Änderungshistorie
Bundesgesetz vom 17. Dezember 2004 über Voraussetzungen und Verfahren bei Sterilisationen (Sterilisationsgesetz)
3 Versionen
· 2004-12-17
2007-01-01
2005-07-01
Änderungen vom 2005-07-01
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# Bundesgesetz vom 17. Dezember 2004 über Voraussetzungen und Verfahren bei Sterilisationen (Sterilisationsgesetz)
Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,
<sup>1</sup> , gestützt auf Artikel 122 der Bundesverfassung nach Einsicht in den Bericht der Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates
gestützt auf Artikel 122 der Bundesverfassung[^1],
nach Einsicht in den Bericht der Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates vom 23. Juni 2003[^2]
und in die Stellungnahme des Bundesrates vom 3. September 2003[^3],
<sup>2</sup> vom 23. Juni 2003
beschliesst:
<sup>3</sup> und in die Stellungnahme des Bundesrates vom 3. September 2003 , beschliesst:
#### 1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen
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<sup>2</sup> Wer den Eingriff durchführt, muss in der Krankengeschichte festhalten, auf Grund welcher Feststellungen er auf die Urteilsfähigkeit der betroffenen Person geschlossen hat.
##### **Art. 6** Sterilisation von Personen unter umfassender Beistandschaft[^4]
##### **Art. 6** Sterilisation Entmündigter
<sup>1</sup> Die Sterilisation einer über 18-jährigen, urteilsfähigen Person unter umfassender Beistandschaft darf nur vorgenommen werden, wenn diese über den Eingriff umfassend informiert worden ist und diesem frei und schriftlich zugestimmt hat.[^5] Zudem muss die Zustimmung des gesetzlichen Vertreters vorliegen.
<sup>1</sup> Die Sterilisation einer über 18-jährigen, urteilsfähigen und entmündigten Person darf nur vorgenommen werden, wenn diese über den Eingriff umfassend informiert worden ist und diesem frei und schriftlich zugestimmt hat. Zudem muss die Zustimmung des gesetzlichen Vertreters vorliegen.
<sup>2</sup> Wer den Eingriff durchführt, muss:
- a. in der Krankengeschichte festhalten, auf Grund welcher Feststellungen er auf die Urteilsfähigkeit der betroffenen Person geschlossen hat; und
- b. vor der Sterilisation die Zustimmung der Erwachsenenschutzbehörde[^6] einholen.
- b. vor der Sterilisation die Zustimmung der vormundschaftlichen Aufsichtsbehörde einholen.
<sup>3</sup> Die Erwachsenenschutzbehörde holt eine ärztliche Zweitmeinung ein. Nötigenfalls ordnet sie ein psychiatrisches Gutachten über die Urteilsfähigkeit der betroffenen Person an und erteilt gegebenenfalls ihre Zustimmung zum Eingriff.
<sup>3</sup> Die vormundschaftliche Aufsichtsbehörde holt eine ärztliche Zweitmeinung ein. Nötigenfalls ordnet sie ein psychiatrisches Gutachten über die Urteilsfähigkeit der betroffenen Person an und erteilt gegebenenfalls ihre Zustimmung zum Eingriff.
##### **Art. 7** Sterilisation dauernd Urteilsunfähiger
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- f. die Operationsmethode mit der grössten Refertilisierungsaussicht gewählt wird; und
- g. die Erwachsenenschutzbehörde nach Artikel 8 zugestimmt hat.
- g. die vormundschaftliche Aufsichtsbehörde nach Artikel 8 zugestimmt hat.
##### **Art. 8** Zustimmung der Erwachsenenschutzbehörde[^7]
##### **Art. 8** Zustimmung der vormundschaftlichen Aufsichtsbehörde
<sup>1</sup> Die Erwachsenenschutzbehörde prüft auf Antrag der betroffenen oder einer ihr nahestehenden Person, ob die Voraussetzungen der Sterilisation erfüllt sind.[^8]
zur Sterilisation dauernd Urteilsunfähiger
<sup>1</sup> Die vormundschaftliche Aufsichtsbehörde prüft auf Antrag der betroffenen Person, einer ihr nahe stehenden Person, ihres Vormunds oder der Vormundschaftsbehörde, ob die Voraussetzungen der Sterilisation erfüllt sind.
<sup>2</sup> Vor ihrem Entscheid ergreift sie folgende Massnahmen:
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- c. Sie holt über die Urteilsunfähigkeit der betroffenen Person und die Dauer dieses Zustands ein Gutachten einer Fachärztin oder eines Facharztes für Psychiatrie ein.
##### **Art. 9**[^9] Gerichtliche Beurteilung des Entscheids
der Erwachsenenschutzbehörde
##### **Art. 9** Gerichtliche Beurteilung des Entscheids der vormundschaftlichen
Die betroffene oder eine ihr nahestehende Person kann den Entscheid der Erwachsenenschutzbehörde innerhalb von 30 Tagen nach seiner Eröffnung bei der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anfechten.
Aufsichtsbehörde Die betroffene Person, eine ihr nahe stehende Person oder ihr Vormund kann den Entscheid der vormundschaftlichen Aufsichtsbehörde innerhalb von 30 Tagen nach seiner Eröffnung beim zuständigen kantonalen Gericht anfechten. Der Entscheid unterliegt der Zivilrechtspflege nach den Artikeln 43 ff. des Bundesrechtspflege-
<sup>4</sup> gesetzes vom 16. Dezember 1943 .
##### **Art. 10** Berichterstattung
<sup>1</sup> Wer einen Eingriff nach Artikel 2 Absatz 2 an einer urteilsunfähigen Person vorgenommen hat, meldet diesen innerhalb von zehn Tagen der Erwachsenenschutzbehörde.
<sup>1</sup> Wer einen Eingriff nach Artikel 2 Absatz 2 an einer urteilsunfähigen Person vorgenommen hat, meldet diesen innerhalb von zehn Tagen der vormundschaftlichen Aufsichtsbehörde.
<sup>2</sup> Wer eine Person, die unter umfassender Beistandschaft steht oder dauernd urteilsunfähig ist, sterilisiert hat, meldet den Eingriff innerhalb von 30 Tagen dem für das Gesundheitswesen zuständigen Departement des Kantons oder der von diesem bezeichneten Stelle.[^10]
<sup>2</sup> Wer eine entmündigte oder eine dauernd urteilsunfähige Person sterilisiert hat, meldet den Eingriff innerhalb von 30 Tagen dem für das Gesundheitswesen zuständigen Departement des Kantons oder der von diesem bezeichneten Stelle.
<sup>3</sup> Die Meldung darf keine Angaben enthalten, die auf bestimmte Personen schliessen lassen.
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<sup>2</sup> Der Bundesrat bestimmt das Inkrafttreten.
Datum des Inkrafttretens: 1. Juli 2005[^11]
###### Fussnoten
[^1]: [SR **101**](https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1999/404)
[^1]: SR 101
[^2]: [BBl **2003 **6311](https://fedlex.data.admin.ch/eli/fga/2003/1025)
[^2]: BBl 2003 6311
[^3]: [BBl **2003 **6355](https://fedlex.data.admin.ch/eli/fga/2003/1028)
[^3]: BBl 2003 6355
[^4]: Fassung gemäss Anhang Ziff. 6 des BG vom 19. Dez. 2008 (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 ([AS **2011** 725](https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2011/114); [BBl **2006 **7001](https://fedlex.data.admin.ch/eli/fga/2006/899)).
[^4]: SR 173.110
[^5]: Fassung gemäss Anhang Ziff. 6 des BG vom 19. Dez. 2008 (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 ([AS **2011** 725](https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2011/114); [BBl **2006 **7001](https://fedlex.data.admin.ch/eli/fga/2006/899)).
[^5]: Datum des Inkrafttretens: 1. Juli 2005
[^6]: Ausdruck gemäss Anhang Ziff. 6 des BG vom 19. Dez. 2008 (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 ([AS **2011** 725](https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2011/114); [BBl **2006 **7001](https://fedlex.data.admin.ch/eli/fga/2006/899)). Diese Änd. wurde im ganzen Erlass berücksichtigt.
[^7]: Fassung gemäss Anhang Ziff. 6 des BG vom 19. Dez. 2008 (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 ([AS **2011** 725](https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2011/114); [BBl **2006 **7001](https://fedlex.data.admin.ch/eli/fga/2006/899)).
[^8]: Fassung gemäss Anhang Ziff. 6 des BG vom 19. Dez. 2008 (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 ([AS **2011** 725](https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2011/114); [BBl **2006 **7001](https://fedlex.data.admin.ch/eli/fga/2006/899)).
[^9]: Fassung gemäss Anhang Ziff. 6 des BG vom 19. Dez. 2008 (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 ([AS **2011** 725](https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2011/114); [BBl **2006 **7001](https://fedlex.data.admin.ch/eli/fga/2006/899)).
[^10]: Fassung gemäss Anhang Ziff. 6 des BG vom 19. Dez. 2008 (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 ([AS **2011** 725](https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2011/114); [BBl **2006 **7001](https://fedlex.data.admin.ch/eli/fga/2006/899)).
[^11]: Präsidialentscheid vom 9. Juni 2005
[^5]: Präsidialentscheid vom 9. Juni 2005 (AS 2005 2502).
2004-12-17
Originalfassung
Text zu diesem Datum