Verordnung der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur über die Lehrpläne der Meisterschulen, der Werkmeisterschulen (einschließlich der Berufstätigenformen) und der Bauhandwerkerschulen
Fachspezifisches Bildungsziel und Qualifikationsprofil:
Ziel der Ausbildung:
Die Meisterschule für Müller, Bäcker und Konditoren ist schwerpunktmäßig auf die Erweiterung der Berufsausbildung ausgerichtet, und zwar sowohl in der Fachdisziplin als auch hinsichtlich Unternehmens- und Mitarbeiterführung. Die Absolventinnen und Absolventen sind durch Praxis und Ausbildung besonders befähigt, Aufgaben in der Auswahl, Arbeitsplanung und Herstellung von Getreideprodukten sowie von Bäcker- und Konditorenprodukten zu übernehmen. Kernbereiche der technischen Ausbildung sind facheinschlägige Technologie, Ernährungslehre, Lebensmitteltechnologie sowie Produktion und Betriebstechnik. Die Ausbildung verfolgt primär das Ziel,
- die für den Beruf erforderliche Anwendungssicherheit durch praktische Arbeiten in Produktplanung und handwerklicher Ausführung sowie durch praxisbezogene Projektarbeiten zu erreichen,
- ein ausreichendes Verständnis über die verwendeten Rohstoffe, die fachspezifischen Fertigungsprozesse und Gerätschaften durch begleitenden Theorieunterricht sicher zu stellen,
- eine angemessene Ergänzung der Allgemeinbildung und eine betriebswirtschaftliche Grundausbildung zu vermitteln.
Fachliche Kernkompetenzen:
Die Absolventinnen und Absolventen der Meisterschule für Müller,
Bäcker und Konditoren verfügen über folgende technische Kompetenzen:
- die manuelle und maschinelle Bearbeitung von Rohstoffen des Fachgebietes,
- die manuelle und maschinelle Herstellung von Erzeugnissen im jeweiligen Fachgebiet,
- Planung und Gestaltung von kreativen Produkten entsprechend den neuen Trends im Fachgebiet,
- die Bedienung und Wartung einschlägiger Fertigungsmaschinen und Geräte,
- die Vorbereitung, Erfassung, Planung und Dokumentation von Arbeitsabläufen unter Berücksichtigung von Vorgaben der Betriebsführung, Qualitätssicherung, Arbeitssicherheit und einschlägiger Normung,
- die zweckmäßige Verwendung aktueller Hard- und Software.
Fachübergreifende Kernkompetenzen:
Im Bereiche der persönlichen und sozialen Kompetenzen sind die Absolventinnen und Absolventen der Meisterschule für Müller, Bäcker und Konditoren insbesondere befähigt,
- praktische Aufgaben genau und systematisch nach technischen Vorgaben norm- und gesetzeskonform auszuführen,
- Arbeitsaufträge sowohl eigenständig, als auch im Team mit anderen Fachleuten zu erledigen,
- sich in den relevanten Bereichen selbstständig weiterzubilden,
- mit Kunden und Lieferanten zu kommunizieren sowie relevante Dokumentationen zu verfassen.
Tätigkeitsfelder:
Die Einsatzgebiete der Absolventinnen und Absolventen liegen in den Bereichen der Kreation, Kalkulation und Herstellung von Müller-, Bäcker- und Konditorenprodukten. Dabei stehen eigenständige Tätigkeiten in der Beratung, Planung, Arbeitsvorbereitung, Durchführung und Qualitätssicherung im Vordergrund.
Auch die Dokumentation von planenden und ausführenden Tätigkeiten mittels einschlägiger Software, die Auswahl, Wartung und Instandhaltung von Betriebseinrichtungen, die Beurteilung und Analyse von Produkten sowie das betriebliche Ausbildungswesen (im Besonderen auch Ausbildung von Lehrlingen) zählen zu den typischen Aufgaben der Absolventinnen und Absolventen. Die Anwendung einschlägiger Normen und Vorschriften über Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sind Bestandteil aller Tätigkeiten.
III. SCHULAUTONOME LEHRPLANBESTIMMUNGEN
Siehe Anlage A.
IV. DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE
Siehe Anlage A.
V. LEHRPLÄNE FÜR DEN RELIGIONSUNTERRICHT
Siehe Anlage A.
VI. BILDUNGS- UND LEHRAUFGABE DER UNTERRICHTSGEGENSTÄNDE;
AUFTEILUNG DES LEHRSTOFFES
A. Pflichtgegenstände
„Wirtschaft und Recht“, „Mitarbeiterführung und – ausbildung“, „Angewandte Informatik“, „Betriebstechnik“:
Siehe Anlage A.
TECHNOLOGIE
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden sollen
- die fachspezifischen Rohstoffe und Endprodukte kennen und bewerten können;
- das Basiswissen, insbesondere der organischen Chemie, erwerben, um Rohstoffeinkäufe durchführen, Produktspezifikationen erstellen sowie Führungsarten und Behandlungsverfahren auswählen zu können;
- die bei der Rohstoff- und Endproduktlagerung, der Umwandlung von Rohstoffen in Fertigwaren (Brot, Gebäck und Backwaren) und die beim Verkauf wesentlichen Vorgänge kennen und beurteilen können;
- die Bestimmungen des österreichischen Lebensmittelkodex für Mahl- und Schälprodukte und Backwaren kennen und beachten;
- die für die Berufspraxis notwendige allgemeine und fachspezifische Rechensicherheit besitzen sowie die Grundlagen der Fach- und Wirtschaftsberechnungen beherrschen.
Lehrstoff:
Anorganische Chemie:
Verbindungen und Elemente, Periodensystem, Atome und Moleküle; Konzentrationsangaben für Lösungen; Basen, Säuren, Salze; pH-Wert.
Organische Chemie:
Kohlenwasserstoffe (homologe Reihe), Carbonsäuren; azyklische Stickstoffverbindungen; Kohlenhydrate; Fette; Vitamine, Enzyme.
Konservierung:
Haltbarmachung von Lebensmitteln (chemische und physikalische Methoden), Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden, Einsatzmöglichkeiten.
Mehl:
Wirkung der Inhaltsstoffe.
Salz:
Bedeutung, Handelssorten, Wirkung.
Wasser:
Qualität, Wirkung.
Früchte, Gewürze, Aromen und Essenzen:
Systematik und Arten; Wirkung; Handhabung und Lagerung.
Convenienceprodukte:
Kritische Betrachtung, Arten, Einsatzmöglichkeiten; Wirkung auf den Teig; erzielbare Ergebnisse.
Nahrungsmittel:
Zusammensetzung, Eigenschaften, Einsatz und Verhalten von Produktkomponenten wie Milch und Milchprodukte, Eiprodukte, Speisefette, Pflanzenöle (Gewinnung, Raffination, Härten, Margarine, Siedefette, Kakaobutter, Trennfette), Zucker, Zuckeraustauschstoffe, Süßstoffe und Honig; Gelier- und Bindemittel; Farbstoffe.
Wirtschaftsrechnen:
Schlussrechnungen, Prozentrechnungen, Zinsrechnungen, Amortisationsrechnung, Personalverrechnung mit fachspezifischen Zuschlägen.
Fachrechnen:
Einwäg-, Gär- und Backverluste, Teig- und Stückausbeute, Flächenbelegungspläne, Berechnungen zur Auslegung von Geräten, Zeitermittlung, Zeitrichtwertekatalog, Auslegung von Kühl- bzw. Tiefkühlanlagen.
ERNÄHRUNGSLEHRE
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden sollen
- die für die Fachdisziplin relevanten anatomischen und physiologischen und biochemischen Grundlegen kennen;
- Konsumenten kompetent und umfassend beraten können.
Lehrstoff:
Menschlicher Körper:
Physiologie von Mund, Speiseröhre, Magen und Darm,
Bauchspeicheldrüse, Leber.
Energiebedarf:
Grund-, Arbeits-, Freizeit-, Gesamtumsatz.
Nährstoffbedarf:
Ernährungsempfehlungen, Kontrolle der Nährstoffverteilung durch Erstellung eines Kostplanes; Ernährungsformen (Mischkost, Vollwertkost, Trennkost, Veganer, Ovo-Lactovegetarier).
Inhaltsstoffe der Nahrung:
Kohlenhydrate, Eiweiß, Fette, Wasser, Vitamine, Hormone, Enzyme, Mineralstoffe, Rückstände.
Diätetische Aspekte:
Diverse Austauschstoffe, Diätformen; Ernährung bei Zöliakie, Diabetes, Hyperlipidämie, Hypercholesterinämie, purinarme Kost, natriumarme Kost; Nährwertberechnung.
WERKSTÄTTENLABORATORIUM
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden sollen
- die für die Praxis des Fachgebietes relevanten, technischen, analytischen und chemischtechnologischen Aufgaben lösen und protokollieren können;
- die verwendeten Rohstoffe und erzeugten Produkte in qualitativer Hinsicht beurteilen und Maßnahmen für die Erzeugung von Mahl- und Schälprodukten sowie Backwaren ableiten können;
- Qualitätsstandards festlegen und deren Einhaltung überwachen und gewährleisten können.
Lehrstoff:
Laboratoriumstechnik:
Gefahrenquellen und Sicherheitsmaßnahmen, Umgang mit Chemikalien, Handhabung von Laboratoriumsgeräten, Planung und Einrichtung von Betriebslaboratorien.
Sensorik:
Fühlen, Sehen, Riechen, Schmecken.
Analytik:
Wiegen, Stofftrennen, einfache qualitative und quantitative Untersuchungen.
Rheologie:
Biochemisch – technische Untersuchungen an Kohlenhydraten und Proteinen des Getreides bzw. der Getreideprodukte, einschließlich Beurteilung und Interpretation der Ergebnisse.
Praxisbezogene Untersuchungen:
Backversuche.
Alternativer Pflichtgegenstandsbereich
9a. LEBENSMITTELTECHNOLOGIE FÜR BÄCKER
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden sollen
- die bei der Herstellung von Backwaren ablaufenden Prozesse und dazugehörige Grundlagen kennen;
- das für die Backwarenherstellung notwendige Grundwissen über die Herstellung, Verarbeitung und Zusammensetzung der Rohstoffe besitzen;
- die hygienischen Voraussetzungen bei der Verwendung von Lebensmitteln und deren Verkauf kennen.
Lehrstoff:
Getreide:
Getreidearten, Bedeutung, Botanik, Züchtung und Gentechnik, Aufbau
des Getreidekorns (Morphologie, Inhaltsstoffe).
Untersuchung und Beurteilung von Roh- und Hilfsstoffen:
Untersuchungsmethoden, Interpretation und Bedeutung von Protein und Stärke für Backwaren (Protein, Feuchtkleber, Sedimentationswert, Amylogramm, Fallzahl); Untersuchungsmethoden, Aussage, Auswertung, Beurteilung, Kennzahlen für Verarbeitungsmehle (Farinogramm, Extensogramm, Maturagramm, Ofenbetrieb), Maßnahmen zur Qualitätsbeeinflussung, Produktspezifikationen.
Teig:
Definition, Teigbildung, Teigführung (direkte und indirekte);
Teiglockerung (biologisch, chemisch, physikalisch); Teigbereitung (Knetsysteme, Knetung – Einfluss, Dauer); Teigausbeuten;
Teigtemperaturen; Teigreife; Teigverarbeitung; Portionieren;
Formbarkeit; Sauerteig (Mikrobiologie, Berechnung, Führungsarten);
Vorteige und Führungsarten; Hefe; Backmittel (Inhaltsstoffe und deren Wirkung), Salz und Wirkung auf den Teig; Quellverfahren;
Backprozess:
Aufgabe, Zielsetzung; Voraussetzungen; Ofenbetrieb; Bildung von Kruste und Krume (Chemismus der Maillard Reaktion), Vorbereitung der Teigstücke; Ausfertigung von Backwaren; Vorgänge (Ofenbetrieb, Retrogradation der Stärke und Faktoren zur Beeinflussung, Brotfehler und ihre Ursachen).
Kältetechnik:
Verfahren – Gärverzögerung, Gärunterbrechung, PATT-Verfahren; Haltbarmachung und Lagerung von Teiglingen und Backwaren; Vor- und Nachteile der Kältebehandlung bei Teiglingen sowie bei teilweise gebackenen und fertig gebackenen Produkten.
Brotsorten:
„Normalbrot“ (Standardsortiment), Kleingebäck, Spezialbrote, Feingebäck (Hefemürbteig und Brioche, Plunder-, Blätterteiggebäck, Fettgebäck ua.).
Teigwaren:
Herstellung und rechtliche Bestimmungen von Frischteigwaren, pasteurisierte Teigwaren, getrocknete Teigwaren.
9b. LEBENSMITTELTECHNOLOGIE FÜR KONDITOREN
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden sollen
- die Arbeitsvorgänge von der Bereitstellung der Arbeitserfordernisse bis zur fertigen Ware einschließlich der Grundrezepte kennen;
- die Herstellung von Diätbackwaren kennen;
- fachbezogene Umweltprobleme erkennen;
- fachbezogene Berechnungen durchführen können.
Lehrstoff:
Getreide:
Getreidearten, Bedeutung, Botanik, Züchtung und Gentechnik, Aufbau
des Getreidekorns (Morphologie, Inhaltsstoffe).
Untersuchung und Beurteilung von Roh- und Hilfsstoffen:
Untersuchungsmethoden, Interpretation und Bedeutung für die Backwaren von Protein und Stärke (Protein, Feuchtkleber, Sedimentationswert, Amylogramm, Fallzahl); Untersuchungsmethoden, Aussage, Auswertung, Beurteilung, Kennzahlen für Verarbeitungsmehle (Farinogramm, Extensogramm, Maturagramm, Ofenbetrieb), Maßnahmen zur Qualitätsbeeinflussung, Produktspezifikationen.
Massen:
Definition, Herstellung verschiedener Massen, physikalische und chemische Lockerung, Rezeptberechnung, Gebäckfehler und deren Ursachen, Convenienceprodukte.
Teige:
Definition, Herstellung verschiedener Teige, Teigverarbeitung, Grundrezepte, Gare, Teiglockerung, Backverlust, Gärverlust, Gebäckfehler und deren Ursachen.
Speiseeis:
Gesetzliche Vorschriften, Rezeptaufbau, Herführungsarten.
Zuckerkochen:
Zucker, Zuckerarten und Bearbeitung.
Glasuren und Überzugsmassen:
Arten, Herstellung und ihre Verwendung, Schokolade und Schokoladewaren.
Cremen:
Gerührte, gekochte und geschlagene Cremen, Grundrezepte, Verarbeitung und Einsatz.
Obstverarbeitung:
Obstkonservierung, Vor- und Nachteile verschiedener Konservierungstechniken.
Kühl- und Tiefkühlmethoden:
Handhabung und Lagerung von Rohstoffen und Fertigware.
Gewürze, Extrakte, Aromen:
Herkunft, Arten, Anwendung, Einkauf und Verwendungsmöglichkeiten.
Patisserie – warme Süßspeisen:
Herstellung, Möglichkeiten, Anwendungsbereiche.
Diätbackwaren:
Definition, gesetzliche Vorschriften, Anwendungsmöglichkeiten in der Konditorei.
Kalte Küche:
Snacks, kleine Gerichte.
Hygiene:
Sauberkeit, Reinlichkeit, Hygienevorschriften bei der Verarbeitung, Lagerung und Verkauf.
9c. LEBENSMITTELTECHNOLOGIE FÜR MÜLLER
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden sollen
- die gängigen Mehltypen und Sondervermahlungen selbstständig, unter Berücksichtigung von ökonomischen Faktoren (Ausbeute, Energieausnutzung, Qualität) herstellen können;
- Qualitätsstandards für Getreideprodukte kennen und ihre Auswirkungen auf das Endprodukt und die wirtschaftlichen Faktoren erkennen können;
- Grundkenntnisse über Backwaren, Mehle inklusive Spezifikationen kennen und die Qualität mit Kunden abstimmen können.
Lehrstoff:
Getreide:
Kornaufbau und Zusammensetzung, aktuelle Sorten (Handbuch, Einstufungen), Handelsklassen, wichtigste inländische und ausländische Herkunftssorten, Einstufungs- und Beurteilungskriterien, Qualität und Verwendung, Börsebestimmungen, Vorgangsweise bei Beanstandungen.
Untersuchung und Beurteilung von Roh- und Hilfsstoffen:
Untersuchungsmethoden, Interpretation und Bedeutung von Protein und Stärke für Backwaren (Protein, Feuchtkleber, Sedimentationswert, Amylogramm, Fallzahl); Untersuchungsmethoden, Aussage, Auswertung, Beurteilung, Kennzahlen für Verarbeitungsmehle (Farinogramm, Extensogramm, Maturagramm, Ofenbetrieb), Maßnahmen zur Qualitätsbeeinflussung, Produktspezifikationen.
Produktion:
Getreideannahme, Lagerung, Reinigung, Trocknung, Vorbereitung.
Mahlverfahren:
Roggenmüllerei (Verfahren, Diagramme); Weizenmüllerei (Diagramme und Verarbeitungsverfahren, kombinierte Diagramme); Sondermüllerei (Mais, Durum, Gerste, Hafer, Schälmüllerei).
Mahlprodukte:
Homogenisieren, Lagern, Abpacken, Verladen, Kontrollverfahren bei der Auslieferung von Mahlprodukten, Anfertigen von Verarbeitungsdiagrammen.
10a. PRODUKTIONSWERKSTÄTTE FÜR BÄCKER
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden sollen
- die zur Herstellung von Produkten und zur Ausführung von Wartungs-, Instandhaltungs- und Serviceaufgaben notwendigen Arbeitstechniken unter Berücksichtigung von qualitätstechnischen, ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten einsetzen können;
- im Rahmen von fächerübergreifenden Projekten Produkte fertigen und/oder Dienstleistungen durchführen können;
- grundlegende Kenntnisse und Erfahrungen über Qualitätsprüfung erwerben sowie Arbeitsvorgänge und Ergebnisse computerunterstützt dokumentieren können;
- die Eigenschaften sowie die Bearbeitungs- und Verwendungsmöglichkeiten von Roh- und Hilfsstoffen kennen;
- die einschlägigen Normen sowie Sicherheits- und Unfallverhütungsvorschriften kennen und beachten.
Lehrstoff:
Weizenmehlverarbeitung und Erzeugnisse aus Massen:
Führungen, Optimierung von Hefe und Backmittelzugaben, Broterzeugung; Gärunterbrechung, Gärverzögerung, Langzeitführung; Kleingebäckerzeugung, Fertigung und Präsentation.
Roggenmehlverarbeitung und Spezialitäten:
Sauerteigführungen, Volumenvergleiche, Backverlust, Gärverlust; Sonderbrote, Dauerbackware; Lebkuchen; Snacks und Imbisse, diätische Backwaren; Herstellung von Schaugebäck und Schaufensterobjekten nach eigenen Entwürfen und traditionelle Gebildebrote; Herstellen von selbst entwickelten Backwaren; Methoden der Frischhaltung.
Maschinenkunde:
Bäckereimaschinen, Gärklimageräte, Kühlanlagen, Eismaschinen, Förderanlagen.
10b. PRODUKTIONSWERKSTÄTTE FÜR KONDITOREN
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden sollen
- die zur Herstellung von Produkten und zur Ausführung von Wartungs-, Instandhaltungs- und Serviceaufgaben notwendigen Arbeitstechniken unter Berücksichtigung von qualitätstechnischen, ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten einsetzen können;
- im Rahmen von fächerübergreifenden Projekten Produkte fertigen und/oder Dienstleistungen durchführen können;
- grundlegende Kenntnisse und Erfahrungen über Qualitätsprüfung erwerben sowie Arbeitsvorgänge und Ergebnisse computerunterstützt dokumentieren können;
- die Eigenschaften sowie die Bearbeitungs- und Verwendungsmöglichkeiten der Werk- und Hilfsstoffe kennen;
- die einschlägigen Normen sowie Sicherheits- und Unfallverhütungsvorschriften kennen und beachten.
Lehrstoff:
Verarbeitung von Weizenmehl:
Verarbeitung zu Massen, Teigen, Diätbackwaren, Spezialmassen;
Verarbeitungsmethoden, Fertigung, Präsentation.
Zuckerarbeiten:
Schaustücke aus Karamell, Seidenzuckerarbeiten, verschiedene Glasuren.
Modellieren:
Marzipan, Modelliermassen, Lebensmittelfarben, Aufbau von Figuren und Tieren, Modellieren mit Schokolade, Blumen und Blätter.
Cremen:
Buttercremen, Oberscremen, Parisercreme, Vanillecreme.
Speiseeis:
Gesetzliche Vorschriften, Rezeptaufbau, Herführungsarten, Anwendungsbereiche.
Schokoladearbeiten:
Schaustücke, Bonbons, Hohlformen, Schriften und Verzierungen.
Warme und kalte Küche:
Kaiserschmarren, Strudel, Knödel, Nudeln, warme Puddings; Salate, Brötchen, Sandwiches.
Maschinenkunde:
Bäckereimaschinen, Gärklimageräte, Kühlanlagen, Eismaschinen, Förderanlagen.
10c. PRODUKTIONSWERKSTÄTTE FÜR MÜLLER
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden sollen
- die zur Herstellung von Produkten und zur Ausführung von Wartungs-, Instandhaltungs- und Serviceaufgaben notwendigen Arbeitstechniken unter Berücksichtigung von qualitätstechnischen, ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten einsetzen können;
- im Rahmen von fächerübergreifenden Projekten Produkte fertigen und/oder Dienstleistungen durchführen können;
- grundlegende Kenntnisse und Erfahrungen über Qualitätsprüfung erwerben sowie Arbeitsvorgänge und Ergebnisse computerunterstützt dokumentieren können;
- die Eigenschaften sowie die Bearbeitungs- und Verwendungsmöglichkeiten der Werk- und Hilfsstoffe kennen;
- die einschlägigen Normen sowie Sicherheits- und Unfallverhütungsvorschriften kennen und beachten.
Lehrstoff:
Arbeitsverfahren:
Wirkungsweise, Pflege, Wartung und Kontrolle des Arbeitseffektes der einschlägigen Maschinen; Brandschutz; Unfallverhütung.
Maschinenkunde:
Reinigungsmaschinen, Vermahlungs- und Sichtmaschinen, Fördertechnik; Kraftmaschinen (Wasserkraft, E-Motoren, Generatoren, Grundlagen der Elektrotechnik).
Mahlverfahren:
Getreideannahme, Lagerung, Reinigung, Vorbereitung, Roggen- und Weizenvermahlung mit Passagenkontrolle und Analysen.
B. Freigegenstände
„Deutsch und Kommunikation“, „Englisch“, „Angewandte Mathematik“:
Siehe Anlage A.
PROJEKTMANAGEMENT
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden sollen
- Methoden zur Planung und Organisation von Projekten kennen und anwenden können;
- Notwendigkeit und Vorteile projektorientierten Arbeitens erkennen;
- in der Lage sein, Projektaufgaben und -abläufe zu strukturieren;
- bei der Problemlösung in Gruppenarbeit das Gruppenziel unterstützen, die geeignete Rolle erkennen und übertragene Aufgaben erfüllen können.
Lehrstoff:
Methoden des Projektmanagements:
Methoden zur Findung, Festlegung und Bewertung von Zielen;
Projektorganisation (Teambildung, Funktionen, Verantwortungen);
Steuerung und Kontrolle; Kommunikation und Dokumentation (Projektberichte, Präsentationen).
Projektmanagement – Instrumente:
Projektstrukturplan; Projektablaufplan, Termin- und Kostenplan.
Teamarbeit:
Kommunikation im Team, Gesprächs- und Verhandlungsführung; Gruppendynamik; Strategien zur Konfliktlösung.
Anlage A.1.6
LEHRPLAN DER MEISTERSCHULE FÜR KOMMUNIKATIONS-DESIGN
(einjährig)
I. STUNDENTAFEL *1)
(Gesamtstundenzahl und Stundenausmaß der einzelnen
Unterrichtsgegenstände)
```
```
Lehrver-
A. Pflichtgegenstände Jahresstunden pflichtungs-
gruppe
```
```
```
Religion 40 III
```
```
Werbung 80 III
```
```
Darstellung und Komposition 240 III
```
```
Technologie der Medien *2) 160 I
```
```
Entwurfsprojekt 800 I
```
```
```
Lehrver-
B. Freigegenstände Jahresstunden pflichtungs-
gruppe
```
```
Deutsch und Kommunikation 40 I
Englisch 40 I
Angewandte Mathematik 40 I
```
```
*1) Zur Erlassung schulautonomer Lehrplanbestimmungen siehe Anlage A, Abschnitt II.
*2) Einschließlich Computergrafik und Original-Druckgrafik.
II. ALLGEMEINES BILDUNGSZIEL
Siehe Anlage A mit folgenden Ergänzungen:
Fachspezifisches Bildungsziel und Qualifikationsprofil:
Ziel der Ausbildung:
Die Absolventinnen und Absolventen der Meisterschule für Kommunikations-Design sind durch Praxis und Ausbildung besonders befähigt, Aufgaben in der audiovisuellen Kommunikation zu übernehmen. Kernbereiche der gestalterischen Ausbildung sind Werbung, Darstellung und Komposition, Technologie der Medien und Entwurf. Die Ausbildung verfolgt primär das Ziel,
- die für den Beruf erforderliche Anwendungssicherheit durch praktische Arbeiten in Entwurf und mediengerechter Darstellung sowie durch praxisbezogene Projektarbeiten zu erreichen,
- ein ausreichendes Verständnis über die Spezifika des Kommunikationswesens, der Medien und der erforderlichen Technologien durch begleitenden Theorieunterricht sicher zu stellen,
- eine angemessene Ergänzung der Allgemeinbildung und eine betriebswirtschaftliche Grundausbildung zu vermitteln.
Fachliche Kernkompetenzen:
Die Absolventinnen und Absolventen der Meisterschule für
Kommunikations-Design verfügen über folgende technische Kompetenzen:
- die manuelle, handwerkliche und elektronische Herstellung von Produkten des Kommunikations-Designs,
- Kreation und Planung von Produkten des Kommunikations-Designs,
- die Bedienung und Wartung einschlägiger Fertigungsmaschinen und Geräte,
- die Vorbereitung, Erfassung, Planung und Dokumentation von Arbeitsabläufen unter Berücksichtigung von Vorgaben der Betriebsführung, Qualitätssicherung, Arbeitssicherheit und einschlägiger Normung,
- die zweckmäßige Verwendung aktueller Hard- und Software.
Fachübergreifende Kernkompetenzen:
Im Bereiche der persönlichen und sozialen Kompetenzen sind die Absolventinnen und Absolventen der Meisterschule für Kommunikations-Design insbesondere befähigt,
- praktische Aufgaben genau und systematisch nach technischen Vorgaben norm- und gesetzeskonform auszuführen,
- Arbeitsaufträge sowohl eigenständig als auch im Team mit anderen Fachleuten zu erledigen,
- sich in den relevanten Bereichen selbstständig weiterzubilden,
- mit Kunden und Lieferanten zu kommunizieren sowie relevante Dokumentationen zu verfassen.
Tätigkeitsfelder:
Die Einsatzgebiete der Absolventinnen und Absolventen liegen in den Bereichen der Kreation, Kalkulation und Herstellung von Kommunikations-Design-Produkten. Dabei stehen eigenständige Tätigkeiten in der Beratung, Planung, Arbeitsvorbereitung, Durchführung und Qualitätssicherung im Vordergrund.
Auch die Dokumentation von planenden und ausführenden Tätigkeiten im Kommunikations-Design mittels einschlägiger Software, die Auswahl, Wartung und Instandhaltung von Betriebseinrichtungen, die Beurteilung und Analyse von Produkten zählen zu den typischen Aufgaben der Absolventinnen und Absolventen. Die Anwendung einschlägiger Normen und Vorschriften über Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sind Bestandteil aller Tätigkeiten.
III. SCHULAUTONOME LEHRPLANBESTIMMUNGEN
Siehe Anlage A.
IV. DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE
Siehe Anlage A.
V. LEHRPLÄNE FÜR DEN RELIGIONSUNTERRICHT
Siehe Anlage A.
VI. BILDUNGS- UND LEHRAUFGABE DER UNTERRICHTSGEGENSTÄNDE UND
AUFTEILUNG DES LEHRSTOFFES
A. Pflichtgegenstände
WERBUNG
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden sollen
- die betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Bedeutung der Werbung kennen;
- die Mechanismen und Phänomene der Kommunikation verstehen und die Medien kennen;
- die Rechtsvorschriften sowie die Berufsbilder der Werbebranche kennen.
Lehrstoff:
Marketing:
Die Marketinginstrumente Produkt-, Preis-, Kommunikations- und Vertriebspolitik; Marketinginformation, Marketingkonzept, Grundlagen der Kommunikation, Werbemittelstrategie, Werbeträgerauswahl.
Konzeption:
Werbeplanung und –konzeption, Medienplanung; neue Medien, fallstudienorientierte Praxisprojekte mit Umsetzung auf eigene Entwurfsarbeiten.
DARSTELLUNG UND KOMPOSITION
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden sollen
- eine Sensibilität in der Auseinandersetzung mit den Erscheinungsformen der sichtbaren Umwelt erlangen;
- zu bildnerischen Darstellungen fähig sein und diese im Sinne der Anwendbarkeit objektivieren;
- im Bereich der bildnerischen Darstellung Qualitätsphänomene erkennen und einschätzen können.
Lehrstoff:
Darstellungsinhalte:
Untersuchung der selbst gewählten Sujets auf Hell-Dunkel-Werte und Farbkontraste unter Berücksichtigung von Komposition und Bildgestaltung; Auseinandersetzung mit den Ausdrucksformen der Gegenwart; Abstraktion aller Erscheinungsformen bis zur nichtgegenständlichen Darstellung; Übertragung der bildnerischen Erfahrungswerte auf angewandte, konkret vorgegebene Themen, Herstellung konzeptiver Zusammenhänge.
Darstellungsthemen:
Akt, Figur, Stilleben, Landschaft und nichtgegenständliche Kompositionen; Ausstellungskonzept, Plakat; Raumgestaltung, Tryptichon.
Darstellungstechnik und –mittel:
Einsatz aller grafischen und malerischen Mittel; Collage; Entwürfe mit Detailausführung; Automatismen, Material-Assemblagen; Rauminstallationen, dreidimensionales Gestalten, Modelle und Endpräsentation.
TECHNOLOGIE DER MEDIEN
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden sollen
- den mediengerechten Einsatz der angewandten Computergrafik, der Originalgrafik und der Druck- und Reproduktionstechnik kennen;
- in diesen Bereichen praktische Aufgaben lösen und durchführen können.
Lehrstoff:
Computergrafik:
Anwenden des Grafik-Computers als Gestaltungswerkzeug für Kommunikations-Design-Aufgaben und Kommunikations-Design-Projekte, Nutzung der Möglichkeiten des Computers zur Herstellung von elektronischen Reinzeichnungen mit Hilfe der aktuellen Grafik-, Layout- und Bildbearbeitungsprogramme; elektronisch unterstützte Präsentations- und Animationsgrafik; interaktive Systeme; der Computer als Werkzeug für Multimedia-Projekte.
Gestaltungsaufgaben:
Grafik-, Text- und Bildintegration; freie und technische Illustration, Diagramme; Animation; interaktive Oberflächen und Leitsysteme.
Druckgrafik:
Hochdruck (Linolschnitt, Holzschnitt); Tiefdruck (Radierung, Kaltnadel, Aquatinta, erweiterte Techniken); Flachdruck (Lithografie); Siebdruck, künstlerische Serigrafie, Handhaben der Druckmaschinen, Druckfarben, Hilfsgeräte und Werkzeuge.
Druckformentechnik:
Herstellung von Druckformen verbunden mit Gestaltungsexperimenten auf manuellem, fotomechanischem und elektronischem Weg.
Druckträger:
Arten (Papiere, Kunststoffe, Textilien, Metalle), Eignung, Verarbeitung, Handhabung, Endverarbeitung, Recycling.
Gestaltungsaufgaben:
Didaktische und technische Übungen; Umsetzen von Studien und Vorlagen in originalgrafische Techniken.
Druckgrafische Gestaltung:
Angewandte Aufgaben unter Einsatz druckgrafischer Techniken; künstlerische Aufgaben des Kommunikations-Designs und Gestaltungsexperimente unter Einsatz druckgrafischer Techniken.
ENTWURFSPROJEKT
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden sollen
- die Aufgaben des visuellen Gestalters lösen können;
- Kreativität und konzeptionelles Denken entwickeln;
- Themen des Kommunikations-Designs unter Berücksichtigung gestalterischer, reproduktionstechnischer und wirtschaftlicher Erfordernisse ausführen können.
Lehrstoff:
Kommunikations-Design-Projekte:
Komplexe Gestaltungsaufgaben aus verschiedenen Bereichen der Öffentlichkeitsarbeit; Transportieren einer Botschaft mit grafischen Mitteln; Kommunikationsziele; Elemente der Werbekampagne.
Analyse und Anwendung medienspezifischer Gesetzmäßigkeiten:
Konzeption mehrstufiger Projekte und deren Ausführung in zwei- und dreidimensionaler Präsentationsform; Anzeigen- und Plakatserien, Firmenpräsentationen, Werbe- und Informationskampagnen, Produktpräsentation, Leitsysteme, Corporate Design.
Ausführung:
Themenbezogene Entwurfs- und Präsentationsformen; technisch unterstützte Darstellungsmethoden; Simulieren realer medienspezifischer Verhältnisse.
Präsentation:
Visuelle, verbale und schriftliche Präsentation unter Berücksichtigung konzeptioneller und wirtschaftlicher Kriterien.
B. Freigegenstände
Siehe Anlage A.
Tritt hinsichtlich des 1. Semesters mit 1. September 2020, hinsichtlich des 2. Semesters mit 1. Februar 2021 und hinsichtlich der weiteren Semester jeweils semesterweise aufsteigend in Kraft (vgl. § 4 Abs. 3).
Anlage A1B
LEHRPLAN DER MEISTERSCHULE FÜR BERUFSTÄTIGE FÜR DAMENKLEIDERMACHER/INNEN
I. STUNDENTAFEL1
(Gesamtstundenzahl und Stundenausmaß der einzelnen Unterrichtsgegenstände)
| A. Pflichtgegenstände | Wochenstunden | Lehrverpflichtungsgruppen | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Semester | |||||||
| 1. | 2. | 3. | 4. | Summe | |||
| 1. | Religion | 1 | 1 | 0 | 0 | 2 | (III) |
| 2. | Wirtschaft und Recht | ||||||
| 2.1 | Unternehmensführung | 2 | 2 | 2 | 2 | 8 | I |
| 2.2 | Wirtschaftsrecht | 0 | 0 | 1 | 1 | 2 | III |
| 2.3 | Mitarbeiter/innenführung und Lehrlingsausbildung | 1 | 1 | 0 | 0 | 2 | II |
| 3. | Mode- und Fachtheorie | ||||||
| 3.1 | Textiltechnologie | 1 | 1 | 1 | 1 | 4 | III |
| 3.2 | Kund/innenberatung | 0 | 0 | 1 | 1 | 2 | II |
| 3.3 | Entwurf- und Modezeichnen | 2 | 0 | 2 | 0 | 4 | III |
| 4. | Angewandtes Modedesign Damen | ||||||
| 4.1 | Schnittkonstruktion, Modellgestaltung und Schnittoptimierung2 | 3 | 3 | 3 | 3 | 12 | II |
| 4.2 | Werkstätte und Fertigungstechnik | 10 | 10 | 10 | 10 | 40 | IV |
| Gesamtwochenstundenzahl | 20 | 18 | 20 | 18 | 76 | ||
| B. | Freigegenstände und unverbindliche Übungen3 | ||||||
| C. | Förderunterricht3 | ||||||
1 Die Stundentafel kann nach den Bestimmungen des Abschnittes III schulautonom abgeändert werden.
2 Mit Computerunterstützung
3 Festlegung durch schulautonome Lehrplanbestimmungen (siehe Abschnitt III).
II. ALLGEMEINES BILDUNGSZIEL
Die Meisterschule für Berufstätige für Damenkleidermacher/innen vermittelt im Sinne des § 59 Abs. 1 Z 1 lit. a des Schulorganisationsgesetzes (SchOG) unter Bedachtnahme auf § 2 des Schulorganisationsgesetzes Personen mit abgeschlossener einschlägiger Berufsausbildung die für den Zugang zum Gewerbe der Damenkleidermacher erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten.
Sie befähigt die Absolventinnen und Absolventen nach entsprechender Praxis das Gewerbe der Damenkleidermacher selbstständig auszuüben.
Die Absolventinnen und Absolventen verfügen daher über folgende Kompetenzen:
– sie verfügen über ein breites Spektrum an theoretischem und praktischen Wissen für ihre Berufsausübung;
– sie können Aufgaben in der Planung, Organisation und Kontrolle in ihrem Fachgebiet selbstständig bewältigen;
– sie können Lehrlinge ausbilden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen;
– sie können ressourcen- und verantwortungsbewusst unter Beachtung ökonomischer, ökologischer und sozialer Gesichtspunkte handeln;
– sie erkennen ihren Entwicklungs- und Fortbildungsbedarf sowie die Notwendigkeit berufsbegleitenden und lebenslangen Lernens;
– sie verfügen über eine grundlegende Reflexionskompetenz;
– sie können Wissen über betriebliche Organisationsabläufe von der Idee bis zur Vermarktung anwenden und umsetzen;
– sie kennen die Bedeutung wertschätzenden Umgangs mit Mitmenschen und verfügen über die entsprechende Handlungskompetenz;
– sie können sich mit Fragen der Geschlechterverhältnisse und der Gleichstellung von Geschlechtern auseinandersetzen.
III. SCHULAUTONOME LEHRPLANBESTIMMUNGEN
Schulautonome Lehrplanbestimmungen (§ 6 Abs. 1b SchOG) eröffnen im vorgegebenen Rahmen Freiräume durch die Gestaltung der Pflichtgegenstände (ausgenommen ist der Pflichtgegenstand „Religion“), der Freigegenstände und unverbindlichen Übungen sowie des Förderunterrichtes. Für eine sinnvolle Nutzung dieser Freiräume ist die Orientierung an der jeweiligen Bedarfs- und Problemsituation in der Schule oder im Ausbildungsgang an einem bestimmten Schulstandort sowie an den daraus resultierenden Wunsch- bzw. Zielvorstellungen von wesentlicher Bedeutung. Die Nutzung der schulautonomen Freiräume bedarf eines an den Bedürfnissen der Studierenden, der Schulpartner insgesamt sowie des schulischen, sozialen, allgemein-kulturellen und wirtschaftlichen Umfeldes orientierten Konzeptes.
Die schulautonomen Lehrplanbestimmungen haben den zur Verfügung stehenden Rahmen an Lehrerinnen- und Lehrerwochenstunden und die personellen, räumlichen und ausstattungsmäßigen Gegebenheiten der Schule zu beachten.
Schulautonome Lehrplanbestimmungen haben auf das in Abschnitt II umschriebene allgemeine Bildungsziel des Lehrplanes Bedacht zu nehmen.
Die Dauer der Schularbeiten ist durch den Schulgemeinschaftsausschuss innerhalb des vorgegebenen Rahmens festzulegen. Erfolgt kein diesbezüglicher Beschluss, ist die im Lehrplan vorgegebene Mindestdauer maßgeblich.
Schulautonome Abweichungen von der Stundentafel:
Das Wochenstundenausmaß maximal eines Pflichtgegenstandes kann, sofern dieser mindestens sechs Semesterwochenstunden umfasst, um zwei Semesterwochenstunden reduziert werden. Diese Wochenstunden können zur Schaffung eines neuen Pflichtgegenstandes oder zur Erhöhung der Wochenstunden eines bestehenden Pflichtgegenstandes (ausgenommen ist der Pflichtgegenstand „Religion“) verwendet werden.
Stundenreduzierungen und -erhöhungen sind grundsätzlich nur in ganzen Semesterwochenstunden möglich.
Wird ein neuer Pflichtgegenstand eingeführt, sind seine nähere Bezeichnung, die Bildungs- und Lehraufgabe sowie der Lehrstoff schulautonom festzulegen.
Die Gesamtwochenstundenzahl aller Pflichtgegenstände darf 76 Semesterwochenstunden nicht über- oder unterschreiten.
Pro Ausbildungsgang kann nur eine schulautonome Variante festgelegt werden. Bei parallel geführten Ausbildungsgängen sind verschiedene Varianten der Schulautonomie möglich.
Die schulautonome Stundentafel ist für einen gesamten Ausbildungsgang zu erstellen und über den gesamten Ausbildungsgang beizubehalten.
Schulautonome Lehrstoffverteilung der Bildungs- und Lehraufgaben und des Lehrstoffes:
Die Aufteilung der Bildungs- und Lehraufgaben und des Lehrstoffes auf die einzelnen Semester kann durch schulautonome Lehrplanbestimmungen abgeändert werden. Dabei ist auf Querverbindungen zwischen und innerhalb von Unterrichtsgegenständen sowie die Gewährleistung eines systematischen, vernetzten und nachhaltigen Kompetenzaufbaus Bedacht zu nehmen.
Freigegenstände, unverbindliche Übungen und Förderunterricht:
Allfällige Freigegenstände und unverbindliche Übungen sowie der Förderunterricht sind hinsichtlich ihrer Bezeichnung, ihres Inhaltes und des Stundenausmaßes durch schulautonome Lehrplanbestimmungen festzulegen, wobei die Bestimmungen über die schulautonomen Pflichtgegenstände sinngemäß anzuwenden sind.
Fernunterricht:
Es können Formen des Fernunterrichts vorgesehen werden, wobei das Ausmaß des Fernunterrichtes entsprechend den regionalen Gegebenheiten und fachlichen Erfordernissen festzulegen ist. Die Ausbildung mit Fernunterricht ist in einer Sozial- und in einer Individualphase so durchzuführen, dass die für den Bildungsgang erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten erworben werden können und die Anzahl der Unterrichtseinheiten der Individualphase jene der Sozialphase nicht übertrifft. Die Individualphase hat der selbstständigen Erarbeitung und Vertiefung des Lehrstoffes auf Grundlage der Unterrichtsarbeit in der Sozialphase und von zur Verfügung gestelltem Lernmaterial in Form des Selbststudiums zu dienen, wobei die Studierenden fachlich und andragogisch zu betreuen sind. In hiefür geeigneten Fällen kann die Individualphase auch zur Vorbereitung der Sozialphase dienen.
IV. ALLGEMEINE DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE
Die Bildungs- und Lehraufgaben sind die Lehr- und Lernziele, die in Beziehung zur aktuellen Bildungsstufe und zum Lehrstoff zu setzen sind. Der Lehrstoff ist als Rahmen zu sehen, der es ermöglicht, Neuerungen und Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Wissenschaft und Technik zu berücksichtigen und die einzelnen Lehrplaninhalte den schulspezifischen Zielsetzungen gemäß zu gewichten sowie auf regionale Besonderheiten und auf aktuelle Gegebenheiten einzugehen.
Die Ausrichtung des Unterrichts am aktuellen Stand von Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Wissenschaft und Technik verlangt, dass die Lehrenden ihre fachlichen sowie methodisch-didaktischen Kenntnisse und Fähigkeiten stets weiterentwickeln. Dazu gehört auch die Berücksichtigung aktueller pädagogischer Entwicklungen sowie aktueller Erkenntnisse der Humanwissenschaften, wie etwa aus der Gehirnforschung, der Migrationsforschung usw.
Es ist darauf hinzuwirken, dass alle Studierenden sich unter fachkundiger Anleitung mit Gleichstellungs- und Diversitätsfragen auseinandersetzen können. Stereotypisierungen ist im Sinne einer geschlechterreflexiven Pädagogik auch im Unterricht selbst entgegenzuwirken, um die vorhandenen Potentiale aller möglichst breit zu aktivieren.
Die Schule hat Bildungs- und Erziehungsaufgaben, die nicht einzelnen Unterrichtsgegenständen zugeordnet sind. Diese sind als Unterrichtsprinzipien im Unterricht sämtlicher Unterrichtsgegenstände zu berücksichtigen. Zu den Unterrichtsprinzipien zählt insbesondere die Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung – Erziehung zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern.
Unterrichtsqualität:
Die Lernenden als Persönlichkeiten stehen im Mittelpunkt. Ein wertschätzender und fördernder Umgang zwischen allen Beteiligten ist jedenfalls Grundvoraussetzung für das Gelingen von Unterricht.
Lernen und Lehren stellen den Kernprozess von Schule, Schulentwicklung und Unterricht dar. Daher ist die Unterrichtsentwicklung zentraler Bestandteil der Schulentwicklung des jeweiligen Standortes.
Systematisches Regelkreisdenken (Plan-Do-Check-Act) ist für die Unterrichtsplanung und -gestaltung unabdingbar. Die dabei notwendige Zusammenarbeit der Lehrenden sollte durch pädagogische Beratungen, die gemeinsame Ausarbeitung von evaluierbaren Lernzielen, die gemeinsame Unterrichtsplanung und Umsetzung sowie Qualitätssicherung und Evaluierung erfolgen.
Die Ziele des Unterrichts, Formen der Leistungsfeststellung und Kriterien der Leistungsbeurteilung sind allen Lernenden transparent zu machen.
Unterrichtsplanung:
In allen Unterrichtsgegenständen sind folgende Punkte zu beachten:
– Basis für die Unterrichtsplanung sind das allgemeine Bildungsziel und die Bildungs- und Lehraufgaben der einzelnen Unterrichtsgegenstände sowie gegebenenfalls vorhandene Bildungsstandards.
– Voraussetzung für fächerübergreifendes Denken und Verstehen soll die Zusammenarbeit und Absprache der Lehrenden bei der Planung, Umsetzung und Evaluierung des Unterrichtsprozesses sein.
– Die Koordination erfordert organisatorische Rahmenbedingungen, die herzustellen sind.
– Die Individualität der Lernenden ist nach Möglichkeit in allen Unterrichtsgegenständen bei der Unterrichtsplanung und -gestaltung zu berücksichtigen. Es soll dabei von den vorhandenen Kompetenzen der Lernenden ausgegangen werden um sicherzustellen, dass diese ihre Verantwortung für den eigenen Lernprozess auch wahrnehmen können. Dies ist untrennbar mit der Umsetzung geschlechter- und chancengerechten Unterrichts verbunden (individuelle und diskriminierungsfreie Lern-, Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten).
– Der Unterricht ist auf den Kompetenzerwerb auszurichten, wobei die Kompetenzen systematisch, vernetzend und nachhaltig aufzubauen sind. Entsprechende Wiederholungs- und Übungsphasen sind zur Sicherung des Unterrichtsertrages vorzusehen.
– In die Unterrichtsgestaltung sind nach Möglichkeit situative Aufgabenstellungen einzubauen, die der beruflichen Realität entnommen und methodisch aufbereitet werden.
– Der Entwicklung personaler und sozialer Kompetenzen der Lernenden ist in allen Unterrichtsgegenständen, vor allem bei gruppen- und projektorientierten Unterrichtsformen, besonderes Augenmerk zu schenken. Dies gilt insbesondere auch für Gender- und Diversitätskompetenzen.
– Die Sicherstellung eines optimalen Theorie-Praxis-Transfers ist zu gewährleisten. Die unmittelbare Verknüpfung mit den bisherigen Erfahrungen und der Lebenssituation der Lernenden fördert das Gelingen dieses Transfers.
– Fehler sind möglichst als förderliche Lernanlässe zu nutzen. Möglichkeiten individueller Fördermaßnahmen sind dabei zu nützen.
– Auf den Erwerb von Präsentations- und Medienkompetenz ist Augenmerk zu legen.
– Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien ist in allen Unterrichtsgegenständen anzustreben.
– Arbeitsbehelfe, wie sie in der Realität der Arbeits- und Berufswelt Verwendung finden, sind im Unterricht und abhängig von den Aufgabenstellungen auch in Prüfungssituationen zu verwenden.
– Sprachheterogenität stellt im Unterricht erhöhte Anforderungen an Lehrende und Lernende, die in gemeinsamer Verantwortung wahrzunehmen sind. Interkulturelles Lernen verbessert die Fähigkeit der Lernenden zur sozialen Interaktion mit Angehörigen anderer Kulturen und ist eine Chance zur Entwicklung der eigenen kulturellen Identität und zur Vorbereitung auf ein Leben in einer multikulturellen Gesellschaft.
– Sprache ist die Basis für Lehr- und Lernprozesse in allen Unterrichtsgegenständen. Für den situationsadäquaten Einsatz von Sprache in Wort (gehobene Umgangssprache) und Schrift (Standardsprache) sind alle Lehrkräfte verantwortlich.
Didaktische Grundsätze des Clusters Wirtschaft und Recht:
Vorrangiges Ziel der wirtschaftlichen Bildung ist die Entwicklung eines Verständnisses für
– betriebswirtschaftliche, regionale und globalwirtschaftliche Mechanismen und volkswirtschaftliche Zusammenhänge und
– deren Auswirkungen auf das Lebensumfeld (einschließlich der Chancen von Frauen und Männern).
Im Mittelpunkt steht
– die Vermittlung eines grundlegenden Verständnisses für Zusammenhänge,
– die Fähigkeit zur Einordnung des Gelernten in ein Gesamtsystem und dessen Transfer auf neue Anforderungen bzw. geänderte Rahmenbedingungen,
– die praktische Nutzung der vermittelten Kenntnisse und Fertigkeiten und
– die Orientierung des Unterrichts an der Realsituation.
Vertiefend sollen die sozialen und ökologischen Folgen jeder wirtschaftlichen Aktivität bewusst gemacht werden. Den Lernenden ist die multidimensionale Verantwortung von Führungskräften in einem interkulturellen Umfeld bewusst zu machen.
Methodik und didaktische Grundsätze im Bereich des Fernunterrichts:
Speziell aufbereitete Unterlagen und Skripten (Selbststudium) sowie moderne Informations- und Kommunikationsmedien sollen den Studierenden die selbstständige Aneignung von Lerninhalten sowie die Erarbeitung und Vertiefung von Aufgabenstellungen in den Individualphasen ermöglichen.
Im Rahmen der Individualphase sind folgende Punkte zu beachten:
– speziell aufbereitete Unterlagen und Skripten mit entsprechenden Aufgabenstellungen gewährleisten eine selbstständige Ausarbeitung;
– Lernunterlagen werden durch Zusammenfassungen, Selbstprüfungsaufgaben sowie Fallstudien u.ä. ergänzt.
Im Rahmen der Sozialphase sind folgende Punkte zu beachten:
– durch die direkte Vermittlung von Lerninhalten und die daraus resultierende soziale Interaktion können die Studierenden ihre soziale Kompetenz weiterentwickeln;
– durch Reflexion und Diskussion der selbstständig erarbeiteten Lerninhalte werden Studierende ermutigt, sich mit dem Stoff konstruktiv auseinanderzusetzen und verschiedene Aspekte herauszuarbeiten;
– durch die Einbeziehung der in den Individualphasen erarbeiteten Lerninhalte können alle Studierenden daraus Nutzen ziehen.
Unterrichtsmethoden:
Ein Mix an motivierenden, lernzieladäquaten Unterrichtsmethoden ist anzustreben. Dabei ist Expertinnen- und Expertenwissen zu vermitteln und sind individuelle und selbstgesteuerte Lernprozesse zu ermöglichen und beratend zu begleiten sowie die Erweiterung von individuellen Handlungsspielräumen für die Lernenden aufzuzeigen.
Bei der Auswahl der Lehr- und Lernformen sind folgende Punkte zu berücksichtigen:
– Lernsettings sind so zu gestalten, dass die Lernenden individuelle Stärken zeigen, gehirngerecht lernen und ihre Selbsteinschätzungsfähigkeit weiter entwickeln können.
– Individuelle Begabungen und Potenziale sind unabhängig von vorgefassten Bildern, Zuschreibungen und familiären Rahmenbedingungen zu fördern.
– Durch offene Lernformen ist die Problemlösungskompetenz der Lernenden zu fördern. Gleichzeitig sind sie zu eigenständiger und selbstverantwortlicher Arbeitsweise in Einzel- und besonders Teamarbeit zu befähigen.
– Praxisorientierte Aufgabenstellungen sowie problem- und handlungsorientierter Unterricht (Projekte, Fallstudien, Fachpraxis und Simulationen) führen die Lernenden zu logischem, kreativem und vernetztem Denken, zu genauem und ausdauerndem Arbeiten sowie zu verantwortungsbewusstem Entscheiden und Handeln.
– Zur Optimierung der Unterrichtsqualität und des Unterrichtsertrages sollen verschiedene Medien eingesetzt werden, um den Lernprozess zu unterstützen und die erforderliche Medienkompetenz aufzubauen. Die Integration von elektronisch aufbereiteten Lernmaterialien sowie elektronischen Kommunikationsformen soll die Unterrichtsorganisation unterstützen und ergänzen.
– Der Vertiefung ausgewählter Lerninhalte und dem Training grundlegender Fertigkeiten ist der Vorzug gegenüber einer oberflächlichen Behandlung vielfältiger Inhalte zu geben. Besonderer Wert ist dabei auf die Vermittlung der Methoden des jeweiligen Faches zu legen, um eigenständigen Wissens- und Kompetenzerwerb zu erleichtern.
– In allen Unterrichtsgegenständen ist die Dokumentation und Reflexion des stufenweisen Kompetenzerwerbs und damit die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung durch die Lernenden durch geeignete Methoden (z. B. Portfolio, Lerntagebuch) zu fördern.
Unterrichtsorganisation:
Die Schulleitung hat fächerübergreifenden Unterricht, Blockunterricht, Projektunterricht und offene Lernformen durch eine möglichst flexible Unterrichtsorganisation zu ermöglichen.
Das in der Stundentafel vorgesehene Stundenausmaß kann teilweise oder auch ganz in Form von Blockunterricht erfüllt werden. Der Blockunterricht ist so zu organisieren, dass bei allfälligem Fernbleiben von Lernenden jedenfalls eine sichere Beurteilung getroffen werden kann. Bei geblocktem Unterricht ist der nachhaltige Wissens- bzw. Kompetenzerwerb sicherzustellen.
Den Lernprozess fördernde Internettechnologien, Lernplattformen und Online-Dienste helfen eine Verbindung von Theorie- und Praxisphasen in der Unterrichtsorganisation vorzunehmen und den Unterricht aber auch Hausübungen und Praktika zu ergänzen. Damit können die Lernenden bei externen Arbeitsformen mit den Lehrenden sowie den anderen Studierenden elektronisch Kontakt halten.
Lehrstoffinhalte eines Unterrichtsgegenstandes sind durch jene Lehrenden zu unterrichten, die über die entsprechende Qualifikation verfügen. Werden verschiedene Lehrende eingesetzt, erfordert dies eine enge Kooperation und eine gemeinsame Leistungsbeurteilung.
V. LEHRPLÄNE FÜR DEN RELIGIONSUNTERRICHT
Katholischer Religionsunterricht
Siehe die Bekanntmachung BGBl. II Nr. 571/2003 in der jeweils geltenden Fassung.
Evangelischer Religionsunterricht
Siehe die Bekanntmachung BGBl. II Nr. 395/2019 in der jeweils geltenden Fassung.
Islamischer Religionsunterricht
Siehe die Bekanntmachung BGBl. II Nr. 234/2011 in der jeweils geltenden Fassung.
Israelitischer Religionsunterricht
Die Bekanntmachung BGBl. Nr. 88/1985 in der jeweils geltenden Fassung ist sinngemäß anzuwenden.
Neuapostolischer Religionsunterricht
Siehe die Bekanntmachung BGBl. II Nr. 108/2016 in der jeweils geltenden Fassung.
Religionsunterricht der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
Siehe die Bekanntmachung BGBl. Nr. 239/1988 in der jeweils geltenden Fassung.
Griechisch-orientalischer (orthodoxer) Religionsunterricht
Siehe die Bekanntmachung BGBl. II Nr. 114/2016 in der jeweils geltenden Fassung.
Orientalisch-orthodoxer Religionsunterricht
Siehe die Bekanntmachung BGBl. II Nr. 201/2004 in der jeweils geltenden Fassung.
Buddhistischer Religionsunterricht
Siehe die Bekanntmachung BGBl. II Nr. 241/2008 in der jeweils geltenden Fassung.
Freikirchlicher Religionsunterricht
Siehe die Bekanntmachung BGBl. II Nr. 194/2014 in der jeweils geltenden Fassung.
Alevitischer Religionsunterricht
Siehe die Bekanntmachung BGBl. II Nr. 14/2014 in der jeweils geltenden Fassung.
VI. BILDUNGS- UND LEHRAUFGABEN UND LEHRSTOFFE DER EINZELNEN UNTERRICHTSGEGENSTÄNDE
A. Pflichtgegenstände
WIRTSCHAFT UND RECHT
2.1 UNTERNEHMENSFÜHRUNG
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– die Aufgaben des betrieblichen Rechnungswesens erläutern;
– eine einfache Einnahmen-Ausgaben-Rechnung erstellen;
– Geschäftsfälle in der Doppelten Buchhaltung erfassen und die Auswirkung auf das Betriebsergebnis erkennen;
– insbesondere die Buchführung eines Klein- oder Mittelbetriebes organisieren.
Lehrstoff:
Buchführung:
Organisatorische und rechtliche Grundlage des Rechnungswesens.
Belege und Bücher der doppelten Buchhaltung und der Einnahmen-Ausgabenrechnung.
Geschäftsfälle:
Verbuchung anhand von Belegen.
Bilanz und Bilanzkennzahlen; Zusammenarbeit mit dem Steuerberater/die Steuerberaterin.
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– Kommunikationssituationen mündlich und schriftlich bewältigen;
– die in der Praxis üblichen Schriftstücke verstehen, exakt und verständlich abfassen und bearbeiten;
– die wesentlichen Grundlagen der betrieblichen Organisation und der Unternehmensführung unterscheiden und gezielt anwenden.
Lehrstoff:
Unternehmensführung:
Finanzierung; Unternehmensgründung; Rechtsformen; Beschaffung und Lagerwesen; Produktion; Vertrieb.
Organisation:
Aufbau- und Ablauforganisation; Organisationshilfsmittel (insbesondere EDV-Einsatz); Planung und Kontrolle.
Kommunikation:
Formulierung von Sachverhalten, Stellungnahmen, Notizen und betrieblichen Schriftstücken.
Texte, Grafiken und Schaubilder (Kommentar, Bewertung, Argumentation, Präsentation).
Inner- und außerbetriebliche Kommunikation (Lieferanten/Lieferantinnen, Kunden/Kundinnen, Kreditinstitute, Behörden u.a.).
Informationsbeschaffung und -sichtung, Interpretation.
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– die Kenntnisse der Kostenrechnung für die Kalkulation anwenden;
– die in der Personalverrechnung erforderlichen Aufzeichnungen und Abrechnungen durchführen.
Lehrstoff:
Kostenrechnung:
Kosten und Betriebsergebnis; Vollkostenrechnung (insbesondere Kalkulation); Deckungsbeitragsrechnung.
Personalverrechnung:
Aufgaben der Lohnverrechnung; Beginn und Beendigung von Arbeitsverhältnissen; innerbetriebliche und außerbetriebliche Abrechnung (laufende und sonstige Bezüge).
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– Zusammenhänge zwischen nachhaltigem Wirtschaften und Lebensqualität insbesondere im Bereich der Textilwirtschaft erläutern;
– sich mit Grundlagen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik auseinandersetzen;
– Marketingstrategien unterscheiden und entsprechend einsetzen.
Lehrstoff:
Unternehmen und Markt:
Wirtschaftssysteme; Angebot und Nachfrage: Preisbildung; Sozialpartnerschaft (insbesondere Organisation der Interessenvertretung); internationale Handelsbeziehungen (insbesondere Europäische Union).
Nachhaltigkeit in der Textilwirtschaft.
Marketing:
Absatzpolitische Instrumentarien (insbesondere Werbung und Verkaufsförderung).
2.2 WIRTSCHAFTSRECHT
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– die für ihr Privat- und Berufsleben wichtigen Rechtsvorschriften situationsbedingt anwenden;
– grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge und deren Auswirkung auf das tägliche Leben erkennen.
Lehrstoff:
Recht:
Rechtsordnung; rechtliche Grundbegriffe, Vertrag; Unternehmensrecht, Wettbewerbsrecht, Gewerbe-, Bau-, Schadenersatz- und Konsumentenschutzrecht; Sicherstellung von Forderungen; Insolvenzrecht; aushangpflichtige Gesetze.
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– die für ihr Privat- und Berufsleben wichtigen Rechtsvorschriften situationsbedingt anwenden;
– die für die Praxis wesentlichen steuerlichen Bestimmungen situationsgerecht anwenden.
Lehrstoff:
Steuerrecht:
Einkommens-, Lohn-, Kapitalertrags-, Körperschafts-, Umsatz-, Gewerbe- und Vermögensteuer; Verkehr mit dem Finanzamt, Finanzstrafrecht.
2.3 MITARBEITER/INNENFÜHRUNG UND LEHRLINGSAUSBILDUNG
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen motivieren, kooperativ und konfliktlösend führen sowie Fachwissen vermitteln;
– auf Basis der gesetzlichen Grundlagen und der betrieblichen Erfordernisse Aus- und Weiterbildungspläne für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, insbesondere auch für Lehrlinge erstellen und umsetzen;
– arbeitsrechtliche Bestimmungen situationsgerecht anwenden.
Lehrstoff:
Mitarbeiter- und Mitarbeiterinnenführung:
Führungsstile, Motivation, Kontrolle.
Personalmanagement:
Personalplanung und -beschaffung.
Ausbildungsplanung, -organisation und -kontrolle; inner- und überbetriebliche Weiterbildung.
Psychologie und Pädagogik:
Humanverhalten und -bedürfnisse; Lern-, Motivations- und Kommunikationstheorie.
2.Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– arbeitsrechtliche Bestimmungen situationsgerecht anwenden;
– Regelungen des Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerschutzes erklären und auf fachpraktische Bereiche anwenden.
Lehrstoff:
Recht:
Grundsätze des aktuellen Arbeitsrechts.
Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerschutz, Unfallverhütung (Anforderungen an Arbeitsstätten, Lärm, Evaluierung, Präventivfachkräfte, Sozialversicherung, Arbeitsunfall, Meldepflichten).
MODE- UND FACHTHEORIE
3.1 TEXTILTECHNOLOGIE
1.Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– Kenntnisse in den Bereichen Faseraufbau, Fasereigenschaften nachweisen;
– Eigenschaftscharakteristika von Garnen und Zwirnen aufzeigen;
– die Verarbeitungs-, Trage- und Pflegeeigenschaften handelsüblicher Stoffe erläutern;
– die im Handel befindlichen Stoffe und Materialien sicher bestimmen;
– Veredelungstechnologien und Eigenschaftsänderungen im Hinblick auf Gebrauch und Pflege erläutern.
Lehrstoff:
Textile Fasern:
Naturfasern. Faseraufbau unter Einbeziehung der daraus resultierenden Faser-, Pflege- und Verarbeitungseigenschaften.
Fasermischungen.
Textile Fäden:
Dekomponieren von Stoffen.
Material- und Stoffsammlung.
Eigenschaften, Einsatzgebiete und Pflege der unterschiedlichen textilen Fasern und Fäden.
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– Kenntnisse in den Bereichen Faseraufbau, Fasereigenschaften nachweisen;
– Eigenschaftscharakteristika von Garnen und Zwirnen aufzeigen;
– die Verarbeitungs-, Trage- und Pflegeeigenschaften handelsüblicher Stoffe erläutern;
– die im Handel befindlichen Stoffe und Materialien sicher bestimmen;
– Veredelungstechnologien und Eigenschaftsänderungen im Hinblick auf Gebrauch und Pflege erläutern.
Lehrstoff:
Textile Fasern:
Chemiefasern aus natürlichen und synthetischen Polymeren. Faseraufbau unter Einbeziehung der daraus resultierenden Faser-, Pflege- und Verarbeitungseigenschaften.
Textile Fäden:
Herstellungsverfahren von Spinnfasergarnen.
Merkmale und Einsatzgebiete linienförmiger textiler Gebilde.
Garne. Zwirne. Effektgarne. Effektzwirne.
Dekomponieren von Stoffen.
Material- und Stoffsammlung.
Eigenschaften, Einsatzgebiete und Pflege der unterschiedlichen textilen Fasern und Fäden.
Semester
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– Kenntnisse in den Bereichen Faseraufbau, Fasereigenschaften nachweisen;
– Eigenschaftscharakteristika von Garnen und Zwirnen aufzeigen;
– die Verarbeitungs-, Trage- und Pflegeeigenschaften handelsüblicher Stoffe erläutern;
– die ökologische und ökonomische Gestaltung der textilen Wertschöpfungskette beschreiben;
– die im Handel befindlichen Stoffe und Materialien sicher bestimmen;
– Veredelungstechnologien und Eigenschaftsänderungen im Hinblick auf Gebrauch und Pflege erläutern.
Lehrstoff:
Textile Flächen:
Garne. Fasern. Kombinationen.
Veredelung/Appretur:
Farbgebung. Trockenappretur. Nassappretur.
Dekomponieren von Stoffen.
Material- und Stoffsammlung.
Eigenschaften, Einsatzgebiete und Pflege der unterschiedlichen textilen Flächen.
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– Kenntnisse in den Bereichen Faseraufbau, Fasereigenschaften nachweisen;
– Eigenschaftscharakteristika von Garnen und Zwirnen aufzeigen;
– die Verarbeitungs-, Trage- und Pflegeeigenschaften handelsüblicher Stoffe erläutern;
– die ökologische und ökonomische Gestaltung der textilen Wertschöpfungskette beschreiben;
– die im Handel befindlichen Stoffe und Materialien sicher bestimmen;
– Veredelungstechnologien und Eigenschaftsänderungen im Hinblick auf Gebrauch und Pflege erläutern.
Lehrstoff:
Zugehör:
Materialien und Einsatzgebiete.
Dekomponieren von Stoffen.
Material- und Stoffsammlung.
Eigenschaften, Einsatzgebiete und Pflege der unterschiedlichen textilen Flächen.
3.2 KUND/INNENBERATUNG
Semester
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– fachspezifische Kenntnisse bei Beratungsgesprächen kundenorientiert einsetzen;
– kommunikations- und verkaufspsychologische Grundlagen anwenden;
– unterschiedliche Kommunikationstechniken situationsadäquat umsetzen.
Lehrstoff:
Beratung von Kundinnen und Kunden:
Verbale und nonverbale Kommunikation.
Verkaufsgespräch.
Präsentation.
Eigenschaften, Einsatzgebiete und Pflege unterschiedlicher textiler Fasern, Fäden und Flächen im Hinblick auf die Beratung von Kundinnen und Kunden.
Anlegen und Ergänzen eines kundenorientierten Warenhandbuches.
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– fachspezifische Kenntnisse bei Beratungsgesprächen kundenorientiert einsetzen;
– kommunikations- und verkaufspsychologische Grundlagen anwenden;
– unterschiedliche Kommunikationstechniken situationsadäquat umsetzen.
Lehrstoff:
Beratung von Kundinnen und Kunden:
Präsentation.
Beratungsgespräch im systemischen Kontext.
Konfliktgespräch.
Überzeugungsgespräch.
Eigenschaften, Einsatzgebiete und Pflege unterschiedlicher textiler Fasern, Fäden, Flächen und Zugehör im Hinblick auf die Beratung von Kundinnen und Kunden.
Anlegen und Ergänzen eines kundenorientierten Warenhandbuches.
3.3 ENTWURF- UND MODEZEICHNEN
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– zu vorgegebenen Themen und aktuellen Trends recherchieren;
– aus ihrer Recherche Entwurfslösungen im zeitgenössischen Design und/oder Anlehnung an historischen Vorgaben erarbeiten;
– aus ihrer Recherche eine Entwurfsserie entwickeln;
– den Prozess vom Entwurf zur technischen Zeichnung bis zur Vorbereitung für die Fertigung beschreiben;
– zeitgenössische Kollektionskonzepte entwickeln und analysieren;
– historische Gewandformen analysieren und für zeitgenössisches Design adaptieren;
– grafische Arbeiten in innovativer und zeitgemäßer Form ausführen;
– adäquate Darstellungstechniken für ihre Modegrafiken anwenden;
– Entwürfe und Werkzeichnungen fächerübergreifend anfertigen;
– themenbezogene Entwürfe unter den Aspekten von Stil und Figur von Kunden erstellen;
– mit Hilfe einer passenden Figurine proportionsgetreue Darstellungen von Kleidungsstücken sowie bekleidungsrelevanter Details erarbeiten;
– CAD Programme themenbezogen anwenden.
Lehrstoff:
Grundlagen der Themenrecherche, Skizzen- und Recherchebuch.
Design- und Kreativtechniken.
Designentwicklung, Farb- und Inspirationskonzepte.
Techniken der Modegrafik. Werkzeichnung.
Zeitgemäße Layoutgestaltung. Zeitgenössische Visualisierungs- und Präsentationsmethoden.
Entwürfe.
Themenbezogene Kollektionserstellung.
Entwurfszeichnungen, Werkzeichnungen und Arbeitsskizzen als Grundlage für die Schnittkonstruktion und Fertigung.
Kundenbezogene Entwürfe unter Beachtung der Durchführbarkeit.
Themenbezogene CAD-Anwendungen.
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– den Prozess vom Entwurf zur technischen Zeichnung bis zur Vorbereitung für die Fertigung beschreiben;
– grafische Arbeiten in innovativer und zeitgemäßer Form ausführen;
– adäquate Darstellungstechniken für ihre Modegrafiken anwenden;
– Entwürfe und Werkzeichnungen fächerübergreifend anfertigen;
– themenbezogene Entwürfe unter den Aspekten von Stil und Figur von Kunden erstellen;
– mit Hilfe einer passenden Figurine proportionsgetreue Darstellungen von Kleidungsstücken sowie bekleidungsrelevanter Details erarbeiten;
– CAD Programme themenbezogen anwenden.
Lehrstoff:
Entwurfsaufgaben in Vorbereitung auf die Meisterprüfung.
Farb- und Inspirationskonzepte.
Kundenbezogene Entwürfe unter Beachtung der Durchführbarkeit.
Entwurfszeichnungen, Werkzeichnungen und Arbeitsskizzen als Grundlage für die Schnittkonstruktion und Fertigung.
Themenbezogene CAD-Anwendungen.
ANGEWANDTES MODEDESIG DAMEN
4.1 SCHNITTKONSTRUKTION, MODELLGESTALTUNG UND SCHNITTOPTIMIERUNG
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– Maß nehmen;
– Maße und gemessene Maße interpretieren;
– Proportionslinien analysieren;
– Grundschnitte konstruieren;
– Modellschnitte nach Modebild, Entwürfen und Skizzen erstellen und gestalten;
– kundinnenbedingte Wünsche schnitttechnisch umsetzen;
– Körperhaltungen und Körperformen erkennen und berücksichtigen;
– Anproben durchführen und Abänderungslehre umsetzen.
Lehrstoff:
Maßnehmen, Körpermaße, Proportionslinien.
Schnittentwicklungen vom Grundschnitt zum Modellschnitt.
Schnittabänderungen für die unterschiedlichen Körperhaltungen und Körperformen.
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– Maß nehmen;
– Maße und gemessene Maße interpretieren;
– Proportionslinien analysieren;
– Grundschnitte konstruieren;
– Modellschnitte nach Modebild, Entwürfen und Skizzen erstellen und gestalten;
– kundinnenbedingte Wünsche schnitttechnisch umsetzen;
– Körperhaltungen und Körperformen erkennen und berücksichtigen;
– Anproben durchführen und Abänderungslehre umsetzen.
Lehrstoff:
Schnittentwicklungen vom Grundschnitt zum Modellschnitt.
Anspruchsvolle Modellschnitte für die französische Werkstätte.
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– Maße und gemessene Maße interpretieren;
– Proportionslinien analysieren;
– Modellschnitte nach Modebild, Entwürfen und Skizzen erstellen und gestalten;
– kundinnenbedingte Wünsche schnitttechnisch umsetzen;
– Körperhaltungen und Körperformen erkennen und berücksichtigen;
– Anproben durchführen und Abänderungslehre umsetzen.
Lehrstoff:
Schnittentwicklungen vom Grundschnitt zum Modellschnitt.
Schnittabänderungen für die unterschiedlichen Körperhaltungen und Körperformen.
Anspruchsvolle Modellschnitte für die englische Werkstätte.
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– Maße und gemessene Maße interpretieren;
– Proportionslinien analysieren;
– Modellschnitte nach Modebild, Entwürfen und Skizzen erstellen und gestalten;
– kundinnenbedingte Wünsche schnitttechnisch umsetzen;
– Körperhaltungen und Körperformen erkennen und berücksichtigen;
– Anproben durchführen und Abänderungslehre umsetzen.
Lehrstoff:
Schnittentwicklungen vom Grundschnitt zum Modellschnitt.
Schnittabänderungen für die unterschiedlichen Körperhaltungen und Körperformen.
Erweiterte Anwendungen wie z. B. Gesellschaftskleidung.
Schularbeiten:
Je eine ein- oder zweistündige Schularbeit im 1. und 2.Semester;
je eine zwei- oder dreistündige Schularbeit im 3. und 4. Semester.
4.2 WERKSTÄTTE UND FERTIGUNGSTECHNIK
Semester
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– moderne Fertigungstechniken mit praxisorientiertem Arbeitstempo anwenden;
– selbstständig mit hohem fachlichem Können Werkstücke von der Schnittkonstruktion über den Zuschnitt zum fertigen Stück produzieren;
– die erforderlichen Einrichtungen, Arbeitsgeräte und Betriebsmittel arbeitstechnisch richtig einsetzen und sicherheitstechnisch betätigen;
– Verständnis für Wünsche von Kundinnen und Kunden zeigen, das entsprechende Material auswählen und Produkte wirtschaftlich umsetzen;
– dem Werkstück entsprechend Qualitätsanforderungen beschreiben.
– Anproben durchführen und Abänderungslehre anwenden.
Lehrstoff:
Technische Detailarbeiten und Übungen mit Werkstückbezug.
Modellentwicklungen und Verzierungstechniken.
Praktische Umsetzung der technischen Kenntnisse mit entsprechendem Betriebsmitteleinsatz.
Maßnehmen. Anprobe und Abänderungslehre.
Beachtung und Berücksichtigung von Körperformen und Wuchsabweichungen.
Qualitätssicherung und -kontrolle.
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– moderne Fertigungstechniken mit praxisorientiertem Arbeitstempo anwenden;
– selbstständig mit hohem fachlichem Können Werkstücke von der Schnittkonstruktion über den Zuschnitt zum fertigen Stück produzieren;
– die erforderlichen Einrichtungen, Arbeitsgeräte und Betriebsmittel arbeitstechnisch richtig einsetzen und sicherheitstechnisch betätigen;
– Verständnis für Wünsche von Kundinnen und Kunden zeigen, das entsprechende Material auswählen und Produkte wirtschaftlich umsetzen;
– dem Werkstück entsprechend Qualitätsanforderungen beschreiben;
– Anproben durchführen und Abänderungslehre anwenden.
Lehrstoff:
Kundinnenorientierte Fertigung von Kleidungsstücken aus anspruchsvollen Stoffen mit hohen technischen Anforderungen.
Fachgerechter Einsatz von Einlage- und Futtermaterialien sowie Nähmaterialien.
Materialbedarfsermittlung und Kalkulation fächerübergreifend mit Unternehmensführung und Wirtschaftsrecht.
Werkzeuge und Geräte einer modernen Betriebsausstattung.
Betriebsorientierter Betriebsmitteleinsatz und Sicherheitstechnik.
Pflege, Wartung, Justierung und Störungsbehebung der Betriebsmittel.
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– durch Vervollkommnung der fachlichen Kenntnisse das Gewerbe selbstständig ausüben;
– moderne Fertigungstechniken mit praxisorientiertem Arbeitstempo anwenden;
– selbstständig mit hohem fachlichem Können Werkstücke von der Schnittkonstruktion über den Zuschnitt zum fertigen Stück produzieren;
– die erforderlichen Einrichtungen, Arbeitsgeräte und Betriebsmittel arbeitstechnisch richtig einsetzen und sicherheitstechnisch betätigen;
– die Besonderheiten der Beratung von Kundinnen und Kunden anwenden;
– Verständnis für Wünsche von Kundinnen und Kunden zeigen, das entsprechende Material auswählen und Produkte wirtschaftlich umsetzen;
– dem Werkstück entsprechend Qualitätsanforderungen beschreiben;
– die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten in einer selbstständigen Meistertätigkeit und Betriebsführung anwenden;
– Anproben durchführen und Abänderungslehre anwenden.
Lehrstoff:
Kundinnenorientierte Fertigung von Kleidungsstücken aus anspruchsvollen Stoffen mit hohen technischen Anforderungen.
Praktische Umsetzung der technischen Kenntnisse mit entsprechendem Betriebsmitteleinsatz.
Materialbedarfsermittlung und Kalkulation fächerübergreifend mit Unternehmensführung und Wirtschaftsrecht.
Maßnehmen. Anprobe und Abänderungslehre.
Körperformen und Figurabweichungen.
Qualitätssicherung und -kontrolle.
Betriebsorientierter Betriebsmitteleinsatz und Sicherheitstechnik.
Pflege, Wartung, Justierung und Störungsbehebung.
Semester:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studierenden können
– durch Vervollkommnung der fachlichen Kenntnisse das Gewerbe selbstständig ausüben;
– moderne Fertigungstechniken mit praxisorientiertem Arbeitstempo anwenden;
– selbstständig mit hohem fachlichem Können Werkstücke von der Schnittkonstruktion über den Zuschnitt zum fertigen Stück produzieren;
– die erforderlichen Einrichtungen, Arbeitsgeräte und Betriebsmittel arbeitstechnisch richtig einsetzen und sicherheitstechnisch betätigen;
– die Besonderheiten der Beratung von Kundinnen und Kunden anwenden;
– Verständnis für Wünsche von Kundinnen und Kunden zeigen, das entsprechende Material auswählen und Produkte wirtschaftlich umsetzen;
– dem Werkstück entsprechend Qualitätsanforderungen beschreiben;
– die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten in einer selbstständigen Meistertätigkeit und Betriebsführung anwenden;
– Anproben durchführen und Abänderungslehre anwenden.
Lehrstoff:
Kundinnenorientierte Fertigung von Kleidungsstücken aus anspruchsvollen Stoffen mit hohen technischen Anforderungen.
Praktische Umsetzung der technischen Kenntnisse mit entsprechendem Betriebsmitteleinsatz.
Fachpraktische Abschlussarbeit in Werkstätte und Fertigungstechnik gemäß den Vorgaben der WKO.
Richtwert für die Arbeitszeit für die handwerkliche Arbeit laut WKO.
B. Freigegenstände und unverbindliche Übungen
Bildungs- und Lehraufgabe, didaktische Grundsätze:
Freigegenstände und unverbindliche Übungen können bestehende Pflichtgegenstände ergänzen oder Inhalte anderer Fachgebiete vermitteln. Um das Unterrichtsprogramm auch für die Lernenden deutlich erkennbar zu machen, ist eine eindeutige Bezeichnung festzulegen.
Eine Blockung in bestimmten Teilen des Unterrichtsjahres ist möglich.
C. Förderunterricht
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die von einem Leistungsabfall betroffenen Studierenden sollen jene Kompetenzen entwickeln, die ihnen die Erfüllung der Bildungs- und Lehraufgabe des betreffenden Gegenstandes ermöglichen.
Lehrstoff:
Wie im jeweiligen Semester des entsprechenden Pflichtgegenstandes unter Beschränkung auf jene Lehrinhalte, bei denen Wiederholungen und Übungen erforderlich sind.
Anlage A2
LEHRPLAN DER MEISTERSCHULE FÜR HERRENKLEIDERMACHER/INNEN
(einjährig)
I. STUNDENTAFEL1
(Gesamtstundenzahl und Stundenausmaß der einzelnen Unterrichtsgegenstände)
| A. | Pflichtgegenstände | Jahreswochenstunden | Lehrverpflichtungsgruppe |
|---|---|---|---|
| 1. | Religion | 1 | (III) |
| 2. | Wirtschaft und Recht | ||
| 2.1 | Unternehmensführung | 4 | I |
| 2.2 | Wirtschaftsrecht | 1 | III |
| 2.3 | Mitarbeiter/innenführung und Lehrlingsausbildung | 1 | II |
| 3. | Mode- und Fachtheorie | ||
| 3.1 | Textiltechnologie | 2 | III |
| 3.2 | Kund/innenberatung | 1 | II |
| 3.3 | Entwurf- und Modezeichnen | 2 | III |
| 4. | Angewandtes Modedesign Herren | ||
| 4.1 | Schnittkonstruktion, Modellgestaltung und Schnittoptimierung2 | 6 | II |
| 4.2 | Werkstätte und Fertigungstechnik | 20 | IV |
| Gesamtwochenstundenzahl | 38 | ||
| B. | Freigegenstände und unverbindliche Übungen3 | ||
| C. | Förderunterricht3 | ||
1 Die Stundentafel kann nach den Bestimmungen des Abschnittes III schulautonom abgeändert werden.
2 Mit Computerunterstützung
3 Festlegung durch schulautonome Lehrplanbestimmungen (siehe Abschnitt III).
II. ALLGEMEINES BILDUNGSZIEL
Die Meisterschule für Herrenkleidermacher/innen vermittelt im Sinne des § 59 Abs. 1 Z 1 lit. a des Schulorganisationsgesetzes (SchOG) unter Bedachtnahme auf § 2 des Schulorganisationsgesetzes Personen mit abgeschlossener einschlägiger Berufsausbildung die für den Zugang zum Gewerbe der Herrenkleidermacher erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten.
Sie befähigt die Absolventinnen und Absolventen nach entsprechender Praxis das Gewerbe der Herrenkleidermacher selbstständig auszuüben.
Die Absolventinnen und Absolventen verfügen daher über folgende Kompetenzen:
– sie verfügen über ein breites Spektrum an theoretischem und praktischen Wissen für ihre Berufsausübung;
– sie können Aufgaben in der Planung, Organisation und Kontrolle in ihrem Fachgebiet selbstständig bewältigen;
– sie können Lehrlinge ausbilden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen;
– sie können ressourcen- und verantwortungsbewusst unter Beachtung ökonomischer, ökologischer und sozialer Gesichtspunkte handeln;
– sie erkennen ihren Entwicklungs- und Fortbildungsbedarf sowie die Notwendigkeit berufsbegleitenden und lebenslangen Lernens;
– sie verfügen über eine grundlegende Reflexionskompetenz;
– sie können Wissen über betriebliche Organisationsabläufe von der Idee bis zur Vermarktung anwenden und umsetzen;
– sie kennen die Bedeutung wertschätzenden Umgangs mit Mitmenschen und verfügen über die entsprechende Handlungskompetenz;
– sie können sich mit Fragen der Geschlechterverhältnisse und der Gleichstellung von Geschlechtern auseinandersetzen.
III. SCHULAUTONOME LEHRPLANBESTIMMUNGEN
Schulautonome Lehrplanbestimmungen (§ 6 Abs. 1b SchOG) eröffnen im vorgegebenen Rahmen Freiräume durch die Gestaltung der Pflichtgegenstände (ausgenommen ist der Pflichtgegenstand „Religion“), der Freigegenstände und unverbindlichen Übungen sowie des Förderunterrichtes. Für eine sinnvolle Nutzung dieser Freiräume ist die Orientierung an der jeweiligen Bedarfs- und Problemsituation in der Schule oder in der Klasse an einem bestimmten Schulstandort sowie an den daraus resultierenden Wunsch- bzw. Zielvorstellungen von wesentlicher Bedeutung. Die Nutzung der schulautonomen Freiräume bedarf eines an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler, der Schulpartner insgesamt sowie des schulischen, sozialen, allgemein-kulturellen und wirtschaftlichen Umfeldes orientierten Konzeptes.
Die schulautonomen Lehrplanbestimmungen haben den zur Verfügung stehenden Rahmen an Lehrerinnen- und Lehrerwochenstunden und die personellen, räumlichen und ausstattungsmäßigen Gegebenheiten der Schule zu beachten.
Schulautonome Lehrplanbestimmungen haben auf das in Abschnitt II umschriebene allgemeine Bildungsziel des Lehrplanes Bedacht zu nehmen.
Die Dauer der Schularbeiten ist durch den Schulgemeinschaftsausschuss innerhalb des vorgegebenen Rahmens festzulegen. Erfolgt kein diesbezüglicher Beschluss, ist die im Lehrplan vorgegebene Mindestdauer maßgeblich.
Schulautonome Abweichungen von der Stundentafel:
Das Wochenstundenausmaß maximal eines Pflichtgegenstandes kann, sofern dieser mindestens drei Wochenstunden umfasst, um eine Wochenstunde reduziert werden. Diese Wochenstunde kann zur Schaffung eines neuen Pflichtgegenstandes oder zur Erhöhung der Wochenstunden eines bestehenden Pflichtgegenstandes (ausgenommen ist der Pflichtgegenstand „Religion“) verwendet werden.
Stundenreduzierungen und -erhöhungen sind grundsätzlich nur in ganzen Jahreswochenstunden möglich.
Wird ein neuer Pflichtgegenstand eingeführt, sind seine nähere Bezeichnung, die Bildungs- und Lehraufgabe sowie der Lehrstoff schulautonom festzulegen.
Die Gesamtwochenstundenzahl aller Pflichtgegenstände darf 38 Wochenstunden nicht über- oder unterschreiten.
Pro Klasse kann nur eine schulautonome Variante festgelegt werden. Bei parallel geführten Klassen sind verschiedene Varianten der Schulautonomie möglich.
Die schulautonome Stundentafel ist für einen gesamten Ausbildungsgang zu erstellen und über den gesamten Ausbildungsgang beizubehalten.
Schulautonome Lehrstoffverteilung der Bildungs- und Lehraufgaben und des Lehrstoffes:
Die Aufteilung der Bildungs- und Lehraufgaben und des Lehrstoffes auf die einzelnen Klassen bzw. Semester kann durch schulautonome Lehrplanbestimmungen abgeändert werden. Dabei ist auf Querverbindungen zwischen und innerhalb von Unterrichtsgegenständen sowie die Gewährleistung eines systematischen, vernetzten und nachhaltigen Kompetenzaufbaus Bedacht zu nehmen.
Freigegenstände, unverbindliche Übungen und Förderunterricht:
Allfällige Freigegenstände und unverbindliche Übungen sowie der Förderunterricht sind hinsichtlich ihrer Bezeichnung, ihres Inhaltes und des Stundenausmaßes durch schulautonome Lehrplanbestimmungen festzulegen, wobei die Bestimmungen über die schulautonomen Pflichtgegenstände sinngemäß anzuwenden sind.
IV. ALLGEMEINE DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE
Die Bildungs- und Lehraufgaben sind die Lehr- und Lernziele, die in Beziehung zur aktuellen Bildungsstufe und zum Lehrstoff zu setzen sind. Der Lehrstoff ist als Rahmen zu sehen, der es ermöglicht, Neuerungen und Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Wissenschaft und Technik zu berücksichtigen und die einzelnen Lehrplaninhalte den schulspezifischen Zielsetzungen gemäß zu gewichten sowie auf regionale Besonderheiten und auf aktuelle Gegebenheiten einzugehen.
Die Ausrichtung des Unterrichts am aktuellen Stand von Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Wissenschaft und Technik verlangt, dass die Lehrenden ihre fachlichen sowie methodisch-didaktischen Kenntnisse und Fähigkeiten stets weiterentwickeln. Dazu gehört auch die Berücksichtigung aktueller pädagogischer Entwicklungen sowie aktueller Erkenntnisse der Humanwissenschaften, wie etwa aus der Gehirnforschung, der Migrationsforschung usw.
Es ist darauf hinzuwirken, dass alle Schülerinnen und Schüler sich unter fachkundiger Anleitung mit Gleichstellungs- und Diversitätsfragen auseinandersetzen können. Stereotypisierungen ist im Sinne einer geschlechterreflexiven Pädagogik auch im Unterricht selbst entgegenzuwirken, um die vorhandenen Potentiale aller möglichst breit zu aktivieren.
Die Schule hat Bildungs- und Erziehungsaufgaben, die nicht einzelnen Unterrichtsgegenständen zugeordnet sind. Diese sind als Unterrichtsprinzipien im Unterricht sämtlicher Unterrichtsgegenstände zu berücksichtigen. Zu den Unterrichtsprinzipien zählt insbesondere die Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung – Erziehung zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern.
Unterrichtsqualität:
Die Lernenden als Persönlichkeiten stehen im Mittelpunkt. Ein wertschätzender und fördernder Umgang zwischen allen Beteiligten ist jedenfalls Grundvoraussetzung für das Gelingen von Unterricht.
Lernen und Lehren stellen den Kernprozess von Schule, Schulentwicklung und Unterricht dar. Daher ist die Unterrichtsentwicklung zentraler Bestandteil der Schulentwicklung des jeweiligen Standortes.
Systematisches Regelkreisdenken (Plan-Do-Check-Act) ist für die Unterrichtsplanung und -gestaltung unabdingbar. Die dabei notwendige Zusammenarbeit der Lehrenden sollte durch pädagogische Beratungen, die gemeinsame Ausarbeitung von evaluierbaren Lernzielen, die gemeinsame Unterrichtsplanung und Umsetzung sowie Qualitätssicherung und Evaluierung erfolgen.
Die Ziele des Unterrichts, Formen der Leistungsfeststellung und Kriterien der Leistungsbeurteilung sind allen Lernenden transparent zu machen.
Unterrichtsplanung:
In allen Unterrichtsgegenständen sind folgende Punkte zu beachten:
– Basis für die Unterrichtsplanung sind das allgemeine Bildungsziel und die Bildungs- und Lehraufgaben der einzelnen Unterrichtsgegenstände sowie gegebenenfalls vorhandene Bildungsstandards.
– Voraussetzung für fächerübergreifendes Denken und Verstehen soll die Zusammenarbeit und Absprache aller Lehrenden einer Klasse bei der Planung, Umsetzung und Evaluierung des Unterrichtsprozesses sein.
– Die Koordination erfordert organisatorische Rahmenbedingungen, die herzustellen sind.
– Die Individualität der Lernenden ist nach Möglichkeit in allen Unterrichtsgegenständen bei der Unterrichtsplanung und -gestaltung zu berücksichtigen. Es soll dabei von den vorhandenen Kompetenzen der Lernenden ausgegangen werden um sicherzustellen, dass diese ihre Verantwortung für den eigenen Lernprozess auch wahrnehmen können. Dies ist untrennbar mit der Umsetzung geschlechter- und chancengerechten Unterrichts verbunden (individuelle und diskriminierungsfreie Lern-, Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten).
– Der Unterricht ist auf den Kompetenzerwerb auszurichten, wobei die Kompetenzen systematisch, vernetzend und nachhaltig aufzubauen sind. Entsprechende Wiederholungs- und Übungsphasen sind zur Sicherung des Unterrichtsertrages vorzusehen.
– In die Unterrichtsgestaltung sind nach Möglichkeit situative Aufgabenstellungen einzubauen, die der beruflichen Realität entnommen und methodisch aufbereitet werden.
– Der Entwicklung personaler und sozialer Kompetenzen der Lernenden ist in allen Unterrichtsgegenständen, vor allem bei gruppen- und projektorientierten Unterrichtsformen, besonderes Augenmerk zu schenken. Dies gilt insbesondere auch für Gender- und Diversitätskompetenzen.
– Die Sicherstellung eines optimalen Theorie-Praxis-Transfers ist zu gewährleisten. Die unmittelbare Verknüpfung mit den bisherigen Erfahrungen und der Lebenssituation der Lernenden fördert das Gelingen dieses Transfers.
– Fehler sind möglichst als förderliche Lernanlässe zu nutzen. Möglichkeiten individueller Fördermaßnahmen sind dabei zu nützen.
– Auf den Erwerb von Präsentations- und Medienkompetenz ist Augenmerk zu legen.
– Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien ist in allen Unterrichtsgegenständen anzustreben.
– Arbeitsbehelfe, wie sie in der Realität der Arbeits- und Berufswelt Verwendung finden, sind im Unterricht und abhängig von den Aufgabenstellungen auch in Prüfungssituationen zu verwenden.
– Der Unterricht in sprachheterogenen Klassen stellt erhöhte Anforderungen an Lehrende und Lernende, die in gemeinsamer Verantwortung wahrzunehmen sind. Interkulturelles Lernen verbessert die Fähigkeit der Lernenden zur sozialen Interaktion mit Angehörigen anderer Kulturen und ist eine Chance zur Entwicklung der eigenen kulturellen Identität und zur Vorbereitung auf ein Leben in einer multikulturellen Gesellschaft.
– Sprache ist die Basis für Lehr- und Lernprozesse in allen Unterrichtsgegenständen. Für den situationsadäquaten Einsatz von Sprache in Wort (gehobene Umgangssprache) und Schrift (Standardsprache) sind alle Lehrkräfte verantwortlich.
Didaktische Grundsätze des Clusters Wirtschaft und Recht:
Vorrangiges Ziel der wirtschaftlichen Bildung ist die Entwicklung eines Verständnisses für
– betriebswirtschaftliche, regionale und globalwirtschaftliche Mechanismen und volkswirtschaftliche Zusammenhänge und
– deren Auswirkungen auf das Lebensumfeld (einschließlich der Chancen von Frauen und Männern).
Im Mittelpunkt steht
– die Vermittlung eines grundlegenden Verständnisses für Zusammenhänge,
– die Fähigkeit zur Einordnung des Gelernten in ein Gesamtsystem und dessen Transfer auf neue Anforderungen bzw. geänderte Rahmenbedingungen,
– die praktische Nutzung der vermittelten Kenntnisse und Fertigkeiten und
– die Orientierung des Unterrichts an der Realsituation.
Vertiefend sollen die sozialen und ökologischen Folgen jeder wirtschaftlichen Aktivität bewusst gemacht werden. Den Lernenden ist die multidimensionale Verantwortung von Führungskräften in einem interkulturellen Umfeld bewusst zu machen.
Unterrichtsmethoden:
Ein Mix an motivierenden, lernzieladäquaten Unterrichtsmethoden ist anzustreben. Dabei ist Expertinnen- und Expertenwissen zu vermitteln und sind individuelle und selbstgesteuerte Lernprozesse zu ermöglichen und beratend zu begleiten sowie die Erweiterung von individuellen Handlungsspielräumen für die Lernenden aufzuzeigen.
Bei der Auswahl der Lehr- und Lernformen sind folgende Punkte zu berücksichtigen:
– Lernsettings sind so zu gestalten, dass die Lernenden individuelle Stärken zeigen, gehirngerecht lernen und ihre Selbsteinschätzungsfähigkeit weiter entwickeln können.
– Individuelle Begabungen und Potenziale sind unabhängig von vorgefassten Bildern, Zuschreibungen und familiären Rahmenbedingungen zu fördern.
– Durch offenes Lernformen ist die Problemlösungskompetenz der Lernenden zu fördern. Gleichzeitig sind sie zu eigenständiger und selbstverantwortlicher Arbeitsweise in Einzel- und besonders Teamarbeit zu befähigen.
– Praxisorientierte Aufgabenstellungen sowie problem- und handlungsorientierter Unterricht (Projekte, Fallstudien, Fachpraxis und Simulationen) führen die Lernenden zu logischem, kreativem und vernetztem Denken, zu genauem und ausdauerndem Arbeiten sowie zu verantwortungsbewusstem Entscheiden und Handeln.
– Zur Optimierung der Unterrichtsqualität und des Unterrichtsertrages sollen verschiedene Medien eingesetzt werden, um den Lernprozess zu unterstützen und die erforderliche Medienkompetenz aufzubauen. Die Integration von elektronisch aufbereiteten Lernmaterialien sowie elektronischen Kommunikationsformen soll die Unterrichtsorganisation unterstützen und ergänzen.
– Der Vertiefung ausgewählter Lerninhalte und dem Training grundlegender Fertigkeiten ist der Vorzug gegenüber einer oberflächlichen Behandlung vielfältiger Inhalte zu geben. Besonderer Wert ist dabei auf die Vermittlung der Methoden des jeweiligen Faches zu legen, um eigenständigen Wissens- und Kompetenzerwerb zu erleichtern.
– In allen Unterrichtsgegenständen ist die Dokumentation und Reflexion des stufenweisen Kompetenzerwerbs und damit die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung durch die Lernenden durch geeignete Methoden (z. B. Portfolio, Lerntagebuch) zu fördern.
Unterrichtsorganisation:
Die Schulleitung hat fächerübergreifenden Unterricht, Blockunterricht, Projektunterricht und offene Lernformen durch eine möglichst flexible Unterrichtsorganisation zu ermöglichen.
Das in der Stundentafel vorgesehene Stundenausmaß kann teilweise oder auch ganz in Form von Blockunterricht erfüllt werden. Der Blockunterricht ist so zu organisieren, dass bei allfälligem Fernbleiben von Lernenden jedenfalls eine sichere Beurteilung getroffen werden kann. Bei geblocktem Unterricht ist der nachhaltige Wissens- bzw. Kompetenzerwerb sicherzustellen.
Den Lernprozess fördernde Internettechnologien, Lernplattformen und Online-Dienste helfen eine Verbindung von Theorie- und Praxisphasen in der Unterrichtsorganisation vorzunehmen und den Unterricht aber auch Hausübungen und Praktika zu ergänzen. Damit können die Lernenden bei externen Arbeitsformen mit den Lehrenden sowie den Mitschülerinnen und Mitschülern elektronisch Kontakt halten.
Lehrstoffinhalte eines Unterrichtsgegenstandes sind durch jene Lehrenden zu unterrichten, die über die entsprechende Qualifikation verfügen. Werden verschiedene Lehrende eingesetzt, erfordert dies eine enge Kooperation und eine gemeinsame Leistungsbeurteilung.
V. LEHRPLÄNE FÜR DEN RELIGIONSUNTERRICHT
Katholischer Religionsunterricht
Siehe die Bekanntmachung BGBl. II Nr. 571/2003 in der jeweils geltenden Fassung.
Evangelischer Religionsunterricht
Siehe die Bekanntmachung BGBl. II Nr. 395/2019 in der jeweils geltenden Fassung.
Islamischer Religionsunterricht
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