Bekanntmachung der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur betreffend die Lehrpläne für den islamischen Religionsunterricht an Pflichtschulen, mittleren und höheren Schulen

Typ Verordnung
Veröffentlichung 2011-07-26
Status In Kraft
Ministerium BKA (Bundeskanzleramt)
Quelle RIS
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Die Geschichte des Propheten Yusuf berührt sehr viele unterschiedliche Dimensionen, welche zum Teil in dieser Einheit zusammen mit den Schülerinnen und Schülern reflektiert werden sollen. Ein wichtiger Inhalt ist die persönliche Stärke des Propheten, welcher immer wieder sehr schwierige Situationen in seinem Leben zu bewältigen hatte. Dass die Beziehung zu seinen Geschwistern zumindest zu Beginn der Geschichte weder geschwisterlich noch freundschaftlich war, führt die Schülerinnen und Schüler nochmals zu der Frage, wie Liebe und Freundschaft entsteht und erlaubt ihnen auch konkrete Bezüge zu ihrer eigenen Lebenserfahrung einzubringen. In der Erarbeitung von Stationen der Lebensgeschichte von Yusuf (der Traum, die Geschwister und die Verschwörung, Durchführung des Plans, Yusuf in Ägypten, Verführung Yusufs, Yusuf im Gefängnis, der König und sein Traum, Yusuf als Finanzminister, Yusufs Brüder in Not, Yusuf und sein Vater Yaqub) ergibt sich ein rundes Bild seiner Persönlichkeit, welche durchgehend von dem Vertrauen zu Gott geprägt ist und letztlich ein glückliches Ende findet. (vgl. Surah Yusuf etc.)

Sirah des Propheten (a.s.)

Die Lebensgeschichte des Propheten Muhammad (a.s.) hat für Muslime eine wesentliche Bedeutung, weil er als besonders vorbildlicher Mensch angesehen wird (al-Ahzab 33/21; al-Mumtahina 60/6). Den Schülerinnen und Schülern soll anhand der Etappen des Lebens des Propheten (a.s.) vermittelt werden, welche Charaktereigenschaften der Prophet Muhammad (a.s.) hatte und welch schwierigen Situationen er schon in frühester Kindheit ausgesetzt war – aber auch, warum ihn die Menschen so sehr liebten und ihm in Scharen folgten.

Von der Geburt bis zur Offenbarung

Die sehr persönliche Geschichte des Propheten (a.s.) von seiner Kindheit als Waisenkind, über seine Hochzeit mit Khadidscha bis zum Ereignis der ersten Offenbarung.

Islam in Makkah

Die erste Zeit des Islam mit ihren großen Schwierigkeiten und Verfolgungen jeglicher Art. In diesem Zusammenhang erfahren die Schülerinnen und Schüler auch Näheres über die ersten Muslime, die Sahaba.

6.

Schulstufe: Die Schöpfung bewahren

Eine Elfjährige bzw. ein Elfjähriger beginnt zunehmend, Sachverhalte zu erkunden, welche sie bzw. er bis dahin einfach geglaubt oder widerspruchslos angenommen hat. Es ist eine neue Lebensphase, in der das Kind verstehen will; so beginnt es, alles – vor allem das Metaphysische - zu hinterfragen. So thematisiert der islamische Religionsunterricht die Schöpfung, um den Schülerinnen und Schülern das islamische Konzept des Menschen als Statthalter Gottes auf Erden (Khalifatullah fil-Ard) ausführlich zu vermitteln. Die Schöpfung wurde dem Menschen von Gott als Amanah anvertraut, nachdem die Himmel und die Erde und die Berge diese Verantwortung abgelehnt haben (vgl. al-Ahzab 33/73) – dies fordert vom Menschen den vollen Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung. In der Auseinandersetzung mit der Gentechnik sollen die Schülerinnen und Schüler einen Standpunkt entwickeln, der in ihrem verantwortlichen Eintreten für die Schöpfung begründet ist und dieses auch reflektiert. Es ist Aufgabe des islamischen Religionsunterrichtes, die Schülerinnen und Schüler zu ermuntern, vom einfachen Glauben zur sicheren Überzeugung zu gelangen, dass Gott die Welt, den Menschen, die Tiere und die Pflanzen auf beste Art und Weise geschaffen hat, dass es aber für die Bewahrung und den Schutz dieser wundervollen Schöpfung eines verstärkten Engagements und einer aktiven Grundhaltung bedarf – langfristig führt dies sicherlich zur Steigerung sozialer Fertigkeiten junger Menschen. Dankbarkeit sowie das Bewahren von anvertrautem Gut sind die Charaktereigenschaften, die in ihrer Vollendung unmittelbar zur Wahrung und zum Schutz der Schöpfung führen. Die Prämisse – weder sich selbst noch anderen zu schaden – sollte jede Schülerin und jeder Schüler am Ende dieser Schulstufe verinnerlicht haben.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Das tägliche rituelle Gebet (As-Salah)

In diesem Schuljahr beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem zweiten Glaubensgrundsatz sowie mit der zweiten Säule des Islam. In der Auseinandersetzung mit dem Gebet soll die Frage nach dem Warum und Wieso im Zentrum der Vermittlung stehen – es geht nicht um ritualisiertes Nachahmen, sondern um die Vermittlung von Sinninhalten und deren spirituelle Dimensionen. Nichtsdestotrotz müssen auch die rituellen Gebetstexte und Gebetshaltungen erlernt werden, da die Umsetzung der zweiten Säule verpflichtend ist: (Ali-Imran 3/103) sowie der Hadith: „Der Schlüssel zum Paradies ist das Gebet, und der Schlüssel zum Gebet ist die Reinigung!“ (Ahmad)

Warum das Gebet

Die Gebetswaschung und Tahara

Voraussetzungen des Gebets

Wie verrichte ich das Gebet

Die Engel – Allahs gehorsame Diener und Boten

Hier erfahren die Schülerinnen und Schüler alle wichtigen Informationen über die Engel und ihre Namen, Eigenschaften und Aufgabenbereiche. Es ist sicherlich angebracht, auch über die Verwendung des Wortes Engel in der Alltagssprache nachzudenken und zu überlegen, inwiefern religiöse Begriffe den Alltag prägen – wenn auch in sehr verkürzter Bedeutung. (vgl. Baqara 2/97f,285, an-Nisa‘ 4/136, as-Sadschda 32/11, az-Zukhruf 43/77,80, al-Muddathir 74/30 f. etc.)

Wer sind die Engel?

Eigenschaften der Engel

Namen und Aufgabenbereiche der Engel

Themenkreis: Quellen des Islam

Qur´an: Warum sukzessive Herabsendung?

Schülerinnen und Schüler erfahren in diesem Themenkreis, warum der Qur´an sukzessive herabgesandt wurde und welche Erleichterungen dies für die Menschen bedeutete. Anhand des Beispiels des Alkoholverbots, welches in vier Stadien untersagt wurde, bekommen sie einen ersten Einblick in die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Qur´an.

Beispiel: Das Alkoholverbot in vier Schritten

Neben der theologischen Dimension des Alkoholverbotes sollen die Schülerinnen und Schüler auch die psychologische und gesellschaftliche Dimension dieses Verbotes erkennen und verstehen, dass Drogen jeder Art im Islam verboten sind. Die Lehrerin und der Lehrer können in diesem Kontext auch auf die Gefahren von Sucht eingehen.

Ich erweitere mein Surenrepertoire um 2 weitere Suren

Hier lernen die Schülerinnen und Schüler den Wortlaut zweier neuen Suren aus dem Kontingent der kurzen Suren auswendig. Sie erfahren die ungefähren Inhalte, diskutieren miteinander darüber und suchen Situationen in ihrem eigenen Leben, in denen diese Inhalte vorkommen oder umsetzbar sind. Aufgrund dessen, dass die Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler bezüglich Suren sehr stark variieren, soll hier, wie in vielen anderen Kontexten, differenzierend vorgegangen werden. Aus diesem Grund können hier auch keine Surennamen vorgegeben.

Hadithe zum Islam und Iman

Hier lernen die Schülerinnen und Schüler einige Ahadith. Sie lernen die Struktur der Ahadith kennen und unterscheiden zwischen Kettenüberlieferung und Inhalt (Sanad und Matn). Sie lernen auch die Quellen, aus denen die Ahadith entnommen werden können, kennen.

Imam al Bukhari

Imam Maalik

Fard (Wadschib), Mustahab, Mubah, Makruh, Haram

Pflicht, Erwünscht, Indifferent, Unerwünscht, Verboten.

Themenkreis: Miteinander leben

Ich entwickle mich

Passend zum Jahresmotto sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Charaktereigenschaften der Dankbarkeit und ihrem Antonym der Undankbarkeit sowie mit der Vertrauenswürdigkeit und dem Gegensatz der Unzuverlässigkeit auseinandersetzen und erkennen, dass gerechtes Handeln (vgl. An-Nahl 16/90, al-Ma´ida 5/8, al-An،am 6/152) in allen Lebensbereichen unerlässlich ist. Die Schülerinnen und Schüler sollen hier wieder ermuntert werden, sich selber auch charakterlich weiter zu entwickeln.

Dankbarkeit im Gegensatz zu Undankbarkeit

„Doch Er gab euch Gehör und Gesicht, Verstand und Gemüt, damit ihr dankbar seid!“ (an-Nahl 16/78) sowie: „Es gehört zum Glück der Kinder Adams …“ (Tirmidhi)

Amanah (Vertrauenswürdigkeit) im Gegensatz zu Unzuverlässigkeit

„Der hat keinen Glauben, dem man nichts anvertrauen kann!“ (Bukhari)

Gerechtigkeit

Geschichte des Kalifen Umar mit seinem Sohn

Meine Umgebung und Ich

Eine weitere charakterliche Dimension betrifft die Gesellschaft und die Umgebung um den Menschen herum. Die Schülerinnen und Schüler sollen möglichst selbständig erarbeiten, wie Schaden definiert werden und wie er abgewehrt werden kann. In diesem Zusammenhang könnte erläutert werden, warum - wie in dem Hadith: „Verursache keinen Schaden und lasse keinen Schaden zu!“ - oftmals offene Formulierungen (Schaden) verwendet werden, obwohl es sehr umfassende Themenstellungen betrifft (vgl. auch ar-Ruum 30/41).

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Im ersten Teil dieses Bereiches sollen Schülerinnen und Schüler durch Diskussionen darin bestärkt werden, dass bestehende Unterschiede zu anderen Menschen nicht unbedingt zu Konflikten auf einer oder beiden Seiten oder auch zur Ablehnung führen müssen. Die Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin darin unterstützt werden, Gemeinsamkeiten zu entdecken, diese zu artikulieren und zu präsentieren. Als Abschluss könnte in einer interreligiösen Stunde ein gemeinsames Projekt geplant oder auch durchgeführt werden.

Unterschiede – kein Grund zur Ablehnung!

Wir entdecken Gemeinsamkeiten!

Interreligiöse Stunde

Die Natur und Ich: Liebe zur Natur

Den Schülerinnen und Schülern soll in dieser Einheit Umweltschutz als genuiner Inhalt des Islams verdeutlicht werden. Die Liebe zur Natur ist die Grundlage für die Verantwortlichkeit ihr gegenüber, was ausdrücklich auch in vielen Textquellen verankert ist. Indem sich Allah mit Seinen absoluten Eigenschaften überall in der Natur offenbart, soll die Natur als ein wunderbares Zeichen Seiner Schöpfung geachtet und bewahrt werden.

Der Nutzen der Natur (`Abasa 80/24-32)

Die Schönheit der Natur (An-Naml 27/60)

Kein Muslim pflanzt eine Pflanze oder sät Samen aus, und es isst davon ein Mensch oder ein Tier, ohne dass er dafür Sadaqa bekommt. (Ahmad)

Menschen tragen Verantwortung für die Natur

Al-A´raf 7/56

Eines Tages kritisierte der Prophet Muhammad (s) einen Mann, der die Gebetswaschung vollzog, wegen seines verschwenderischen Umgangs mit Wasser. Der Mann war überrascht und fragte: „Kann man denn beim Wasserverbrauch verschwenden?“ Der Prophet (a.s.) antwortete: „Ja, selbst wenn du bei einem fließenden Fluss Wudu machst!“ (Ibn Madscha)

Die Natur weist auf Allah hin

Veränderung der Natur hat Folgen für den Menschen (Suratur-Ruum )

Themenkreis: Islamische Kunst und Kultur

In diesem Themenkreis geht es darum, den in der 5. Schulstufe gewonnenen Bezug zur Schrift des Qur´ans zu verstärken. Die Schülerinnen und Schüler lernen ganze Worte zu schreiben. Sie lernen außerdem das Lesen der arabischen Worte und Sätze und forcieren damit ihre Beziehung. Die Schülerinnen und Schüler lernen das Alphabet zu beherrschen. Sie lernen die Bedeutung einzelner immer wieder vorkommender Worte und suchen sie auch im Qur´anischen Text.

Die Kunst der arabischen Schrift

Ich wiederhole und übe das arabische Alphabet

Ich schreibe ganze Worte und Sätze

Ich suche bekannte Worte im Qur´anischen Text

Themenkreis: Islam in Österreich

Im 2. Hauptschuljahr sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die islamische Infrastruktur in Österreich mit ihren Moscheen, Schulen, Kindergärten etc. erhalten, damit sie erkennen, wie integriert Muslime in dieser Gesellschaft sind und wie selbstverständlich es auch ein „islamisches“ Leben in Österreich gibt. In diesem Zusammenhang soll die Lehrerin und der Lehrer die Schülerinnen und Schüler dazu motivieren zu erkennen, in welchen Bereichen noch viel Nachholbedarf existiert (etwa Kunst und Musik) und wie wichtig es ist, dass Muslime sich nicht nur auf ihre eigenen Bedürfnisse und Einrichtungen konzentrieren, sondern darüber hinaus Anteil am gesellschaftlichen Leben nehmen und einen konstruktiven Beitrag für die Gesellschaft insgesamt leisten.

Islamische Infrastrukturen in Österreich

Moscheen

Schulen

Geschäfte

Themenkreis: Geschichte(n)

Der Prophet Sulaiman / Salomon

Die Geschichte des königlichen Propheten Sulaiman berührt in seiner Begegnung mit den Ameisen die Thematik des Jahresmottos, so dass die Schülerinnen und Schüler aufgefordert werden können, aus seiner Geschichte Grundsätze für die Bewahrung der Schöpfung und den Umgang mit Tieren zu erarbeiten. In der Beschäftigung mit weiteren Aspekten der Lebensgeschichte des Propheten Sulaiman erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass schon vor langer Zeit Frauen als gerechte Herrscherinnen agierten und dass allzu viel Prunk und Glanz die Konzentration auf das Wesentliche verhindern können. (vgl. Surah An-Naml/die Ameisen etc.).

Geschichte des Islam

Islam in Madinah

Die Auswanderungen der Muslime (Hidschra) – zuerst nach Abessinien und dann nach Madinah und die jeweilige Integrationsleistung, vor allem im Zusammenwachsen der Gesellschaft in Madina. Was hat sich in Madinah verändert? Welche neuen Offenbarungen wurden herab gesandt? Etc.

Die vier Kalifen

Die Schülerinnen und Schüler erhalten in dieser Einheit einen Überblick über die Zeit und die Persönlichkeiten der so genannten rechtgeleiteten Kalifen.

Abu Bakr

Umar

Uthman

Ali

7.

Schulstufe: Wie werde ich stark?

Im Zeitalter des maßlosen Fernsehkonsums und der weit verbreiteten, sehr realistisch gestalteten Gewaltspiele, im Zeitalter der visuellen Reize und emotionalen Herausforderungen scheint Gewalt für viele Jugendliche ein möglicher Weg zur Konfliktlösung zu sein. Schon in der 1. Schulstufe AHS hat sich der islamische Religionsunterricht dieser aktuellen Thematik angenommen, in diesem Schuljahr soll sie intensiver und aus verschiedenen Blickrichtungen heraus besprochen werden. Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Stärke nicht mit Gewalttätigkeit verwechselt werden darf, sondern dass echte Stärke in der Bildung einer starken und ausgeglichenen, friedlichen Persönlichkeit besteht, so wie es der Prophet Muhammad (a.s.) in einer Überlieferung definiert hat: „Stark ist nicht der Gewalttätige, sondern stark ist, wer sich im Zorn beherrscht.“ In diesem Zusammenhang ist es sicherlich sinnvoll, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass es manchmal notwendig ist, auch einmal gegen den Strom zu schwimmen und ein klares Nein! auszusprechen. Ein Nein zur Gewalt, ein Nein zu Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus etwa. Die Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin zwischen positiver und negativer körperlicher Stärke differenzieren und lernen, dass Energie, welche in diesem Alter oftmals in großem Ausmaß vorhanden ist, gebündelt und in sinnvolle Handlungen eingebracht werden sollte.

Am Themenkreis der Zakat wird die Position des Islam gegenüber den so genannten „Armen und Schwachen“ der Gesellschaft deutlich. Almosen annehmen zu müssen von Menschen, die selber entscheiden können, ob sie spenden wollen oder nicht, bedeutet für den Almosenempfänger eine dem Menschen nicht würdige Abhängigkeit. Dagegen steht ihnen im Islam ein bestimmter Anteil am Besitz der Wohlhabenden – die Zakat als religiöse Pflichtabgabe – fest und unabänderlich zu.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Die sozial-religiöse Pflichtabgabe (Zakat) und die Spende (Sadaqa)

Zakat als sozial-religiöse Pflichtabgabe gehört zu den fünf Säulen des Islam und Informationen darüber zum Basiswissen eines Muslims. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit dem Sinn der Zakat und ihrer Funktion aus wirtschaftspolitischer Sicht auseinandersetzen und verstehen, dass Zakat aus religiöser Perspektive ein Recht bedürftiger Menschen und kein Almosen darstellt.

Arten der Zakat

Beteiligte an der Zakat

Unterschied zwischen Zakat und Sadaqa

Wichtig ist, dass der Unterschied zwischen Zakat als sozial-religiöser Pflichtabgabe und Sadaqa als freiwilliger Spende deutlich erkannt wird, wobei beiden gemeinsam ist, dass sie als eine Form der Reinigung des Vermögens betrachtet werden.

Die Pilger- und die Wallfahrt (Al-Hadsch und Al-Umra)

Hadsch geht auf den Propheten Ibrahim und seinen Sohn Ismail zurück

Hadsch bekämpft Diskriminierung und Rassismus

Hadsch ist eine große Chance auf Charakterreinigung

Der Glaube (Iman) an die offenbarten Bücher

Warum gibt es überhaupt Offenbarung? Mit dieser Kernfrage sollen sich die Schülerinnen und Schüler der dritten Hauptschulstufe beschäftigen und eigene Antworten dafür entwickeln. Zu den Grundlagen des islamischen Glaubenssystems gehört auch der Glaube an alle Propheten sowie an die Bücher, die ihnen offenbart wurden – so dass Kenntnisse über diese Bücher auch für die Muslime grundlegenden Charakter haben. Es soll in diesem Zusammenhang auch erarbeitet werden, warum mit dem Qur´an ein abschließendes Buch offenbart wurde.

Warum überhaupt Offenbarung?

Wir glauben an alle Bücher

Welche Bücher wurden offenbart?

Musa / Moses: At-Taurat (die Thora)

Dawud / David: Az-Zabur (die Psalmen)

Isa / Jesus: Al-Indschil (das Evangelium)

Muhammad: Al-Qur´an (der Qur´an)

Warum ein abschließendes Buch?

Die Vorzüge der Qur´anlesung

Dass die regelmäßige und gekonnte Qur´anrezitation das Herz belebt und Kraft schenkt, ist Inhalt des letzten Abschnittes. In diesem Zusammenhang sollen die Schülerinnen und Schüler die Regeln der Qur´anrezitation erlernen.

Themenkreis: Quellen des Islam

Wie hat uns der Qur´an erreicht?

Die Schülerinnen und Schüler haben in den vergangen Jahren einige Grundkenntnisse über den Qur´an und die Sunnah des Propheten (a.s.) erhalten und sollen in diesem Jahr darauf aufbauend lernen, wie der Qur´an überliefert und bewahrt wurde und welche wissenschaftlichen Bemühungen hinter dieser Anstrengung verborgen sind. Sie erfahren, dass der Qur´an sowohl mündlich als auch schriftlich vielfach und kontinuierlich überliefert wurde.

Der Schüler lernt vom Gelehrten mündlich

Der Qur´an wurde niedergeschrieben

Viele Muslime lernen den gesamten Qur´an auswendig

Allah verspricht, den Qur´an zu schützen

Ich erweitere mein Surenrepertoire um 2 weitere Suren

Hier lernen die Schülerinnen und Schüler den Wortlaut zweier neuen Suren aus dem Kontingent der kurzen Suren auswendig. Sie erfahren die ungefähren Inhalte, diskutieren miteinander darüber und suchen Situationen in ihrem eigenen Leben, in denen diese Inhalte vorkommen oder umsetzbar sind. Aufgrund dessen, dass die Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler bezüglich Suren sehr stark variieren, soll hier, wie in vielen anderen Kontexten, differenzierend vorgegangen werden. Aus diesem Grund können hier auch keine Surennamen vorgegeben.

Die wichtigsten Hadith-Überlieferer

Die Schülerinnen und Schüler lernen die wichtigsten Hadith-Überlieferer kennen und erfahren, dass unter ihnen auch bedeutende Frauen waren. In der Auseinandersetzung mit ihren Biographien erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Bild über den Propheten Muhammad (a.s.), welches von seinen Augenzeugen und Anhängern überliefert wurde.

Aischa

Um Salama

Umar

Ali

Abu Huraira

Ibn Abbas

Ibn Umar etc.

Themenkreis: Miteinander leben

Ich entwickle mich

Wie schafft es ein Mensch, echte Stärke zu äußern? Der Prophet Muhammad (a.s.) gibt da klare Anweisungen und betont, dass die Stärke des Menschen nicht in der Gewalttätigkeit bzw. der Gewaltbereitschaft liegt, sondern in seiner Fähigkeit, sich im Zorn zu beherrschen (vgl. Hadith bei Ahmad, sowie „Wenn einer von euch erzürnt, soll er schweigen.“ (Ahmad ibn Hanbal etc.). Weiterhin erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass es besser ist, sich unter die Menschen zu mischen und mit ihnen zu leben – selbst wenn man dabei Unrecht oder Unannehmlichkeiten erfährt – als sich zum Gottesdienst zurückzuziehen; und dass Sanftmut und Geduld im Umgang mit den Menschen von Allah geliebte Charaktereigenschaften sind. (vgl. Baqara 2/153, Ali-Imran 3/200, az-Zumar 39/10 sowie Muslim, Tirmidhi und Nasa´i etc.). Last but not least erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass Vertrauenswürdigkeit eng verknüpft ist mit dem Respekt anderen Menschen gegenüber. (vgl. „Muslim ist, vor dessen Zunge und Hand die Menschen sicher sind.“ Tirmidhi, Nasa´i etc.)

Geduld statt Eile

Stärke bedeutet Selbstbeherrschung

Vertrauenswürdigkeit

Meine Umgebung und Ich

„Der Beste von euch ist der, der den Menschen am Nützlichsten ist.“ Dieser Ausspruch des Propheten Muhammad (a.s.) kann als Motto für diese Einheit betrachtet werden, in der es um Hilfsbereitschaft und Einsatz für Andere als zwei wichtige Charaktereigenschaften im Umgang mit anderen Menschen geht. Es sind Dimensionen, welche heute immer weniger Bedeutung haben, weil sich viele Menschen mit ihren Schwierigkeiten und Problemen zurückziehen und für Hilfsangebote nicht mehr erreichbar sind. Die Religionslehrerin und der Religionslehrer sollen mit ihren Schülerinnen und Schülern in diesem Kontext erarbeiten, wie sehr sich die Beziehungen auch zwischen fremden Menschen verändern und verbessern können, wenn diese beiden Dimensionen einen präsenteren Platz in unserem Leben finden würden.

Hilfsbereitschaft

Einsatz für Andere

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Ergänzend zur Auseinandersetzung mit den offenbarten Büchern im ersten Themenkreis dieser Schulstufe lernen die Schülerinnen und Schüler die Festlichkeiten anderer Religionsgemeinschaften kennen. In diesem Zusammenhang wäre eine oder mehrere gemeinsame Unterrichtsstunden mit den Lehrkörpern der anderen in der Schule vertretenen Religionsgemeinschaften von Vorteil, wo die Schülerinnen und Schüler beispielsweise die Feste anderer aus erster Hand kennenlernen. In der betreuten Begegnung mit Vertretern anderen Religionen können eigene Fragen gestellt und je nach Bedarf auch Themen tiefer behandelt werden. Wichtiger als die Feststellung und dann die Auseinandersetzung mit den Unterschieden zur anderen Religion ist jedoch die Feststellung und Auseinandersetzung mit den Gemeinsamkeiten derselben, denn diese sind Grundlage für eine von Respekt, Kooperation und gegenseitiger Anerkennung geprägten Umgangsweise.

Meine christlichen, buddhistischen… Schulfreunde erzählen mir von ihren Festen

Ich entdecke Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Themenkreis: Islam und Gewalt

In diesem Themenkomplex sollen aktuelle Themen behandelt und erörtert werden. Aktuell sind Themen immer dann, wenn sie die Schülerinnen und Schüler interessieren und darüber hinaus auch die Gesellschaft, in der wir leben. Das Thema Islam und Gewalt ist in den Medien sehr präsent. Dies und die Tatsache, dass Gewalt in den Schulen immer mehr steigt, rechtfertigt die intensive, auf Quellen gestützte Auseinandersetzung mit der Thematik. Dass Gewalt keine Lösung für Probleme darstellt, ist ebenso ein Erkenntnisziel wie auch die Tatsache, dass bei Gewalt in der Familie Handlungsbedarf besteht.

In dieser Einheit ist von der Lehrerin und dem Lehrer eine besondere Sensibilität mit der Thematik einzufordern, da einige Schülerinnen und Schüler von Gewalt betroffen sein könnten. Sinnvoll ist in jedem Fall auch eine interdisziplinäre Behandlung des Themas etwa in Form eines fächerübergreifenden Projektes.

Gewalt ist keine Lösung

Der Islam lehnt Gewalt ab

Gewalt in der Familie?!

Themenkreis: Islamische Kunst und Kultur

In diesem Themenkreis geht es darum, das Schreiben und die Lektüre der arabischen Schrift zu üben und zu automatisieren. Es geht aber auch darum, den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Kunst der arabischen Kaligraphie und der verschiedenen Schriftstilen zu vermitteln. Die Schülerinnen und Schüler lernen unterschiedliche kalligraphische Schriften und Kunstwerke einzuordnen und einzuschätzen – immer dem prophetischen Motto folgend: „Allah ist schön und liebt das Schöne.“

Ich lerne Arabisch lesen und schreiben

Bekannte kalligraphische Stilrichtungen

Ich erkenne die unterschiedlichen Schriften etc.

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Islam in Österreich in Zahlen

Wie viele Muslime leben in Österreich? Wie sind ihre Lebensbedingungen? Wie viele muslimische Schülerinnen und Schüler besuchen den islamischen Religionsunterricht? Diese und viele weitere Fragen sollen sich die Schülerinnen und Schüler in dieser Schulstufe stellen, um sich ein sachliches Bild über die Muslime in Österreich zu machen. Je nach Interessen der Schülerinnen und Schüler können dann einzelne Dimensionen dieser statistischen Ergebnisse näher diskutiert und erörtert werden – etwa Daten zum Bildungsstand junger Musliminnen und Muslime.

8.Schulstufe: Den Anderen respektieren

Dieser Schwerpunkt hebt noch deutlicher als zuvor die sozio-psychologische Dimension des islamischen Religionsunterrichts hervor. Er verbindet die drei vorher erwähnten Schwerpunkte und lässt die Schülerinnen und Schüler nach der Festigung der eigenen Persönlichkeit sich mit dem Anderen auseinandersetzen – sei es mit dem Freund oder der Freundin, der Schulkollegin oder dem Schulkollegen oder auch mit dem anderen Geschlecht. Das eigene Ich wird dezentral und räumt dem Anderen einen festen Platz ein. Jugendliche möchten ausprobieren, ihre Grenzen kennenlernen. Dies geschieht häufig durch intensiven, oft provokanten Kontakt mit Gleichaltrigen. Hier setzt die islamische Religionslehrerin und der Religionslehrer an und stellt ihren bzw. seinen Schülerinnen und Schülern bewusst die islamischen Werte wie Barmherzigkeit, Hilfsbereitschaft, Mut und Sanftmut, Bescheidenheit u.a. vor, um sie zu motivieren, diese auch in ihrem eigenen täglichen Leben umzusetzen. Beginnend mit der Thematisierung der Zakat und Sadaqah werden darauf aufbauend die sozialen Hintergründe dieser Gottesdienste erläutert. Schülerinnen und Schüler können in diesem Zusammenhang interessante, neue und alternative Formen der Umsetzung diskutieren und eventuell sogar durchführen (etwa eine Spendenaktion für Obdachlose o.ä.). In diesen und ähnlichen Solidaritätsprojekten können sie die Wirkung ihres Verhaltens konkret erfahren und sie dann auch im außerschulischen Bereich umsetzen. Das Fazit dieser Schulstufe könnte lauten: Wer tolerant mit Menschen umgeht, gewinnt dauerhaft ihre Liebe und ihren Respekt.

Dies gilt auch für die Beziehungen zwischen Mann und Frau – in der Behandlung der Thematik der Sexualität im Islam erfahren die Schülerinnen und Schüler, warum Gott Liebe und Barmherzigkeit zwischen die Ehepartner gesetzt hat.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Das Fasten (As-Siyam)

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler das rituelle Fasten als eine der fünf Säulen des Islam kennenlernen und alle Regeln, welche damit verknüpft sind, erlernen. Besondere Betonung soll auch hier der Sinn des Fastens als unsichtbarer Gottesdienst (Ibadah) erhalten und das Fasten als einmalige Gelegenheit erkannt werden, etwas Gutes für sich selbst zu tun. Auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fasten in anderen Religionen und Kulturen sollte in diesem Schuljahr seinen Raum finden.

Es ist in diesem Zusammenhang unabdingbar, dass die Schülerinnen und Schüler Basisinformationen über Ramadan und die besonderen Gebete im Ramadan sowie Lailatul-Qadr erhalten. Ein gemeinsames Iftar (Mahl des Fastenbrechens) – eventuell auch im Kreise der gesamten Schulstufe – würde dieser Einheit eine besondere Note verleihen und die Beziehungen zwischen den Schülerinnen und Schülern erweitern und vertiefen. (vgl. Baqara 2/183 u.a.)

In diesem Zusammenhang kann auch die erste Offenbarung des Qur´ans, welche ja im Ramadan stattgefunden hat, besprochen werden – oder auch die Bedeutung des Hidschri-Kalenders für den Monat Ramadan: er sorgt dafür, dass der Ramadan durch die Jahreszeiten wandert und jeder Mensch mal im Sommer und mal im Winter fastet – d.h. keiner nur aufgrund seines Wohnortes länger oder unter schwierigeren Bedingungen fasten müsste als jemand anderes.

Warum fasten?

Wie fasten?

Wer fastet?

Wann fasten?

Was tun bei Fehlern?

Ramadan

Die Nacht der Bestimmung (Lailatul-Qadr)

Tarawihgebet

Pflichtabgabe am Ende des Ramadan (Sadaqatul-Fitr)

Der Glaube (Iman) an die Propheten

Jede Muslimin und jeder Muslim verinnerlicht den Iman an alle Propheten – ohne Unterschied: „Wir machen keinen Unterschied bei keinem Seiner Gesandten.“ (Baqara 2/285, vgl. auch an-Nisa 4/164; al-An’am 6/83-90; Hud 11/120 etc. sowie die Ahadith bei Bukhari, Muslim, Ahmad u.a.)

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit der Frage beschäftigen, warum überhaupt Propheten gesandt wurden, was ihre Eigenschaften waren, ihre Aufgaben, ihre Namen etc. Die Unterschiede zwischen Rasul (Gesandter) und Nabiy (Prophet) sollen in diesem Kontext ebenso thematisiert werden wie die Entscheidungskraft der sogenannten Ulul-Azm und andere wesentliche Themen der Prophetenschaft, wie etwa die Frage, ob zu jeder Ummah ein Gesandter geschickt wurde. (vgl. al-Fatir 35/24)

Was ist ein Prophet?

Der Unterschied zwischen einem Gesandtem und einem Propheten

Eigenschaften, Aufgaben, Zahl und Namen der Propheten

Ulul-Azm von den Gesandten und Propheten

Für jede Gemeinschaft gibt es einen Gesandten

Themenkreis: Quellen des Islam

Die Rezitation des Qur´an

Einfache Rezitationsregeln

Ich erweitere mein Surenrepertoire um 2 weitere Suren und versuche sie richtig zu rezitieren

Hier lernen die Schülerinnen und Schüler den Wortlaut zweier neuen Suren aus dem Kontingent der kurzen Suren auswendig. Sie erfahren die ungefähren Inhalte, diskutieren miteinander darüber und suchen Situationen in ihrem eigenen Leben, in denen diese Inhalte vorkommen oder umsetzbar sind. Aufgrund dessen, dass die Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler bezüglich Suren sehr stark variieren, soll hier, wie in vielen anderen Kontexten, differenzierend vorgegangen werden. Aus diesem Grund werden hier auch keine Surennamen vorgegeben.

Qur´anübersetzungen

Die Frage der Übersetzbarkeit des Qur´an sollen sich die Schülerinnen und Schüler des islamischen Religionsunterrichtes stellen und sich darum bemühen, sie anhand des Vergleichs einer guten Auswahl unterschiedlicher Qur´an-Übertragungen in die deutsche Sprache selbständig zu beantworten. Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass jede Übersetzung Interpretation ist und somit – aus religiöser Perspektive – auch als Interpretation bzw. Exegese (Tafsir) bezeichnet und mit ihr wie mit einer Exegese umgegangen werden muss. Tiefe spirituelle Erkenntnisse und religiös gültige Aussagen können nur aus der arabischen Originalquelle selbst gewonnen bzw. erarbeitet werden. Es muss ein deutlicher Unterschied gemacht werden zwischen dem Wort Gottes und der Aussage eines Menschen, der Gottes Wort interpretiert.

Sahih Bukhari und Sahih Muslim

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit die herausragenden Sammler des Hadith Bukhari und Muslim und ihre Vorgehensweise bei der Sammlung des Hadith kennen und schätzen lernen. Weiterhin sollen sie in Grundzügen wissen, welche Kriterien diese Gelehrten für die Kategorisierung der Ahadith angewendet haben und in welchen Sammlungen ihre Arbeit niedergeschrieben wurde.

3.

Themenkreis: Miteinander leben

Ich entwickle mich

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Themenkreis erfahren, dass Respekt dem Anderen gegenüber voraussetzt, dass man ihm zunächst einmal zuhört und zumindest versucht zu verstehen, welche Ansichten er vertritt, ohne ihn gleich mit lauter Stimme zu unterbrechen. Die Fähigkeit, sich in ihn hineinzuversetzen erschließt dem aufmerksamen und respektvollen Zuhörer weitere Dimensionen des Verständnisses, welche für ihn interessant und durchaus bereichernd sein können. In der Surah Luqman gibt Luqman, der Weise, seinem Sohn Hinweise für den Umgang mit Anderen – auch was die Dimension des ruhigen Gespräches mit anderen Menschen betrifft. Die Schülerinnen und Schüler sollen z.B. in Rollenspielen ihre eigenen Fähigkeiten und ihre Bereitschaft in Bezug auf diese Charaktereigenschaft erkunden und dazu befähigt werden, konstruktiv ihre eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Ein weiterer Charakterzug, der in diesem Themenkreis erarbeitet werden soll, ist der der Bescheidenheit – auch der eigenen Meinung gegenüber. Hier kann die Aussage des Imam asch-Schafi´i, eines der Begründer der vier Rechtschulen, als Verhaltensregel übernommen werden: „Meine Ansicht ist richtig, und möglicherweise falsch. Eine andere Ansicht als meine ist irrig, und möglicherweise richtig.“ Als letzten Aspekt sollen die Schülerinnen und Schüler sich mit der Thematik der üblen Nachrede befassen und erarbeiten, welch besonderer Wert der Versöhnung zwischen zwei Menschen im Islam zugesprochen wird: „Soll ich euch nicht über etwas berichten, dass besser ist als die Stufe des Gebets, des Fastens und der Sadaqah?“ Sie sprachen: „Doch, Allahs Gesandter.“ Er sagte: „Zwischen zwei Menschen Frieden schließen.“ (Tirmidhi). (Vgl. auch al-Hudschurat 49/11 u.a.)

Zuhören statt Unterbrechen

Die Stimme erheben, wo es nötig ist

Bescheidenheit (Tawadu´)

Versöhnen statt übler Nachrede

Meine Umgebung und Ich

Auch in diesem Kapitel soll es um den Respekt anderen Menschen gegenüber gehen – diesmal jedoch der eigenen Familie gegenüber: den Eltern, den Geschwistern – aber auch gegenüber den eigenen Kindern. Grundlage ist auch hier wieder Surah Luqman, aber auch Verse aus Surat-Isra´(17/23) Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kontext erkennen, welche Bedeutung der Familie im Islam zukommt, und dass ein gutes Zusammenleben nur dann funktionieren kann, wenn dieser Respekt auf allen Ebenen auch zur Geltung kommt, und nicht nur von einer Seite eingefordert wird, wie es folgender Ausspruch des Propheten verdeutlicht: „Wer eine Tochter hat (…) sie nicht missachtet und ihr seine Söhne nicht vorzieht, den lässt Allah in das Paradies eintreten.“ (Ibn Abbas, Abu Dawud).

Meine Familie und Ich

Die Eltern respektieren

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Klares inhaltliches Ziel dieses Themenblocks soll die Befähigung der Schülerinnen und Schüler sein, auch widersprüchliche Erfahrungen auszuhalten. Es geht hier um das islamische Prinzip der Toleranz, das besagt „Ich akzeptiere und respektiere, dass du eigene Ein- und Vorstellungen hast, die du für richtig hältst und erwarte gleichzeitig von dir, dass du akzeptierst und respektierst, dass auch ich eigene Ein- und Vorstellungen habe, die ich für richtig halte“ – nach dem qur´anischen Prinzip „Ihr habt eure Religion und Lebensweise und ich habe die Meine“. Diese Basis eines gelungenen Zusammenlebens in Würde und Achtung sollen die Schülerinnen und Schüler verstehen und realisieren können.

Unterschiede zwischen Islam und Christentum

Der gesunde Umgang mit Unterschieden

Die Natur und Ich

Wasser ist die Quelle allen Lebens: „Und Allah erschuf alle Lebewesen aus Wasser.“ (an-Nur 24/45, vgl. auch al-Furqan 25/54 und al-Anbiya 21/30). An über 20 Stellen berichtet der Qur´an über den Segen Gottes, der mit dem Regen auf die Erde kommt (vgl. al-Hidschr 15/22; Ta-Ha 20/53; an-Naml 27/60; al-Ankabut 29/63; Fatir 35/27; az-Zumar 39/21; as-Sadschda 45/5 etc.) und erinnert die Menschen an diese Seine Gabe. Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit grundlegende Informationen über die Bedeutung von Wasser als Quelle allen Lebens erhalten, weiterhin sollen sie sich intensiv und möglichst interdisziplinär mit der Thematik des Regens – sowohl was die Entstehung des Regens und was seine Wirkung betrifft, als auch der Problematik des sogenannten „sauren Regens“ mit der Dimension der Umweltverschmutzung auseinandersetzen. Abschließend können die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Schulstufe ein Umweltprojekt durchführen, welches sich mit der Fragestellung der zunehmenden Bedeutung des Wassers in der globalen Situation als auch mit der Fragestellung der Reinhaltung des Wassers beschäftigt. Schön wäre auch eine Exkursion in das örtliche Wasserwerk.

Wasser – die Quelle alles Lebens

Regen bringt Segen

Umwelt-Projekt: Woher kommt das Wasser? Wie kann es rein gehalten werden?

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur

Moscheen Europas

Moscheen der Welt

Moscheen als Kunstbauwerke: Bauelemente einer Moschee

Ornamente und Stuckaturen in den Moscheen

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Muslimsein im österreichischen Berufsleben

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit ihrem zukünftigen Berufsleben auseinandersetzen und erfahren, dass Arbeit im Islam eine wesentliche Bedeutung hat. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Niemand nimmt bessere Nahrung zu sich als die, die er durch seiner Hände Arbeit erworben hat. Der Prophet David – Friede sei mit ihm – ernährte sich von seiner Hände Arbeit.“ (Bukhari) Diese und viele weitere Quellen betonen die wichtige Bedeutung der Arbeit für den eigenen Lebensunterhalt und lehnen Faulheit und das unnötige Belasten anderer Menschen ab. Dies kommt auch in der Geschichte des Propheten Muhammad (a.s.) zum Ausdruck, der ablehnte, dass ein Mensch sich nur dem Gottesdienst widmete, während andere Menschen für seinen Lebensunterhalt aufkamen. Er sagte zu dem „Gottesdiener“: Alle anderen sind besser als du! (Mukhtalaf al-Hadith)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit jedoch auch die ethisch-moralischen Vorschriften kennenlernen, welche den Lebenserwerb betreffen, etwa das absolute Verbot des Betruges, oder das Verbot des Handelns mit verbotenen Gütern etc.

Am Ende der Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler am Beispiel erfolgreicher Muslime im österreichischen Berufsleben erkennen, dass es sehr wohl möglich ist, praktizierender Muslim zu sein und dennoch Erfolg im Beruf zu haben. Hier bietet sich darüber hinaus an, Mütter und Väter, die berufstätig sind, in den Unterricht einzuladen, um ihren Beruf vorzustellen.

Die Bedeutung der Arbeit im Islam

„Vergiss aber auch nicht deinen Anteil am Diesseits. Und tu Gutes, so wie Allah dir Gutes getan hat.“ Vgl. auch Qur’an: al-Qasas 28/77 (sowie an-Nadschm 53/39; und: „O mein Allah, ich nehme Zuflucht bei Dir vor Unfähigkeit, Faulheit, Feigheit, Geiz.“ (Muslim)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit erfahren, welche Wertschätzung Arbeit und Berufstätigkeit im Islam erfährt. Sehr viele Überlieferungen des Propheten Muhammad (a.s.) belegen die Notwendigkeit, einer Arbeit nachzugehen, wenn man dazu imstande ist.

In diesem Zusammenhang soll auch erörtert werden, welche gesellschaftlichen Folgen es hat, wenn man nicht arbeitet. Die Auseinandersetzung mit der Thematik soll jedoch nicht die Problematik auf dem Arbeitsmarkt ausblenden – in diesem Kontext sollen sich die Schülerinnen und Schüler auch mit der Frage beschäftigen, wie Arbeit überhaupt definiert werden kann und definiert wird.

Beispiele erfolgreicher österreichischer Muslime im Berufsleben

Themenkreis: Islam und Sexualität

Sexualität ist ein natürliches menschliches Bedürfnis

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass Sexualität ein natürliches menschliches Bedürfnis ist und z.B. vom spanischen Gelehrten Ibn Hazm im Rahmen der Ehe als eine der gelebten Vorfreuden auf das Paradies bezeichnet wurde. Auch qur´anische Verse und Überlieferungen des Propheten (a.s.) bestätigen, dass die in der Ehe gelebte sexuelle Beziehung zwischen Mann und Frau ein Ausdruck der Liebe und der Hingabe ist und dass die Frau bei ihrem Mann und der Mann bei seiner Frau den inneren Frieden und die Erfüllung ihrer bzw. seiner Bedürfnisse findet. Es soll den Schülerinnen und Schülern auch vermittelt werden, dass es sich bei der sexuellen Beziehung um eine sehr private und intime Beziehung handelt, welche nicht in der Öffentlichkeit kommuniziert werden sollte (vgl. Bukhari: „Zu denen, die vor Allah am Jüngsten Tag den schlechtesten Stand haben gehört ein Mann, der mit seiner Frau schläft und sie mit ihm und er verbreitet ihr Geheimnis“). Die Schülerinnen und Schüler sollen auch darüber diskutieren, wie ihr Traumpartner bzw. ihre Traumpartnerin aussehen und welche Qualitäten sie oder er mit in die Ehe bringen sollte. In diesem Zusammenhang sollen sie erfahren, welche Regelungen mit der Eheschließung verbunden sind – angefangen von der Morgengabe, über den Ehevertrag bis zur Bedingung, dass beide Ehepartner selbständig und aus freien Stücken die Beziehung eingehen. (vlg. Qur´an: ar-Ruum 30/21; Baqara 2/241 u.a.) sowie unzählige Ahadith, wie etwa folgender: „Ein Mädchen kam zum Propheten (a.s.) und berichtete ihm, dass ihr Vater sie gegen ihren Willen an ihren Vetter verheiratet habe. Daraufhin überließ der Prophet ihr die Sache. Sie sagte dann: „Ich bin damit einverstanden (…) aber ich wollte es den Frauen bekannt werden lassen, dass Väter in dieser Sache nicht die Entscheidungsmacht haben.“ (Ibn Madscha) Weiterhin berichtete Khansaa´, dass ihr Vater sie gegen ihren Willen verheiratet habe, woraufhin der Gesandte Allahs (a.s.) die Ehe für ungültig erklärte. (Bukhari)

Was bedeutet Liebe?

Hat Liebe mit Alter zu tun?

Warum ist zina haram?

Verliebt, verlobt, verheiratet … Ehe im Islam

In diesem Themenbereich sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die islamischen Vorstellungen und Bestimmungen bezüglich der Ehe und der Eheschließung erhalten und diese aus der religiösen Perspektive erarbeiten. Es soll von der Lehrperson darauf hingewiesen werden, dass in Österreich die gesetzlichen Bestimmungen beachtet werden müssen, wenn etwa eine Eheschließung oder eine Scheidung Rechtskraft erlangen soll. Die Lehrerin bzw. der Lehrer sollen den Schülerinnen und Schülern vermitteln, dass jede Ehe im Islam auf der ausdrücklichen Zustimmung der Eheleute gründet und von gegenseitiger Liebe und Barmherzigkeit erfüllt sein sollte. Dies erfordert von beiden Partnern gegenseitigen Respekt und Anerkennung und einen vernünftigen Umgang bei Meinungsverschiedenheiten.

Der Islam erlaubt keine Zwangsheirat

Wirksamkeitsbeginn 1. September 2011

Anlage 4

LEHRPLAN FÜR DEN ISLAMISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN POLYTECHNISCHEN SCHULEN

Allgemeine Bemerkungen

Der Lehrplan für den Islamischen Religionsunterricht an polytechnischen Schulen orientiert sich an dem Lehrplan für den AHS-Bereich der neunten Schulstufe. Die Lehrerin und der Lehrer müssen in ihrer jeweiligen Jahresplanung sowohl ihr Stundenkontingent berücksichtigen als auch eine begründete Auswahl aus den vorgestellten Themenstellungen treffen, welche dann im Unterricht vermittelt werden

9.

SCHULSTUFE: VERTRAUEN IN ALLAH, IN DIE WELT UND IN MICH

Während eines Lebensabschnittes, der häufig gekennzeichnet ist von der Suche nach eigenen Grenzen und Möglichkeiten, von Stimmungsschwankungen zwischen der Lust am Widerstand und allem in Frage Stellen und gleichzeitigem Bedürfnis nach Bestätigung und Akzeptanz innerhalb einer selbstgewählten Gruppe, soll der islamische Religionsunterricht einen Raum anbieten, diese Sinnsuche zu unterstützen. Das Jahresmotto kann dabei immer wieder auf ein zentrales Motiv der Religion verweisen, dem nicht nur in der Pubertät besonderes Gewicht zukommt: Vertrauen. Die Bedeutung von Islam als „Hingabe an Gott“ ist hiermit eng verknüpft. Wer die Harmonie der Schöpfung und die Kraft jedes Teils in ihr verinnerlichen kann, dem erwachsen daraus nicht nur Gottesliebe, sondern auch Selbstvertrauen. Die Welt annehmen zu können, heißt somit sich auch der eigenen Aufgabe in ihr vertrauensvoll zu stellen. Glaubenspraxis ist dabei kein leeres Ritual, sondern stärkt eigene Potentiale und stellt diese in den nachhaltigen Dienst an der Gemeinschaft und der Umwelt.

Somit bildet das Ziel dieser Schulstufe, junge Menschen in der Zeit des Erwachsenwerdens in ihrer Persönlichkeit zu stärken und ihnen über die vertiefte Beschäftigung mit dem Sinn muslimischer gottesdienstlicher Übungen (Ibadah) und der praktischen Glaubenslehre (Aqidah) eine positive Grundhaltung gegenüber sich selbst und der Welt zu vermitteln. Unter diesen Aspekt fallen auch der Erwerb von Kenntnissen im Bereich muslimischer Kulturleistungen und die Hineinnahme der Lebenswirklichkeit Jugendlicher, um Denkanstöße für die ganz persönliche Umsetzung im Hier und Heute zu geben. Religiös mündig zu sein (Mukallaf) soll somit nicht als Belastung und Übertragung von Pflichten negativ konnotiert werden, sondern im Gegenteil das Selbstbewusstsein und die Freude an einer aktiven und sinnerfüllten Lebensgestaltung stärken.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Al-Hadsch – Die Pilgerfahrt

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in diesem Themenkreis mit der Pilgerfahrt auseinandersetzen und ihre Riten und Regeln erlernen. Im Zentrum steht wieder der Sinn der Hadsch und das Wissen, dass nach der Pilgerfahrt alle Sünden vergeben werden und man quasi ein neues Leben beginnen kann. Diese Folge der Hadsch macht sie natürlich außerordentlich beliebt. (vgl. Baqara 2/196 u.a.)

Die Bedeutung der Hadsch

Vorbereitungen der Hadsch

Die verschiedenen Arten der Hadsch

´Arafat

Was macht die Hadsch ungültig?

´Idul-Adha: Das Opferfest

Was ist die ´Umrah (Wallfahrt)?

Der Iman an Yaumul-Akhir (den Jüngsten Tag)

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich weiterhin mit dem Iman an den Jüngsten Tag auseinandersetzen – hier ist die Parallele zur Pilgerfahrt darin gegeben, dass auch am Jüngsten Tag alle Menschen versammelt sein werden und unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem sozialen Status, ihrem Einkommen, ihrem Geschlecht etc. Rechenschaft ablegen müssen. Die Schülerinnen und Schüler erfahren weiterhin, welche Zeichen den Jüngsten Tag ankündigen, welche Namen für ihn verwendet werden und dass bzw. wie Rechenschaft abgelegt wird.

Was ist der Jüngste Tag?

Zeichen des Jüngsten Tages

Namen des Jüngsten Tages

Rechenschaft ablegen

Nachdenken über den Tod

Die spirituelle Dimension des Imans an Yaumul-Akhir äußert sich in dem Nachdenken über den Tod, welcher unmittelbar zum Nachdenken über das eigenen Leben führt und insofern eine katharsische und motivierende Funktion hat. Erst in der Auseinandersetzung mit dem Tod kann der Mensch sein Leben verstehen und schätzen lernen. Die Schülerinnen und Schüler sollen im Nachdenken über den Tod ihre Vorstellungen und Gedanken in den Unterricht einbringen, sodass ausgehend von diesen Inputs eine Behandlung der Thematik erfolgen kann. (vgl. Surah at-Takathur 102 sowie az-Zalzalah 99/7-8 u.a.)

Testament, Bestattungsrituale, Totengebet, Sorge um die Hinterbliebenen

Die Schülerinnen und Schüler sollen praktische Handlungen kennenlernen, die mit dem Sterben in Verbindung stehen. Gottesdienstliche Abläufe sollen bekannt gemacht werden. Verantwortung im Leben reicht auch über den Tod hinaus, indem über eine letzte Verfügung Vorsorge für die Hinterbliebenen getroffen wird. Vgl. Baqara 2/180-182.

Das Leben nach dem Tod

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass sie mit dem Tod in eine andere Welt eintreten, die jetzt nicht sichtbar und nicht fassbar ist. In der Auseinandersetzung mit dem Leben nach dem Tod sollen sie Hoffnung erhalten und ihre Verantwortlichkeit auf Erden klar erkennen.

Ich bin erwachsen! Ich bin Mukallaf!

Mit 14 Jahren erreichen die Schülerinnen und Schüler ihre religiöse Mündigkeit und gelten nun als Erwachsene. Welche Auswirkungen dies auf ihr Leben hat, soll in einer positiven und zukunftsfrohen Art und Weise vermittelt werden.

Baligh, Aaqil, Muslim

Themenkreis: Quellen des Islam

Ich lerne die Sprache des Qur´an kennen

Die Schülerinnen und Schüler haben in der vorherigen Schulstufe erfahren, wie schwierig es ist, mit dem Qur´an zu arbeiten, wenn die arabische Sprache nicht beherrscht wird. In diesem Schuljahr sollen interessierte Schülerinnen und Schüler eine Einführung in die arabische Sprache bekommen, so dass sie am Ende des Jahres dazu in der Lage sind, einzelne Sätze zu bilden und grammatische Strukturen zu erkennen.

Entstehung der Hadith-Wissenschaft

Die Hadith-Wissenschaft ist eine der frühesten islamisch-theologischen Wissenschaften. Die Schülerinnen und Schüler sollen eine Einführung in dieses großartige Wissensgebiet erhalten, und sich auch mit einigen Überlieferern des Hadith beispielhaft auseinandersetzen. Dabei sollen sie auch erfahren, dass Frauen und auch Jugendliche eine sehr große Rolle in der Überlieferung des Hadith gespielt haben.

Asma`ur-Ridschal – Überlieferer des Hadith

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Erst wenn mein Herz beruhigt ist, kann ich mich vertrauensvoll der Welt und den Menschen zuwenden. Die Schülerinnen und Schüler lernen, interpretieren und verstehen in diesem Jahr folgende Verse und Aussprüche des Propheten Muhammad (a.s.), welche sich alle in irgendeiner Weise mit der Thematik des Vertrauens und der Aufrichtigkeit befassen.

Surah 94 / Al-Inschirah

Surah 46/13 / Al-Ahqaf

Hadith: „Verrichte deine Werke in Ikhlas

… (aufrichtiger Ergebenheit) und es werden dir wenige Werke (von dieser Art) ausreichen.“ (Ad-Dailamiy)

Hadith: „Bitte Allah um das absolute Vertrauen und Seinen Schutz.

… Denn es wird keinem Menschen etwas Besseres gegeben – nach dem absoluten Vertrauen – außer Seinem Schutz.“ (`Sahih al-Dschami´)

Themenkreis: Miteinander leben (Adab und Akhlaq)

Ich entwickle mich

Das Vertrauen zu Allah zählt zu den grundlegenden Charaktereigenschaften des gläubigen Menschen. Es wird im Qur´an immer wieder in unterschiedlichen Zusammenhängen betont, etwa in Surah al-Ma’ida 5/11, at-Tauba 9/51; Ibrahim 14/12 oder at-Taghabun 64/13. Diese Verse betonen die Tatsache, dass das Vertrauen in Gott und Seine Weisheit dem Menschen eine starke Persönlichkeit verleihen kann, weil dieser sich praktisch keinem geringeren als dem Schöpfer des Universums selbst anvertraut. In diesen Kontext gehört auch die berühmte Überlieferung des Propheten Muhammad (a.s.) an den Jugendlichen Ibn ´Abbas, als er ihm sagte: „Bewahre Allah, dann wird Allah dich bewahren. Bewahre Allah, und du wirst Ihn immer bei dir finden….“ (Tirmidhi, Ahmad)

Tawakkul – Vertrauen in Allah – sich verlassen auf Allah

Großzügigkeit im Gegensatz zu: Geiz

Die Schülerinnen und Schüler sollen in der Auseinandersetzung zum Beispiel mit dem Vers 2/261 und anderen Quellen erfahren, wie wichtig es ist, großzügig zu sein und wie schädlich es ist, geizig zu sein.

Meine Umgebung und Ich: Ich bin eine Säule der Gesellschaft, in der ich lebe

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit überlegen, welchen Beitrag sie für die Gesellschaft, in der sie leben, leisten – und welchen sie aus ihrer Religiosität heraus leisten könnten oder sogar leisten müssten! In Form von Rollenspielen können sich die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel mit dem Bild der Muslime in der Gesellschaft auseinandersetzen –aber auch Möglichkeiten der Partizipation und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben im wahrsten Sinne des Wortes „durchspielen.“

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Ganz im Rahmen des Jahresmottos sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Rolle der Religionen im Alltag auseinandersetzen und diskutieren, ob die Religionen in der derzeitigen Struktur tatsächlich Lebenshilfe leisten (können) – und was sich verändern müsste, damit diese vornehmste Aufgabe der Religionen wieder mehr ins Zentrum rückt. Besonders spannend wird die Diskussion, wenn sie vom Lehrer fächerübergreifend organisiert wird und sich Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher religiöser Bekenntnisse miteinander über diese Fragestellung austauschen.

Lebenshilfe und die Rolle der Religion

Karitatives religiöses Engagement

Die Natur und Ich: Die Berge als Sinnbilder des Vertrauens

Berge gelten als Sinnbilder des Vertrauens – geben sie doch der Erde Halt (an-Naba‘ 78/7 und an-Nazi’at 79/32). Im Qur´an werden sie in über 40 Versen angesprochen (u.a. in an-Naml 27/88 und al-Fatir 35/27) – ein Grund für den islamischen Religionslehrer und die islamische Religionslehrerin, sich mit ihren Schülerinnen und Schülern den Bergen im Qur´an und Hadith zu widmen – eventuell im Austausch mit der Geographielehrerin oder dem Geographielehrer.

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur und Wissenschaft

Kulturelle Zentren des Islam

In diesem Themenkreis sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit historischen kulturellen Zentren des Islam beschäftigen und feststellen, dass die islamische Kultur und Kunst zwar viele Ähnlichkeiten aufweist, dennoch faszinierende und sehr ausgeprägte regionale Unterschiede deutlich zu erkennen sind. Die Schülerinnen und Schüler sollen unterschiedliche Stilrichtungen kennenlernen und diesen auch ihnen unbekannten Kunstwerken zuordnen können. Sie sollen einen knappen Überblick über die Vielfalt des Islam erhalten, die Menschen beflügelt und nicht eingeengt hat. In Bezug auf ihre eigene Lebenswelt sollen die Schülerinnen und Schüler motiviert werden, je nach Fähigkeiten und Fertigkeiten selber auch künstlerisch tätig zu werden.

Cordoba

Bagdad

Kairo

Maghreb

Damaskus

Samarkand

Istanbul

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Meine Pflichten als Österreicherin / als Österreicher

Aufbauend auf dem wünschenswerten Charakterzug, eine Säule der Gesellschaft zu sein, in der man lebt, soll den Schülerinnen und Schülern angeboten werden, die österreichisch-islamische Identität anzunehmen bzw. sich in Österreich zu Hause zu fühlen und zu wissen – unabhängig von ihrer tatsächlichen Staatsbürgerschaft. Erst in der Hinwendung zu Österreich können sie verantwortliche Mitglieder der Gesellschaft werden und an ihr teilhaben. Dies bedeutet nicht, dass sie ihre eigenen kulturellen Hintergründe (oder die ihrer Eltern) ignorieren oder unterdrücken – im Gegenteil, es sollen alle Elemente ihrer Identität auch von ihnen selber als Tatsachen und Realitäten in ihrem Leben angenommen werden. Ziel ist die verantwortungsvolle und aktive Schülerin bzw. der verantwortungsvolle aktive Schüler.

Ich bin Österreicher/in (bzw. lebe in Österreich) – und bin verantwortlich für meine Heimat bzw. die Gesellschaft, in der ich lebe

Ich beteilige mich an den Wahlen

Ich übernehme Verantwortung in gesellschaftlichen Bereichen,

…. Vereinen, Parteien, Gewerkschaften und Organisationen der Zivilgesellschaft etc.

Ich bin ein aktives Mitglied dieser Gesellschaft

Islam in Spanien (Andalusien – al-Andalus)

Der Islam hat in Spanien eine sehr lange Geschichte, da er vor der Inquisition ca. 700 Jahre dort präsent war. Diese Geschichte sollte in dieser Einheit zumindest in Grundzügen erläutert werden, ehe auf die aktuelle Situation des Islam in Spanien eingegangen wird - in ähnlicher Weise wie über die anderen europäischen Länder in den anderen Schulstufen eingegangen wurde. Erwähnt werden sollte jedoch noch die besondere Beziehung der spanischen Monarchie zu den Habsburgern, welche das österreichische königliche Herrschergeschlecht darstellen – und die Folgen dieser Beziehung. Etwa die „Spanische Hofreitschule“ welche ursprünglich ja die „Arabische Hofreitschule“ war. Was diese Thematik betrifft, so bietet sich ein interdisziplinäres Projekt mit dem Fach Geschichte an.

Geschichte des Islam in Spanien

Das europäische Gesicht des Islam

Kunst und Kultur im islamischen Spanien

Das Miteinander der Religionen in Spanien

Islam in Spanien heute

Themenkreis: Geschichte(n)

Der Prophet Ibrahim / Abraham

Die Geschichte des Stammvaters der Religionen, Ibrahim, ist eine Geschichte, die Zeuge eines von Beginn an grenzenlosen Vertrauens des Propheten in seinen Gott ist. Im Laufe seines Lebens wird dieses Vertrauen immer wieder vertieft und auch demonstriert – angefangen bei dem Feuer, welches ihn vernichten sollte, über seine Auswanderung nach Makkah bis hin zur (verhinderten) Opferung des Sohnes. Doch trotz aller Schwierigkeiten und Anfechtungen vertraute Ibrahim immer auf Gott und wurde daher auch von Ihm besonders ausgezeichnet. Es ist die Erfüllung seines Bittgebets, dass bis heute die Menschen in Scharen nach Makkah strömen – einem damals öden und trostlosem Ort mitten in der Wüste: „Und als Ibrahim sprach: O mein Herr! Mache dieses Land sicher und bewahre mich und meine Kinder vor der Anbetung von Götzen. (…) O unser Herr! Siehe, ich habe einen Teil meiner Nachkommenschaft in einem unfruchtbaren Tal bei Deinem unverletzlichen Hause angesiedelt. O unser Herr! Mögen sie das Gebet verrichten! Und erfülle die Herzen der Menschen mit Liebe zu ihnen und versorge sie mit Früchten, damit sie Dir dankbar sein können ….“ (Ibrahim 14/35-41)

Die Schülerinnen und Schüler sollten darüber hinaus erfahren, dass der Prophet Ibrahim mit seinem Sohn Isma´il die Ka´bah – das erste Gotteshaus auf Erden – mit seinen eigenen Händen baute, die uns bis heute erhalten ist und Ziel aller Pilger in Makkah ist.

Die Mutter von Musa / Moses

Auch die Mutter von Musa bewies extremes Vertrauen in Allah, als sie ihren Sohn den Fluten des Meeres anvertraute, damit ihn die Schlächter des Pharaos nicht erreichen konnten (al-Qasas 28/7-10 u.a.). Die Schülerinnen und Schüler sollen sich intensiv mit dieser Geschichte auseinandersetzen, und erkennen, dass selbstbewusste und gläubige Frauen von Gott ausgewählt und besonders ausgezeichnet werden.

Die Fatimiden

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit der Geschichte und den Errungenschaften der Fatimiden auseinandersetzen und ihre gesellschaftlichen und historischen Leistungen würdigen.

Aktuelles Thema: Islam und Demokratie

Das aktuelle Thema behandelt eine der wichtigsten Themenstellungen des Islams in Europa – nämlich die Beziehung zwischen Islam und Demokratie. Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass Islam und Demokratie einander nicht widersprechen, sondern viele Berührungspunkte und Überschneidungen haben. Sie sollen weiterhin dazu motiviert werden, sich für politische Zusammenhänge zu interessieren und politische Grundstrukturen zu verstehen. Aus diesem Grund werden wesentliche Dimensionen einer Demokratie intensiver besprochen und ihre Bezüge zum Islam verdeutlicht. Letztendlich sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass sie als aktive Mitglieder der demokratischen Gesellschaft auch am politischen Leben partizipieren sollen.

Gewaltenteilung

Pluralismus

Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit

Freie, unabhängige und geheime Wahlen etc.

Wirksamkeitsbeginn 1. September 2011

Anlage 5

LEHRPLAN FÜR DEN ISLAMISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN SONDERSCHULEN

Allgemeine Bemerkungen

Der Lehrplan für den Islamischen Religionsunterricht an der Sonderschule orientiert sich über den im Folgenden dargestellten fachlichen Zielen hinausgehend an dem allgemeinen Bildungsziel der Sonderschule (vgl. Lehrplan der Allgemeinen Sonderschule, Anlage C1, S.1 (BGBl. II Nr. 137/2008 v. 30.4.2008)) und empfiehlt den Einsatz der in selbigem Plan erläuterten Methoden.

Das Aneignen von ethischen, moralischen sowie religiösen Werten wird als wesentlicher Bestandteil des Unterrichts betrachtet; ebenso sind die Würde jedes Menschen, seine Freiheit und Integrität, die Gleichheit aller Menschen, die Gleichstellung der Geschlechter in Familie, Beruf und Gesellschaft wichtige Werte und Erziehungsziele.

Die Schülerinnen und Schüler lernen ihrem Entwicklungsstand entsprechend, sich mit der Religion, mit Fragen, Geboten und Verboten der Religion auseinanderzusetzen.

Eine wesentliche Aufgabe liegt darin, die Schülerinnen und Schüler in der Entwicklung ihrer muslimischen Identität zu unterstützen. Dabei werden besondere Lebenserschwernisse der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf berücksichtigt. Je nach den Erfordernissen können die Lehrkräfte aus dem Lehrplan für die Volksschule inhaltliche und methodische Angaben eigenverantwortlich für diese Schulart übernehmen, bzw. adaptieren.

In den höheren Klassen sollen sie sich am Lehrplan der Hauptschule orientieren und diesen für die eigenen Erfordernisse im Unterricht gegebenenfalls reduzieren, bzw. in der Schwerpunktsetzung Rücksicht auf die individuellen Erfordernisse der zu unterrichtenden Gruppe zu nehmen.

1.

Schulstufe

Allah: Die Schöpferkraft Gottes

Die Schöpferkraft Allahs sollen die Kinder auf dem Weg des Staunens über sich selbst entdecken können. Die Lehrkraft soll unter dem Gedanken: „Ich bin ein Wunder“ Freude am eigenen Sein mit allen Möglichkeiten wecken. Die Kinder sollen sich angenommen fühlen und Allah als Schöpfer verstehen.

Muhammad (a.s.): Ein Vorbild für die Muslime, ein Vorbild für mich

Die Kinder sollen den Propheten Muhammad (a.s.) kennenlernen. Die Religionslehrerinnen und Religionslehrer sollen dabei vor allem auf das Vorbildhafte seines Lebens eingehen und wie er Muslimen ein Beispiel ist. Indem sie Charaktereigenschaften wie die Liebe zu Kindern und die ihnen entgegengebrachte Wertschätzung hervorheben, können sie einen persönlichen, emotionalen Bezug zur Persönlichkeit des Propheten Muhammad (a.s.) schaffen.

Das Gebet: Zwiesprache mit Allah

Die Kinder sollen vom Gebet als Möglichkeit der Zwiesprache mit Allah erfahren. Als dessen unmittelbarste und spontanste Form soll ihnen das frei formulierte Bittgebet näher gebracht werden. Die Kinder sollen erfahren, wie sie alles, was sie bewegt, vor Allah bringen können. Sie sollen auch von den besonderen Worten „bismillahi-rahmani-rahim“ („Im Namen des Gnädigen und Sich Erbarmenden Gottes“) hören und wie sie damit ihre Taten beginnen können, um Allahs Segen und Kraft bei der Ausführung zu erbitten.

Der Qur’an: Wichtigstes Buch für die Muslime

Die Kinder sollen an den Qur´an herangeführt werden und erleben, welche besondere Bedeutung er für die muslimische Gemeinschaft hat. Dazu sollen sie vor allem sinnlich erfahren, warum der Qur´an einen solchen Stellenwert genießt und zum Beispiel die Wirkung einer Rezitation spüren können oder sehen, mit wie viel Wertschätzung das Buch behandelt wird (Berührung nach Möglichkeit nur mit Gebetswaschung, umsichtiger Umgang, etc.).

Die Gesandten: Sie brachten Botschaft vom Einen, Einzigen und Einzigartigen Gott

Die Kinder sollen erfahren, dass Allah viele Gesandte zu den Menschen schickte und wie dabei eine Botschaft im Mittelpunkt steht: Der Eine, Einzige und Einzigartige Gott, Allah. Um dies zu veranschaulichen sollen sie aus der Geschichte des Propheten Ibrahim hören, wie er dies erkannte.

Glaubenspraxis: Wir gehen in eine Moschee

Durch einen Moscheebesuch sollen die Kinder praktisch erfahren, was diese Räumlichkeit für Muslime ausmacht. Begriffe wie „Freitagsgebet“, „Imam“, „Mihrab“ usw. sollen so fasslich werden.

Projekt: Feste im muslimischen Jahreskreis

Die Lehrkraft kann je nach Anlässen im Jahreskreis wie den islamischen Festen Schwerpunkte setzen, die zu einer Beschäftigung in Form eines Projektes Anlass geben. Über die Termine der Feiertage kann den Kindern auch vermittelt werden, dass Muslime nach einem Mondkalender rechnen.

Suren, Arabische Schriftzeichen, Lesen des Qur’ans

Methodenwahl und Zeitpunkt der Umsetzung dieses Themas liegen im Ermessen der Lehrperson.

In Gemeinschaft und Miteinander leben: Klassengemeinschaft

Die Kinder sollen erfahren, was eine gute Gemeinschaft ausmacht: Sich gegenseitig unterstützen, sich wechselseitig respektieren, mit anderen so umgehen, wie man selbst gerne behandelt werden möchte. Je nach den Möglichkeiten in der Klasse soll über die Klassengemeinschaft dieser Gemeinschaftsgedanke erarbeitet werden.

Wir sind Muslime: Ich bin ein Teil der muslimischen Gemeinschaft

Die Kinder sollen die Möglichkeit erhalten, sich als Teil der muslimischen Gemeinde zu erfahren. Die Lehrkraft kann dazu den Grundgedanken: „Du gehörst dazu!“ in den Mittelpunkt stellen und praktische Anknüpfungspunkte bei gemeinsam Erlebtem (Moscheebesuch, Feste feiern) finden. Sicherheit sollen die Kinder auch erfahren, indem sie vom Glauben an die Engel lernen.

Verschiedene Religionen: Gemeinsamkeiten zu erkennen, fördert gegenseitigen Respekt

Die Lehrkraft soll vor dem jeweiligen Erfahrungshintergrund der Kinder (zum Beispiel deren Wahrnehmung des christlichen Weihnachtsfestes) die Vielfalt religiöser Bekenntnisse thematisieren. Die Kinder sollen zu einer Haltung von Respekt gegenüber dem Glauben anderer hingeführt werden. Dazu sollen zuerst einmal Gemeinsamkeiten aufgezeigt werden.

Werteerziehung im Islam: Gutes Zusammenleben braucht Werte

Aus dem Alltag in der Klasse heraus soll die Lehrkraft Bewusstsein für muslimische Werte entwickeln helfen. Die konkrete Themenwahl soll daher auch aus der konkreten Situation in der Gruppe erwachsen können. Es bieten sich Werte wie Ehrlichkeit oder Hilfsbereitschaft an.

2.

Schulstufe

Allah: Seine 99 Namen

Die Schülerinnen und Schüler sollen weitere Eigenschaften Allahs kennenlernen und wissen, dass ihre Beziehung zu Ihm eine sehr persönliche und spezielle Beziehung sein kann. Dazu kann die Lehrkraft von den „99 Namen“ jene auswählen, die die Kinder besonders ansprechen könnten wie „Al Qadir“ (der Allvermögende), „Al Halim“ (der Nachsichtige), „Al Sami‘„ (der Allhörende) oder „Al Basit“ (der Gewährende)

Muhammad (a.s.): Seine Kindheit und Jugend

Die Schülerinnen und Schüler sollen in Grundzügen etwas zur Biographie des Propheten Muhammad (a.s.) erfahren (über die Eltern, seine Geburt, seine Kindheit und Jugend, seine Frau, seine Kinder etc.). Dieser Schwerpunkt auf der Familiengeschichte soll auch bei der zeitlichen Einordnung als letzter der Gesandten helfen, als „Siegel der Propheten“. Von den Schicksalsschlägen in der Jugend wie dem Aufwachsen als Waisenkind zu hören, soll den Kindern Mut machen.

Der Qur’an: Offenbarungsgeschichte und Surah Al Fatiha

Die Schülerinnen und Schüler sollen Informationen zur Offenbarungsgeschichte des Qur´an erhalten. Dabei kann die Lehrkraft inhaltlich an die Geschichte des Propheten Muhammad (a.s.) anschließen. Die Al Fatiha, die eröffnende Surah des Qur´an, soll besonders ausführlich behandelt werden, weil sie nicht nur wichtige Kerninhalte des Islam anspricht, sondern auch praktisch für das Gebet eine besondere Rolle innehat.

Die Gesandten: Musa/Moses (a.s.), Dawud/David (a.s.), Isa/Jesus (a.s.) und ihre Bücher

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass Allah seine Gesandten als Botschafter zu den Menschen entsandte. Sie sollen die Namen und Bücher der Gesandten vor dem Prophet Muhammad (a.s.) kennen und sie historisch einordnen können, indem ihnen einige Details ihrer Geschichte bekannt gemacht werden. Vor allem sollen sie erkennen, dass im Kern die Botschaft des Einen Gottes bei allen Gesandten im Zentrum steht.

Das Gebet: Einführung in das rituelle Gebet

Die Schülerinnen und Schüler sollen langsam in das rituelle Gebet und wie es verrichtet wird, eingeführt werden. Sie sollen wissen, wie wichtig dabei die ehrlich gefasste Absicht und das Verrichten der körperlichen Bewegungen während des Gebets sind (selbst wenn nur im Geiste und nicht tatsächlich ausgeführt, wenn es Hinderungsgründe gibt). So sollen alle Schülerinnen und Schüler um ihre ganz persönlichen Möglichkeiten ein Gebet verrichten zu können wissen und dass sie hier keinesfalls von der Gemeinschaft der Betenden ausgeschlossen sind. Die Lehrkraft soll also vermeiden durch ein Zuviel an Details (vor allem was die Rezitation von Texten betrifft!) den individuellen Antrieb zum Gebet zu blockieren. Die Kinder sollen jederzeit spüren können, dass ihr Gebet ein genauso wertvolles Gebet ist wie bei allen anderen Muslimen, auch wenn sie sich vielleicht beim Memorieren der rituell vorgesehenen Texte schwerer tun.

Glaubenspraxis: Sauberkeit und rituelle Reinheit

Die Kinder sollen mit dem Prinzip: „Sauberkeit ist ein Teil des Glaubens“ vertraut gemacht werden. Die Waschung zur Erlangung der rituellen Reinheit soll ihnen – auch im Hinblick auf das Gebet – vorgestellt werden. Dabei soll die Lehrkraft nicht nur die körperliche, sondern auch die seelische Dimension der Reinlichkeit vermitteln. Die Kinder können so die befreiende und beruhigende Wirkung der Waschung erleben und darin eine persönliche Stärkung erfahren.

Projekt: Wasser

Passend zum Thema der rituellen Reinheit soll über „Wasser“ aus verschiedenen Perspektiven in Form eines Projektes nachgedacht werden. Dazu können die entsprechenden Verse aus dem Qur´an je nach Vermögen der Klasse einbezogen werden und auch Ahadith mit den praktischen Hinweisen auf Wasserschutz zur Anwendung kommen. Wasser soll als ganz besondere Gabe Gottes begriffen werden und der sorgsame Umgang mit Wasser trainiert werden.

Suren, Arabische Schriftzeichen, Lesen des Qur’ans

Methodenwahl und Zeitpunkt der Umsetzung dieses Themas liegen im Ermessen der Lehrperson.

Gemeinschaft: Familie und soziales Umfeld

Über das Thema „Familie“ soll über soziale Beziehungen und den Wert von Gemeinschaft nachgedacht werden. Die Kinder sollen so angeregt werden, über ihre eigenen sozialen Kontakte zu sprechen und wie sie diese am besten gestalten möchten. Unter dem Motto: „Gemeinschaft macht stark!“ lassen sich positive Wirkungen aufzeigen.

Wir sind Muslime: Die Gebetsrichtung nach Mekka bringt uns zusammen

Die Kinder sollen ihr Identitätsgefühl stärken, indem sie muslimisches Gemeinschaftsgefühl erfahren. Passend zu der Beschäftigung mit dem Gebet kann die Lehrkraft ausführlich von der Gebetsrichtung nach Mekka und deren Hintergrund (je nach Vermögen der Kinder) sprechen. So erhalten die Kinder die Gelegenheit, sich die spirituelle Dimension zu vergegenwärtigen, wenn die Gebete von Muslimen rund um den Erdkreis sich bei der Kaaba konzentrieren und hier zusammentreffen.

Verschiedene Religionen: Judentum und Christentum sind verwandte Religionen

Indem die Lehrkraft noch einmal über die Gesandten und die Bücher spricht, die Allah ihnen als Botschaft an die Menschen gab, kann sie einen Bogen zum Judentum und Christentum schlagen. Die Kinder sollen verstehen, dass große Propheten dieser abrahamitischen Religionen gemeinsame Propheten sind.

Werteerziehung im Islam: Bildungsgebot

Das Bildungsgebot im Islam soll vorgestellt werden, ausgehend von der ersten Offenbarung, die der Prophet Muhammad (a.s.) empfing: „Lies!“. Es soll aber auch dargelegt werden, wie das ehrliche Bemühen und die gute Absicht einen Wert an sich darstellen. In diesem Lichte sind dann auch die Leistungen zu messen. Menschen mit besonderen Bedürfnissen sollen so motiviert werden, ihre speziellen Potentiale zu erkennen und auszuschöpfen – frei von Druck und mit Freude.

3.

Schulstufe

Allah: Er ist größer, als alles, was ich mir vorstellen kann

In der weiteren Vertiefung der Einzigkeit und Einzigartigkeit Gottes, Allahs, sollen die Kinder die Surah al-Ikhlas kennenlernen. Dabei soll die Lehrkraft möglichst intensiv auf die Bedeutung eingehen. „Und nichts ist IHM gleich“ kann für die Kinder ein Ausgangspunkt im Nachsinnen darüber sein, dass mit Allah in Seiner Größe nichts vergleichbar ist.

Muhammad (a.s.): Er machte uns vor, wie wir unseren Alltag gestalten

Die Kinder sollen erfahren, dass der Prophet Muhammad (a.s.) allen Muslimen vormachte, wie wir den Islam im Alltag leben. Durch Beispiele sollen sie das Vorbildhafte seines Handelns für sich entdecken. Dazu soll die Lehrkraft möglichst solche Begebenheiten auswählen, die für die Kinder leicht fasslich sind und mit ihrer Lebenswirklichkeit in enger Beziehung stehen. Sind in der Klasse besonders viele Tierfreunde, soll ein Hadith in diesem Bereich gewählt werden. Ist das Essen ein beliebtes Thema können Tischsitten besprochen werden bis hin zu einer verantwortlichen Nahrungsaufnahme um der eigenen Gesundheit willen.

Das Gebet: Gebetsruf und gemeinsames Üben ritueller Texte

Die Kinder sollen den Gebestruf kennenlernen. „Allahu akbar“ schließt dabei an den Gedanken der Unvergleichbarkeit Gottes an. Die Fähigkeit das rituelle Gebet verrichten zu können soll weiter gefördert werden. Dazu sollen nunmehr auch jene Texte mehr und mehr geübt werden, die rituell besonders notwendig sind. Gemeinsames Nachsprechen soll dabei in der Rezitation auch ein ästhetisches Erleben und Verinnerlichen mit sich bringen und daneben die Motivation beim Auswendiglernen steigern.

Der Qur’an: Ich kenne mich aus, wenn ich darin lesen möchte

Die Kinder sollen den Aufbau des Qur´ans kennenlernen und durch praktische Aufschlagübungen möglichst in eigenem Entdecken und durch die Lehrkraft unterstütztem neugierigen Anschauen die Einteilung in Suren und Ayat (Verse), die Nummerierung, die Überschriften, verschiedene Schrifttypen und Markierungen (als Hilfe bei Tadschwid) erkennen. Ist dies nicht möglich, so ist nach Alternativen zu suchen, um möglichst für alle in der Klasse ein sinnliches, durch eigenes Tun gefördertes Erleben zu ermöglichen (spezielle Computerprogramme für Blinde und Sehbehinderte, etc.). Ziel ist es die Beschäftigung mit dem Qur´an so zu fördern, dass der Umgang damit ein Stück Selbstverständlichkeit gewinnt und mit Freude verbunden ist.

Die Gesandten: Yunus (a.s.)

Die Geschichte des Propheten Yunus (a.s.) soll den Kindern unter anderem die Bedeutung von Geduld vermitteln.

Glaubenspraxis: Speisegebote und die Begriffe „haram“ und „halal“

Den Kindern sollen die Speisegebote im Islam vermittelt werden. Je nach Möglichkeit der Intensität sollen anhand dessen auch die Begrifflichkeit „halal“ für das religiös Erlaubte, Reine und „haram“ für das religiös Verbotene erklärt werden.

Projekt: Natur

Ein Lehrausgang in die Natur sei als Möglichkeit für den Ausgang eines Projektes genannt, der zum Anlass werden kann, über Umweltschutz und den islamischen Zugang dazu zu arbeiten. Hierbei kann gut auch an das Thema „Essen“ angeknüpft werden, indem über die Herkunft der Nahrungsmittel gessprochen wird.

Suren, Arabische Schriftzeichen, Lesen des Qur’ans

Methodenwahl und Zeitpunkt der Umsetzung dieses Themas liegen im Ermessen der Lehrperson.

Gemeinschaft: Zakat - Wir haben Rechte aneinander und müssen uns gegenseitig unterstützen

Wurde bisher schon besprochen, welche Bedeutung die Gemeinschaft genießt, soll nun auch die soziale Gerechtigkeit angesprochen werden, nach der jeder in einer Gemeinschaft das Recht auf ein menschenwürdiges Leben haben sollte (genug zu essen, ein Dach über dem Kopf, Bildung, usw.). Die Lehrkraft soll daher die dritte Säule der Zakat (sozial-religiöse Pflichtabgabe) unter diesem Aspekt präsentieren – nicht als Almosen, sondern als Pflicht der Vermögenden an den Bedürftigen für sozialen Ausgleich zu sorgen. Dabei sollen die Kinder auch über ihr eigenes Gerechtigkeitsgefühl an das Thema herangehen können.

Wir Muslime: Pilgerfahrt nach Mekka

Die Pilgerfahrt nach Mekka bringt Muslime einmal in ihrem Leben, wenn sie das Geld für die Reise aufbringen können und gesund sind, in all ihrer Vielfalt zusammen. Über dieses Thema soll der Gedanke der Geschwisterlichkeit beleuchtet werden. Dabei soll zum Beispiel nach Möglichkeit herausgearbeitet werden, dass Arroganz und Überheblichkeit wegen der eigenen Herkunft, des Aussehens oder persönlichen Vermögens im Islam keinen Platz haben sollen. Die Hadsch kann von der Lehrkraft auch unter dem Aspekt gezeigt werden, miteinander in all der Vielfalt der Herkunftsländer und der persönlichen Umstände freundschaftlich und auf gleicher Augenhöhe umzugehen.

Verschiedene Religionen und Weltanschauungen: Vielfalt ist gottgewollt

Die Lehrkraft soll über die Frage nach den religiösen Bekenntnissen oder Weltanschauungen von anderen Kindern an der Schule oder im Bekanntenkreis den religiösen Pluralismus in Österreich ansprechen. Im daraus sich ergebenden Gespräch sollen neben den Gemeinsamkeiten auch Unterschiede angesprochen werden. Idealerweise wäre eine direkte Begegnung etwa mit einer Gruppe, die einen katholischen oder anderen Religionsunterricht an der gleichen Schule besucht, einzuplanen. Das Ziel soll wie in den Jahren zuvor der Aufbau gegenseitigen Respekts und Akzeptanz sein, wobei nunmehr auch Unterschiede hier nicht als Hinderungsgrund empfunden werden sollen. Die Lehrkraft kann dazu auch auf jene Einstellung im Islam verweisen, dass Vielfalt gottgewollt sei.

Werteerziehung im Islam: Leben und Tod

Die Lehrkraft soll mit den Kindern über den Wert des Lebens sprechen und wie jedes Leben absoluten Schutz genießt und mit persönlicher Verantwortung verbunden ist. Die Kinder sollen so ihr eigenes Leben und das anderer als Geschenk Allahs begreifen können. Gleichzeitig soll die Beschäftigung mit dem Leben auch den Tod nicht ausblenden. Behutsam und immer mit dem Ziel vor Augen einen möglichst angstfreien Umgang mit dem Thema zu ermöglichen, soll die Lehrkraft herausarbeiten, dass für Muslime das Leben auch darin Sinn erhält, indem sich der/die Einzelne darin bewährt und „aus dem Leben etwas macht“. Durch gute Taten gewinnen die Muslime die Hoffnung auf das Paradies. Somit ist mit dem Tod im Islam nicht „alles zu Ende“, sondern verbindet sich vielmehr ein „neuer Anfang“. Das Gespräch über solche oft tabuisierten Themen soll die Chance eröffnen, den Kindern ehrliche und Mut machende Ebenen der Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich zu erschließen.

4.

Schulstufe

Allah: Auf Ihn kann ich vertrauen

Die Kinder sollen erfahren, dass Allah immer bei ihnen ist. So soll Gottvertrauen aufgebaut werden, das auch der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zugutekommt.

Muhammad (a.s.): Die Hidschra

Die Kinder sollen von der Hidschra hören und bei diesem Anlass noch einmal das Wissen über den islsmischen Kalender auffrischen. Darüber hinaus sollen sie die Begleitumstände der Flucht aus Makkah erfahren und wie es dem Propheten Muhammad (a.s.) gelang, in Madinah ein neues Gemeinwesen aufzubauen. An dieser Migrationsgeschichte sollen die Kinder erkennen, wie wichtig ein solidarischer Umgang miteinander ist und wie von allen Seiten Anpassungsbereitschaft gefordert war.

Das Gebet: Die spirituelle Dimension

Der Ablauf des rituellen Gebets soll so wiederholt werden, dass dabei die spirituelle Dimension immer mehr zum Tragen kommt. Darüber hinaus sollen auch speziellere Gebetsformen wie das Tarawih-Gebet im Ramadan oder das Gebet mit der Bitte um Rechtleitung (Istikharah) zumindest Erwähnung finden.

Der Qur’an: Die Kunst der Rezitation (Tadschwid)

Die Kinder sollen von der speziellen Vortragsform des Qur`an, dem Tadschwid, mehr Wissen erhalten. Dies soll vor allem über das sinnliche Erleben stattfinden. Die Lehrkraft kann dabei auch Tonmaterial einsetzen. Nach eigener Einschätzung kann sie dabei Suren auswählen, die für die Kinder besonders ansprechend wirken und dabei auch auf deren Inhalte eingehen.

Die Gesandten: Ausgewählte Prophetengeschichten

Die Lehrkraft kann je nach der Interessenlage und dem Vorwissen der Kinder jene Biographien auswählen, die besonders passend für die Gruppe erscheinen. In jedem Fall soll das Vorbildhafte, das auch eine Lehre für heutige Muslime bereit hält, gemeinsam erarbeitet werden.

Glaubenspraxis: Der Monat Ramadan als Motor guten Handelns

Die vierte Säule des Islam, das Fasten im Monat Ramadan, soll den Kindern vorgestellt werden. Dabei ist vor allem auf den sozialen Aspekt Rücksicht zu nehmen, also wie durch das Fasten auch das Bewusstsein für Bedürftigkeit geweckt wird, das sich in mehr aktiver Hilfe niederschlagen soll. Die Lehrkraft soll berücksichtigen, inwieweit das Fastengebot überhaupt auf Schülerinnen und Schüler - zum Zeitpunkt des Unterrichts und in der Zukunft- zutreffen wird. Aber auch hier soll sie aufzeigen, dass nicht aktiv durch eigenes Fasten teilhaben zu können keineswegs einen Grund darstellt, sich weniger als Muslimin oder Muslim zu begreifen. Daher sind die Gründe für Situationen, die vom Fastengebot entbinden, altersgerecht darzulegen. Vor allem sind die Ersatzhandlungen (Speisen von Bedürftigen) zu erklären. Außerdem ist das Fasten auch als Motor für ethisch gutes Handeln zu erklären. Die Kinder sollen verstehen, dass Fasten auch Fasten von schlechter Rede oder schlechten Eigenschaften bedeutet. Dieser Aspekt der Selbsterziehung steht allen Muslimen offen, auch wenn sie gesundheitlich nicht in der Lage zum körperlichen Fasten sind.

Projekt: Im Dialog mit Kindern anderer Religion/Weltanschauung

Je nach den Möglichkeiten an der Schule soll durch die Lehrkraft angestrebt werden, in einem gemeinsamen Projekt mit den anderen Religionslehrerinnen und Religionslehrern die Kinder im Unterricht zusammenzubringen und einen Austausch zu moderieren.

Suren, Arabische Schriftzeichen, Lesen des Qur’ans

Methodenwahl und Zeitpunkt des Beginnens dieses Themas, liegen im Ermessen des Lehrers, jedoch sollten die Schülerinnen und Schüler je nach Fähigkeiten und Möglichkeit in der Lage sein, einige einfache Sätze in der arabischen Sprache zu lesen.

Gemeinschaft: Nachbarschaft

Die Kinder sollen sich mit dem Thema der Nachbarschaft in islamischer Perspektive beschäftigen. Die Rechte der Nachbarn sollen dabei aufzeigen, dass Gemeinschaft und das sich Einsetzen für ein gutes soziales Miteinander keineswegs eine nur innermuslimische Angelegenheit sind. Muslime sind theologisch verpflichtet, sich für das Allgemeinwohl einzusetzen. Die Lehrkraft kann so auch auf die größere Dimension eines gemeinschaftlichen Lebens in Österreich hinführen.

Wir sind Muslime: Islam in Österreich

Die Kinder sollen einige Kenntnisse über die Situation der Muslime in Österreich erwerben. Dazu sollen sie in den historischen Hintergrund des Islamgesetzes von 1912 eingeführt werden und dessen Auswirkungen verstehen. Sie sollen von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich als ihrer Vertretungsorganisation in religiösen Belangen erfahren. Über den Grad der Detaillierung entscheidet die Lehrkraft je nach der Situation. Ziel dieser Einheit soll jedenfalls sein, dass die Kinder die positive Situation der Muslime in Österreich, basierend auf der rechtlichen Anerkennung, erkennen und schätzen können.

Verschiedene Religionen: Buddhismus und Hinduismus

Wenn kein Wiederaufgreifen und eventuelles Vertiefen der früheren Themenstellung im Bereich der abrahamitischen Religionen angezeigt erscheint, so kann die Lehrkraft auch den Blick auf den Buddhismus und den Hinduismus weiten.

Werteerziehung im Islam: Menschenwürde

Die Kinder sollen mit dem Wert der Menschenwürde im Islam bekannt gemacht werden. Die Lehrkraft soll dabei auch an die Situation der jeweiligen Gruppe denken. Spezielle Akzente können so nicht nur auf die Gleichwertigkeit von Mann und Frau und den Anti-Rassismusgedanken gesetzt werden, sondern auch auf Menschen mit besonderen Bedürfnissen und wie diesen nach islamischem Verständnis von Allah oft eine besondere Gnade (Baraka) zuteilwird, sie also keinesfalls als „geringer“ anzusehen sind.

Lehrplan der 5.-9. Schulstufe

Der Lehrer hat sich nach seinem Ermessen in der 5.-9. Schulstufe den Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler entsprechend nach dem Lehrplan für die Hauptschule zu richten. Er kann darüber hinaus gehende Orientierung im Lehrplan für BMHS und AHS finden. Er muss aber den allgemeinen Lehrplan der Sonderschule beachten und auf die unterschiedlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler durch geeignete Fördermaßnahmen eingehen.

Wirksamkeitsbeginn 1. September 2011

Anlage 6

Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht an berufsbildenden Pflichtschulen, berufsbildenden mittleren und höheren Schulen und Anstalten der Lehrer- und Erzieherbildung

Schulstufenbezogene Schwerpunktthemen (Jahresmotto)

Der Lehrplan für BMHS ist für fünf Schulstufen konzipiert, welche mit Ausnahme der letzten Schulstufe (Reifeprüfung) ein thematisch bedeutsames, altersgemäß angepasstes und theologisch gewichtiges Schwerpunktthema behandeln.

Die Schwerpunktthemen ziehen sich jeweils durch das gesamte Schuljahr und sollen immer wieder in den unterschiedlichen Themenkreisen methodisch angemessen und abwechslungsreich erläutert und erarbeitet, sowie auch kontrovers diskutiert und problematisiert werden. Ziel ist es, wesentliche, die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler betreffende Inhalte, ganzheitlich und aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und auf diese Weise einen effektiven Beitrag zur Werteerziehung im islamischen Religionsunterricht zu leisten. Im Zuge des islamischen Religionsunterrichtes sollen die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, auf der Grundlage der erarbeiteten Inhalte eigenständige und begründete Entscheidungen für ihr Leben und ihren Alltag zu treffen.

Für die dreijährigen BMS gelten die Lehrstoffe der neunten, zehnten und elften Schulstufe, für die zweijährige BMS gilt dementsprechend der Lehrstoff der neunten und zehnten Schulstufe und für die einjährige BMS gilt – wie auch für die Polytechnischen Schulen – der Lehrstoff der neunten Schulstufe.

Es liegt dabei im Ermessen der Lehrkraft, Stoff der ersten, zweiten, dritten und vierten Schulstufe zu kombinieren, um auch für diesen Schultyp ein möglichst facettenreiches und in sich abgeschlossenes Unterrichten zu gewährleisten. Dabei müssen allerdings die Inhalte der ersten fünf Themenkreise der jeweiligen Schulstufen vermittelt werden.

Schulstufenbezogene Themenkreise

Innerhalb jeder einzelnen Schulstufe, mit Ausnahme der neunten Schulstufe, befinden sich sieben Themenkreise, welche von der Lehrerin und dem Lehrer in der Klasse je nach Bedarf und Möglichkeit in unterschiedlicher Intensität besprochen werden sollten. Selbstverständlich lassen sich zwischen den einzelnen Themenkreisen auch leicht Verknüpfungen herstellen. In der Unterrichtung der sieben Themenkreise wird eine ausgewogene Behandlung aller islamisch-theologischen, (kultur-)historischen und gesellschaftlich bedeutsamen Inhalte gewährleistet, so dass den Schülerinnen und Schülern eine umfassende und vertiefte islamische Bildung vermittelt wird und sie auf der Grundlage dieses Wissens und der Auseinandersetzung mit diesen Themen zu einer reifen und selbstbewussten Persönlichkeit heranwachsen. Eine besondere Herausforderung stellt die Aufgabe dar, die Schülerinnen und Schüler an die Lektüre von Qur´an und Hadith auch im Original heranzuführen. Hier gelten die entsprechenden Anweisungen in den allgemeinen Bestimmungen.

In diesem Zusammenhang findet eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik der österreichisch-islamischen Identität – auch im Vergleich bzw. in Ergänzung zur europäisch-islamischen Identität statt. Es ist diese Dimension, welche einen wichtigen Inhalt des islamischen Religionsunterrichtes darstellt: dass selbstverständlich kein Widerspruch darin besteht, Österreicherin und Muslimin bzw. Österreicher und Muslim zu sein, sondern dass es sich hier lediglich um verschiedene Kontexte ein und derselben Persönlichkeit handelt.

Der erste Themenkreis Islam leben und verstehen - Islam, Iman, Ihsan beinhaltet die Dimension der islamisch-theologischen Inhalte, welche außer den Grundlagen des Glaubens (Arkanul-Iman) und den Fünf Säulen des Islam (Arkanul-Islam) auch die spirituelle Dimension (Ihsan) ansprechen. Dieser Themenkreis wird ergänzt durch den Themenkreis Quellen des Islam: Hier sollen die Schülerinnen und Schüler die Quellen des Islam selber studieren und Erkenntnisse daraus ziehen. Sie sollen aber auch die Methodik der Erschließung der Quellen erlernen und grundlegende Informationen über diese erhalten. Erst in der eigenen und persönlichen Lesung der Glaubenstexte kann ein persönlicher Bezug zu eben diesen ermöglicht und erfahren werden.

In dem folgenden Themenkreis Islam im Miteinander verwirklichen geht es um die ethisch-moralischen Wertvorstellungen des Islam und ihre Umsetzung in unterschiedlichen Bereichen. Angefangen bei der Selbsterziehung und der Erarbeitung konkreter Werte, die im eigenen Leben umgesetzt werden können, werden darauf aufbauend Werte, welche den gesellschaftlichen Umgang regeln sowie der Dialog mit Menschen anderer Überzeugungen angesprochen. Dabei wurde versucht, mit den Themen so nahe wie möglich von der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler auszugehen, um eine höchstmögliche Identifikation mit den behandelten Werten zu erreichen.

Ein weiterer Fokus liegt außerdem auf dem wesentlichen Schöpfungsziel des Menschen – nämlich Khalifatullah fil-Ard zu sein, Gottes „Sachwalter“ auf Erden. Der Begriff „Sachwalter“ ist dabei nicht mit dem juristischen Terminus zu verwechseln, sondern bezieht sich allein auf die religiöse Dimension von Schöpfungsverantwortung. Dies beinhaltet in konkreter Umsetzung sowohl Fragestellungen des Umwelt- bzw. des Tierschutzes, es betont jedoch auch die klare Verantwortlichkeit eines jeden einzelnen Menschen für die ihn umgebende Natur, die Bodenschätze, die natürlichen Ressourcen etc. Die Schülerinnen und Schüler werden befähigt, diese Verantwortung für die Umwelt und für den Tierschutz zunächst einmal wahrzunehmen und zu erkennen und darüber hinaus Lösungen für die drohenden Probleme der Menschheit zu diskutieren, sich in die aktuelle Nachhaltigkeitsdiskussion in allen ihren Facetten einzubringen. Die Erde wurde den Menschen von Gott als Amanah (anvertrautes Gut) gegeben – einerseits um auf ihr zu leben und das Zusammenleben der Menschen zu ordnen – andererseits aber auch und besonders, um sie neben dem Nutzen, den sie für die Menschheit hat, zu schützen und zu bewahren.

Darüber hinaus erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die sehr umfangreiche islamische Kulturgeschichte mit den Blickfeldern Kunst, Kultur, Wissenschaft, um die Vereinbarkeit des Islam mit eben diesen Bereichen eindrucksvoll zu belegen. Wert wird auch darauf gelegt, den Austausch darzustellen, in dem sich verschiedene Kulturkreise ständig befinden.

Im Themenkreis Muslimsein im österreichischen Berufsleben werden jene Fragestellungen behandelt, die sich auch aktuell aus den Erfahrungen eines beginnenden Einstieges ins Berufsleben ergeben.

Im Themenkreis Geschichte(n) erhalten die Schülerinnen und Schüler einen knappen Überblick über die Stationen der islamischen Geschichte – und zwar wenn möglich anhand von Geschichten. Weiterhin werden interessante Persönlichkeiten vorgestellt und aus verschiedenen Blickrichtungen betrachtet.

Eigener Gestaltungsrahmen der Lehrkraft

Religionslehrerinnen und –lehrer erhalten mit den vorliegenden Lehrplänen einen detaillierten Überblick über Inhalte und Ziele des Unterrichts. Dieser versteht sich als ein Rahmenlehrplan, der weiterhin Freiräume für die individuelle verantwortliche Entscheidung der Unterrichtenden offen lässt, besondere Schwerpunkte und Gewichtungen zu setzen, so dass nicht mit gleicher Intensität alle angeführten Dimensionen zu berücksichtigen sind. Dazu können beispielsweise auch innerhalb der Pläne Verknüpfungen vorgenommen werden oder Anregungen aus den Plänen verwandter Schultypen (AHS – BMHS) aufgenommen werden, da diese sehr ähnliche Strukturen aufweisen. Dies gilt vor allem auch angesichts in unterschiedlicher Länge geführter Schultypen der BMHS, so dass Stoff aus höheren Schulstufen gegebenenfalls vorgezogen werden kann.

9.

Schulstufe: VERTRAUEN IN ALLAH, IN DIE WELT UND MICH

Während eines Lebensabschnittes, der häufig gekennzeichnet ist von der Suche nach eigenen Grenzen und Möglichkeiten, von Stimmungsschwankungen zwischen der Lust am Widerstand und allem in Frage stellen und gleichzeitigem Bedürfnis nach Bestätigung durch Akzeptanz innerhalb einer selbst gewählten Gruppe, bietet der islamische Religionsunterricht einen Raum an, diese Sinnsuche zu unterstützen. Das Jahresmotto kann dabei immer wieder auf ein zentrales Motiv der Religion verweisen, dem nicht nur in der Pubertät besonderes Gewicht zukommt: Vertrauen. Die Bedeutung von Islam als „Hingabe an Gott“ ist hiermit eng verknüpft. Wer die Harmonie der Schöpfung und die Kraft jedes Teils in ihr verinnerlichen kann, dem erwachsen daraus nicht nur Gottesliebe, sondern auch Selbstvertrauen. Die Welt annehmen zu können heißt somit, sich auch der eigenen Aufgabe in ihr vertrauensvoll zu stellen. Glaubenspraxis ist dabei kein leeres Ritual, sondern stärkt eigene Potentiale und stellt diese in den nachhaltigen Dienst an Gemeinschaft und Umwelt.

Somit bildet das Ziel dieser Schulstufe, junge Menschen in der Zeit des Erwachsenwerdens in ihrer Persönlichkeit zu stärken und ihnen über die vertiefte Beschäftigung mit dem Sinn muslimischer Gottesdienste (Ibadah) und der praktischen Glaubenslehre (Aqida) eine positive Grundhaltung gegenüber sich selbst und der Welt zu vermitteln. Unter diesen Aspekt fallen auch der Erwerb von Kenntnissen im Bereich muslimischer Kulturleistungen und die Einbringung der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen, um Denkanstöße für die ganz persönliche Umsetzung im Hier und Heute zu geben. Religiös mündig zu sein (mukallaf) soll somit nicht als Belastung und Übertragung von Pflichten negativ konnotiert werden, sondern im Gegenteil das Selbstbewusstsein und die Freude an einer aktiven und sinnerfüllten Lebensgestaltung stärken.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

„Fünf Säulen“ des Islam

Glaubensbekenntnis, Gebet, sozial-religiöse Pflichabgabe, Fasten und die Pilgerfahrt nach Mekka sollen in vertiefter Dimension, d.h. unter noch stärkerer Einbeziehung der Frage „Warum?“ unterrichtet werden. Vor allem soll diese religiöse Praxis in Beziehung zur eigenen Reife und Mündigkeit (mukallaf) gesetzt werden. So soll erfahrbar gemacht werden, wie religiöse Praxis nicht mit dem bloßen Vollzug von Ritualen zu verwechseln ist, sondern im Leben Halt und Orientierung gibt.

Lehre von der Einheit Gottes (Tauhid)

Die Einzigkeit und Einzigartigkeit Gottes sollen Gegenstand der Betrachtung sein und dabei Schlussfolgerungen auf eine persönliche Grundhaltung im Leben getroffen werden.

Baqara 2/255; al-Hadid 57/2-7; al-Haschr 59/22-24; al-An’am 6/95-103; al-Ikhlas 112

Gebet

Nicht nur das rituelle fünfmalige Pflichtgebet am Tag soll besprochen werden, sondern die Bindung an Allah und Reflektiertheit eigenen Handelns durch weitere Formen des Gebets erläutert werden. So soll das Gebet zur Hilfe vor anstehenden Entscheidungen (Istihara), das Lobpreisen Gottes in spiritueller Versenkung (Dhikr) und die Andacht in der Nacht (Qiyamu -l –lail) besprochen werden.

Baqara 2/238,239; ar-Ra’d 13/28; al-Isra‘ 17/79,80; adh-Dhariyat 51/56,57; al-Bayinah 98/5

Zakat und Sadaqa

Die Pflicht zur Übernahme persönlicher Verantwortung im Eintreten für soziale Gerechtigkeit soll in den Mittelpunkt gerückt werden. Hier geht es um die Wahrung der Grundrechte von Bedürftigen durch Umverteilung von Mitteln und Gütern und die Sorge um das Allgemeinwohl in der Gesellschaft.

Baqara 2/43,267,272-274,276; Ali-Imran 3/92,180; at-Tauba 9/60,103; al-Furqan 25/67; ar-Ruum 30/39; Saba’ 34/39; adh-Dhariyat 51/22.

„Wohltätigkeit vermindert keinesfalls den eigenen Reichtum…“ (Muslim). Die beste Wohltätigkeit ist: „Zu spenden, während du gesund bist und begierig, reich zu sein und ängstlich, zu verarmen. Verzögere das Spenden nicht, bis du auf dem Totenbett liegst.“ (Bukhari und Muslim)

Fasten

Das Gebot des Fastens im Ramadan soll im Zeichen der spirituellen, gesellschaftlichen und sozialen Bedeutung veranschaulicht werden. Wie sich die Gottesbeziehung durch das Fasten verstärkt, soll auch in Reflektion einer damit einhergehenden Verinnerlichung der Relation zwischen Individuum, Gesellschaft und Umwelt gesetzt werden.

Baqara 2/183-185

Hadith:“Allah sagt: Alle Taten der Kinder Adams sind für sie, mit Ausnahme des Fastens, das für Mich ist, und ich werde den Lohn dafür geben.“ (Bukhari und Muslim)

Pilgerfahrt nach Mekka

Die Pilgerfahrt nach Mekka soll nicht nur in ihren Riten besprochen werden, sondern auch in ihrem tieferen Sinn als Chance für einen persönlichen Neuanfang. Als spirituelles und zugleich gesellschaftliches Ereignis spiegelt sie den Gedanken der Einheit in der Vielfalt wider und soll unter diesem Aspekt zur Sprache gebracht werden.

Baqara 2/158 und196-203; Ali-Imran 3/96-97; al-Ma’ida 5/1-2 und 96; al-Hadsch 22/27-30

Hadith:“Wer um Allahs Willen die Pilgerfahrt vollzieht und dabei keine ungehörigen Reden hält und nicht frevelt, der kehrt so zurück wie am Tag, da ihn seine Mutter geboren hat.“ (Bukhari, Muslim, Tirmidhi, Nasa’i)

Glaubensartikel, wahrgenommen in vertiefter Dimension

Der Glaube an die Engel

Baqara 2/285; an-Nisa‘ 4/136

Reife und religiöse Mündigkeit (mukallaf)

Die Komponenten des Status von „Mukallaf“ sollen dargelegt werden: Zurechnungsfähigkeit (Aql), Geschlechtsreife (Balagh) und Muslimsein. Daran anschließend soll diskutiert werden, welche Konsequenzen Mukallaf-Sein mit sich bringt, vor allem in Bezug auf eine stärkere Verantwortlichkeit, die Selbstvertrauen miteinschließt. Darum soll auch ein Schwerpunkt auf die Fähigkeit zwischen religiös Erlaubtem (Halal) und Verbotenem (Haram) zu unterscheiden gelegt werden. Die Klassifizierungen religiöser Bestimmungen (Fard (Wadschib), Mustahab, Mubah, Makruh, Haram) sollen besprochen werden, um die Differenzierungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dies soll verdeutlichen, dass der Islam ein großes Angebot bereithält, nicht in Schwarz-Weiß Denken zu verfallen. Damit wird auch die persönliche Reife herausgefordert, die eigene Urteilsfähigkeit im Sinne differenzierter Bewertungen zu trainieren.

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