Bekanntmachung der Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur betreffend den Lehrplan für den evangelischen Religionsunterricht an Hauptschulen und an der Unterstufe der allgemein bildenden höheren Schulen

Typ Kundmachung
Veröffentlichung 2002-09-01
Letzte Aktualisierung 2020-09-01
Status In Kraft
Ministerium BKA (Bundeskanzleramt)
Quelle RIS
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Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes, BGBl. Nr. 190/1949, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. Nr. 256/1993, wird bekannt gemacht:

1. Der in der Anlage wiedergegebene Lehrplan für den evangelischen Religionsunterricht an Hauptschulen und an der Unterstufe der allgemein bildenden höheren Schulen wurde vom Evangelischen Oberkirchenrat A. und H. B. erlassen und wird mit 1. September 2002 klassenweise aufsteigend in Kraft gesetzt.

2. In Anlage 1 zur Verordnung des Bundesministers für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten über die Lehrpläne der Hauptschulen; Bekanntmachung der Religionslehrpläne an diesen Schulen, BGBl. II Nr. 134/2000, lautet im fünften Teil (Lehrpläne für den Religionsunterricht an Hauptschulen) Unterabschnitt b) (Evangelischer Religionsunterricht):

„b) Evangelischer Religionsunterricht

Siehe die Bekanntmachung BGBl. II Nr. 201/2002.“

3. In Anlage A zur Verordnung des Bundesministers für Unterricht und Kunst über die Lehrpläne der allgemein bildenden höheren Schulen; Bekanntmachung der Lehrpläne für den Religionsunterricht, BGBl. Nr. 88/1985, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl. II Nr. 133/2000, lautet im fünften Teil (Lehrpläne für den Religionsunterricht des Gymnasiums, des Realgymnasiums und des Wirtschaftskundlichen Realgymnasiums) lit. b (Evangelischer Religionsunterricht) sublit. aa (Pflichtgegenstand Evangelischer Religionsunterricht) der die Unterstufe betreffende Teil:

„Unterstufe

Siehe die Bekanntmachung BGBl. II Nr. 201/2002.“

klassenweise aufsteigendes Inkrafttreten (vgl. Art. 1 Z 1)

klassenweise aufsteigendes Außerkrafttreten (vgl. § 2 Z 2, BGBl. II Nr. 395/2019)

Anlage

Lehrplan für den evangelischen Religionsunterricht an Hauptschulen und an der Unterstufe der allgemein bildenden höheren Schulen

Bildungs- und Lehraufgabe:

Der evangelische Religionsunterricht an der Schule ist doppelt begründet: Einerseits im Verkündigungs- und Bildungsauftrag der Kirche, andererseits im Erziehungs- und Bildungsauftrag der öffentlichen Schule. Der Pflichtgegenstand Evangelische Religion versteht sich als Angebot für Schüler und Schülerinnen. Durch die kritische Auseinandersetzung mit religiösen und ethischen Themen lernen sie Möglichkeiten der persönlichen Orientierung und Sinnfindung, erproben ihre Fähigkeit zu Verständigung und Toleranz und üben sich in Solidarität. Der evangelische Religionsunterricht ist eine Chance für die Schule, denn er nimmt als eigenes Fach die religiöse und ethische Dimension des umfassenden Bildungsauftrages der Schule wahr. Der evangelische Religionsunterricht übernimmt die Aufgabe, eine Begegnung mit der biblischen Verkündigung, wie sie in der Heiligen Schrift und in den Bekenntnissen bezeugt wird, und eine Begegnung mit dem Bildungsauftrag der Gesellschaft in einem gegenseitigen kritischen Dialog herbeizuführen.

Für den evangelischen Religionsunterricht ergeben sich daraus als Ziele, dass die Schüler und Schülerinnen:

a)

sich selbst mit Stärken und Schwächen wahrnehmen und als wertvoll annehmen können;

b)

ihre Lebenswelten entdecken, kritisch erschließen und gestalten lernen;

c)

sich mit Erfahrungen, Lebensgestaltungen und Lebensentwürfen anderer auseinander setzen;

d)

mit hereinbrechenden existenziellen Fragen – wie zB Leid, Tod, Schuld, Sinn – heilsam umgehen lernen;

e)

sich der Herausforderungen und Anforderungen der gegenwärtigen Welt bewusst werden, sie kritisch auf ihre Auswirkungen hin befragen und Orientierung finden;

f)

Gottesbildern auf die Spur kommen, sie in ihrer Vielfalt wahrnehmen und zur Sprache bringen sowie einen eigenen Zugang finden;

g)

die Fülle der Ausdrucksformen des Glaubens kennen lernen, erleben und gestalten;

h)

sich als Teil einer Gemeinschaft verstehen, Verantwortung wahrnehmen und Konfliktfähigkeit lernen, Respekt und Wertschätzung innerhalb der Gemeinschaft und nach außen entwickeln.

Diese acht Ziele bilden die Grundstruktur der Lernziele des Kernbereichs.

Beitrag zum Aufgabenbereich der Schule:

Der evangelische Religionsunterricht leistet einen grundlegenden Beitrag zur religiös-ethisch-philosophischen Bildungsdimension der Schule, indem er die Schüler und Schülerinnen in ihrem Suchen nach Sinn unterstützt. Neben der Entwicklung von Selbst- und Sozialkompetenz und dem Erwerb von Kenntnissen kann der Religionsunterricht insbesondere Orientierungen zur Lebensgestaltung und Hilfen zur Bewältigung von Alltags- und Grenzsituationen im privaten und schulischen Leben anbieten.

Beiträge des Unterrichtsgegenstandes „Evangelische Religion“ zu den Bildungsbereichen:

Sprache und Kommunikation:

Mensch und Gesellschaft

Natur und Technik

Kreativität und Gestaltung

Gesundheit und Bewegung

Didaktische Grundsätze:

Für den Lernort „Evangelischer Religionsunterricht“ gelten im Speziellen folgende (nicht zwingend chronologische) Schritte:

1.

Die Lebenswelten der Schüler und Schülerinnen, der Lehrer und Lehrerinnen stehen mit ihrer Fülle und Widersprüchlichkeit im Mittelpunkt.

– In ihnen werden Freude, Glück und Leid erlebt.

– In ihnen werden Fragen nach der Identitätsfindung in einer sich rasch verändernden multikulturellen, multireligiösen und (post-)modernen Umwelt gestellt.

2.

In einem gemeinsamen Lernprozess werden die Lebenserfahrungen und Sinngebungsmodelle der Schüler und Schülerinnen, der Lehrer und Lehrerinnen eingebracht und erschlossen.

3.

Der Religionsunterricht begleitet, indem er sich in der Pluralität der Sinngebungsmodelle mit der jüdisch-christlichen Tradition und evangelischem Glauben auseinander setzt, die Schüler und Schülerinnen in ihrer (religiösen) Entwicklung.

4.

Diese Auseinandersetzung führt alle im Lernprozess Beteiligten zu einem neuen, eigenverantwortlichen Umgang mit sich selbst, zu einer offenen Haltung der Umwelt gegenüber und zum Dialog mit Menschen, die anders sind als sie selbst.

– Die besondere Situation der unterschiedlichen Religionsunterrichtsgruppen (Groß-/Kleingruppen, Anzahl der Wochenstunden, mitunter jahrgangsübergreifend und schulübergreifend, Stadt/Land, Diasporasituation, regionale Besonderheiten);

– altersspezifische Veränderungen in den moralischen und religiösen kognitiven Strukturen;

– Verbindung von Wissen, Bedeutungslernen, identifikatorischem Lernen;

– Fragen von Dominanz-, Minderheiten- und Randgruppenkultur;

– interreligiöse und ökumenische Begegnung;

– Vielfalt der Methoden und Lernformen (zB narrative Kultur, Gespräch, Stille, offene Lernphasen, Projekte, Lehrausgänge, Feste).

Bei der Umsetzung des Kernbereiches ist in pädagogischer Eigenverantwortung zu berücksichtigen, ob der evangelische Religionsunterricht mit einer oder mit zwei Wochenstunden eingerichtet ist.

Lehrstoff:

Kernbereich:

1.

Klasse:

Schüler und Schülerinnen finden sich in einer neuen Umgebung mit unterschiedlichen Erwartungen vor: Sie üben, sich selbst und die anderen mit ihren Stärken und Schwächen wahrzunehmen, und erfahren sich und die anderen als von Gott angenommen. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. a.)

Die Schüler und Schülerinnen leben in verschiedenen Welten, in denen sie verschiedene Rollen einnehmen: Indem sie sich diese bewusst machen, lernen sie sich zu orientieren und die Welt in ihrer schöpferischen Vielfalt zu erkennen und bekommen so Mut, ihre Lebenswelten aktiv zu gestalten. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. b.)

Bei einem Neubeginn ist manches spannend, manches auch beängstigend: Anhand von biblischen und kirchengeschichtlichen Weggeschichten können Schüler und Schülerinnen erfahren, dass Gott treu ist und ihr Lebens- und Wegbegleiter sein möchte. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. c.)

Trennung und Verlust haben viele Schüler und Schülerinnen erfahren: Im Religionsunterricht ist Raum, Fragen zu stellen und zu thematisieren. Anhand von Beispielen aus Bibel und Kirchengeschichte wird gemeinsam danach gesucht, welche Möglichkeiten es gibt, mit Leiderfahrungen umzugehen. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. d.)

Die Schüler und Schülerinnen erfahren „Welt“ in ihren natürlichen Gegebenheiten und menschlichen Gestaltungen: Sie lernen Herausforderungen und Anforderungen der Weltgestaltung auf verschiedene Vorstellungen und Erzählungen von Anfang und Sinn der Welt zu beziehen und erkennen die dadurch gegebene Verantwortung gegenüber Umwelt und Mitmenschen. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. e.)

Von Gott wird mit vielen Namen und in unterschiedlichen Situationen gesprochen: Schüler und Schülerinnen spüren in Erzählungen und Situationen den Besonderheiten und Unterschieden in den jeweiligen Gottesbildern nach und fragen nach ihrem eigenen Gottesbild. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. f.)

Die Schüler und Schülerinnen kennen biblische Geschichten: Sie entdecken das Buch der Bücher in seiner Vielfalt und lernen mit ihm umzugehen. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. g.)

Schüler und Schülerinnen können und wollen das, was sie bewegt, nicht nur bewusst reflektieren: Sie erfahren ihren Glauben zB mit dem Singen von Liedern, mit Tänzen, mit Malen, mit Stilleübungen. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. g.)

Schüler und Schülerinnen haben unterschiedlichste Erfahrungen mit dem Beten: Sie formulieren eigene Gebete und begreifen das Vaterunser als Ausdruck biblischen Glaubens. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. g.)

Schüler und Schülerinnen erleben, dass sich manche auf Kosten anderer durchsetzen: Sie entwickeln Gruppenregeln und achten gemeinsam auf deren Einhaltung. Sie begreifen die Zehn Gebote als Regeln für ein gutes Zusammenleben. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. h.)

Schüler und Schülerinnen streiten immer wieder mit ihren Geschwistern oder Freunden und Freundinnen: Sie entdecken, dass es Gestalten der Bibel ähnlich erging und dass Streiten-Können wichtig ist und Versöhnung mit einschließt. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. h.)

2.

Klasse:

Die Schüler und Schülerinnen sehen, dass vor ihnen Menschen mit unterschiedlichen Problemen, Ängsten, Sorgen und Freuden lebten: Wie diese ihr Leben gestalteten und schwierige, auch ausweglose Situationen bewältigten, regt dazu an, weiterzudenken und Lösungen für eigene Probleme zu suchen. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. a.)

Die Welten, in denen Schüler und Schülerinnen sich bewegen, fordern unterschiedliches Engagement: Sie hinterfragen diese und können Mut und Einsatz von Mitläufertum unterscheiden. Am Beispiel Jesu und an Beispielen des Urchristentums, aber auch anhand von Lebensbildern aus Geschichte und Gegenwart werden sie zu mutigem und diakonischem Handeln angeregt. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. b.)

Schüler und Schülerinnen sind neugierig darauf, wie Menschen früher lebten: Sie lernen einzelne biblische Personen und Geschichten in ihrer Zeit und Umwelt zu sehen. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. c.)

Schüler und Schülerinnen leben in einer ständigen Auseinandersetzung zwischen Herrschen und Untergebensein: Sie erkennen anhand von biblischen Gestalten und Geschichten Strukturen der Macht und der Ohnmacht sowie deren Überwindung. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. c.)

Die Bedrohung des Lebens durch Schicksalsschläge und Katastrophen wird den Schülern und Schülerinnen – vor allem durch die Medien – erschreckend bewusst: Die Frage: „Warum lässt Gott das zu“ drängt sich auf und darf in aller Deutlichkeit besprochen werden. Biblische Klagepsalmen und eigene Gebete bieten eine Möglichkeit, die Gefühle auszudrücken und sich der eigenen Machtlosigkeit zu stellen. Geschichten des „Trotzdem“ ermutigen, auch ausweglose Situationen zu bewältigen. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. d.)

Schüler und Schülerinnen leben in einer Welt, die durch Medien, Werbung und Konsum geprägt ist: Sie lernen ihren eigenen Weg und ihre eigene Überzeugung zu finden und die vielfältigen Angebote auf ihren Gehalt zu prüfen. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. e.)

In Bildern und Symbolen zu sprechen ist Schülern und Schülerinnen aus Träumen, Märchen, Fantasy usw. vertraut: Auch von Gott wird in Bildern, Symbolen und Gleichnissen gesprochen. Die Schüler und Schülerinnen werden für diese symbolische und übertragene Sprache aufgeschlossen. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. f.)

Schüler und Schülerinnen erleben Feste und Feiern als Durchbrechen des Alltags: Sie begreifen christliche, jüdische, muslimische Feste als Ausdruck menschlicher Glaubenserfahrungen. Sie lernen, dass Feste nicht von selbst gelingen, sondern der Gestaltung bedürfen. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. g.)

Schüler und Schülerinnen treffen bei verschiedenen Gelegenheiten auf behinderte Menschen: Sie stellen sich der eigenen Unsicherheit im Umgang mit Behinderten und respektieren sie in ihrer Besonderheit. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. h.)

Die Schüler und Schülerinnen erleben sich und andere als Teil von Gruppen. Ihnen wird die verbindende Kraft von Gemeinschaften, die auf Grund von Gemeinsamkeiten entsteht, bewusst: Als Alternative zu der darin liegenden abgrenzenden und den anderen ausschließenden Tendenz lernen sie Integration und Dialog kennen. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. h.)

3.

Klasse:

Die Schüler und Schülerinnen sind es gewohnt, nach Leistung beurteilt zu werden und zu beurteilen: Sie bedenken Leistung und Arbeit, Gnade und Gerechtigkeit anhand von biblischen, (kirchen)geschichtlichen und heutigen Beispielen. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. a.)

Schüler und Schülerinnen übernehmen zunehmend mehr Eigenverantwortung: Sie üben Grenzen zu setzen und mit Nähe und Distanz umzugehen. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. b.)

Schüler und Schülerinnen sind in diesem Alter einem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt: Sie nehmen sich darin wahr und lernen sich zu verstehen. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. b.)

Die Schüler und Schülerinnen fragen nach eigener religiöser Identität: Erfahrungen mit dem Glauben in der eigenen Familie werden mit Erfahrungen anderer Menschen aus der (lokalen und regionalen) Kirchengeschichte in Verbindung gebracht. Die Schüler und Schülerinnen verstehen, wie die Evangelischen in Österreich zur Minderheit wurden und welche Bedeutung sie heute für die Gesellschaft haben. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. c.)

„Wozu bin ich gut?“ „Wozu bin ich da?“ „Welchen Sinn hat mein Leben?“ Diese Fragen stellen sich Schüler und Schülerinnen mit zunehmendem Interesse und Betroffenheit in dieser Altersstufe: Sie begreifen dieses Thema als ein genuin menschliches und überlegen – ua. anhand von Beispielen aus Bibel und Kirchengeschichte –, wie sie für sich Antworten finden. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. d.)

Die Schüler und Schülerinnen erfahren, dass das Zusammenleben von Menschen durch Gewalt und Krieg bedroht ist: Sie erkennen Ursachen und Wirkmechanismen und begreifen Modelle gewaltfreien Handelns als gangbare Wege der Konfliktlösung. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. e.)

Von Gott wird in verschiedenen Religionen gesprochen: Die Schüler und Schülerinnen lernen Gottesvorstellungen in verschiedenen Religionen kennen und begegnen ihnen mit Achtung und Toleranz. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. f.)

Schüler und Schülerinnen begegnen verschiedensten Sinnangeboten: Sie setzen sich mit diesen und mit christlichen Glaubensbekenntnissen auseinander und entwickeln ein eigenes Glaubensbekenntnis. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. g.)

Eine Vielfalt von Stilen und Epochen ist typisch für die Welt, die die Schüler und Schülerinnen umgibt: Sie verstehen Malerei und Architektur in ihrer religiösen Dimension. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. g.)

Schüler und Schülerinnen beobachten in ihrer eigenen Umgebung, wie Einzelne oder Gruppen zu Sündenböcken gemacht werden: Sie hinterfragen kritisch die eigenen und gesellschaftlichen Tendenzen, das Böse auf andere abzuwälzen und lernen, Feindbilder inhaltlich zu differenzieren. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. h.)

Schüler und Schülerinnen bemerken, dass sprachliche, nationale, kulturelle Unterschiede zu Problemen führen können: Sie erleben, wie das Miteinander verschiedener Menschen zu Chance und Bereicherung werden kann. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. h.)

4.

Klasse:

Schüler und Schülerinnen sind in dieser Altersstufe mit drängenden persönlichen Fragen konfrontiert: Wo liegen meine Begabungen und Fähigkeiten? Wie kann ich mit meinen (vermeintlichen) Schwächen und Besonderheiten umgehen lernen? Wie werden sich diese auf meinen weiteren Lebensweg auswirken? Diesen Fragen wird im Religionsunterricht Raum gegeben. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. a.)

Freundschaft, Partnerschaft und Sexualität spielen eine große Rolle: Schüler und Schülerinnen setzen sich mit traditionellen Rollenbildern und mit den unterschiedlichen Familien- und Partnerschaftsstrukturen, die sie erleben, auseinander. Sie überlegen, wie sie Freund- und Partnerschaften verantwortlich gestalten können. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. b.)

Schüler und Schülerinnen haben Sehnsucht nach Extremerfahrungen und Entgrenzung: Sie setzen sich mit Gewinn und Gefahren kritisch auseinander und überlegen, wie Alltag und Ausnahmesituationen aufeinander zu beziehen sind. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. c.)

Schüler und Schülerinnen empfinden es oft als selbstverständlich, dass ihr Leben gleichförmig weiterläuft: Dagegen stehen die Erfahrungen von Menschen, die Krisen durchlaufen haben, von Neuem ergriffen wurden und große Veränderungen durchlebten. Schüler und Schülerinnen begreifen, dass Lebenswege nicht notwendigerweise gerade verlaufen und dass Neuentdeckungen und Neuanfänge möglich sind. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. c.)

Schuldgefühle werden von Schülern und Schülerinnen teilweise sehr tief empfunden; andererseits beschuldigen sie vielfach andere, um sich selbst zu entschuldigen: Dass die Erfahrung schuldig zu werden, Schuld einzugestehen und Vergebung zu erleben ein Leben in Eigenverantwortung ermöglicht, entdecken Schüler und Schülerinnen anhand von ausgewählten biblischen und kirchengeschichtlichen Biografien. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. d.)

Die Schüler und Schülerinnen erleben Regeln und Ordnungen in verschiedenen sozialen Bereichen: An Beispielen erkennen sie die lebensförderlichen und lebenshemmenden Aspekte von Normen, lernen Geltungsansprüche kritisch zu hinterfragen und bedenken alternative Handlungsmodelle. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. e.)

Schüler und Schülerinnen spüren Ungerechtigkeiten in Wirtschaft und Politik: Sie lernen die Verkündigung der Propheten sowie die positive und kritische Dimension des Evangeliums im gesellschaftspolitischen Kontext kennen und reflektieren. Sie überlegen, welche Möglichkeiten Kirchen und andere Organisationen anbieten und welcher Spielraum ihnen selbst gegeben ist, Frieden, Solidarität und Gerechtigkeit zu leben. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. e.)

Die Rede von Gott ist umstritten: Die Schüler und Schülerinnen beziehen die christlichen Gottesvorstellungen auf verschiedene Wirklichkeitsverständnisse, machen ein eigenes Verständnis deutlich und können es vertreten. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. f.)

Musik hat für Schüler und Schülerinnen einen hohen Stellenwert: Sie begreifen Musik auch in ihrer religiösen Dimension. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. g.)

Die Schüler und Schülerinnen erleben in ihrer Umgebung unterschiedliche Formen von Religion, die Gefahren in sich bergen: Anhand von fundierter Information lernen sie sich hiermit kritisch auseinander zu setzen. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. g.)

Schüler und Schülerinnen erfahren sich in ihrem Evangelischsein als Minderheit: Sie begreifen andere Kirchen als ebenbürtige Teile der christlichen Ökumene und üben die respektvolle Begegnung. (Siehe Bildungs- und Lehraufgabe lit. h.)

Erweiterungsbereich:

Die Inhalte des Erweiterungsbereiches werden unter Berücksichtigung der Bildungs- und Lehraufgabe sowie der Didaktischen Grundsätze festgelegt (für die Hauptschulen siehe den Abschnitt „Kern- und Erweiterungsbereich“ im dritten Teil der Anlage 1 der Verordnung des Bundesministers für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten über die Lehrpläne der Hauptschulen, BGBl. II Nr. 134/2000; für die Unterstufe der allgemein bildenden höheren Schulen siehe den Abschnitt „Kern- und Erweiterungsbereich“ im dritten Teil der Anlage A der Verordnung des Bundesministers für Unterricht und Kunst über die Lehrpläne der allgemein bildenden höheren Schulen, BGBl. Nr. 88/1985, in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 133/2000).

klassenweise aufsteigendes Inkrafttreten (vgl. § 2 Z 2, BGBl. II Nr. 395/2019)

Anlage

Lehrplan für den evangelischen Religionsunterricht in der Mittelschule, Sonderschule (ab der 5. Schulstufe) und der Unterstufe der allgemeinbildenden höheren Schule

Bildungs- und Lehraufgabe

Der evangelische Religionsunterricht hat Teil am allgemeinen Bildungsziel der Schule (§ 2 des Schulorganisationsgesetzes, BGBl. I Nr. 242/1962) und leistet einen grundlegenden Beitrag zur religiös-ethisch-philosophischen Bildungsdimension der Schule, indem er die Schülerinnen und Schüler in ihrer Suche nach Sinn unterstützt. Neben der Entwicklung von Selbst- und Sozialkompetenz, emotionaler und methodischer Kompetenz, sowie dem Erwerb von Kenntnissen, kann der Religionsunterricht insbesondere Orientierungen zur Lebensgestaltung und Hilfen zur Bewältigung von Alltags- und Grenzsituationen im privaten und schulischen Leben anbieten.

Der evangelische Religionsunterricht an der Schule ist doppelt begründet: Einerseits im Verkündigungs- und Bildungsauftrag der Kirche, andererseits im Erziehungs- und Bildungsauftrag der öffentlichen Schule. Er nimmt als eigenes Fach die religiöse und ethische Dimension des umfassenden Bildungsauftrages der Schule wahr. Er bietet den Schüler*innen eine Begegnung mit der biblischen Verkündigung, wie sie in der Heiligen Schrift und in den Bekenntnissen bezeugt wird, sowie eine Begegnung mit dem Bildungsauftrag der Gesellschaft in einem gegenseitigen Dialog. In der Auseinandersetzung mit religiösen und ethischen Themen lernen sie Möglichkeiten der persönlichen Orientierung und Sinnfindung kennen, erproben ihre Fähigkeit zu Verständigung und Toleranz und üben sich in Solidarität.

Der evangelische Religionsunterricht ermöglicht Schülerinnen und Schülern sich selbst und andere als Geschöpfe Gottes mit individuellen Stärken und Schwächen wahrzunehmen. Er bestärkt sie im Sinne der Inklusion, sich und andere anzunehmen und im Blick auf gemeinsame Aufgaben Verantwortung für sich und die Gemeinschaft zu übernehmen. Er unterstützt die Heranwachsenden dabei, den Glauben als Möglichkeit zu entdecken, die Wirklichkeit zu deuten, ihr Leben zu gestalten und religiöse Sprach- und Gestaltungsfähigkeit zu entwickeln. Er fördert die Rückbesinnung auf die eigenen religiösen und kulturellen Wurzeln und eröffnet Räume des interreligiösen und interkulturellen Lernens. Er beteiligt sich an der Gestaltung der Schule als Lebens- und Erfahrungsraum, insbesondere durch die Mitgestaltung von Festen, Feiern und Gottesdiensten.

Kompetenzmodell

Der evangelische Religionsunterricht unterstützt den Erwerb von prozessorientierten Kompetenzen in folgenden Kompetenzbereichen:

– Wahrnehmen und beschreiben (Perzeption)

– Verstehen und deuten (Kognition)

– Gestalten und handeln (Performanz)

– Kommunizieren und (be)urteilen (Interaktion)

– Teilhaben und entscheiden (Partizipation)

Dabei greift der evangelische Religionsunterricht auf folgende inhaltsbezogene Kompetenzdimensionen von Religion zurück:

– Menschen und ihre Lebensorientierung

– Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

– Religion in Gesellschaft und Kultur

– Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

Grundkompetenzen

Der evangelische Religionsunterricht will Schülerinnen und Schüler zu folgende Kompetenzen führen:

– Sich selbst und das eigene Lebensumfeld offen und differenziert wahrnehmen

– Beziehungen achtsam und wertschätzend gestalten

– Grundlagen und Grundformen evangelischen Glaubens verstehen

– Ausdrucksformen des Glaubens kennen, reflektieren, gestalten

– Inhalte und Deutungsmuster eigener und anderer Konfessionen/Religionen/Weltanschauungen kennen und respektvoll kommunizieren sowie Zweifel und Kritik artikulieren

– Herausforderungen unserer Welt wahrnehmen, auf Grund des evangelischen Glaubens Stellung beziehen und ethisch verantwortlich handeln

Didaktische Grundsätze

1.

Die Lebenswelten und Lebenserfahrungen der Schülerinnen und Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer stehen im Mittelpunkt. Sie sind Ausgangspunkt und Ziel zugleich.

2.

Der Religionsunterricht nimmt das unterschiedliche Ausmaß kirchlicher Sozialisation bzw. religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und wendet sich an alle Schülerinnen und Schüler, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.

3.

Diese Auseinandersetzung führt alle im Lernprozess Beteiligten zu einem neuen, eigenverantwortlichen Umgang mit sich selbst, zu einer offenen Haltung der Umwelt gegenüber und zum Dialog mit Menschen, die anders sind als sie selbst.

4.

Die Lehrerinnen und Lehrer im Unterrichtsgegenstand Evangelische Religion bieten vielfältige, schulartspezifische, individualisierte, subjektbezogene Lernformen. Die didaktisch-methodischen Entscheidungen der Lehrinnen und Lehrer werden in theologischer Verantwortung, die einerseits der Bibel und den Bekenntnisschriften und andererseits einer ökumenischen bzw. interreligiösen Dialogfähigkeit verpflichtet sind, und unter Berücksichtigung der fachspezifischen Besonderheiten (Groß-/Kleingruppen, Anzahl der Wochenstunden, oftmals jahrgangs- und schulübergreifend, Stadt/Land, Diasporasituation, regionale Besonderheiten) getroffen. Blockungen von Unterrichtsstunden zu größeren Einheiten können unter bestimmten organisatorischen und pädagogischen Bedingungen sinnvoll sein.

Zentrales fachliches Konzept

Der evangelische Religionsunterricht leistet einen grundlegenden Beitrag zur religiös-ethisch-philosophischen Bildungsdimension der Schule, indem er die Schülerinnen und Schüler in ihrer Suche nach Sinn begleitet, Kommunikation einübt, die Stellung des Menschen in der Gesellschaft kritisch wahrnimmt, ein förderliches Verhältnis zu Natur und Technik herstellt und Kreativität ganzheitlich Raum gibt. Er nimmt Schülerinnen und Schüler in ihrer Einzigartigkeit wahr und öffnet einen Raum für existenzielle Fragen und ihre spirituellen Dimensionen. Neben der Entwicklung von Selbst-, Sozial-, emotionaler und methodischer Kompetenz bietet er insbesondere Orientierung, die in christliche Tradition und das reformatorische Erbe eingebettet ist, sowie Hilfe zur Lebensgestaltung und zur Bewältigung von Alltags- und Grenzsituationen. Er fördert eine Kultur des Fragens und der kritischen Auseinandersetzung sowie des Miteinanders und der Solidarität.

Der evangelische Religionsunterricht begleitet den altersspezifischen Entwicklungsprozess der Schülerinnen und Schüler von Einstellungen und Verhaltensweisen zu religiösen und ethischen Themen. Dabei wird angestrebt, aus dem vermittelten Wissen eine grundlegende Bedeutung für den Einzelnen und sein Wirken in der Gesellschaft zu erreichen.

Kompetenzbeschreibungen pro Schulstufe

Es gelten die sechs Grundkompetenzen für alle Schulstufen.

Anwendungsbereich

Für jede Schulstufe umfasst der Lehrplan zwei Lernschwerpunkte, die sich jeweils in mehrere Kernbereiche untergliedern. Es ist verbindlich, in der jeweiligen Schulstufe zwei Kernbereiche aus beiden Lernschwerpunkten zu unterrichten. Je nach Maßgabe der Stundenanzahl und der Gruppensituation werden weitere Kernbereiche aus beiden Lernschwerpunkten behandelt.

Jeder Kernbereich umfasst mehrere mögliche Themenfelder, die der Unterrichtsgruppe zur Auswahl stehen, aber auch ergänzt werden können. Es wird von der jeweiligen Situation einer Unterrichtsgruppe abhängen, welches Themenfeld sich für deren Lernstand anbietet.

In der praktischen Umsetzung soll die Differenziertheit der Unterrichtssituation wahr- und ernstgenommen werden, wodurch sich unterschiedliche Schwerpunktsetzungen ergeben können.

Für alle Kompetenz- und Inhaltsformulierungen des Lehrplanes gilt folgendes Prinzip: Die Aufstellung beschreibt keine Reihenfolge der einzelnen Elemente, sondern fordert deren Verschränkung. Die Inhalte sind den Grundkompetenzen zuzuordnen.

Für die 9. Schulstufe der Sonderschule für Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf und im Berufsvorbereitungsjahrgang der Sonderschule gilt:

Die Anwendungsbereiche bestehen in einer Vertiefung von Inhalten aus den vorangegangenen Semestern. Diese werden von der Lehrkraft unter Berücksichtigung der Interessen der Schülerinnen und Schüler und unter Bedachtnahme auf die konkrete Unterrichtssituation sowie den Schulschwerpunkt am Beginn des 1. Semesters festgelegt und bekanntgemacht.

Lehrstoff

1.

Klasse: „Gott und Mensch“

Lernschwerpunkt: Ich – Du – Wir

Kernbereich 1

– Einmalig und von Gott geliebt

– Ankommen in der neuen Schule/Klasse

– (Geschlechter-)Rollen, Familie, Freizeit

– Kinderrechte

Kernbereich 2

– Mein religiöser Hintergrund – religiöse Identität

– Die Frage nach Gott

– Evangelisch – Katholisch

– Taufe

– Weggeschichten: Menschen erfahren, dass Gott begleitet

Kernbereich 3

– Leben in einer Gruppe

– Alltag leben und Feste feiern

– Christliche Lebensgestaltung: Rituale, Gebet, Spiritualität, Brauchtum

– Musik und Lieder

Lernschwerpunkt: Gott erfahren

Kernbereich 1

– Gotteserfahrungen und Gottesbilder/Menschenbilder

– Entstehung und Aufbau der Bibel: Sprachen, Überlieferungsprozess, Kanon

– Bibel lesen und verstehen: Sprachen, Übersetzungen, Auslegungen

Kernbereich 2

– Gott und sein Volk Israel: Mose-Geschichten

– Jesus – die Nähe Gottes: Weihnachten, Ostern

– Die Freiheit gestalten: Zehn Gebote

Kernbereich 3

– Gottes wunderbare Schöpfung

– Bildhafte Sprache der Schöpfungstexte: Schöpfungsgeschichten und Schöpfungsmythen

– Die Menschen in der Schöpfung: Gottebenbildlichkeit

– Umgang mit der Schöpfung, Klimagerechtigkeit

2.

Klasse: „Jesus und Kirche“

Lernschwerpunkt: Jesus

Kernbereich 1

– Zeit und Umwelt Jesu: jüdischer Glaube, religiöse Gruppen

– Jesus der Mensch, der Gottessohn und der Messias

– Jesusgeschichten: Bergpredigt, Seligpreisungen, Jesus und die Ausgestoßenen

– Jesus fordert heraus: Reich-Gottes-Gleichnisse, Streitgespräche, Wundergeschichten

Kernbereich 2

– Tod und Auferstehung

– Das Abendmahl

– Unsere Glaubensbekenntnisse: Entstehung und Bedeutung

– Symbole als Sprache der Religion

Lernschwerpunkt: Christsein in der Welt

Kernbereich 1

– Anfänge des Christentums: Pfingsten, der Apostel Paulus

– Christenverfolgungen damals und heute

– Kirche und Staat

Kernbereich 2

– Mut haben, anders zu leben: Franz von Assisi, Mönchtum

– Christliche Spiritualität: Evang. Liedtradition, Konfirmationszeit, Taizé

Kernbereich 3

– Menschen für Menschen: Diakonie: Geschichte und Gegenwart

– Christ werden: Mission: Geschichte, Konzepte, Projekte

– Entwicklungszusammenarbeit: global denken – lokal handeln

3.

Klasse: „Identität und Begegnung“

Lernschwerpunkt: Evangelisch-Sein

Kernbereich 1

– Die Reformation: Rechtfertigung, Luther, Zwingli, Calvin

– Evangelische Vielfalt in Österreich: Lutheraner, Reformierte, Methodisten

Kernbereich 2

– Evangelisch in Österreich in Geschichte und Gegenwart

– Evangelisch und Katholisch

Kernbereich 3

– Evangelische Bibelverständnisse

– Evangelische Identität: religiöser Stammbaum, lokale Kirchengeschichte, meine Pfarrgemeinde

Lernschwerpunkt: Kirchen und Religionsgemeinschaften

Kernbereich 1

– Andere christliche Kirchen: Orthodoxe Kirchen, Altkatholiken, Freikirchen

– Geschichte der Ökumene, ökumenisch lernen und handeln

– Dialog der Konfessionen: Miteinander reden, miteinander leben und feiern

Kernbereich 2

– Grundzüge des Judentums

– Grundzüge des Islam

– Dialog der Religionen: Miteinander reden, miteinander leben und feiern

Kernbereich 3

– Grundzüge des Hinduismus

– Grundzüge des Buddhismus

4.

Klasse: „Freiheit und Verantwortung“

Lernschwerpunkt: Freiheit gestalten

Kernbereich 1

– Persönlichkeitsentwicklung: Stärken und Schwächen – Träume und Ziele

– Berufsorientierung: Leistung und Versagen

– Freundschaft, Liebe, Partnerschaft, Sexualität (LGBTQ)

– Orientierung an anderen: Idole, Peergroup, Werbung, Medien

Kernbereich 2

– Zehn Gebote, Doppelgebot der Liebe

– Christliche Werte leben: konkrete Lebensgestaltung

– Verantwortung für die Welt

– Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit und Frieden: Die Propheten, Bergpredigt, M.L. King, M. Gandhi

Kernbereich 3

– Auf der Suche nach Gott, Zweifel an Gott

– Gottesvorstellungen der Menschen

– Grenzüberschreitungen: „Sündenfall“, Turmbau zu Babel

– Schuld und Vergebung

– Umgang mit Leid und Tod: Theodizee-Frage

Lernschwerpunkt: Ambivalenz von Religion

Kernbereich 1

– Die Versprechen neuer Weltdeutungen

– Destruktive Formen von Religion

Kernbereich 2

– Kreuzzüge, Hexenverfolgung, Antisemitismus

– Evangelische Kirche und Nationalsozialismus

Kernbereich 3

– Glaube und Wissenschaft

– Religiöser Fundamentalismus

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