Der Mensch als Teilnehmer am Straßenverkehr in verschiedenen Rollen Kinder als Fußgänger und Mitfahrer, ihr Verhalten gegenüber Fahrzeuglenkern
Begegnung verschiedener Verkehrsteilnehmer Beobachten und Einschätzen verschiedener Verhalten im Straßenverkehr (Aggressionen, Ängstlichkeit, Hilfsbereitschaft, Vorsicht, partnerschaftliches Verhalten,...) Aufzeigen und Besprechen von Gründen für bestimmte Verhaltensweisen
Verhalten in Unfallsituationen Situationsgerechtes, altersgemäßes Handeln anbahnen (Hilfe holen, durch Neugier nicht behindern, sich selbst nicht in Gefahr bringen,...)
Verhalten bei der Überquerung (grundsätzliches Verhalten) Stehenbleiben am Gehsteigrand oder an der Sichtlinie, Blicke nach allen Seiten, Beobachten der Verkehrssituation, Entscheidung zum Überqueren treffen, zugig gehen (bei Unsicherheit nicht zurückgehen, Fahrbahn nicht diagonal, sondern auf dem kürzesten Weg überqueren)
Überqueren an gesicherten Übergängen Ampel und Handzeichen von Exekutive und Schülerlotsen als Überquerungshilfe Funktion der Fußgängerampel ,,Grün“ heißt nicht unbedingt gehen (abbiegende Fahrzeuge) Negatives Vorbild der Erwachsenen nicht übernehmen
Überqueren an ungesicherten Übergängen (siehe Verhalten bei der Uberquerung) Achtung, Zebrastreifen ist kein „Schutzweg"!
Bodenmarkierungen (,,Spuren“ auf der Straße) Hinweise auf Bodenmarkierungen und ihre Bedeutung, besonders im örtlichen Bereich des Kindes
Verkehrswege:
Unterscheiden und Benennen von Verkehrsflächen Gehsteig, Über- und Unterführung, Zebrastreifen, Radweg, Fahrbahn; der Gehsteigrand als Grenze (Sichtlinie)
Bestimmte Verkehrsflächen für bestimmte Verkehrsteilnehmer Gehsteig – Fußgänger Radweg – Radfahrer Fahrbahn – Auto
Verkehrsmittel:
Fahrzeuge, die das Kind selbständig benützt Kinderfahrzeuge und deren richtige Handhabung (Roller, Rollschuhe, Skateboard, Kinderfahrrad, ...)
Verschiedene Fahrzeuge auf der Straße Lastauto, Personenwagen, Einsatzfahrzeuge, öffentliche Verkehrsmittel, Schienenfahrzeuge, Bus, … Merkmale der Fahrzeuge: Farbe, Form, Größe, Geräusche, Lichter usw., einspurig, mehrspurig Finden von Unterschieden: große, kleine, stehende und fahrende, schnelle und langsame Fahrzeuge
Fahrzeuge in Bewegung Vom Anfahren, Bremsen, Anhalten und Abbiegen, das Schleudern, der Zusammenstoß
Öffentliche Verkehrsmittel Richtiges V erhalten an der Haltestelle beim Ein- und Aussteigen, in Verkehrsmitteln Wichtige Verkehrsmittel
Verkehrsregeln:
Einsicht für die Notwendigkeit von Verkehrsregeln Regelwissen nur so weit vermitteln, wie es im Hinblick auf verkehrssicheres Verhalten des Kindes notwendig ist: Überqueren der Fahrbahn, Gehen auf der Freilandstraße, Spielen auf Verkehrsflächen, ...
Verkehrsregeln beobachten, beschreiben und erklären Regelung durch Exekutive – Handzeichen,... Regelung durch Ampel – Bedeutung der Farben,... Regelung durch Verkehrszeichen
Bewußtes Anwenden und Einüben der wichtigsten auf das Kind bezogenen Verkehrsregeln Oftmaliges Üben in bestimmten Situationen (Gewöhnungseffekt!)

Didaktische Grundsätze

Ausgehend vom unterschiedlichen Entwicklungsstand der physischen und psychischen Anlagen des Schulanfängers wird Verkehrserziehung vorwiegend auf die Bereiche Reaktionsvermögen, Abstraktionsvermögen, Konzentrationsvermögen und Differenzierungsvermögen Einfluß zu nehmen haben.

Verkehrserziehung versteht sich auch als Teil des sozialen Lernens und soll daher den unterschiedlichen sozialen Voraussetzungen der Kinder Rechnung tragen.

Verkehrserziehung kann grundsätzlich nicht isoliert betrachtet werden, sie soll immer auch in Verbindung mit den anderen verbindlichen Übungen der Vorschulstufe gesehen werden.

Bei der unterrichtlichen Arbeit ist von den Erfahrungen des Kindes in seiner Umwelt auszugehen.

Praktische Übungen sind zunächst im sicheren Raum (Schulhof, Spielplatz, Turnsaal, Verkehrsgarten, . . .) durchzuführen.

Erst später soll auch richtiges Verhalten in der Verkehrswirklichkeit trainiert werden, wobei die Beiziehung der Exekutive möglich ist. Bei all diesen Vorhaben ist der körperlichen Sicherheit der Kinder größte Aufmerksamkeit zu schenken. Kooperation mit den Erziehungsberechtigten und der Exekutive ist erforderlich.

Sprache und Sprechen, Vorbereitung auf Lesen und Schreiben

Bildungs- und Lehraufgabe:

Diese verbindliche Übung gliedert sich in „Sprache und Sprechen” und „Vorbereitung auf Lesen und Schreiben”.

Bei „Sprache und Sprechen” geht es im Einzelnen darum,

– die Erweiterung der Sprachfähigkeit der Kinder behutsam zu fördern,

– zu einer adäquaten Verwendung der Standardsprache hinzuführen – ausgehend von der individuellen Sprache des Kindes,

– die verfügbaren sprachlichen Mittel der Kinder zu üben, zu erweitern und als Verständigungsmittel zunehmend besser und sicherer einsetzen zu lernen,

– den kreativen Umgang mit Sprache zu fördern,

– im Gebrauch der Sprache eine gewisse Sicherheit und Selbstständigkeit zu erreichen und

– die Erlebnis- und Ausdrucksfähigkeit durch die Begegnung mit Literatur anzuregen, das Verständnis für die Umwelt anzubahnen und das schöpferische Denken zu fördern.

„Vorbereitung auf Lesen und Schreiben” hat die Aufgabe, sowohl die individuelle Motivation zum Lesen und Schreiben anzubahnen, zu entwickeln und zu fördern als auch die Grundleistungen für das Erlernen des Lesens und Schreibens zu sichern und dient der Sicherung des Wechsels nach § 17 Abs. 5 Schulunterrichtsgesetz.

Lehrstoff:

Situationsbezogenes Sprachhandeln
Alltagssituationen sprachlich bewältigen, zB Auskunft geben Kinder informieren (zB in Frage-und-Antwort-Spielen) über die eigene Person, über andere Personen über Tiere, Gegenstände über Sachverhalte (Situationen in der Schule, am Schulweg, in der Sachbegegnung)
Auskunft einholen Kinder erkundigen sich über Personen, Tiere, Sachverhalte über Gegenstände (Name, Form, Farbe, Material, Geruch, Geschmack …)
Jemandem etwas wünschen In verschiedenen Situationen jemandem entsprechende Wünsche ausdrücken (Wünsche zu Anlässen, zu Ereignissen, zu Vorhaben …)
Äußern von Bedürfnissen In entsprechenden Handlungssituationen Bedürfnisse ausdrücken (zur Spielordnung, zur Sitzordnung, zur Raumordnung, zur Zeiteinteilung …)
Trösten, Helfen, in Schutz nehmen Notsituationen bei Mitschülern erkennen und durch Sprachhandeln zu lösen versuchen
Grüßen, Bitten, Danken In natürlichen Sprechsituationen entsprechende Grußformen kennen lernen und anwenden (beim Kommen, beim Gehen, zu verschiedenen Tageszeiten…) verschiedene Formen des Bittens und Dankens verwenden und ausbauen
Erzählen und Zuhören
Erlebtes und Beobachtetes erzählen Den Kindern Gelegenheit geben, Erlebtes zu erzählen Situationen schaffen, in denen die Kinder einen Vorgang beobachten und danach beschreiben können (Pflanzen setzen, Tisch decken …) Bildgeschichten ordnen und erzählen lassen Sensibilisierung der Wahrnehmungsfähigkeit (Kimspiele, „Geschichtenjagd“, …)
Zuhören und Verstehen Die Aufnahmebereitschaft des Kindes wecken und fördern (geeignete Erzählsituationen schaffen, eventuell Aufmerksamkeitsübungen) Die Aufnahmefähigkeit des Kindes beachten (Wechsel zwischen Zuhören und Mitreden, zwischen Stillsitzen und Mithandeln) Den Kindern ausreichend Zeit geben, das Gehörte zu verarbeiten
Gehörtes wiedergeben Über Erzähltes oder Vorgelesenes sprechen (ohne Anspruch auf Genauigkeit und Vollständigkeit) Zu Gehörtem Fragen stellen
Miteinander sprechen
Vorformen des Gesprächs In entsprechenden Spielen (Frage-Antwort-Spiele …) das gegenseitige Kennenlernen, Kontaktnehmen und Ansprechen ermöglichen Aufgreifen geeigneter Anlässe für spontane Gespräche Gespräche aus dem Erfahrungs- und Interessenbereich der Kinder in der Kleingruppe anregen
Einfache Gesprächsregeln Beim Miteinander-Sprechen Gesprächsregeln kennen lernen bzw. vereinbaren und sich um deren Einhaltung bemühen, zB – den Sprecher ansehen – dem Sprecher zuhören – den Sprecher ausreden lassen – sich zu Wort melden – den Gesprächspartner mit dem Vornamen anreden – den Sprecher nicht auslachen, wenn er etwas Unpassendes sagt – das Wort weitergeben (Redeketten) – beim Thema bleiben
Gesprächsformen Hinführen zu Gesprächen (im Kreis, in einer Gruppe, mit einem Partner)
Bewältigung und Klärung von Emotionen durch Sprache
Eigene Gefühle, Empfindungen und Emotionen äußern Spontane sprachliche Äußerungen von Gefühlen, Angst, Wünschen ermöglichen Darstellungsspiele und andere Spielformen arrangieren, bei denen Kinder lernen, Gefühle auszudrücken Durch Erzählen, Vorlesen, Vorspielen … und mit Hilfe von Medien Gefühlsäußerungen der Kinder provozieren (im Spiel lustige, gefährliche ua. Situationen darstellen …)
Gefühle, Empfindungen und Emotionen anderer verstehen und beschreiben Dargestellte (zB in Pantomime) bzw. durch Fotos oder Bilder vermittelte Gefühlszustände (jemand ist fröhlich, zornig, traurig, übermütig …) besprechen und deuten
Emotionen bewältigen Für Situationen emotionaler Not (Angst vor dem Alleinsein …) Lösungsmöglichkeiten finden und besprechen Spiele zum sozialen Lernen (Helferspiele …) und Situationsdarstellungen in Kinderbüchern als Lerngelegenheiten zur Bewältigung von Emotionen anbieten
Erweiterung der Sprachfähigkeit
Die individuelle Sprache des Kindes akzeptieren Grundlage für alle weiterführenden Maßnahmen ist, dass die individuellen Sprachäußerungen des Kindes zunächst angenommen werden
Hinführen zur Standardsprache Unter besonderer Berücksichtigung der mundartlichen Ausdrucksformen Üben von Modellsätzen in spielerischer Form Memorieren von kurzen Texten (Sprüche, Lieder, alltagssprachliche Texte …) Sprachgehemmten Kindern entsprechende Hilfen anbieten (gemeinsames Sprechen, Reim und Rhythmus ausnützen) Gemeinsames Sprechen vorgeformter Texte (Reime, Sprüche, einfache Kindergedichte …)
Erweiterung des Wortschatzes (Begriffsbildung) Benennen von Personen, Tieren, Pflanzen, Gegenständen und Tätigkeiten in Situationen, in denen das Kind die Wortbedeutung konkret erfahren kann Benennen, Beschreiben und Vergleichen von Wahrgenommenem (Gesehenes, Gehörtes …) in möglichst lebensnahen Situationen
Finden einfacher Oberbegriffe Ordnungsübungen zum Finden einfacher Oberbegriffe
Deutliches Sprechen
Artikuliertes Sprechen Individuelle Hilfen für das richtige Bilden von Lauten anbieten Schwierige Lautverbindungen üben (Pfl …) Übungen im artikulierten Sprechen von Wörtern (Flüstersprache, verschiedene Tonhöhen, langsam, schnell, tonlos artikulieren …) Spielerische Umgang mit geeigneten Reimen (Zungenbrecher, Schnellsprechübungen …)
Unterscheiden von Lauten Übungen zum Unterscheiden von Lauten Wörtern mit gleichem Anlaut, Inlaut und allenfalls Auslaut Ähnlich klingende Wörter und Reimwörter suchen Erlebnishafte Lautbegegnungen in spielerischer Form (bekannte Lieder auf la la singen, Sätze in der „a-Sprache“, „u-Sprache“ … sprechen)
Erster Umgang mit Literatur
Zum Umgang mit Literatur motivieren Bilderbücher anbieten, die Unbekanntes beinhalten (wie Kinder in anderen Ländern leben …) Bilderbücher, Geschichten und Gedichte im Zusammenhang mit aktuellen Erlebnissen der Kinder anbieten (Geburtstag, Streit …) Bilder aus Büchern anbieten Eigene Bücher der Schüler mit einbeziehen Allmählich eine eigene Bibliothek für die Klasse zusammenstellen Bilderbücher für einige Zeit nach Hause entlehnen
Wahrnehmung
--- ---
– Anregung und Differenzierung der optischen Wahrnehmung Vertieftes und wiederholtes Betrachten von Illustrationen verschiedener Stilrichtungen; ausgehend von Abbildungen, die deutlich dargestellt und leicht zu überblicken sind, bis zu Bildern, die eine Fülle an Details zeigen
– Anregung und Differenzierung der akustischen Wahrnehmungen Wiederholtes und deutliches Anbieten (Erzählen, Vorlesen …) von Bilderbuchtexten, Geschichten, Märchen, Reimen und Gedichten
– Anregung der Aufmerksamkeit, der Konzentration und des Gedächtnisses Wiederholtes Sich-Erinnern an Vorgelesenes und Betrachtetes Verarbeiten der Eindrücke durch Erzählen, im Rollenspiel, im bildnerischen Gestalten …
Erweiterung des Wissens
– Erkennen von Zusammenhängen in sachlichen und mitmenschlichen Bereichen Bilder und Geschichten darbieten, die sachlich richtige Informationen über den Menschen, die Natur, die Technik, die Arbeitswelt, das Leben in fernen Ländern geben Bilder, Geschichten und Märchen, die dem Kind mitmenschliche Beziehungen einsichtig machen
Sprachfähigkeit
– Erweiterung des Wortschatzes und der Begriffe Bilderbücher, Geschichten, Märchen, Gedichte mit differenzierter Sprache und anschaulichen Begriffen anbieten
– Anregung der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit Lustbetonte Frage-und-Antwort-Passagen aus Bilderbüchern, Bilderbuch- oder Märchenthemen im Rollenspiel oder Handpuppenspiel darstellen Bildergeschichten in Worte kleiden lassen Bilderbuchgeschichten und Märchen mit eigenen Worten wiedergeben …
– Förderung des Sprachverständnisses (Wortbedeutung, Wortklang, Rhythmus, Sinnzusammenhang …) Gedichte zu verschiedenen Themen, Festen, Stimmungen anbieten; lautmalende Volksreime, kurze Gedichte, Abzählreime, … lernen; über das Gehörte sprechen, etwa „Was hat mir besonders gut gefallen?“; …
– Kreativer und kritischer Umgang mit der Sprache Reimspiele, Laut- und Wortverdrehspiele, Zungenbrecher, lautmalende Wörter, Zaubersprüche, Werbesprüche anbieten und selbst erfinden lassen …
Fantasie und Gestaltungsfreude
– Bei Problemstellungen nach verschiedenen Lösungsmöglichkeiten suchen Beim Erzählen einer Geschichte oder eines Märchens an einem bestimmten Punkt abbrechen und die Kinder weitererzählen lassen Geschichten mit offenem Schluss anbieten Einen gegebenen Schluss verändern
– Sich eine literarische Figur, eine Szene, einen Handlungszusammenhang vorstellen können Immer wieder Geschichten und Märchen erzählen, welche die Kinder dazu anregen, sich den Ort der Handlung, die Figuren und die Ereignisse in der Phantasie vorzustellen
– Sich etwas Neues vorstellen können, das es in der Realität nicht gibt Kurze Geschichten und Fantasiefiguren selbst erfinden lassen
– Bilderbuchgeschichten, Märchen oder selbsterfundene Geschichten und Figuren zeichnen und gestalten Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich an im Rollenspiel, mit Handpuppen, Aufstellfiguren, Bau- und Konstruktionsmaterial, Knetmasse, Malmaterialien …
Soziales und emotionales Verhalten
– Sensibilisieren für soziale Probleme – Modelle für soziales Verhalten kennen lernen und kritisch betrachten Aufgreifen von problematischen Situationen in der Klasse, Probleme bewusst machen, Lösungsstrategien entwickeln Bilderbücher, Geschichten und Märchen anbieten, die zeigen, wie Kinder und Erwachsene sich in verschiedenen Lebenssituationen verhalten. Mit den Kindern über diese Verhaltensmodelle sprechen, einzelne Verhaltensweisen bewusst machen, kritisch betrachten
– Gefühle und Probleme durch Identifikation mit den literarischen Figuren nachempfinden Über die Gefühle und Probleme der literarischen Figuren sprechen und mit eigenen Emotionen vergleichen. Auf die individuellen Probleme und Gefühle der Kinder eingehen und ihnen beim Bewusstmachen und Bewältigen ihrer Gefühle helfen
– Verständnis für aktuelle gesellschaftliche Probleme gewinnen Bilderbücher anbieten, die Probleme, wie Umweltschutz, Kritik an den Konsumgewohnheiten, Friedenserziehung … behandeln. Mit den Kindern über diese Probleme sprechen und im Rollenspiel verarbeiten
– Verständnis für Werte fördern Bilderbuchgeschichten und Märchen auswählen, die Werte, wie das Recht auf Anerkennung der eigenen Individualität, Toleranz und Achtung anderen Menschen gegenüber Anbieten Lieblingsbücher mitbringen und darüber sprechen, was daran so gut gefällt
Lernfreude und Bildungswillen
– Lernen, die eigenen Interessen und Fragen auch durch Literatur zu befriedigen Zur Beantwortung von Fragen und Problemen Bilderbücher und Bilderlexika bereitstellen Anhand von Bilderbüchern einen Lehrausgang vorbereiten: zB Feuerwehr, Bäcker … Erlebnisse und Fragen, die sich nach einem Ausgang ergeben, mit Hilfe von Bilderbüchern klären und verarbeiten Die Klassenbücherei allmählich vervollständigen und sie gemeinsam mit den Kindern nach Themen ordnen Einen Besuch in einer Bibliothek, in einer Buchhandlung machen
Kreativer Umgang mit Sprache
Namen und Begriffe finden und erfinden Kindliche Begriffsbildung annehmen und anregen
Mit Sprache spielerisch umgehen Wortspielereien und Reimbasteleien anbieten und anregen
Geschichten erfinden und ändern Fantasiegeschichten ausdenken (realitätsnah und irreal) Zu einfachen, kurzen Geschichten einen Schluss finden
Vorbereitung des Lesens
Interesse am Lesen wecken und entwickeln Erfahren, dass Zeichen Bedeutung haben Deuten und Übersetzen von Zeichen aus der Umwelt des Kindes Freude am Umgang mit Literatur (Bilderbücher; vergleiche auch den einschlägigen Teilbereich)
Akustische Gliederungs- und Merkfähigkeit Akustische Signale und Geräusche erkennen, deuten, unterscheiden und lokalisieren Akustische Eigenschaften wie laut – leise, hoch – tief, hell – dunkel erkennen und spielerisch anwenden Erleben, dass Sprache gegliedert ist (Sätze, Wörter) Ähnlich klingende Wörter voneinander unterscheiden und später akustisch wieder erkennen (zB Tasche – Masche, Hand – Hund) Akustisch dargebotene Reime nachsprechen und wiedergeben Reimwörter erkennen und bilden Gleiche Wortanfänge und Wortenden erkennen (zB Hase – Hafen, Dose – Hose) Einen vorgegebenen Laut im Wort erkennen Die Position eines vorgegebenen Lautes im An-, In- und Auslaut erkennen (nicht bei Auslautverhärtung, zB Hand, Korb, Tag) Einfache Wörter in Laute zerlegen und die Anzahl der Laute feststellen Erkennen, dass sich die Bedeutung des Wortes durch Hinzufügen, Weglassen bzw. Austauschen (zB ein – dein; Maus – aus; Maus – Haus) ändert Einfache Wörter „zusammenbauen“, auch aus vorgegebenem Lautbestand
Visuelle Gliederungs- und Merkfähigkeit Formen, Formmerkmale und Größenunterschiede (an Gegenständen, an Bildern, mit Lernspielen …) erfassen und wieder erkennen
Symbolcharakter von Zeichen Verstehen, Verwenden und Bilden von symbolischen Darstellungen (Symbolformen für Gegenstände, Sachverhalte, Tätigkeiten, Symbolreihen für Handlungsabläufe …)
Vorhandene Motivation zum Lesenlernen nutzen Zur individuellen Sicherung und Förderung der Grundvoraussetzungen und für einen beabsichtigten Wechsel von Schulstufen findet Lehrplanteil „Erstlesen“ (Grundleistungen) der Grundstufe I Anwendung
Grundlegende Begriffe Vor allem Raumordnungsbegriffe, wie links, rechts, oben, unten, zwischen, erwerben
Vorbereitung des Schreibens
Interesse am Schreiben wecken und entwickeln Freude am grafischen Gestalten Freude am Nachahmen von grafischen Formen Erlebnisse erzählen und aufzeichnen („Schreibzeichnen“); grafisches Gestalten auch in Verbindung mit Musik
Grob- und feinmotorische Übungen Lockerungsübungen, insbesondere für die Schulter-, Arm-, Hand- und Fingermuskulatur, beidhändig, Fingerspiele … Sensibilität für Bewegungsrichtung und Bewegungsrhythmus entwickeln Kräftigungsübungen für die Hand- und Fingermuskulatur (Kneten, Falten, Formen, Biegen, Reißen …)
Schulung der Auge-Hand-Koordination Vorgegebene einfache und zusammenhängende Bewegungsabläufe übernehmen und nachvollziehen Vorgegebene rhythmische Bewegungsreihen übernehmen und nachvollziehen
Schreibhaltung; verschiedene Schreibgeräte, Schreibmaterialien gebrauchen Hilfen und Hinweise zur Körper- und Handhaltung Erfahrung im Umgang mit verschiedenen Schreibgeräten, auch auf unterschiedlichen Schreibflächen, sammeln
Orientierung auf Schreibflächen Grunderfahrung auf verschiedenen Schreibflächen erwerben (oben – unten, links – rechts, Mitte …) Zeilenführung Abstände
Formelemente der Schrift Zunächst ausgehend vom kindlichen Formerleben verschiedene Formelemente wie Kreis, Quadrat, Dreieck, Strich (waagrecht, senkrecht), Oval, Spitze, Girlande, Schleife nachbilden und kreativ gestalten
Symbolverständnis vorbereiten Einfache Symbole erfinden, grafisch festhalten und deuten
Vorhandene Motivation zum Schreibenlernen nutzen Zur individuellen Sicherung und Förderung der Grundvoraussetzungen und für einen beabsichtigten Wechsel von Schulstufen findet Lehrplanteil „Erstlesen“ (Grundleistungen) der Grundstufe I Anwendung

Didaktische Grundsätze:

Alles sprachliche Lernen auf diese Schulstufe geht von den individuellen sprachlichen Vorerfahrungen der Kinder aus. Differenzierte und gezielte Förderung der kindlichen Sprachentwicklung versteht sich als Erweiterung der Sprachfähigkeit durch vielfältige Anregungen zum Sprachhandeln und behutsame Anleitung zum richtigen Sprachgebrauch.

Grundhaltung in allen sprachlichen Lernsituationen sollte es sein, das Vertrauen des Kindes in seine eigene Sprachfähigkeit zu stärken bzw. zu wecken. Keinesfalls soll die Hinführung zu den Formen der Standardsprache unter Leistungsdruck erfolgen und dadurch sprachliche Hemmungen hervorrufen. Alle Lernsituationen, die auf Richtigkeit des Sprachgebrauches zielen, sollten mechanisierende Übungsformen möglichst vermeiden.

Der Lehrersprache kommt auf der Vorschulstufe grundlegende Bedeutung zu. Die Lehrerin bzw. der Lehrer muss beim Sprechen berücksichtigen, dass die Sprechmuster die kindliche Sprachentwicklung anregen sollen, die sprachlichen Äußerungen müssen aber auch dem Sprachverständnis der Kinder entsprechen.

Da Sprache für den Menschen vor allem in Handlungssituationen bedeutsam wird, sich ihm dort als Orientierungs-, Verständigungs- und Denkhilfe erweist, muss besonderes Gewicht auf das situationsbezogene Sprachhandeln gelegt werden.

Solche Lernanlässe (Sprachlernsituationen) beziehen sich auf gegenwärtige und künftige Lebenssituationen (Alltagssituationen). Als didaktische Möglichkeiten bieten sich der Lehrerin bzw. dem Lehrer das Aufgreifen von geeigneten Situationen aus dem Schulalltag (spontane Sprechsituationen) und das Herbeiführen gezielter Sprachhandlungssituationen (angeregte Sprechsituationen).

„Vorbereitung auf Lesen und Schreiben“ stellt keineswegs die Vorwegnahme eines systematischen Lese- und Schreiblehrganges dar. Wohl aber sollen individuelle Entwicklungen in dieser Richtung verstärkt und gefördert werden, um einen kontinuierlichen und leichteren Übergang zu den weiterführenden Lehrplaninhalten aus der 1. Schulstufe des Pflichtgegenstandes „Deutsch, Lesen, Schreiben“ zu gewährleisten. Dieser fließende Übergang erfolgt individuell und ist während des ganzen Unterrichtsjahres möglich.

Mathematische Früherziehung

Bildungs- und Lehraufgabe:

Aufgabe der Mathematischen Früherziehung ist es, die Kinder in grundlegende Fähigkeiten, Fertigkeiten und Einstellungen einzuführen, die ein bewusstes Erfassen der Umwelt ermöglichen und in das begriffliche Vorfeld der Mathematik einmünden.

Mathematische Früherziehung ist Hinführen auf mathematisches Handeln und Denken.

Folgende grundlegende Zielbereiche aus der kognitiven und der sozioemotionalen Dimension sind anzustreben:

– Anbahnung einfacher mathematischer Denkweisen

Feststellen von Eigenschaften, Unterscheiden, Vergleichen

Ordnen, Zuordnen, Zusammenfassen, Klassifizieren

Herstellen von Beziehungen

Symbolisieren, Abstrahieren

Verallgemeinern

– Förderung des Denkens in handlungsorientierten Lernsituationen

– Entwicklung sachbezogenen Sprechens

– Anregung eigenständigen Problemlöseverhaltens

– Förderung der Kreativität

– Förderung der Bereitschaft zu kooperativen Verhalten

– Anregung spontaner Aktivitäten

Lehrstoff:

Vertrautwerden mit Eigenschaften von Gegenständen
Erfahren der Beschaffenheit – Größe (groß, klein) – Farbe (Grundfarben; hell, dunkel) – Form (eckig, rund; spitz, stumpf) – Masse (schwer, leicht) – Oberfläche (rau, glatt) – Material (Werkstoff) Freies Auseinandersetzen mit Gegenständen im Klassenraum, aus dem Umweltbereich des Kindes, mit Naturmaterial und strukturiertem Material Übungen zur Wahrnehmungsdifferenzierung (Greifen, Tasten, Fühlen, Betrachten, Beobachten usw.) Förderung der Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf bestimmte Eigenschaften eines Gegenstandes – unabhängig vom emotionalen Gehalt – zu richten Übungen zum eigenständigen Erklären der Beschaffenheit, zum Benennen der Gegenstände, zum Beschreiben der Eigenschaften
Erproben der Materialeigenschaften durch Hantieren Vielfältiger Umgang mit Naturmaterial, Bausteinen, verschiedenen Werkstoffen, wertlosem Material …. zur Steigerung des kreativen Verhaltens und der experimentellen Neugier, ohne und mit Werkerklärung (Bauen, Stapeln, Legen, Formen, Reißen, Schneiden, Kleben, Fädeln, Knoten, Stecken, Schrauben, Einfüllen, Umfüllen, …)
Vertrautwerden mit dem Raum/Raumerleben
Erleben des Raums – Platz – Nähe, Ferne – Abstand Bewegungsaufgaben, wie Platz suchen, wieder finden, nahe herangehen/weit weggehen, den Raum unter Rücksichtnahme auf andere ausnützen, Abstände zu anderen bzw. zu Gegenständen herstellen und einhalten
Erfahren der Raumlage – oben, unten – neben; links, rechts – vorne, hinten – innen, außen Übungen zur Wahrnehmung der räumlichen Position und zur Sicherung einfacher Raumlagebegriffe Herstellen von Lagebeziehungen der Gegenstände zum eigenen Körper Bewusstwerden von links und rechts am eigenen Körper
Erfahren der Eigenschaften von Körpern Freies Auseinandersetzen und kreatives Gestalten (Bauen, Stapeln, Legen, Einfüllen, Formen, Reißen, Schneiden, Falten, Kleben …) mit Materialien aus dem Umweltbereich des Kindes (Naturmaterial, Knetmasse, wertloses Material und Bausteine, Würfel, Stäbe, Bälle, Perlen, Legeplättchen, strukturiertes Material, Steckspiele, Baukästen, didaktische Spiele) Übungen zur Wahrnehmungsdifferenzierung (Greifen, Tasten, Fühlen …)
Geometrische Eigenschaften – rund – eckig Übungen zum eigenständigen Erklären, Benennen und Beschreiben der Eigenschaften rund (kugelrund, walzenförmig; kreisrund), eckig (würfelförmig, viereckig, dreieckig) Anerkennen kindlicher Formulierungen
Handelnder Umgang mit Gegenständen zur Anbahnung mathematischen Denkens
Naives Zuordnen – gleiche Dinge finden – zusammengehörige Dinge finden – Paare finden – Gegensatzpaare finden Aufgabenstellung aus dem Aufforderungscharakter des Materials nach selbst gefundenen oder vorgegebenen Regeln mit allmählich steigenden Anforderungen (Dinge aus dem Umweltbereich des Kindes; selbst hergestelltes Material; didaktische Spiele, wie Lotto, Memory, …) Förderung des eigenständigen Verbalisierens der beim Hantieren gewonnenen Einsichten
Reihen – Bilden von Reihen – Auffassen und Fortsetzen Üben des Erkennens und Einhaltens einfacher Regeln beim Legen, Stecken, Fädeln, Stapeln (Naturmaterial, Bausteine, Legeplättchen, Steckmaterialien, Perlen …)
Sortieren – nach Eigenschaften – nach Oberbegriffen Dinge nach eigenen Vorstellungen und vorgegebenen Gesichtspunkten ordnen Schätzen der Mächtigkeit der geordneten Dinge (viel, wenig; mehr, weniger) zur Förderung des unbestimmten Zahlbegriffs
Gruppieren – Zweiergruppen – Dreiergruppen – Vierergruppen Hantieren mit Naturmaterialien, Bausteinen, teilstrukturiertem Material, … in verschiedenen Anordnungen zur Förderung der Simultan- bzw. Gestaltauffassung
– durch Angabe der Eigenschaft – durch Zuordnen zu Oberbegriffen Sammeln, Aufsuchen, Aneinanderfügen von Dingen aus der Umwelt des Kindes und den vorhandenen Arbeitsmitteln nach einem vorgegebenen Kriterium und Zusammenfassen durch Verwendung von Reifen, Behältern, Mengenseilen…
– durch Zuordnen zu Symbolen für einen Oberbegriff bzw. die Eigenschaft Förderung des Symbolverständnisses durch gemeinsames Erarbeiten von Symbolen und Verwendung von selbst hergestellten Merkmalkärtchen Eigenständiges Auffinden und Verbalisieren von Kriterien zur Gruppierung Feststellen der Zugehörigkeit/Nichtzugehörigkeit
Handelnder Umgang mit elementaren Raumformen/Raumerleben
Raumlagebeziehungen Herstellen von Lagebeziehungen – von Gegenständen bzw. Personen zueinander (zB vor mir; unter dem Tisch; links und rechts)
Richtungen Bewegungsübungen im Raum/Hantieren mit Gegenständen, auch mit Verwendung optischer/akustischer Signale Aktive sprachliche Anwendung der gewonnenen Begriffe
Relationen Körper einander gegenüberstellen und ihre Eigenschaften vergleichen (Bausteine, strukturiertes Material, Materialien aus dem Umweltbereich des Kindes mit annähernd geometrischer Form) Übungen zum Verbalisieren der gewonnenen Einsichten
Aufsuchen von Gegensatzpaaren – Raumlage – Eigenschaften Gegenüberstellen von Dingen mit deutlich unterschiedlicher Raumlage/mit stark unterschiedlichen Eigenschaften zur Sicherung der Raumlage- und Eigenschaftsbegriffe und ihrer Bezeichnungen
Erleben der Relativität von Eigenschaften Gegenüberstellen von Dingen mit unterschiedlichen Eigenschaften (ein und derselbe Gegenstand kann zB größer/kleiner sein als der jeweilige Vergleichsgegenstand)
Gestalten raumhafter Gebilde aus geometrischen Grundformen Aufgabengebundenes Bauen mit Bausteinen, Würfeln, Stäben usw. bzw. mit Materialien aus dem Umweltbereich des Kindes, deren Form annähernd einem geometrischen Körper entspricht (zB Verpackungen) Förderung des Denkens durch eigenständiges Finden von Lösungen und Lösungsvarianten Anwenden der gefundenen Lösungsmöglichkeiten beim Hantieren mit anderen Materialien Nachbauen mit Regelveränderung Eigenständiges Entwickeln von Regeln
Reihen von Körpern unter einem Ordnungsgesichtspunkt Unter Berücksichtigung der Eigenschaften bestimmte Anordnungen von Körpern nach Regeln (nach der Größe, Dicke usw.) herstellen
Erfahren der Symmetrie Bauen und Legen mit teilstrukturiertem Material (Bausteine, Legeplättchen …)
Spiegelsymmetrische Gebilde mit einer Achse Falten und Schneiden einfacher symmetrischer Figuren
Untersuchen von Mengen
Auffassen von Mengen – durch Angabe der mengenbildenden Eigenschaften – durch Angabe des Oberbegriffes Anwenden der beim handelnden Umgang mit Mengen erworbenen Erkenntnisse Übungen zum eigenständigen Erklären der zur Mengenbildung angewandten Kriterien (mengenbildende Merkmale) Anbahnung der Abstraktion durch Verwendung bildhaften Materials, durch Verwendung von Diagrammen und Rastern Versuch der bildhaften Wiedergabe gewonnener Einsichten
Setzen von Symbolen – für den Oberbegriff – für die Eigenschaft – für die Anzahl (maximal 6) Ausbau des Symbolverständnisses, behutsame Steigerung des Abstraktionsniveaus, Verwendung der Ziffern nur im für die gezielte individuelle Förderung nötigen Ausmaß (insbesondere dann, wenn der Wechsel in die 1. Schulstufe geplant ist)
Mächtigkeitsvergleiche durch eindeutige Zuordnung (gleich viel, mehr, weniger) Zunächst Verwendung von Dingen, die eine natürliche Zuordnung herausfordern (Ei – Eibecher, Tasse – Untertasse,…) Sichtbarmachen der Zuordnung durch Anfügen, Anlegen, Anbinden, Legen von Schnüren, Ziehen von Strichen, …
Bilden bzw. Finden gleich mächtiger Mengen (bis 4, maximal 6) Üben des Erkennens der Gleichmächtigkeit (auch bei Änderung der räumlichen Verteilung der Elemente) zur Förderung des kardinalen Aspekts
Ordnen von Mengen (bis maximal 6) Sortieren nach Anzahlen Ordnen der Anzahlen nach steigender/fallender Reihenfolge Anbahnen der Abstraktion durch Verwendung bildhaften Materials (Tuchtafelmaterial, bildliche Darstellungen von Mengen, …)
Untersuchen im räumlichen Bereich/geometrische Grunderfahrungen
Erfahren räumlicher Situationen – offen, geschlossen – innen, außen Aufsuchen konkreter Situationen, Darstellen in Spielsituationen (Käfig, Zaun, …) Symbolhafte Darstellung mit Seilen, Schnüren, … Anwenden der gewonnenen Erfahrungen (Irrgarten bauen, Irrwege gehen, …)
Auffassen des geometrischen Formtypus – Wieder erkennen an Gegenständen – Identifizieren in verschiedenen Lagen Erkennen der geometrischen Eigenschaften und Formen an Gegenständen aus der Umwelt des Kindes Übungen zum eigenständigen Beschreiben
Erfassen der Struktur in zusammengesetzten Figuren Nachbauen und Auslegen von einfachen Vorlagen mit Teilfiguren (Bausteine, Plättchen, …) Sichern der gewonnenen Erkenntnisse in didaktischen Legespielen
Erfahren der Symmetrie Erweitern der Symmetrievorstellungen durch Legen, Falten, Schneiden Sichern der gewonnenen Erkenntnisse in didaktischen Legespielen

Didaktische Grundsätze:

Grundvoraussetzungen für die Erfüllung der kompensatorischen Aufgabe der Mathematischen Früherziehung ist die Berücksichtigung der individuellen Ausgangslage. Unterschiede sind vorwiegend in folgenden Bereichen zu beobachten:

– Wahrnehmungsfähigkeit

– Anschauliches Vorstellungsvermögen

– Denkentwicklung

– Erfahrungen im Umgang mit Materialien

– Fähigkeit, mathematische Sachverhalte sprachlich auszudrücken

– Soziales Verhalten

Grundlage für die Jahresplanung ist die Auswahl der Bildungsinhalte auf Grund der Individuallage der Kinder.

Die Erarbeitung der Bildungsinhalte des Lehrplans erfolgt in den drei Schritten

– Vertrautwerden

– Handelnder Umgang

– Untersuchen/Ordnen und Sichern von Grunderfahrungen

Die Reihenfolge des Lehrstoffes innerhalb eines Schrittes bedeutet nicht unbedingt eine zeitliche Aufeinanderfolge.

Damit die mathematische Frühförderung allen Kindern weitgehend gerecht wird, sind differenzierende Maßnahmen erforderlich.

Das Erarbeiten mathematischer Grunderfahrungen soll von den Kindern durch Handeln in konkreten Situationen erlebt werden und darf nicht isoliert von anderen Lernbereichen erfolgen.

Die Lernatmosphäre soll frei sein von Leistungsdruck und Zwang, von Überforderung und Mechanisierung.

Als Lernform bietet sich das Spiel in Kleingruppen-, Partner- und Einzelaktivitäten besonders an.

Das Spiel als handelnde Auseinandersetzung mit der Umwelt schafft Möglichkeiten für entdeckendes Lernen, in dem mathematische Sachzusammenhänge selbsttätig erfasst werden können. Spielformen wie Regelspiele, Begriffsspiele, Erkundungsspiele, Planspiele usw. sind besonders geeignet.

Ausreichende Verwendung und Variation der Arbeitsmittel ist eine wesentliche Voraussetzung für die Einleitung mathematischer Denkprozesse. Sie sollen nicht nur an didaktischen Materialien, sondern vorerst an Gegenständen der kindlichen Erfahrungswelt entwickelt werden. Es sind solche Arbeitsmaterialien zu bevorzugen, die dem unterschiedlichen Leistungsvermögen der Kinder gerecht werden und Lösungen verschiedener Art zulassen.

Didaktische Materialien umfassen:

– Homogenes Material (gleiche Form, Größe, Farbe; viele Exemplare): zB Würfel

– Teilstrukturiertes Material (unterschiedliche Form, Größe, Farbe; jeweils mehrere Exemplare): zB Baukasten

– Strukturiertes Material (unterschiedliche Form, Größe, Farbe; jeweils ein Exemplar): zB logische Blöcke

Der Einsatz von Arbeitsblättern soll nicht zu früh erfolgen und richtet sich nach den individuellen Voraussetzungen der Kinder. Arbeitsblätter dienen keinesfalls als Ersatz für konkrete Aktivitäten.

Singen und Musizieren

Bildungs- und Lehraufgaben

Singen und Musizieren soll die natürliche Freude der Kinder an musikalischer Betätigung, an der Bewegung, an verschiedenen Geräusch- und Klangerlebnissen entfalten und fördern.

Ein vielseitiges musikalisches Angebot ermöglicht den Kindern intensive Erfahrungen im musikalischen Bereich, wirkt gemütsbildend, trägt zur Lockerung bei psychophysischen Hemmungen bei, steigert Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer und erleichtert die Entfaltung sozialer Verhaltensweisen.

In der Vorschulstufe soll Singen und Musizieren sicherstellen, daß

– die Freude der Kinder an Musik erhalten und gefördert wird,

– die Kinder sich musikalisch schöpferisch entfalten können,

– der altersgemäße Liedschatz der Kinder erweitert wird,

– die Kinder für eine Vielfalt akustischer Reize sensibilisiert werden,

– die Kinder erste Erfahrungen im melodischen Bereich sowie mit musikalischen Ordnungen machen.

Lehrstoff

Singen eines altersgemäßen Liedgutes

Die Freude am Singen und Musizieren erhalten bzw. wecken und fördern Ermutigung zu spontanem Singen Schrittweiser Abbau von vorhandenen Hemmungen
Grundlegung bzw. Erweiterung des kindlichen Liedschatzes Liedauswahl nach Art, Gattung und Inhalt (alte und neueKinderlieder, Lieder aus der Erfahrungswelt der Kinder, Lieder aus fremden Ländern, Kreis-, Spiel-, Tanzlieder)
Weiterentwicklung der musikalischen Ausdrucksfähigkeit Erhalten bzw. Wecken und Fördern des natürlichen musikalischen Ausdrucksbedürfnisses Bewußtmachen der verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten je nach Liedcharakter (fröhlich, lebhaft, traurig, schnell, leise, …)
Gemeinsame Liedgestaltung Erleben der Musik als Möglichkeit zu Kontakt und Spiel mit anderen Erlernen und Üben sozialer Verhaltensweisen (Einordnen, Führen, Rücksichtnahme, ...)
An geeigneten Liedtexten Rhythmus und Melodie von Sprache erleben Allmähliches Bewußtmachen von Rhythmus und Grundmelodie der Sprache
Die Singstimme richtig gebrauchen Einfache Atemübungen (langsam ausatmen, „Blasespiele”, ...) Einfache Übungen zur Stimmbildung; spielerische Formen der Vokal- und Konsonantenbildung, zB Kichern (hihihi), Erschrekken (au, hu), Tierstimmen, ... Behutsame Hinführung zum richtigen Singen
Erfahrungen mit Geräuschen, Tönen und einfachen musikalischen Ordnungen
Geräuscherfahrung Bewußtes Hören von Geräuschen der Umwelt (im Klassenzimmer, Straßengeräusche, …) Wahrnehmen, Erkennen und Unterscheiden von Geräuschen Wiedererkennen und Wiedergeben von Geräuschen
Tonerfahrungen Wahrnehmen, Erkennen und Unterscheiden von – kurz – lang (Tonlänge) – schnell – langsam (Tempo) – laut – leise (Lautstärke) – hoch – tief (Tonhöhe) usw. Wiedererkennen, Wiedergeben von Tonfolgen
Erfahrungen mit Schall- undKlangerzeugern, erster Einsatz von Instrumenten Freies Ausprobieren und Einsetzen des vorhandenen (Orff-)- Instrumentariums Herstellen von Geräuschinstrumenten (zum Schütteln, Anschlagen, Zupfen, Blasen, Reiben, …) und darauf spielen
Anbahnen des Verständnisses für Notation Erkennen der Möglichkeit, akustische Wahrnehmungen optisch zu fixieren Zuordnung der entsprechenden Symbole zu rhythmischen und tonalen Motiven
Erste Erfahrungen mit Musik und Musikinstrumenten
Musikhören Geeignete Beispiele aus der Musikliteratur anhören Erleben, Entdecken und Besprechen musikalischer Phänomene (Ausdruck, Stimmung, Tempo, ...)
Kennenlernen von Musikinstrumenten Erstes Verständnis für unterschiedliche Bauart und Funktion von Musikinstrumenten
Kreativer Umgang mit musikalischen Elementen
Imitieren und Improvisieren Nachmachen und Erfinden von Geräuschen, Lauten und Tönen mit der Stimme, mit dem Körper, mit Instrumenten und mit verschiedenen Materialien (Tierstimmen, Maschinengeräusche, Naturgeräusche, ...) Erfinden und Gestalten von Klanggeschichten, zB am Morgen zu Hause (Wecker, waschen, gurgeln, ...) Finden von Melodien zu einfachen Texten Finden von Phantasietexten zu bekannten Melodien Spielerischer Umgang mit einfachen musikalischen Motiven (musikalisches Frage- und Antwortspiel, Motive verändern, ausbauen, fortsetzen, ...) Mit Klanginstrumenten zu Kinderliedern eine Begleitung finden
Darstellen Geräusche, Klänge und Melodien grafisch, plastisch, körperlich, szenisch umsetzen

Didaktische Grundsätze

Musikerziehung in der Vorschulstufe ist nicht lehrgangsmäßig aufzubauen. Alles musikalische Tun soll aus dem kindlichen Erfahrungsbereich erwachsen; in spielerischer Form sollen die Kinder mit den angebotenen Inhalten der Musikerziehung vertraut gemacht werden.

Die gemeinsame Begegnung mit Musik soll in einer ungezwungenen Atmosphäre stattfinden, die Freude an der Musik empfinden läßt und die Bildung von sozialen Kontakten fördert.

Bei der Arbeitsplanung ist die tägliche Begegnung mit Musik sicherzustellen.

Rhythmisch-musikalische Erziehung

Bildungs- und Lehraufgaben

Rhythmisch-musikalische Erziehung in der Vorschulstufe versteht sich als Beitrag zur Entwicklung der kindlichen Gesamtpersönlichkeit; ihre grundlegenden Elemente sind Bewegung und Musik. Die Angebote der rhythmisch-musikalischen Erziehung konzentrieren sich auf die Erweiterung jener kindlichen Verhaltensweisen (Konzentration, Beherrschung, Reaktion, Phantasie uam.), die in der Folge affektive, motorische und kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten stützen sollen.

Lehrstoff

Sozialübungen

Einordnen, Unterordnen Freigewählte und vorgegebene Bewegungsübungen einhalten (mit und ohne Gerät) Gruppen-, Kreis- und Reihenbildungsübungen
Warten, Verzichten Das Ende einer bestimmten Situation (musikalische bzw. rhythmische Motivation, Bewegung eines Gerätes, . . . ) abwarten, erkennen und anschließend eine vereinbarte Handlung setzen Ohne Reihenvorgabe und ohne verbale Kontaktnahme setzt ein Kind nach dem anderen eine vereinbarte Handlung (Bauen eines Rasselbüchsenturms, …)
Führen und Folgen Kinder bewegen sich paarweise (Partnerübungen wie zB „blindes” Kind führen, …) Kinder bewegen sich in Gruppen (Gänsemarsch, Dirigentenspiel, ...) Bewegungsart, Bewegungssystem und Zeitpunkt des Führungswechsels werden von den Kindern selbst bestimmt
Ordnungsübungen
- im freien und beschränkten Raum Erleben und Erfassen des Bewegungsraumes durch freigewählte bzw. vorgegebene unterschiedliche Bewegungsarten (Laufen, Springen im freien Raum) Ordnungserfahrung durch verschiedene Bewegungsarten in vorgegebenen kleinen Raumeinheiten (Raumteilung durch Seile, Reifen, ...)
- mit verschiedenen Materialienund Geräten Bewußtes Ordnen und Gruppieren von Rhythmikgeräten (Rasseln, Seile, Klanghölzer, ...) und verschiedenen Materialien (Kastanien, Zweige, Spulen, ...)
Aktivität – Ruhe Spannung – Entspannung Bewußtes Erleben von Spannung und Entspannung, Aktivität und Ruhe durch Anregungen verschiedener Art. Kinder nehmen nach verschiedenen akustischen oder visuellen Angeboten gespannte oder entspannte Haltung ein (Ausschwingen eines Seils, Ausklingen eines Instruments, ...)
Reaktionsübungen
Unterbrechen und Ändern einer Bewegung Eine Bewegung (Kind oder Gerät) wird nach vereinbarten Signalen unterbrochen (ein in einem Reifen rollender Ball wird auf Signal in der Bewegung verändert – „Umschalten”)
Antworten auf ein rhythmisches Motiv Auf rhythmische Angebote durch Übernahme, Variation, Gegenbewegung usw. reagieren (Körperbewegung bzw. klopfen, klatschen, ...)
Konzentrationsübungen
Akustische, visuelle, taktile und motorische Konzentrationsübungen Sich auf verschiedene Reize konzentrieren und mit entsprechenden Bewegungen reagieren, zB: Mit geschlossenen Augen das Geräusch eines sich drehenden Reifens erfassen und in Bewegung umsetzen, …
Übungen zur Förderung der Kreativität
Verschiedene eigenständige Bewegungs- und Gestaltungsmöglichkeiten finden und erproben Körperliche Ausdrucksformen (BeAusdrucksformen (Bewegung, Gestik, …) finden, verändern, variieren und erweitern Zu einem Motiv mehrere Bewegungsmöglichkeiten finden Experimentieren und Gestalten (Bauen, Gruppieren, Legen, ...) mit Rhythmikgeräten und anderen Materialien
Grundlegung von Begriffen
Durch vielseitiges Erleben und vielfältiges Gestalten rhythmischer Elemente (Raum, Zeit, Kraft, Form) werden die Grundlagen für Begriffe geschaffen: vor – hinter, schnell – langsam, schwer – leicht, Kreis – Gerade, …

Didaktische Grundsätze

Das Kind sammelt vor Eintritt in die Vorschulstufe verschiedene Erfahrungen hinsichtlich Bewegung und Musik.

Die Aktivitäten im Bereich der rhythmisch-musikalischen Erziehung haben sich an den unterschiedlichen Fähigkeiten der einzelnen Kinder zu orientieren.

Die Aufgabenstellung im Bereich der Rhythmik hat so zu erfolgen, daß alle Kinder auf Grund ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten reagieren können. Von Kindern gefundene Lösungen sollten grundsätzlich akzeptiert werden.

Bildnerisches Gestalten

Bildungs- und Lehraufgaben

Aufgabe des bildnerischen Gestaltens ist das Hinführen der Schüler zu lustbetontem, freiem Gestalten im grafischen, malerischen und plastischen Bereich, wobei das Dargestellte mit der Umwelt des Kindes in enger Beziehung stehen soll.

Die Kinder sollen

– eine Gestaltungsaufgabe selbständig lösen oder gemeinsam Lösungsmöglichkeiten finden,

– auf Gestaltungsanregungen spontan und kreativ reagieren,

– Erfahrungen im Umgang mit Material und Werkzeug sammeln,

– in ihrer Fähigkeit zu bewußtem Schauen gefördert werden,

– Gesehenes verstehen und darüber sprechen.

Lehrstoff

Sammeln von Erfahrungen im grafischen und malerischen Bereich
Zeichnen Zeichnen mit verschiedenen Werkzeugen (Bleistift, Buntstift, Filzstift, Kreide, Ölkreide, Kohle, …) auf unterschiedichen Materialien (Zeichenblätter, Packpapier, Naturpapier, Karton, Tafel, …)
Malen Malen mit verschiedenen Werkzeugen (Pinsel, Spachtel, kleine Malerwalzen, Finger, …) mit und auf unterschiedlichen Materialien (Fingerfarbe, Pigmentfarbe, Deckfarbe, Kleisterfarbe, Tusche usw. auf Zeichenblättern, Packpapier, Karton, Stoff, Glas, …)
Drucken Einfache Druckverfahren (Schablonendruck, Materialdruck, Kordeldruck, Stempeldruck, … ) mit verschiedenen Materialien (Kork, Hartschaumstoff, Pappe, Bausteine, …)
Herstellen und Verändern von Bildern Gestalten durch verschiedene Verfahren wie Reißen, Schneiden, Kleben, Nähen, … Collage, Frottage, Spritztechnik, Applikation, …
Sammeln von Erfahrungen im plastischen Bereich
Erleben von Formen und Oberflächen verschiedener Gegenstände (vor allem haptische Erfahrungen) Betasten, Berühren und Betrachten verschiedener Formen (rund, – eckig, spitz, …) sowie verschiedener Oberflächen (rauh, glatt, warm, kalt, weich, hart, …)
Erste Erfahrungen mit verschiedenen plastischen Materialien Formen und Verformen verschiedener plastischer Materialien (Ton, Plastilin, Wachs, Papiermache, Gips, Sand, … ) durch Kneten, Drücken, Dehnen, Durchbohren, Rollen, Walzen, Klopfen, Schneiden, Kratzen, Schaben, …
Gestalten mit „wertlosen”Materialien Durch Kleben, Stecken, Binden, Montieren, … Figuren, Gebilde, … aus verschiedenen Materialien (Naturmaterial, Schachteln, Rollen, Dosen, Netze alte Kleidungsstücke, …) herstellen
Sammeln von Erfahrungen im visuellen und emotionalen Bereich
Erkennen, Erleben und Deuten der Aussage von Zeichen und Bildern Betrachten und Besprechen von Illustrationen, Bilderbüchern, Plakaten, Postern, Reproduktionen, Schildern und anderen Zeichen
Kennen und Erleben von Farben Die richtigen Farbnamen kennen Beim Umgang mit Farben deren Wirkung erfahren Farben durch Mischen verändern

Didaktische Grundsätze

Beim Eintritt in die Vorschulstufe sind die Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder in den Bereichen des bildnerischen Gestaltens sehr unterschiedlich. Diese unterschiedlichen Voraussetzungen sowie vorhandene Unsicherheiten und Hemmungen sind zu berücksichtigen.

Die Arbeit soll vorwiegend in Kleingruppen durchgeführt werden. Die Gruppen können nach Interessen, Sympathien oder Fähigkeiten gebildet werden.

Gruppierungen sind grundsätzlich veränderbar. Bei Einführung unbekannter Materialien, neuer Werkzeuge oder wichtiger Verhaltensweisen können alle Kinder zusammengefaßt werden.

Für die Durchführung selbstgewählter oder gestellter Aufgaben ist den Kindern genügend Zeit zu gewähren.

Werkerziehung

Bildungs- und Lehraufgaben

Durch tätige Auseinandersetzung mit Material (Werkstoff) und Werkzeug sollen grundlegende Einsichten in den Bereichen Bauen – Wohnen, Technik und Produktgestaltung – einschließlich textiler Produktgestaltung gewonnen werden, wobei auch einfache Fertigkeiten vermittelt werden. Gleichzeitig soll auf die Entwicklung einer entsprechenden Begriffsbildung und Verbalisierung Bedacht genommen werden. Darüber hinaus soll es den Schülern ermöglicht werden, auch neue Situationen in allen Tätigkeitsbereichen zu bewältigen.

Die Kinder sollen

– Erfahrungen im Umgang mit Materialien (Werkstoffen) und Werkzeug sammeln,

– Werkzeug und Material zweckentsprechend verwenden lernen und dabei mögliche Gefahren richtig einschätzen können,

– einfache Fertigkeiten (Handgeschicklichkeit uam.) kennen, erwerben und verbalisieren,

– an einfache technische Sachverhalte herangeführt werden,

– Vorhaben besprechen,

– beim Entdecken, Erforschen, Experimentieren und Konstruieren sich kreativ verhalten und Freude am Tun gewinnen.

Lehrstoff

Materialerfahrungen Beim Bauen mit Bausteinen, Baukästen, Bausätzen, Holz, Stoffen, wertlosem Material, … sammeln die Kinder Erfahrungen im Hinblick auf Art, Beschaffenheit und Verwendungsmöglichkeit der Materialien Dabei entstehen Bauwerke aus der Erfahrungs- und Erlebniswelt der Kinder (Turm, Haus, Zelt, Bauernhof, Tiergarten, Eisenbahn, Straße, Brücke, …)
Bauerfahrungen Im spielerischen Umgang mit dem Gebauten gewinnen die Kinder vielfältige Erfahrungen hinsichtlich Standsicherheit, Gewicht, Raumgröße, Raumform, ... Dabei wird den Kindern ausreichend Zeit gewährt, Bauten und Gebilde zu verändern, zu erweitern und zu neuen Bauwerken umzuformen
Sammeln von Erfahrungen im technischen Bereich
Zerlegen und Zusammensetzen Beim Auseinandernehmen verfügbaren technischen Geräts (alte Uhr, . . . ), beim Auseinandernehmen und Zusammensetzen einacher Geräte (Küchengeräte, … ) sowie beim Umgang mit Baukastensystemen gewinnen die Kinder Erfahrungen und Einsichten in elementare technische Zusammenhänge
Herstellen von einfachen technischen Geräten Geräte können aus vorgegebenen Teilen (Bauelementen von Baukästen und Bausystemen) sowie aus leicht zu bearbeitendem Material (Papier, Pappe, weiches Holz, Holzstäbe, weicher Draht, …) hergestellt werden Dabei wenden die Kinder vielseitige Werkverfahren an (Trennen: Schneiden, Reißen, …; Fügen: Schrauben, Leimen, Kleben, Binden, …; Formen: Biegen, …)
Erproben der hergestellten Werkstücke Beim Erproben der Werkstücke (Wippe, Waage, Schaukel, Fahrzeug, Flugzeug, Floß, Boot, …) werden Grundlagen für erste Einblicke in Naturgesetze geschaffen
Produktgestaltung – einschließlich textile Produktgestaltung
Materialerfahrungen Bei der aktiven Auseinandersetzung mit verschiedenen Werkmaterialien wie Papier und Pappe, Naturmaterialien, Knetmassen, Holz, Metall, Fadenmaterial und Textilien machen die Kinder vielfältige Erfahrungen hinsichtlich Aussehen, Beschaffenheit und Verwendbarkeit
Herstellen von einfachen Produkten Durch Bearbeitung (Schneiden, Reißen, Sägen, Kleben, Falten, Formen, …) der Materialien erleben und erweitern die Kinder ihre Fähigkeit, Material zu verändern und gewinnen dabei elementare Einsichten in Zweck, Funktion, Absicht und Aussehen.

Bei der Arbeit ist der zweckentsprechende Gebrauch von Werkzeug und Material zu beachten (richtige Nadelhaltung, ..)

Didaktische Grundsätze

Beim Eintritt in die Vorschulstufe sind die Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder in den Bereichen der Werkerziehung sehr unterschiedlich. Diesen unterschiedlichen Voraussetzungen sowie vorhandenen Unsicherheiten und Hemmungen ist durch entsprechende Maßnahmen zu begegnen.

Im Mittelpunkt der verbindlichen Übung Werkerziehung steht das praktische Tun der Kinder. Die Arbeit wird vorwiegend in Kleingruppen durchgeführt, wobei in besonderem Maße der Sicherheit der Kinder Rechnung zu tragen ist. Die Gruppen können nach Interesse, Sympathie oder Fähigkeiten gebildet werden. Die Gruppierungen sind grundsätzlich veränderbar.

Ein sinnvoller Wechsel zwischen Phasen des Planens, des praktischen Tuns und des Nachdenkens über das Tun soll berücksichtigt werden.

Eine sorgfältige Einführung in die Handhabung von Werkzeugen und Materialien und der Hinweis auf mögliche Gefahren ist von besonderer Bedeutung, ebenso ist auf sinnvollen und sparsamen Einsatz der Materialien Bedacht zu nehmen.

Für die Arbeit in den Bereichen „Bauen und Wohnen” und „Technik” können Baukastensysteme verwendet werden oder geeignete Geräte und Materialien (Tische, Sessel, Schachteln, Stoffe, . . . ).

Für den Bereich Produktgestaltung – einschließlich textiler Produktgestaltung – ist eine Vorbereitung der Bedarfsmaterialien erforderlich.

Werkstoffe mit geringem Bearbeitungswiderstand werden bevorzugt. Die Verwendung von Naturmaterial und wertlosem Material richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten.

Bewegung und Sport

Bildungs- und Lehraufgabe:

Aufgabe von Bewegung und Sport ist – ausgehend von der individuellen Entwicklung und der motorischen Lernfähigkeit –, durch ein vielfältiges Bewegungsangebot die Gesamtpersönlichkeit des Kindes zu fördern.

Der Unterricht in Bewegung und Sport auf der Vorschulstufe soll

– die Bewegungs- und Spielfreude der Kinder erhalten bzw. wecken und steigern und durch ein vielseitiges Bewegungsangebot den individuellen Bewegungsbedürfnissen und Interessen entsprechen,

– zum kreativen Umgang mit der Bewegung anregen,

– die Erprobung sozialer Verhaltensweisen im Bewegungsspiel und beim gemeinsamen Üben ermöglichen,

– zur Steigerung der motorischen Eigenschaften durch vielfältiges Üben der grundlegenden Bewegungsfertigkeiten führen und damit der Wahrung der Gesundheit und der Verbesserung der Leistungsfähigkeit dienen.

Lehrstoff

Spiele

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