Bekanntmachung der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur betreffend die Lehrpläne für den islamischen Religionsunterricht an Pflichtschulen, mittleren und höheren Schulen

Typ Verordnung
Veröffentlichung 2011-07-26
Status In Kraft
Ministerium BKA (Bundeskanzleramt)
Quelle RIS
Artikel Not indexed
Änderungshistorie JSON API

Den Schülerinnen und Schülern soll in dieser Einheit Umweltschutz als genuiner Inhalt des Islams verdeutlicht werden. Die Liebe zur Natur ist die Grundlage für die Verantwortlichkeit ihr gegenüber, was ausdrücklich auch in vielen Textquellen verankert ist. Indem sich Allah mit Seinen absoluten Eigenschaften überall in der Natur offenbart, soll die Natur als ein wunderbares Zeichen Seiner Schöpfung geachtet und bewahrt werden.

Der Nutzen der Natur (Abasa 80/24-32)

Die Schönheit der Natur (An-Naml 27/60)

Kein Muslim pflanzt eine Pflanze oder sät Samen aus, und es isst davon ein Mensch oder ein Tier, ohne dass er dafür Sadaqah bekommt. (Ahmad)

Menschen tragen Verantwortung für die Natur

Al-A´raf 7/56 sowie: Der Prophet (a.s.) beobachtete einen Mann, während dieser die Gebetswaschung vornahm und ermahnte ihn, nicht so viel Wasser zu verbrauchen. „Kann man denn beim Wasserverbrauch verschwenden?“ fragte der Sahabi? Der Prophet (a.s.) antwortete: „Ja, selbst wenn du bei einem fließenden Fluss Wudu machst!“ (Ibn Madscha)

Die Natur weist auf Allah hin

Veränderung der Natur hat Folgen für den Menschen (Surah ar-Ruum )

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur, Wissenschaft

Malerei: die Entdeckung der floralen Kunst

In diesem Jahr sollen die Schülerinnen und Schüler eine theoretische und praktische Einführung in die Entdeckung der floralen Kunst erhalten. Die Arabeske, welche als genuin „islamisches“ Kunstelement betrachtet werden kann, wurde von muslimischen Künstlerinnen und Künstlern in Andalusien entwickelt. Wenn möglich sollten sich die Religionslehrerin und der Religionslehrer darum bemühen, diese Inhalte in Kooperation mit dem Fach Kunst zu unterrichten. In der Auseinandersetzung mit der sogenannten gemalten Mathematik erfahren die Schülerinnen und Schüler weiterhin, wie sehr mathematische Formeln das islamische Kunstverständnis beeinflusst haben.

Die Arabeske – ein genuin „islamisches“ Kunstelement

Gemalte Mathematik: Geometrie in der islamischen Kunst

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Im 2. AHS-Jahr sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die islamische Infrastruktur in Österreich mit ihren Moscheen, Schulen, Kindergärten etc. erhalten, damit sie erkennen, wie integriert Muslime in dieser Gesellschaft sind und wie selbstverständlich es auch ein „islamisches“ Leben in Österreich gibt. In diesem Zusammenhang soll die Lehrerin und der Lehrer die Schülerinnen und Schüler dazu motivieren, zu erkennen, in welchen Bereichen noch viel Nachholbedarf existiert (etwa Kunst und Musik) und wie wichtig es ist, dass Muslime sich nicht nur auf ihre eigenen Bedürfnisse und Einrichtungen konzentrieren, sondern darüber hinaus Anteil am gesellschaftlichen Leben nehmen und einen konstruktiven Beitrag für die Gesellschaft insgesamt leisten.

Islamische Infrastruktur in Österreich

Moscheen

Schulen

Geschäfte

Islam in Mittel- und Südeuropa

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit erfahren, dass der Islam in Südeuropa eine lange Geschichte hat, die jedoch relativ unbekannt ist. In der Betrachtung der aktuellen Situation des Islams in Italien und Griechenland sollen sie Parallelen zum islamischen Leben in Österreich ziehen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede benennen können. Die Situation des Islam in der Schweiz soll auch dargestellt und erörtert werden, da sie sich doch sehr von den südeuropäischen Ländern unterscheidet.

Italien

Griechenland

Schweiz

Themenkreis: Geschichte(n)

Der Prophet Sulaiman / Salomon

Die Geschichte des königlichen Propheten Sulaiman berührt in seiner Begegnung mit den Ameisen die Thematik des Jahresmottos, so dass die Schülerinnen und Schüler aufgefordert werden können, aus seiner Geschichte Grundsätze für die Bewahrung der Schöpfung und den Umgang mit Tieren zu erarbeiten. In der Beschäftigung mit weiteren Aspekten der Lebensgeschichte des Propheten Sulaiman erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass schon vor langer Zeit Frauen als gerechte Herrscherinnen agierten und dass allzu viel Prunk und Glanz die Konzentration auf das Wesentliche verhindern können. (vgl. Surah An-Naml/die Ameisen etc.)

Die vier Kalifen

Die Schülerinnen und Schüler erhalten in dieser Einheit einen Überblick über die Zeit und die Persönlichkeiten der so genannten rechtgeleiteten Kalifen.

Abu Bakr, Umar, Uthman, Ali

Aktuelles Thema: Gentechnik

Passend zum Jahresmotto sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem aktuellen Thema der Gentechnik und den verschiedenen Ansichten zu ihrem Einsatz auseinandersetzen und zu einer selbständigen und begründeten Einschätzung derselben gelangen. Dabei sollen sie Gentechnik im Bereich der Medizin oder auch im Bereich der Nahrungsmittel genauer betrachten und darüber reflektieren, ob Gentechnik ein Mittel zur Optimierung der Schöpfung sein kann.

Gentechnik – ein Mittel zur Optimierung der Schöpfung?

Gentechnik im Bereich der Nahrungsmittel

Gentechnik im Bereich der Medizin

Probleme

7.

SCHULSTUFE: WIE WERDE ICH STARK?

Im Zeitalter des maßlosen Fernsehkonsums und der weit verbreiteten, sehr realistisch gestalteten Gewaltspiele, im Zeitalter der visuellen Reize und emotionalen Herausforderungen scheint Gewalt für viele Jugendliche ein möglicher Weg zur Konfliktlösung zu sein. Schon in der 1. Schulstufe AHS hat sich der islamische Religionsunterricht dieser aktuellen Thematik angenommen, in diesem Schuljahr soll sie intensiver und aus verschiedenen Blickrichtungen heraus besprochen werden. Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Stärke nicht mit Gewalttätigkeit verwechselt werden darf, sondern dass echte Stärke in der Bildung einer starken und ausgeglichenen, friedlichen Persönlichkeit besteht, so wie es der Prophet Muhammad (a.s.) in einer Überlieferung definiert hat: „Stark ist nicht der Gewalttätige, sondern stark ist, wer sich im Zorn beherrscht.“ In diesem Zusammenhang ist es sicherlich sinnvoll, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass es manchmal notwendig ist, auch einmal gegen den Strom zu schwimmen und ein klares Nein! auszusprechen. Ein Nein zu Gewalt, ein Nein zu Rassismus und Nationalismus etwa. Die Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin zwischen positiver und negativer körperlicher Stärke differenzieren und lernen, dass Energie, welche in diesem Alter oftmals in großem Ausmaß vorhanden ist, gebündelt und in sinnvolle Handlungen eingebracht werden sollte.

Am Themenkreis der Zakat wird die Position des Islam gegenüber den so genannten „Armen und Schwachen“ der Gesellschaft deutlich. Almosen annehmen zu müssen von Menschen, die selber entscheiden können, ob sie spenden wollen oder nicht, bedeutet für den Almosenempfänger eine dem Menschen nicht würdige Abhängigkeit. Dagegen steht ihnen im Islam ein bestimmter Anteil am Besitz der Wohlhabenden – die Zakat als religiöse Pflichtabgabe – fest und unabänderlich zu.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Zakat (sozial religiöse Pflichtabgabe) und verborgene Sadaqa

Zakat als sozial religiöse Pflichtabgabe gehört zu den fünf Säulen des Islam und Informationen darüber zum Basiswissen eines Muslims. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit dem Sinn der Zakat und ihrer Funktion aus wirtschaftspolitischer Sicht auseinandersetzen und verstehen, dass Zakat aus religiöser Perspektive ein Recht bedürftiger Menschen und kein Almosen darstellt.

Arten der Zakat

Zakat als wirtschaftspolitisches Instrument

Zakat als Reinigung des Vermögens

Beteiligte an der Zakat

Unterschied von Zakat und Sadaqa

Wichtig ist, dass der Unterschied zwischen Zakat als sozial-religiöser Pflichtabgabe und Sadaqa als freiwilliger Spende deutlich erkannt wird, wobei beiden gemeinsam ist, dass sie als eine Form der Reinigung des Vermögens betrachtet werden.

Der Iman an die offenbarten Bücher

Warum gibt es überhaupt Offenbarung? Mit dieser Kernfrage sollen sich die Schülerinnen und Schüler der dritten AHS-Schulstufe beschäftigen und eigene Antworten dafür entwickeln. Zu den Grundlagen des islamischen Glaubenssystems gehört auch der Glaube an alle Propheten sowie an die Bücher, die ihnen offenbart wurden – so dass Kenntnisse über diese Bücher auch für die Muslime grundlegenden Charakter haben. Es soll in diesem Zusammenhang auch erarbeitet werden, warum mit dem Qur´an ein abschließendes Buch offenbart wurde.

Warum überhaupt Offenbarung?

Wir glauben an alle Bücher

Welche Bücher wurden offenbart?

Musa / Moses (a.s.): At-Taurat / die Thora

Dawud / David (a.s.): Az-Zabur / die Psalmen

Isa / Jesus (a.s.): Al-Indschil / das Evangelium

Muhammad (a.s.): Al-Qur´an / der Qur´an

Warum ein abschließendes Buch?

Die Vorzüge der Qur´anlesung

Dass die regelmäßige und gekonnte Qur´anrezitation das Herz belebt und Kraft schenkt, ist Inhalt des letzten Abschnittes. In diesem Zusammenhang sollen die Schülerinnen und Schüler die grundlegenden Regeln der Qur´anrezitation erlernen.

Themenkreis: Quellen des Islam

Wie hat uns der Qur´an erreicht?

Die Schülerinnen und Schüler haben in den vergangen Jahren einige Grundkenntnisse über den Qur´an und die Sunnah des Propheten (a.s.) erhalten und sollen in diesem Jahr darauf aufbauend lernen, wie der Qur´an überliefert und bewahrt wurde und welche wissenschaftlichen Bemühungen hinter dieser Anstrengung verborgen sind. Sie erfahren, dass der Qur´an sowohl mündlich als auch schriftlich vielfach und kontinuierlich überliefert wurde.

In den Herzen bewahrt – mündlich überliefert

Schriftlich bewahrt – schriftlich überliefert

Vielfach und kontinuierlich (Tawatur) authentisch überliefert

Das Versprechen Allahs

Die wichtigsten Hadith-Überlieferer

Die Schülerinnen und Schüler lernen die wichtigsten Hadith-Überlieferer kennen und erfahren, dass unter ihnen auch bedeutende Frauen waren. In der Auseinandersetzung mit ihren Biographien erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Bild über den Propheten Muhammad (a.s.), welches von seinen Augenzeugen und Anhängern überliefert wurde.

Aischa, Um Salama, Umar, Ali, Abu Huraira, Ibn Abbas, Ibn Umar, etc.

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Auch in dieser Schulstufe sollen die Schülerinnen und Schüler Originalquellen lesen, verstehen, interpretieren und lernen. Angefangen von den Versen am Ende von Suratul-Baqarah, welche Allahs Eigenschaften beschreiben und das Glaubensbekenntnis mehr oder minder zusammenfassen über kleine Suren, welche sich mit dem Streben nach immer mehr (Gütern, Leben, Jugend etc.) und mit der Hilfeleistung anderen Menschen gegenüber befassen über die Ahadith des Propheten (a.s.), der die Gläubigen einerseits davor warnt, falsche Verdächtigungen zu äußern und andererseits Empfehlungen äußert, die zornige Menschen wieder zur Vernunft bringen können.

Baqara 2/284-286 (Allah gebührt, was in den Himmeln und auf Erden ist, …)

Al-Takathur/Der Überfluss, Al-Ma´un/die Hilfeleistung (Surah 102 u. 107)

Hadith: Hütet euch vor Verdächtigungen...

Hadith: Wenn einer von euch zornig ist …

Themenkreis: Miteinander leben

Ich entwickle mich

Wie schafft es ein Mensch, echte Stärke zu äußern? Der Prophet Muhammad (a.s.) gibt da klare Anweisungen und betont, dass die Stärke des Menschen nicht in der Gewalttätigkeit bzw. der Gewaltbereitschaft liegt, sondern in seiner Fähigkeit, sich im Zorn zu beherrschen (vgl. Hadith bei Ahmad, sowie „Wenn einer von euch erzürnt, soll er schweigen.“ (Ahmad ibn Hanbal) etc.). Weiterhin erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass es besser ist, sich unter die Menschen zu mischen und mit ihnen zu leben – selbst wenn man dabei Unrecht oder Unannehmlichkeiten erfährt – als sich zum Gottesdienst zurückzuziehen; und dass Sanftmut und Geduld im Umgang mit den Menschen von Allah geliebte Charaktereigenschaften sind. (vgl. Baqara 2/153, Ali-Imran 3/200, az-Zumar 39/10 sowie Muslim, Tirmidhi und Nasa´i etc.). Abschließend erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass Vertrauenswürdigkeit eng verknüpft ist mit dem Respekt anderen Menschen gegenüber. (vgl. „Muslim ist, vor dessen Zunge und Hand die Menschen sicher sind.“ Tirmidhi, Nasa´i etc.)

Geduld im Gegensatz zu: Eile

Stärke = Selbstbeherrschung

Vertrauenswürdig sein

Meine Umgebung und Ich

„Der Beste von euch ist der, der den Menschen am Nützlichsten ist.“ Dieser Ausspruch des Propheten Muhammad (a.s.) kann als Motto für diese Einheit betrachtet werden, in der es um Hilfsbereitschaft und Opferbereitschaft als zwei wichtige Charaktereigenschaften im Umgang mit anderen Menschen geht. Es sind Dimensionen, welche heute immer weniger Bedeutung haben, weil sich viele Menschen mit ihren Schwierigkeiten und Problemen zurückziehen und für Hilfsangebote nicht mehr erreichbar sind. Die Religionslehrerin und der Religionslehrer sollen mit ihren Schülerinnen und Schülern in diesem Kontext erarbeiten, wie sehr sich die Beziehungen auch zwischen fremden Menschen verändern und verbessern können, wenn diese beiden Dimensionen einen präsenteren Platz in unserem Leben finden würden. (vgl. al-Ma’ida 5/2, sowie: Wer einem Menschen eine Last abnimmt … sowie: Der Mu´min ist für den Mu´min wie ein Gebäude, dessen einer Teil den anderen stützt. (Bukhari und Muslim))

Hilfsbereitschaft

Opferbereitschaft

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Ergänzend zur Auseinandersetzung mit den offenbarten Büchern im ersten Themenkreis dieser Schulstufe lernen die Schülerinnen und Schüler das Evangelium und die Thora möglichst aus erster Hand kennen und besuchen ein Gotteshaus einer anderen Religionsgemeinschaft. In der Begegnung mit Vertretern der anderen Religionen können eigene Fragen gestellt und je nach Bedarf auch Themen tiefer behandelt werden. Wichtiger als die Feststellung und dann die Auseinandersetzung mit den Unterschieden zur anderen Religion ist jedoch die Feststellung und Auseinandersetzung mit den Gemeinsamkeiten derselben, denn diese sind Grundlage für eine von Respekt, Kooperation und gegenseitiger Anerkennung geprägten Umgangsweise.

Wir lernen das Evangelium und die Thora kennen

Gotteshäuser – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Die Natur und Ich

In diesem Jahr sollen im Qur´an erwähnte „starke“ Elemente wie Eisen und Kupfer genauer betrachtet und ihre Nutzung durch den Menschen erläutert werden. Unerlässlich ist darauf aufbauend die Erörterung der Bedeutung der Rohstoffe für die Entwicklung der Menschheit – auch und besonders unter dem Aspekt des Rizq (Versorgung), den Allah unter den Menschen verteilt hat und den die Menschen gerecht verteilen sollten. (vgl. al-Kahf 18/96; al-Hadid 57/25; Saba‘ 34/10 sowie Ali-Imran 3/27; ar-Ra’d 13/26; an-Naml 16/71; al-Isra 17/30; al-Ankabut 29/62; az-Zumar 39/47,52; Saba‘ 34/39; asch-Schura 42/12,27 etc.)

Die Elemente im Qur´an und ihre Nutzung durch den Menschen

Die Bedeutung der Rohstoffe für die Entwicklung der Menschheit

Rizq – die gerechte Verteilung Allahs

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur, Wissenschaft

Architektur im islamischen Kulturraum

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über die Architektur im islamischen Kulturraum erhalten, wobei die Lehrerin bzw. der Lehrer angesichts des Umfangs einen räumlichen Schwerpunkt setzen kann. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass eine religiös motivierte Reise zum Besuch einer Moschee nur auf drei Moscheen begrenzt ist: zum Masdschidul-Haram in Makkah, zum Masdschidun-Nabawi in Madinah und zum Masdschidul-Aqsa in Quds (Jerusalem). Pilgerfahrten und ähnliche religiöse Fahrten zu anderen Orten finden im Islam keinen Platz.

Besondere Beachtung sollen außergewöhnliche Moscheebauten in unterschiedlichen Kontinenten erhalten, da hiermit auch ein Bewusstsein für die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten einer Moschee entwickelt werden soll. Da Moscheen in Indien sich etwa von Moscheebauten im arabischen Raum oder auch in der Türkei unterscheiden, sollte es durchaus möglich sein, in Europa einen eigenen Stil im Bau der Moscheen zu entwickeln. Die USA als Beispiel für die Weiterentwicklung im Moscheebau wurde deshalb ausgewählt, weil es dort mehr als 2000 Moscheen gibt, die traditionelle Bauweisen aus den islamischen Herkunftsländern mit moderner amerikanischer Architektur verbinden. Die Schülerinnen und Schüler als zukünftige Gestalter in den islamischen Communities sollen sich daher schon in der Schule mit der Frage beschäftigen dürfen, ob, und wenn ja, wie sich im Bereich des Moscheebaus der Islam einer neuen Lebenswelt anpassen kann.

Außergewöhnliche Moscheebauten in allen Kontinenten

Makkah, Madinah und Quds

Die blaue Moschee in Istanbul, Moscheen in Indien, im Irak, im Maghreb etc.

Moscheebau in Amerika

Moscheebau in Europa: den Islam in eine neue Lebenswelt integrieren

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Islam in Österreich in Zahlen

Wie viele Muslime leben in Österreich? Wie sind ihre Lebensbedingungen? Wie viele muslimische Schülerinnen und Schüler besuchen den islamischen Religionsunterricht? Diese und viele weitere Fragen sollen sich die Schülerinnen und Schüler in dieser Schulstufe stellen, um sich ein sachliches Bild über die Muslime in Österreich zu machen. Je nach Interessen der Schülerinnen und Schüler können dann einzelne Dimensionen dieser statistischen Ergebnisse näher diskutiert und erörtert werden – etwa Daten zum Bildungsstand junger Musliminnen und Muslime.

Bekannte österreichische Muslime

Was verbindet Karl Eduard Hammerschmidt mit Muhammad Asad alias Leopold Weiss oder auch Muhammet Akagündüz? Sie alle sind österreichische Muslime, die Besonderes für ihre Heimat geleistet haben – jeder in seinem Bereich. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit muslimischen Role-Models auseinandersetzen, die in ihrer Person belegen, dass Muslimsein und Österreicher-Sein sehr gut zusammenpassen.

Islam in Westeuropa

Wie schon in den vorhergehenden Schulstufen sollen sich die Schülerinnen und Schüler über den Islam in Frankreich und Belgien sowie die Einrichtungen der Muslime dort informieren und Zahlen, Daten und Fakten über das muslimische Leben dort sammeln und präsentieren – möglichst im Vergleich zu Österreich.

Frankreich

Belgien

Themenkreis: Geschichte(n)

Der Prophet Musa / Moses

Der Prophet Moses ist einer der größten Propheten im Islam – auch weil ihm die Thora offenbart wurde. Seine Lebensgeschichte berührt viele sehr unterschiedliche Themen, von denen besonders einer die Thematik des Jahresmottos anspricht – und zwar Musa und Schu´aib. Als die Tochter des letzteren ihrem Vater vorschlug, dass der „starke und gläubige“ Musa doch der beste Mann sei, der ihn unterstützen könne, bewies sie eine tiefe Menschenkenntnis und die Fähigkeit, für das Gut ihres Vaters zu sorgen.

Weitere wichtige Stationen im Leben von Musa sind seine Beziehung zu seiner Mutter, sowie seine Beziehung zum Pharao und zu den Menschen in Ägypten, sein Wettbewerb mit den Zauberern und letztendlich seine Aufgabe, sein Volk zu befreien und es auf den rechten Weg zu leiten.

Je nach Möglichkeit kann auch noch die Geschichte von Musa und seinem Lehrer besprochen werden.

Die Umayaden

Die Umayaden waren die erste Herrscherdynastie nach den vier rechtgeleiteten Kalifen. Die Schülerinnen und Schüler sollen einen Überblick über das Kalifat der Umayaden und ihre wichtigsten Herrscher sowie über die gesellschaftlichen Veränderungen in dieser Zeitepoche erhalten.

Aktuelles Thema: Nationalismus und Rassismus

Nationalismus und Rassismus

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass der Islam jeglichen Rassismus und übertriebenen Nationalismus ablehnt. In der Auseinandersetzung mit dem Qur´an können sie feststellen, dass Satan als erster Rassist der Geschichte betrachtet werden kann, weil er sich allein aufgrund seiner Erschaffung aus Feuer für besser als den Menschen hielt. (al-A’raf 7/12) In der Auseinandersetzung mit der Lebensgeschichte von Malcolm X erfahren die Schülerinnen und Schüler an einem relativ aktuellen Beispiel die Kraft des Anti-Rassismusgedankens im Islam. Weiterhin können sie im Besuch verschiedener Moscheen und Vereine in Wien erleben, wie verbindend Religion sein kann (etwa beim Besuch der bengalischen, der albanischen, der mazedonischen oder einer afrikanischen Moschee etc).

Ablehnung von jeglichem Rassismus und jeglicher Diskriminierung

Der Islam verbietet Rassismus. Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit werden theologisch begründet abgelehnt. Ausgehend davon, auch ein religiöses Unrechtsbewusstsein zu wecken, wenn es um Fälle von Diskriminierung geht, soll die Situation in Österreich besprochen werden. Dabei soll ein besonderer Schwerpunkt darauf gelegt werden, welchen Schutz Religionsfreiheit genießt

8.

SCHULSTUFE: DEN ANDEREN RESPEKTIEREN

Dieser Schwerpunkt hebt noch deutlicher als zuvor die sozio-psychologische Dimension des islamischen Religionsunterrichts hervor. Er verbindet die drei vorher erwähnten Schwerpunkte und führt die Schülerinnen und Schüler nach der Festigung der eigenen Persönlichkeit zum Anderen – sei es die Freundin, ein Schulkollege oder auch das andere Geschlecht. Das eigene Ich wird dezentral und räumt dem Anderen einen festen Platz ein. Jugendliche möchten ausprobieren, ihre Grenzen kennenlernen. Dies geschieht häufig durch intensiven, oft provokanten Kontakt mit Gleichaltrigen. Hier setzt die islamische Religionslehrerin und der Religionslehrer an und stellt ihren bzw. seinen Schülerinnen und Schülern bewusst die islamischen Werte wie Barmherzigkeit, Hilfsbereitschaft, Mut und Sanftmut, Bescheidenheit u.a. vor, um sie zu motivieren, diese auch in ihrem eigenen täglichen Leben umzusetzen. Beginnend mit der Thematisierung der Zakat und Sadaqah werden darauf aufbauend die sozialen Hintergründe dieser Gottesdienste erläutert. Schülerinnen und Schüler können in diesem Zusammenhang interessante, neue und alternative Formen der Umsetzung diskutieren und eventuell sogar durchführen (etwa eine Spendenaktion für Obdachlose o.ä.). In diesen und ähnlichen Solidaritätsprojekten können sie die Wirkung ihres Verhaltens konkret erfahren und sie dann auch im außerschulischen Bereich umsetzen. Das Fazit dieser Schulstufe könnte lauten: Wer tolerant mit Menschen umgeht, gewinnt dauerhaft ihre Liebe und ihren Respekt.

Dies gilt auch für die Beziehungen zwischen Mann und Frau – in der Behandlung der Thematik der Sexualität im Islam erfahren die Schülerinnen und Schüler, warum Gott Liebe und Barmherzigkeit zwischen die Ehepartner gesetzt hat.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

As-Siyam - Das Fasten

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler das rituelle Fasten als eine der fünf Säulen des Islam kennenlernen und alle Regeln, welche damit verknüpft sind, erlernen. Besondere Betonung soll auch hier der Sinn des Fastens als ein unsichtbarer Gottesdienst (Ibadah) erhalten und das Fasten als einmalige Gelegenheit erkannt werden, etwas Gutes für sich selbst zu tun. Auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fasten in anderen Religionen und Kulturen sollte in diesem Schuljahr seinen Raum finden.

Es ist in diesem Zusammenhang unabdingbar, dass die Schülerinnen und Schüler Basisinformationen über den Ramadan und die besonderen Gebete im Ramadan sowie Lailatul-Qadr erhalten. Ein gemeinsames Iftar (Mahl des Fastenbrechens) – eventuell auch im Kreise der gesamten Schulstufe – würde dieser Einheit eine besondere Note verleihen und die Beziehungen zwischen den Schülerinnen und Schülern erweitern und vertiefen. (vgl. Baqara 2/183 u.a.)

In diesem Zusammenhang kann auch die erste Offenbarung des Qur´ans, welche ja im Ramadan stattgefunden hat, besprochen werden – oder auch die Bedeutung des Hidschri-Kalenders für den Monat Ramadan: er sorgt dafür, dass der Ramadan durch die Jahreszeiten wandert und jeder Mensch mal im Sommer und mal im Winter fastet – d.h. keiner nur aufgrund seines Wohnortes länger oder unter schwierigeren Bedingungen fasten müsste als jemand anderes.

Warum fasten?

Wie fasten?

Wer fastet?

Wann fasten?

Was tun bei Fehlern?

Ramadan

Lailatul-Qadr

Tarawih und Tahad-schud

Sadaqatul-Fitr - Pflichtabgabe am Ende des Ramadan

Der Iman an die Propheten

Jede Muslimin und jeder Muslim verinnerlicht den Iman an alle Propheten – ohne Unterschied: „Wir machen keinen Unterschied bei keinem Seiner Gesandten.“ (Baqara 2/285; vgl. auch an-Nisa 4/164; al-An’am 6/83-90; Hud 11/120 etc. sowie die Ahadith bei Bukhari, Muslim, Ahmad u.a.)

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit der Frage beschäftigen, warum überhaupt Propheten gesandt wurden, was ihre Eigenschaften waren, ihre Aufgaben, ihre Namen etc. Die Unterschiede zwischen Rasul (Gesandter) und Nabiy (Prophet) sollen in diesem Kontext ebenso thematisiert werden wie die Entscheidungskraft der sogenannten Ulul-Azm und andere wesentliche Themen der Prophetenschaft, wie etwa die Frage, ob zu jeder Ummah ein Gesandter geschickt wurde. (vgl. al-Fatir 35/24)

Warum Propheten?

Eigenschaften, Aufgaben, Zahl und Namen der Propheten

Ulul-Azm und die Unterschiede zwischen Rasul und Nabiy

Für jede Ummah gibt es einen Gesandten

Karamah (Zeichen der Nähe Gottes) und Mu´dschiza (Wunder)

Das Gebet in der Nacht

Der Aufbau einer persönlichen Beziehung zu Gott kann nur in einer privaten und persönlichen Atmosphäre geschehen. Auch aus diesem Grund berichtete der Prophet Muhammad (a.s.), dass das lange Stehen im Gebet (Qunut) mitten in der Nacht als das beste Gebet betrachtet wird. Die Schülerinnen und Schüler sollen besprechen, inwiefern dieses Gebet tatsächlich die Beziehung des Menschen zu Gott vertieft und spirituelles Erleben fördern kann. Viele Ayat und Ahadith beschreiben die Vorzüge des Gebets in der Nacht und seine katalysierende Wirkung auf Seele und Körper. (vgl. al-Muzzamil 73/1-9 u.a. sowie „… der Prophet betete spät in der Nacht“ (Muslim). Oder: „Das Stehen im Gebet in der Nacht ist euch vorgeschrieben ….“ (Tirmidhi). Oder auch die Überlieferung, welche Frauen empfiehlt, ihre schlafenden Männer notfalls auch mit etwas Wasser zu wecken und umgekehrt etc.)

Themenkreis: Quellen des Islam

Kann der Qur´an übersetzt werden?

Dieser Frage sollen sich die Schülerinnen und Schüler des islamischen Religionsunterrichtes stellen und sich darum bemühen, sie anhand des Vergleichs einer guten Auswahl unterschiedlicher Qur´an-Übertragungen in die deutsche Sprache selbständig zu beantworten.

Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass jede Übersetzung Interpretation ist und somit – aus religiöser Perspektive – auch als Interpretation bzw. Exegese (Tafsir) bezeichnet werden und mit ihr wie mit einer Exegese umgegangen werden muss. Tiefe spirituelle Erkenntnisse und religiös gültige Aussagen können nur aus der arabischen Originalquelle selbst gewonnen bzw. erarbeitet werden. Es muss ein deutlicher Unterschied gemacht werden zwischen dem Wort Gottes und der Aussage eines Menschen, der Gottes Wort interpretiert.

In diesem Zusammenhang können die Schülerinnen und Schüler erarbeiten, welche Vorteile die Unübersetzbarkeit des Qur´ans für den Islam und die Muslime hat und wie verbindend es sein kann, wenn Muslime unterschiedlicher Nationalität, Muttersprache und Herkunft mit den gleichen Texten ihr rituelles Gebet verrichten.

Sahihul-Bukhari und Sahih Muslim

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit die herausragenden Sammler des Hadith Bukhari und Muslim und ihre Vorgehensweise bei der Sammlung des Hadith kennen und schätzen lernen. Weiterhin sollen sie erfahren, welche Kriterien diese Gelehrten für die Kategorisierung der Ahadith angewendet haben und in welchen Sammlungen ihre Arbeit niedergeschrieben wurde.

Darüber hinaus sollen die Schülerinnen und Schüler Beispiele verschiedener Übertragungen der Hadithliteratur in die deutsche Sprache kennenlernen und Einschätzungen hinsichtlich der Qualität der Übertragungen vornehmen können.

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

In Anlehnung an die inhaltlichen Vorgaben werden in diesem Bereich Verse zitiert und Ahadith vorgestellt, in welchen der Respekt den anderen Menschen gegenüber ausgedrückt wird. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in dieser Schulstufe intensiver mit Ayat und Ahadith auseinander, welche den Menschen ermahnen, sich nicht über andere Menschen lustig zu machen oder sie zu erniedrigen und ihnen nichts zu unterstellen, sondern vielmehr die Unterschiedlichkeit der Menschen als Motivation für einen Dialog in gleicher Augenhöhe wahrzunehmen: Schließlich hat Gott den Menschen geschaffen, „damit ihr einander kennen lernt!“ In dem anderen Vers fordert Gott die Menschen auf, immer und in jeder Situation und unter allen Umständen gerecht zu handeln

An-Nahl 16/90f., al-Hudschurat 49/12-14

Al-Kafirun 109

Hadith: Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll Gutes sprechen oder schweigen. (Muslim)

Hadith: In der Nacht gibt es eine Stunde …(Muslim)

Themenkreis: Miteinander leben

Ich entwickle mich

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Themenkreis erfahren, dass Respekt dem Anderen gegenüber voraussetzt, dass man ihm zunächst einmal zuhört und zumindest versucht zu verstehen, welche Ansichten er vertritt, ohne ihn gleich mit lauter Stimme zu unterbrechen. Die Fähigkeit, sich in ihn hineinzuversetzen erschließt dem aufmerksamen und respektvollen Zuhörer weitere Dimensionen des Verständnisses, welche für ihn interessant und durchaus bereichernd sein können. In der Surah Luqman gibt Luqman, der Weise, seinem Sohn Hinweise für den Umgang mit Anderen – auch was die Dimension des ruhigen Gespräches mit anderen Menschen betrifft. Die Schülerinnen und Schüler sollen z.B. in Rollenspielen ihre eigenen Fähigkeiten und ihre Bereitschaft in Bezug auf diese Charaktereigenschaft erkunden und dazu befähigt werden, konstruktiv ihre eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Ein weiterer Charakterzug, der in diesem Themenkreis erarbeitet werden soll, ist der der Bescheidenheit – auch der eigenen Meinung gegenüber. Hier kann die Aussage des Imam asch-Schafi´i, eines der Begründer der vier Rechtschulen, als Verhaltensregel übernommen werden: „Meine Ansicht ist richtig, und möglicherweise falsch. Eine andere Ansicht als meine ist irrig, und möglicherweise richtig.“ Als letzten Aspekt sollen die Schülerinnen und Schüler sich mit der Thematik der üblen Nachrede befassen und erarbeiten, welch besonderer Wert der Versöhnung zwischen zwei Menschen im Islam zugesprochen wird: „Soll ich euch nicht über etwas berichten, dass besser ist als die Stufe des Gebets, des Fastens und der Sadaqah?“ Sie sprachen: „Doch, Allahs Gesandter.“ Er sagte: „Zwischen zwei Menschen Frieden schließen.“ (Tirmidhi) (vgl. auch al-Hudschurat 49/11 u.a.)

Zuhören im Gegensatz zu: Die Stimme erheben

Tawadu´ - Bescheidenheit

Menschen versöhnen im Gegensatz zu: üble Nachrede

Meine Umgebung und Ich

Auch in diesem Kapitel soll es um den Respekt anderen Menschen gegenüber gehen – diesmal jedoch der eigenen Familie gegenüber: den Eltern, den Geschwistern – aber auch gegenüber den eigenen Kindern. Grundlage ist auch hier wieder Surah Luqman, aber auch Verse aus Surah Isra´(17/23) Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kontext erkennen, welche Bedeutung der Familie im Islam zukommt, und dass ein gutes Zusammenleben nur dann funktionieren kann, wenn dieser Respekt auf allen Ebenen auch zur Geltung kommt, und nicht nur von einer Seite eingefordert wird, wie es folgender Ausspruch des Propheten verdeutlicht: „Wer eine Tochter hat (…) sie nicht missachtet und ihr seine Söhne nicht vorzieht, den lässt Allah in das Paradies eintreten.“ (Ibn Abbas, Abu Dawud)

Meine Familie und Ich

Die Eltern respektieren

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

In der Auseinandersetzung mit Gebeten und Gedichten der Religionen und Weltanschauungen sollen die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, andere Religionen aus der Innenperspektive kennen und respektieren zu lernen. Der Bezug zum Gebet lenkt die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler von einer oberflächlichen Wahrnehmung der sichtbaren Unterschiede zu anderen Religionsgemeinschaften auf eine tiefe spirituelle und inhaltliche Ebene und ist sehr gut dazu geeignet, Gemeinsamkeiten festzustellen. Klares inhaltliches Ziel soll jedoch auch sein, dass die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, auch widersprüchliche Erfahrungen auszuhalten – aber auch, sich einzugestehen, dass nicht unbedingt jede Dimension der anderen Religion bzw. Weltanschauung auch wirklich verstanden wurde – dass dies aber auch nicht die Voraussetzung für einen gelungenen Dialog sein muss. Im Gegenteil – der Respekt anderen Einstellungen gegenüber muss auch dann gegeben sein, wenn diese Einstellungen nicht tief durchdrungen wurden.

Gebete und Gedichte der Religionen und Weltanschauungen im Vergleich

Ich kann auch widersprüchliche Erfahrungen aushalten.

Die Natur und Ich

Wasser ist die Quelle allen Lebens: „Und Allah erschuf alle Lebewesen aus Wasser.“ (an-Nur 24/45, vgl. auch al-Furqan 25/54 und al-Anbiya 21/30). An über 20 Stellen berichtet der Qur´an über den Segen Gottes, der mit dem Regen auf die Erde kommt (vgl. al-Hidschr 15/22; Ta-Ha 20/53; an-Naml 27/60; al-Ankabut 29/63; Fatir 35/27; az-Zumar 39/21; as-Sadschda 45/5 etc.) und erinnert die Menschen an diese Seine Gabe. Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit grundlegende Informationen über die Bedeutung von Wasser als Quelle allen Lebens erhalten, weiterhin sollen sie sich intensiv und möglichst interdisziplinär mit der Thematik des Regens – sowohl was die Entstehung des Regens und was seine Wirkung betrifft, als auch der Problematik des sogenannten „saueren Regens“ mit der Dimension der Umweltverschmutzung auseinandersetzen. Abschließend können die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Schulstufe ein Umweltprojekt durchführen, welches sich der Fragestellung der zunehmenden Bedeutung des Wassers in der globalen Situation als auch mit der Fragestellung der Reinhaltung des Wassers beschäftigt. Schön wäre auch eine Exkursion in das örtliche Wasserwerk.

Wasser – die Quelle alles Lebens

Regen bringt Segen

Umwelt-Projekt: Woher kommt das Wasser? Wie kann es rein gehalten werden?

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur und Wissenschaft

Die islamische Kulturgeschichte wurde wesentlich geprägt von Schulen, Universitäten und speziell von dem System der Madrasah, welches in der Regel aus der Trias Moschee, Studienräume mit Bibliothek und Wohnräume für Lehrende und Studierende bestand. Schon in sehr früher Zeit entstanden islamische Universitäten, in denen jedoch nicht nur religiöse Wissenschaften, sondern alle Wissenschaften gelehrt wurden. Bis heute befinden sich die beiden ältesten Universitäten der Welt, in denen noch gelehrt wird, im islamischen Kulturraum. Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass sich die frühen Muslime sehr intensiv mit Bildung und Wissenschaft auseinandergesetzt haben und dass dies sicherlich ein wesentlicher Grund für die Entwicklung einer islamischen Hochkultur gewesen ist. Sie sollen das System der Madrasah studieren und darüber diskutieren, welche Vor- und Nachteile mit diesem System verknüpft sind.

Schulen, Universitäten und das System der Madrasah

Al-Qarawiyyin in Fes,

gegr. 859, die älteste Universität der Welt, an der noch gelehrt wird.

Die Azhar Moschee in Kairo, gegr. 975,

die zweitälteste Universität der Welt, an der noch gelehrt wird.

Die Mustansiriya in Bagdad, gegr. 1066

Cifte Minareli Medrese, Erzurum, gegr. 1271

Ulugbek Medrese, Samarkand, gegr. 1417

Die Wasserversorgung Granadas – grandiose Verknüpfung von Komfort und Wissenschaft

Am Beispiel des Systems der Wasserversorgung in Granada sollen sich die Schülerinnen und Schüler ein konkretes Bild der Verknüpfung von Wissenschaft und Komfort machen. Sie sollen erkennen, wie sehr der Islam beide Dimensionen, sowohl die Wissenschaft als auch den Komfort bzw. die Erleichterung als erstrebenswert betrachtet. (Allah will es euch leicht, nicht schwer machen.“ (Baqara 2/185 u.a.).

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Muslimsein im österreichischen Berufsleben

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit ihrem zukünftigen Berufsleben auseinandersetzen und erfahren, dass Arbeit im Islam eine wesentliche Bedeutung hat. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Niemand nimmt bessere Nahrung zu sich als die, die er durch seiner Hände Arbeit erworben hat. Der Prophet David – Friede sei mit ihm – ernährte sich von seiner Hände Arbeit.“ (Bukhari) Diese und viele weitere Quellen betonen die wichtige Bedeutung der Arbeit für den eigenen Lebensunterhalt und lehnen Faulheit und das unnötige Belasten anderer Menschen ab. Dies kommt auch in der Geschichte des Propheten Muhammad (a.s.) zum Ausdruck, der ablehnte, dass ein Mensch sich nur dem Gottesdienst widmete, während andere Menschen für seinen Lebensunterhalt aufkamen. Er sagte zu dem „Gottesdiener“: Alle anderen sind besser als du! (Mukhtalaf al-Hadith)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit jedoch auch die ethisch-moralischen Vorschriften kennenlernen, welche den Lebenserwerb betreffen, etwa das absolute Verbot des Betruges, oder der Verbot des Handelns mit verbotenen Gütern etc.

Am Ende der Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler am Beispiel erfolgreicher Muslime im österreichischen Berufsleben erkennen, dass es sehr wohl möglich ist, praktizierender Muslim zu sein und dennoch Erfolg im Beruf zu haben. Hier bietet sich an, Mütter und Väter, die berufstätig sind, in den Unterricht einzuladen, um ihren Beruf vorzustellen.

Die Bedeutung der Arbeit im Islam

„Vergiss aber auch nicht deinen Anteil am Diesseits. Und tu Gutes, so wie Allah dir Gutes getan hat.“ Vgl. al-Qasas 28/77 (vgl. auch an-Nadschm 53/39; Hadith: „O mein Allah, ich nehme Zuflucht bei Dir vor Unfähigkeit, Faulheit, Feigheit, Geiz…“ (Muslim)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit erfahren, welche Wertschätzung Arbeit und Berufstätigkeit im Islam erfährt. Sehr viele Überlieferungen des Propheten Muhammad (a.s.) belegen die Notwendigkeit, einer Arbeit nachzugehen, wenn man dazu imstande ist.

In diesem Zusammenhang soll auch erörtert werden, welche gesellschaftlichen Folgen es hat, wenn man nicht arbeitet. Die Auseinandersetzung mit der Thematik soll jedoch nicht die Problematik auf dem Arbeitsmarkt ausblenden – in diesem Kontext sollen sich die Schülerinnen und Schüler auch mit der Frage beschäftigen, wie Arbeit überhaupt definiert werden kann und definiert wird.

Ist Arbeit Arbeit? – Reflektion zum Arbeitsbegriff

Hadith: „Wem seine zwei Tage gleich blieben, der ist wahrlich im Verlust.“ (Daylami)

Beispiele für erfolgreiche österreichische Muslime im Berufsleben

Islam in Osteuropa

Der Islam in Osteuropa hat eine lange Geschichte, die relativ unbekannt ist. Anhand der Auseinandersetzung mit Muslimen z.B. in Russland, in Polen und in Weißrussland sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in das islamische Leben Osteuropas erhalten. Auch hier bietet sich im Anschluss sicherlich ein Vergleich mit Österreich an.

Russland

Polen

Weißrussland etc.

Themenkreis: Geschichte(n)

Der Prophet Isa / Jesus

Die Geschichte des Propheten Isa ist eine der faszinierendsten Geschichten der Menschheit. Seine Geburt, seine Kindheit und auch sein Leben als Erwachsener sind von Wundern erfüllt gewesen, die bis heute unvergleichbar geblieben sind. Die Schülerinnen und Schüler sollen mit ihm einen der Propheten kennenlernen, denen eine Offenbarung zuteil wurde und die deshalb bis zum heutigen Zeitpunkt wesentlichen Einfluss auf die Einstellungen von Menschen nehmen. Erläutert werden sollen auch die Überlieferung des Propheten Muhammad (a.s.) über Isa sowie Isas Entrückung.

Die Abbasiden

In der Beschäftigung mit der Epoche der Abbasiden sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in eine wichtige Epoche der islamischen Geschichte erhalten. Die Leistungen der Abbasiden sollen dabei ebenso gewürdigt werden wie die sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen, welche in dieser Zeit stattfanden.

Aktuelles Thema: Islam und Sexualität

Sexualität ist ein natürliches menschliches Bedürfnis

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass Sexualität ein natürliches menschliches Bedürfnis ist und z.B. vom spanischen Gelehrten Ibn Hazm im Rahmen der Ehe als eine der gelebten Vorfreuden auf das Paradies bezeichnet wurde. Auch qur´anische Verse und Überlieferungen des Propheten (a.s.) bestätigen, dass die in der Ehe gelebte sexuelle Beziehung zwischen Mann und Frau ein Ausdruck der Liebe und der Hingabe ist und dass die Frau bei ihrem Mann und der Mann bei seiner Frau den inneren Frieden und die Erfüllung ihrer bzw. seiner Bedürfnisse findet. Es soll den Schülerinnen und Schülern auch vermittelt werden, dass es sich bei der sexuellen Beziehung um eine sehr private und intime Beziehung handelt, welche nicht in der Öffentlichkeit kommuniziert werden sollte (vgl. Bukhari: „Zu denen, die vor Allah am Jüngsten Tag den schlechtesten Stand haben gehört ein Mann, der mit seiner Frau schläft und sie mit ihm und er verbreitet ihr Geheimnis“ ). Die Schülerinnen und Schüler sollen auch darüber diskutieren, wie ihr Traumpartner bzw. ihre Traumpartnerin aussehen und welche Qualitäten sie oder er mit in die Ehe bringen sollte. In diesem Zusammenhang sollen sie erfahren, welche Regelungen mit der Eheschließung verbunden sind – angefangen von der Morgengabe, über den Ehevertrag bis zur Bedingung, dass beide Ehepartner selbständig und aus freien Stücken die Beziehung eingehen. (vlg. Qur´an: ar-Ruum 30:21; Baqara 2:241 u.a.) sowie unzählige Ahadith, wie etwa folgender: „Ein Mädchen kam zum Propheten (a.s.) und berichtete ihm, dass ihr Vater sie gegen ihren Willen an ihren Vetter verheiratet habe. Daraufhin überließ der Prophet ihr die Sache. Sie sagte dann: „Ich bin damit einverstanden… aber ich wollte es den Frauen bekannt werden lassen, dass Väter in dieser Sache nicht die Entscheidungsmacht haben.“ (Ibn Madscha) Weiterhin berichtete Khansaa´, dass ihr Vater sie gegen ihren Willen verheiratet habe, woraufhin der Gesandte Allahs (a.s.) die Ehe für ungültig erklärte. (Bukhari)

Verliebt, verlobt, verheiratet … Ehe im Islam

In diesem Themenbereicht sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die islamischen Vorstellungen und Bestimmungen bezüglich der Ehe und der Eheschließung erhalten und diese aus der religiösen Perspektive erarbeiten. Es soll von der Lehrperson darauf hingewiesen werden, dass in Österreich die gesetzlichen Bestimmungen beachtet werden müssen, wenn etwa eine Eheschließung oder eine Scheidung Rechtskraft erlangen soll. Die Lehrerin bzw. der Lehrer sollen den Schülerinnen und Schülern vermitteln, dass jede Ehe im Islam auf der ausdrücklichen Zustimmung der Eheleute gründet und von gegenseitiger Liebe und Barmherzigkeit erfüllt sein sollte. Dies erfordert von beiden Partnern gegenseitigen Respekt und Anerkennung und einen vernünftigen Umgang bei Meinungsverschiedenheiten.

Eheleute sind Partner

Liebe und Barmherzigkeit

Was tun bei Streit?

Wenn alles nicht mehr hilft – Scheidung im Islam

Warum ist Zina haram?

Der Islam erlaubt keine Zwangsheirat

9.

SCHULSTUFE: VERTRAUEN IN ALLAH, IN DIE WELT UND IN MICH

Während eines Lebensabschnittes, der häufig gekennzeichnet ist von der Suche nach eigenen Grenzen und Möglichkeiten, von Stimmungsschwankungen zwischen der Lust am Widerstand und allem in Frage Stellen und gleichzeitigem Bedürfnis nach Bestätigung und Akzeptanz innerhalb einer selbstgewählten Gruppe, soll der islamische Religionsunterricht einen Raum anbieten, diese Sinnsuche zu unterstützen. Das Jahresmotto kann dabei immer wieder auf ein zentrales Motiv der Religion verweisen, dem nicht nur in der Pubertät besonderes Gewicht zukommt: Vertrauen. Die Bedeutung von Islam als „Hingabe an Gott“ ist hiermit eng verknüpft. Wer die Harmonie der Schöpfung und die Kraft jedes Teils in ihr verinnerlichen kann, dem erwachsen daraus nicht nur Gottesliebe, sondern auch Selbstvertrauen. Die Welt annehmen zu können, heißt somit sich auch der eigenen Aufgabe in ihr vertrauensvoll zu stellen. Glaubenspraxis ist dabei kein leeres Ritual, sondern stärkt eigene Potentiale und stellt diese in den nachhaltigen Dienst an der Gemeinschaft und der Umwelt.

Somit bildet das Ziel dieser Schulstufe, junge Menschen in der Zeit des Erwachsenwerdens in ihrer Persönlichkeit zu stärken und ihnen über die vertiefte Beschäftigung mit dem Sinn muslimischer gottesdienstlicher Übungen (Ibadah) und der praktischen Glaubenslehre (Aqidah) eine positive Grundhaltung gegenüber sich selbst und der Welt zu vermitteln. Unter diesen Aspekt fallen auch der Erwerb von Kenntnissen im Bereich muslimischer Kulturleistungen und die Hineinnahme der Lebenswirklichkeit Jugendlicher, um Denkanstöße für die ganz persönliche Umsetzung im Hier und Heute zu geben. Religiös mündig zu sein (Mukallaf) soll somit nicht als Belastung und Übertragung von Pflichten negativ konnotiert werden, sondern im Gegenteil das Selbstbewusstsein und die Freude an einer aktiven und sinnerfüllten Lebensgestaltung stärken.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Al-Hadsch – Die Pilgerfahrt

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in diesem Themenkreis mit der Pilgerfahrt auseinandersetzen und ihre Riten und Regeln erlernen. Im Zentrum steht wieder der Sinn der Hadsch und das Wissen, dass nach der Pilgerfahrt alle Sünden vergeben werden und man quasi ein neues Leben beginnen kann. Diese Folge der Hadsch macht sie natürlich außerordentlich beliebt. (vgl. Baqara 2/196 u.a.)

Die Bedeutung der Hadsch

Vorbereitungen der Hadsch

Die verschiedenen Arten der Hadsch

´Arafat

Was macht die Hadsch ungültig?

Idul-Adha: Das Opferfest

Was ist die Umrah (Wallfahrt)?

Der Iman an Yaumul-Akhir (den Jüngsten Tag)

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich weiterhin mit dem Iman an den Jüngsten Tag auseinandersetzen – hier ist die Parallele zur Pilgerfahrt darin gegeben, dass auch am Jüngsten Tag alle Menschen versammelt sein werden und unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem sozialen Status, ihrem Einkommen, ihrem Geschlecht etc. Rechenschaft ablegen müssen. Die Schülerinnen und Schüler erfahren weiterhin, welche Zeichen den Jüngsten Tag ankündigen, welche Namen für ihn verwendet werden und dass bzw. wie Rechenschaft abgelegt wird.

Was ist der Jüngste Tag?

Zeichen des Jüngsten Tages

Namen des Jüngsten Tages

Rechenschaft ablegen

Nachdenken über den Tod

Die spirituelle Dimension des Imans an Yaumul-Akhir äußert sich in dem Nachdenken über den Tod, welcher unmittelbar zum Nachdenken über das eigenen Leben führt und insofern eine katharsische und motivierende Funktion hat. Erst in der Auseinandersetzung mit dem Tod kann der Mensch sein Leben verstehen und schätzen lernen. Die Schülerinnen und Schüler sollen im Nachdenken über den Tod ihre Vorstellungen und Gedanken in den Unterricht einbringen, sodass ausgehend von diesen Inputs eine Behandlung der Thematik erfolgen kann. (vgl. Surah at-Takathur 102 sowie az-Zalzalah 99/7-8 u.a.)

Testament, Bestattungsrituale, Totengebet, Sorge um die Hinterbliebenen

Die Schülerinnen und Schüler sollen praktische Handlungen kennenlernen, die mit dem Sterben in Verbindung stehen. Gottesdienstliche Abläufe sollen bekannt gemacht werden. Verantwortung im Leben reicht auch über den Tod hinaus, indem über eine letzte Verfügung Vorsorge für die Hinterbliebenen getroffen wird. Vgl. Baqara 2/180-182.

Das Leben nach dem Tod

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass sie mit dem Tod in eine andere Welt eintreten, die jetzt nicht sichtbar und nicht fassbar ist. In der Auseinandersetzung mit dem Leben nach dem Tod sollen sie Hoffnung erhalten und ihre Verantwortlichkeit auf Erden klar erkennen.

Ich bin erwachsen! Ich bin Mukallaf!

Mit 14 Jahren erreichen die Schülerinnen und Schüler ihre religiöse Mündigkeit und gelten nun als Erwachsene. Welche Auswirkungen dies auf ihr Leben hat, soll in einer positiven und zukunftsfrohen Art und Weise vermittelt werden.

Baligh, Aaqil, Muslim

Themenkreis: Quellen des Islam

Ich lerne die Sprache des Qur´an kennen

Die Schülerinnen und Schüler haben in der vorherigen Schulstufe erfahren, wie schwierig es ist, mit dem Qur´an zu arbeiten, wenn die arabische Sprache nicht beherrscht wird. In diesem Schuljahr sollen interessierte Schülerinnen und Schüler eine Einführung in die arabische Sprache bekommen, so dass sie am Ende des Jahres dazu in der Lage sind, einzelne Sätze zu bilden und grammatische Strukturen zu erkennen.

Entstehung der Hadith-Wissenschaft

Die Hadith-Wissenschaft ist eine der frühesten islamisch-theologischen Wissenschaften. Die Schülerinnen und Schüler sollen eine Einführung in dieses großartige Wissensgebiet erhalten, und sich auch mit einigen Überlieferern des Hadith beispielhaft auseinandersetzen. Dabei sollen sie auch erfahren, dass Frauen und auch Jugendliche eine sehr große Rolle in der Überlieferung des Hadith gespielt haben.

Asma`ur-Ridschal – Überlieferer des Hadith

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Erst wenn mein Herz beruhigt ist, kann ich mich vertrauensvoll der Welt und den Menschen zuwenden. Die Schülerinnen und Schüler lernen, interpretieren und verstehen in diesem Jahr folgende Verse und Aussprüche des Propheten Muhammad (a.s.), welche sich alle in irgendeiner Weise mit der Thematik des Vertrauens und der Aufrichtigkeit befassen.

Surah 94 / Al-Inschirah

Surah 46/13 / Al-Ahqaf

Hadith: „Verrichte deine Werke in Ikhlas

… (aufrichtiger Ergebenheit) und es werden dir wenige Werke (von dieser Art) ausreichen.“ (Ad-Dailamiy)

Hadith: „Bitte Allah um das absolute Vertrauen und Seinen Schutz.

… Denn es wird keinem Menschen etwas Besseres gegeben – nach dem absoluten Vertrauen – außer Seinem Schutz.“ (`Sahih al-Dschami´)

Themenkreis: Miteinander leben (Adab und Akhlaq)

Ich entwickle mich

Das Vertrauen zu Allah zählt zu den grundlegenden Charaktereigenschaften des gläubigen Menschen. Es wird im Qur´an immer wieder in unterschiedlichen Zusammenhängen betont, etwa in Surah al-Ma’ida 5/11, at-Tauba 9/51; Ibrahim 14/12 oder at-Taghabun 64/13. Diese Verse betonen die Tatsache, dass das Vertrauen in Gott und Seine Weisheit dem Menschen eine starke Persönlichkeit verleihen kann, weil dieser sich praktisch keinem geringeren als dem Schöpfer des Universums selbst anvertraut. In diesen Kontext gehört auch die berühmte Überlieferung des Propheten Muhammad (a.s.) an den Jugendlichen Ibn ´Abbas, als er ihm sagte: „Bewahre Allah, dann wird Allah dich bewahren. Bewahre Allah, und du wirst Ihn immer bei dir finden….“ (Tirmidhi, Ahmad)

Tawakkul – Vertrauen in Allah – sich verlassen auf Allah

Großzügigkeit im Gegensatz zu: Geiz

Die Schülerinnen und Schüler sollen in der Auseinandersetzung zum Beispiel mit dem Vers 2/261 und anderen Quellen erfahren, wie wichtig es ist, großzügig zu sein und wie schädlich es ist, geizig zu sein.

Meine Umgebung und Ich: Ich bin eine Säule der Gesellschaft, in der ich lebe

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit überlegen, welchen Beitrag sie für die Gesellschaft, in der sie leben, leisten – und welchen sie aus ihrer Religiosität heraus leisten könnten oder sogar leisten müssten! In Form von Rollenspielen können sich die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel mit dem Bild der Muslime in der Gesellschaft auseinandersetzen –aber auch Möglichkeiten der Partizipation und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben im wahrsten Sinne des Wortes „durchspielen.“

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Ganz im Rahmen des Jahresmottos sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Rolle der Religionen im Alltag auseinandersetzen und diskutieren, ob die Religionen in der derzeitigen Struktur tatsächlich Lebenshilfe leisten (können) – und was sich verändern müsste, damit diese vornehmste Aufgabe der Religionen wieder mehr ins Zentrum rückt. Besonders spannend wird die Diskussion, wenn sie vom Lehrer fächerübergreifend organisiert wird und sich Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher religiöser Bekenntnisse miteinander über diese Fragestellung austauschen.

Lebenshilfe und die Rolle der Religion

Karitatives religiöses Engagement

Die Natur und Ich: Die Berge als Sinnbilder des Vertrauens

Berge gelten als Sinnbilder des Vertrauens – geben sie doch der Erde Halt (an-Naba‘ 78/7 und an-Nazi’at 79/32). Im Qur´an werden sie in über 40 Versen angesprochen (u.a. in an-Naml 27/88 und al-Fatir 35/27) – ein Grund für den islamischen Religionslehrer und die islamische Religionslehrerin, sich mit ihren Schülerinnen und Schülern den Bergen im Qur´an und Hadith zu widmen – eventuell im Austausch mit der Geographielehrerin oder dem Geographielehrer.

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur und Wissenschaft

Kulturelle Zentren des Islam

In diesem Themenkreis sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit historischen kulturellen Zentren des Islam beschäftigen und feststellen, dass die islamische Kultur und Kunst zwar viele Ähnlichkeiten aufweist, dennoch faszinierende und sehr ausgeprägte regionale Unterschiede deutlich zu erkennen sind. Die Schülerinnen und Schüler sollen unterschiedliche Stilrichtungen kennenlernen und diesen auch ihnen unbekannten Kunstwerken zuordnen können. Sie sollen einen knappen Überblick über die Vielfalt des Islam erhalten, die Menschen beflügelt und nicht eingeengt hat. In Bezug auf ihre eigene Lebenswelt sollen die Schülerinnen und Schüler motiviert werden, je nach Fähigkeiten und Fertigkeiten selber auch künstlerisch tätig zu werden.

Cordoba

Bagdad

Kairo

Maghreb

Damaskus

Samarkand

Istanbul

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Meine Pflichten als Österreicherin / als Österreicher

Aufbauend auf dem wünschenswerten Charakterzug, eine Säule der Gesellschaft zu sein, in der man lebt, soll den Schülerinnen und Schülern angeboten werden, die österreichisch-islamische Identität anzunehmen bzw. sich in Österreich zu Hause zu fühlen und zu wissen – unabhängig von ihrer tatsächlichen Staatsbürgerschaft. Erst in der Hinwendung zu Österreich können sie verantwortliche Mitglieder der Gesellschaft werden und an ihr teilhaben. Dies bedeutet nicht, dass sie ihre eigenen kulturellen Hintergründe (oder die ihrer Eltern) ignorieren oder unterdrücken – im Gegenteil, es sollen alle Elemente ihrer Identität auch von ihnen selber als Tatsachen und Realitäten in ihrem Leben angenommen werden. Ziel ist die verantwortungsvolle und aktive Schülerin bzw. der verantwortungsvolle aktive Schüler.

Ich bin Österreicher/in (bzw. lebe in Österreich) – und bin verantwortlich für meine Heimat bzw. die Gesellschaft, in der ich lebe

Ich beteilige mich an den Wahlen

Ich übernehme Verantwortung in gesellschaftlichen Bereichen,

…. Vereinen, Parteien, Gewerkschaften und Organisationen der Zivilgesellschaft etc.

Ich bin ein aktives Mitglied dieser Gesellschaft

Islam in Spanien (Andalusien – al-Andalus)

Der Islam hat in Spanien eine sehr lange Geschichte, da er vor der Inquisition ca. 700 Jahre dort präsent war. Diese Geschichte sollte in dieser Einheit zumindest in Grundzügen erläutert werden, ehe auf die aktuelle Situation des Islam in Spanien eingegangen wird - in ähnlicher Weise wie über die anderen europäischen Länder in den anderen Schulstufen eingegangen wurde. Erwähnt werden sollte jedoch noch die besondere Beziehung der spanischen Monarchie zu den Habsburgern, welche das österreichische königliche Herrschergeschlecht darstellen – und die Folgen dieser Beziehung. Etwa die „Spanische Hofreitschule“ welche ursprünglich ja die „Arabische Hofreitschule“ war. Was diese Thematik betrifft, so bietet sich ein interdisziplinäres Projekt mit dem Fach Geschichte an.

Geschichte des Islam in Spanien

Das europäische Gesicht des Islam

Kunst und Kultur im islamischen Spanien

Das Miteinander der Religionen in Spanien

Islam in Spanien heute

Themenkreis: Geschichte(n)

Der Prophet Ibrahim / Abraham

Die Geschichte des Stammvaters der Religionen, Ibrahim, ist eine Geschichte, die Zeuge eines von Beginn an grenzenlosen Vertrauens des Propheten in seinen Gott ist. Im Laufe seines Lebens wird dieses Vertrauen immer wieder vertieft und auch demonstriert – angefangen bei dem Feuer, welches ihn vernichten sollte, über seine Auswanderung nach Makkah bis hin zur (verhinderten) Opferung des Sohnes. Doch trotz aller Schwierigkeiten und Anfechtungen vertraute Ibrahim immer auf Gott und wurde daher auch von Ihm besonders ausgezeichnet. Es ist die Erfüllung seines Bittgebets, dass bis heute die Menschen in Scharen nach Makkah strömen – einem damals öden und trostlosem Ort mitten in der Wüste: „Und als Ibrahim sprach: O mein Herr! Mache dieses Land sicher und bewahre mich und meine Kinder vor der Anbetung von Götzen. (…) O unser Herr! Siehe, ich habe einen Teil meiner Nachkommenschaft in einem unfruchtbaren Tal bei Deinem unverletzlichen Hause angesiedelt. O unser Herr! Mögen sie das Gebet verrichten! Und erfülle die Herzen der Menschen mit Liebe zu ihnen und versorge sie mit Früchten, damit sie Dir dankbar sein können ….“ (Ibrahim 14/35-41)

Die Schülerinnen und Schüler sollten darüber hinaus erfahren, dass der Prophet Ibrahim mit seinem Sohn Isma´il die Ka´bah – das erste Gotteshaus auf Erden – mit seinen eigenen Händen baute, die uns bis heute erhalten ist und Ziel aller Pilger in Makkah ist.

Die Mutter von Musa / Moses

Auch die Mutter von Musa bewies extremes Vertrauen in Allah, als sie ihren Sohn den Fluten des Meeres anvertraute, damit ihn die Schlächter des Pharaos nicht erreichen konnten (al-Qasas 28/7-10 u.a.). Die Schülerinnen und Schüler sollen sich intensiv mit dieser Geschichte auseinandersetzen, und erkennen, dass selbstbewusste und gläubige Frauen von Gott ausgewählt und besonders ausgezeichnet werden.

Die Fatimiden

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit der Geschichte und den Errungenschaften der Fatimiden auseinandersetzen und ihre gesellschaftlichen und historischen Leistungen würdigen.

Aktuelles Thema: Islam und Demokratie

Das aktuelle Thema behandelt eine der wichtigsten Themenstellungen des Islams in Europa – nämlich die Beziehung zwischen Islam und Demokratie. Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass Islam und Demokratie einander nicht widersprechen, sondern viele Berührungspunkte und Überschneidungen haben. Sie sollen weiterhin dazu motiviert werden, sich für politische Zusammenhänge zu interessieren und politische Grundstrukturen zu verstehen. Aus diesem Grund werden wesentliche Dimensionen einer Demokratie intensiver besprochen und ihre Bezüge zum Islam verdeutlicht. Letztendlich sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass sie als aktive Mitglieder der demokratischen Gesellschaft auch am politischen Leben partizipieren sollen.

Gewaltenteilung

Pluralismus

Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit

Freie, unabhängige und geheime Wahlen etc.

10.

SCHULSTUFE: VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN

Mit 15-16 Jahren beginnen Jugendliche, sich Gedanken über die eigene Zukunft zu machen. Sie fangen an über Beziehungen, Familie, Karriere und Beruf nachzudenken. Aufbauend auf der Bewusstmachung der religiösen Reife und Mündigkeit soll in diesem Jahr die damit verbundene Verantwortlichkeit des Menschen im Mittelpunkt stehen. Verantwortung übernehmen zu können bedeutet im Kontext des islamischen Religionsunterrichtes, sich das Ziel menschlichen Strebens zu vergegenwärtigen, das Wohlgefallen Allahs zu erreichen und damit den eigenen Tod und das Danach nicht auszublenden. Ethisch richtiges Handeln und gute Werke zu tun ist verbunden mit der Bereitschaft, sich selbst in den Absichten zu hinterfragen und zu prüfen und um die eigene Willensfreiheit zu wissen, damit negative Entwicklungen nicht bequem mit dem Vorwand des „Schicksals“ aus der eigenen Verantwortung geschoben werden können. Schülerinnen und Schüler sollen zu ihrer eigenen Meinung stehen können – diese jedoch auch begründen. In diesem Zusammenhang behandelt der Religionsunterricht in diesem Jahr Themen wie Treue, Vorbildlichkeit oder auch Gerechtigkeit.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Iman an Qada´ und Qadar (die göttliche Vorsehung)

Die Schülerinnen und Schüler erfahren in diesem Themenkreis die Bedeutung der göttlichen Vorsehung (Qadar) und sollen erkennen, dass man vom Schicksal eigentlich nur im Nachhinein sprechen kann. Qada´‚ bezieht sich immer auf die Vergangenheit, wurde schon entschieden und kann nicht mehr beeinflusst werden. Qadar bezieht sich immer auf die Zukunft und kann von mir beeinflusst werden. Eng mit dieser Thematik ist die Frage nach der Willensfreiheit des Menschen verknüpft, welche der bekannte Imam al-Ghazali folgendermaßen löste: „Der Mensch ist frei in dem, was er weiß, und nicht frei in dem, was er nicht weiß.“ Mit anderen Worten: Ich kann nur in den Bereichen entscheiden, welche ich kenne – alle anderen sind für meine Entscheidung irrelevant.

Es gibt Bereiche in meinem Leben, über die ich niemals entscheiden konnte, wie etwa mein Geschlecht, meine äußere Erscheinung, meine Nationalität, meine Muttersprache etc. Alle diese Aspekte gehören zum Bereich des Qada´. Und es gibt Bereiche in meinem Leben, in denen ich die Verpflichtung zur Entscheidung habe, wie etwa: wo werde ich leben, wie werde ich leben, welchen Beruf ergreife ich etc.

Da der Mensch – im Gegensatz zu Gott – keinerlei Wissen über seine Zukunft hat, sind seine Entscheidungen immer frei. Aus seiner Entscheidungsfreiheit leitet sich letztendlich auch seine Verantwortlichkeit ab – und wie könnte jemand Verantwortung tragen, der sein Handeln nicht frei bestimmen kann?

In dem (nachträglichen) Wissen, dass alles, was mich getroffen hat, auch mir gegolten hat und im absoluten Vertrauen in die Gerechtigkeit Gottes kann Qada´ und Qadar als wesentliches Element positiven Denkens betrachtet werden (vgl. Hadith von Umar in der Prophetenmoschee uvm.)

Qada´ und Qadar in den Quellen

Bereiche von Qada´ und Qadar

Qadar und die freie Entscheidung

Was heißt Ibadah (Gottesdienst)?

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit der Begrifflichkeit der Ibadah beschäftigen und erkennen, dass es ein religiöses Verständnis von Ibadah und ein alltägliches Verständnis von Ibadah gibt. Das eine ist durch die religiösen Vorschriften klar umgrenzt, das andere bezieht sich auf alles, was mit reiner Absicht und reinem Herzen gedacht, gesagt oder getan wurde. In der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Stufen der Ibadah sollen die Schülerinnen und Schüler zumindest ansatzweise dazu gebracht werden, konkrete Bezüge zu ihrer eigenen Lebenswelt zu erkennen und zu benennen.

Stufen der Ibada

Bid´ah

Halal und Haram

„Sag, verwehrt hat mein Herr nur die Schandbarkeiten, die öffentlichen und die geheimen, und die Sünde und ungerechte Gewalttat …“ (al-Araf 7/33).

„Der Einsichtige soll, sofern er Verstand hat, sich nur um dreierlei Dinge bemühen: die Vorsorge für das Jenseits, die Sorge für den Lebensunterhalt und den Genuss der Dinge, die nicht verboten sind.“ Dieser Ausspruch gehört zu den Weisheiten des Propheten Ibrahim und fasst in wenigen Worten wesentliche Inhalte zusammen.

Dieses Thema ist deshalb wichtig und wesentlich, weil es um das Erlaubte und Verbotene im alltäglichen Leben – beim Essen, im Umgang miteinander und auch bei der ´Ibadah geht. Es soll jedoch nicht formalistisch behandelt werden – vielmehr soll auch hier der Sinn im Zentrum der Fragestellungen stehen. Erörterungswürdig ist etwa die Frage, ob es bei der Schächtung der Tiere nur um die Basmallah geht, oder ob nicht auch artgerechte Tierhaltung und artgerechte Fütterung einen weiteren Bestandteil der Kategorie Halal darstellen.

… beim Essen

… im Verhalten

… in der Ibadah

Ibadatus-Salihin (Gottesdienst der Gerechten) – oder wie ich eine ganz besondere Beziehung zu meinem Schöpfer aufbauen kann

Vom Propheten Muhammad sind besondere Bittgebete überliefert, die er täglich sprach, oder deren Belohnung besonders groß ist oder deren bester Zeitpunkt der frühe Abend oder auch der frühe Morgen sind. Die Schülerinnen und Schüler sollen diese lernen und besprechen, inwieweit sie einander behilflich sein könnten, eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Schöpfer aufzubauen.

Adhkaar am Morgen und am Abend

Themenkreis: Quellen des Islam

Gliederung des Qur`an

Die Gliederung des Qur´an in mekkanische und medinensische Suren hat auch eine inhaltliche Bedeutung, welche die Schülerinnen und Schüler in dieser Einheit möglichst selbständig erarbeiten sollen. Weiterhin sollen immer wiederkehrende Themen des Qur´an erarbeitet und die feinen Unterscheidungen der Formulierungen genauer analysiert werden. Besonders interessant ist dies im Kontext der Schöpfungsgeschichte, die immer wieder in unterschiedlichen Suren erwähnt und dargestellt wird – jedes Mal jedoch mit einer neuen inhaltlichen Nuance.

Mekkanische und Medinensische Surah

Themenkreise des Qur´an

Dimensionen des Hadith:

Aufbauend auf der Einführung in die Hadith-Wissenschaft sollen die Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr eine Vertiefung erhalten. Sie lernen, dass ein Hadith aus drei Abschnitten besteht, welcher jeder für sich auf seine Richtigkeit hin überprüft wurde und über die Kategorien des Hadith: wann gilt er als Sahih, wann als Hasan, und wann als Da´if?

Auch die Einteilungen des Hadith in die Kategorien Mutawatir, Maschhur, Ahad sollte den Schülerinnen und Schülern am Ende des Jahres ein Begriff sein.

Isnad (Überlieferungskette), Matn (Text), Rawi (Überlieferer)

Kategorien des Hadith: Sahih (sicher), Hasan (gut), Da´if (schwach)

Mutawatir (kontinuierliche Überlieferung), Maschhur, Ahad

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Zu den bekanntesten Versen gehören die ersten fünf Verse der zweiten Surah – diese sollten auch die Schülerinnen und Schüler lernen – ebenso die Ahadith, welche besondere Charaktereigenschaften thematisieren.

Suratul-Humaza (104) und Al-Qari´ah (101)

Beginn der Suratul-Baqara: 2/1-5

Hadith: Allahs Gesandter hat gesagt: Allah spricht:

„(…) Doch Mein Diener hört nicht auf, sich Mir durch freiwilliges Tun zu nähern, bis Ich ihn dafür liebe. Und wenn Ich ihn liebe, dann bin Ich sein Ohr, mit dem er hört, und sein Auge, mit der er sieht, und seine Hand, mit der er etwas ergreift und sein Fuss, mit dem er geht.“ (Bukhari)

Hadith: Es gibt vier Eigenschaften, wenn du darüber verfügst,

(…) soll dich nicht kümmern, was dir von dieser Welt entgeht: Anvertrautes zu bewahren, die Wahrheit zu sprechen, von guter Wesensart zu sein und einen ehrlichen Lebensunterhalt zu haben. (Mischkat)

Themenkreis: Miteinander leben (Adab und Akhlaq)

Ich entwickle mich

Der Gesandte Allahs wurde gefragt: „Ist es möglich, dass ein Mu´min (gläubiger Mensch) feige ist?“ Er sagte: „Ja“. „Ist es möglich, dass ein Mu´min (gläubiger Mensch) geizig ist?“ Er sagte: „Ja“. „Ist es möglich, dass ein Mu´min (gläubiger Mensch) lügt?“ Er sagte: „Nein!“ (Muwatta)

Diese Überlieferung des Propheten (a.s.) kann quasi als Motto für die persönliche Selbstentwicklung genommen werden. Nichts ist schlimmer, als wenn Menschen einander belügen oder heuchlerisches Verhalten an den Tag legen: „Der schlimmste Mensch am Jüngsten Tag wird vor Allah der sein, der zwei Gesichter hat: er kommt zu diesen mit einem Gesicht und zu den anderen mit einem anderen.“ (Bukhari, Muslim, Ahmad)

Dagegen hilft nur die Kenntnis der eigenen Stärken und Schwächen und das stetige Bemühen um die Verbesserung des eigenen Charakters (vgl. auch al-Isra‘ 17/34 u.a.).

Was Treue angeht, so sind auch hier die Worte des Propheten eindeutig: „Die Muslime halten ihre Verträge ein!“ (Bukhari)

Als bestes Vorbild für die Menschen gilt der Prophet (a.s.), über den seine Frau berichtete, dass sein Charakter mit einem wandelnden Qur´an zu vergleichen ist. Der Prophet hatte hervorragende Charaktereigenschaften und gab jedem Menschen das Gefühl, dass er im Zentrum des Gespräches steht.

Sidq (Wahrhaftigkeit) im Gegensatz zu: Nifaq (Heuchelei)

Wafa´ (Treue) im Gegensatz zu: Betrug

Vorbild sein

Meine Umgebung und Ich: meine Familie, Nachbarn und Freunde

(an-Nisa‘ 4/36)

Die Familie und besonders die Eltern haben im Islam einen sehr hohen Stellenwert (vgl. Luqman). In dieser Einheit sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit alternativen und handlungsorientierten Methoden den Themenfeldern Familie, Nachbarn und Ort, in dem ich lebe, nähern, auch auf der Grundlage der Überlieferungen des Propheten Muhammad (a.s.) der sagte: „Derjenige ist kein Gläubiger, der sich satt isst, während sein Nachbar neben ihm hungrig ist.“ (Bukhari, Muslim) oder auch: „Dschibril (Gabriel) hat mir so lange den Nachbarn ans Herz gelegt, bis ich meinte, er würde ihn zum Erben einsetzen.“ (Bukhari)

In diesem Zusammenhang müssen sich die Schülerinnen und Schüler auch fragen, ob diese Verantwortung den Nachbarn gegenüber heute noch realistisch ist und wie sie z.B. in den riesigen Wohnblöcken der modernen Stadt umzusetzen wäre. Ziel soll immer die realistische Betrachtung der Thematik und die konkrete Handlungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler sein. Interessant ist in diesem Kontext auch die folgende Überlieferung, welche klar den Schwerpunkt des religiösen Gottesdienstes betont:

Ein Mann sagte (einmal): „Allahs Gesandter, eine gewisse Frau verrichtet viele Gebete, fastet viel und gibt viel Sadaqah, aber sie verletzt ihre Nachbarn mit (der Rede) ihrer Zunge.“ Er sagte: „Sie wird in die Hölle eingehen!“ Der Mann sagte: „Allahs Gesandter, eine andere Frau fastet wenig, gibt wenig Sadaqah und betet wenig und gibt nur ein wenig Käse als Sadaqah, aber sie verletzt ihre Nachbarn nicht mit (der Rede) ihrer Zunge.“ Er sagte: „Sie wird ins Paradies eingehen!“ (Mischkat)

Was die Verantwortung dem Ort gegenüber betrifft, in dem ich lebe, so bezieht sich diese Dimension u.a. auf die Verpflichtung, die Wege frei zu halten und zu pflegen und jegliche Möglichkeit für Belästigungen in der Öffentlichkeit zu untersagen.

Verantwortung gegenüber meiner Familie

Verantwortung gegenüber meinem Nachbarn

Verantwortung gegenüber dem Ort, in dem ich lebe

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen: Menschenwürde im interreligiösen Vergleich

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler sich aus der Sicht verschiedener Religionen und auch aus säkularer Sicht mit der Würde des Menschen auseinandersetzen und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Konzepten erarbeiten. Je nach Möglichkeit vor Ort entscheidet die Religionslehrerin oder der Religionslehrer, welche Vertreter anderer Religionen oder auch Nichtreligionen eingeladen werden, um diese Thematik zu behandeln. Aus islamischer Perspektive sollen die Schülerinnen und Schüler die Begriffe Karamah (Menschenwürde), Khilafa (Statthalterschaft) und Fitrah (natürliche Veranlagung) genauer untersuchen. (vgl. Baqara 2/30-34,286; Ali-Imran 3/7; al-Araf 7/42; al-Isra‘ 17/15; al-Hadsch 22/6; ar-Ruum 30/20-27; al-Insan 76/2-3 und Hadith: „Jedes Kind wird mit der natürlichen Veranlagung (zum rechten Weg) geboren. Und seine Eltern machen aus ihm…“ (al-Bukhari, Muslim, Abu Dawud, Tirmidhi)

Die Natur und Ich: Die Bienen im Qur`an

Die Biene ist ein kleines, unscheinbares Insekt, das leicht übersehen werden könnte, wenn da nicht noch etwas wäre …. Eine Surah im Qur´an beschäftigt sich intensiv mit den Bienen und ihrem Volk sowie mit dem Honig, den sie erzeugen. Die Auseinandersetzung mit beiden ist faszinierend – und diese Faszination soll den Schülerinnen und Schülern vermittelt werden. Es bietet sich auch hier der interdisziplinäre Blick an – ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Biologielehrerin oder dem Biologielehrer scheint geradezu vorprogrammiert.

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur und Wissenschaft

Waqf – Das islamische Stiftungswesen

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler eine Einführung in das islamische Stiftungswesen erhalten und die soziale Bedeutung des Waqf erkennen. Es bietet sich an, die unterschiedlichen Formen der Stiftungen in Form von Schülerreferaten zu vermitteln, da die Auswahl sehr groß ist. Möglich wäre auch die beispielhafte Vermittlung der Arbeit eines konkreten Waqfs – wichtig ist dabei allerdings auch die Fragestellung, warum Waqf im heutigen islamischen Leben kaum noch zu finden sind.

Was ist ein Waqf?

Die soziale Bedeutung des Waqf

Frauenspezifische Auqaf

Waqf für Schüler und Studenten

Waqf für Angestellte und Arbeiter

Waqf für Arme und Kranke

Waqf für Tiere und deren Schutz

Waqf für die Entwicklung zivilisatorischer Einrichtungen

Waqf für den Umweltschutz

Themenkreis: Islam in Österreich und in der Welt

Die Gleichheit der Menschen unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit

Die Anti-Diskriminierungs-Gesetzgebung in Österreich verbietet gesetzlich die Diskriminierung aufgrund z.B. der Herkunft, des Geschlechts oder der Religion. Oftmals ist es jedoch so, dass viele Diskriminierungsopfer diese Gesetzgebung überhaupt nicht kennen oder nicht genug Zivilcourage aufbringen, diese in Anspruch zu nehmen. Manche entwickeln aufgrund häufig erlebter Diskriminierung eine pessimistische Grundhaltung oder – noch schlimmer – beginnen selber, andere zu diskriminieren. Allein deshalb hat das Thema seine Berechtigung im Religionsunterricht. Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu befähigt werden, ausgehend von der allgemeinen Menschenwürde, Diskriminierung jeglicher Art zu erkennen und abzulehnen. Weiterhin sollen sie über die Gesetzgebung in Österreich und in Europa informiert sein – hierzu ist es wünschenswert, dass eventuell ein Projekt mit der Lehrerin oder dem Lehrer für Politische Bildung durchgeführt wird, oder etwa ein Experte in den Unterricht eingeladen wird, der diese Thematik mit der Klasse bespricht.

Islam in Nordamerika

In der Auseinandersetzung mit dem Islam in Nordamerika bekommen die Schülerinnen und Schüler eine Perspektive über den Ozean hinweg – sie sollen feststellen, dass viele Ähnlichkeiten in der Organisation des Islams in Nordamerika und in Europa existieren, sollen aber auch die Unterschiede erkennen, die einerseits sicherlich aus der Definition Amerikas als Einwanderungsland resultieren und andererseits aus dem Bildungsstand und der sozialen Schicht der Muslime dort.

Islam in Asien

Der Islam in Asien hat viele Gesichter – von China über Indien bis nach Malaysia - und die Auseinandersetzung mit ihm verdeutlicht einmal mehr, dass sowohl religiöse als auch kulturelle Einflüsse das Leben der Muslime in Asien bestimmen. Interessant wäre die Auseinandersetzung mit der Frage, welche Dimensionen religiöser und welche kultureller Natur sind – und wie beide Begriffe voneinander abzugrenzen wären.

Themenkreis: Geschichte(n)

Islam in der Türkei

Der Islam hat in der Türkei eine lange Geschichte, das Wissen darüber gehört zum Basiswissen. In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und die Schüler in verschiedenen Epochen die Geschichte des Islam in der Türkei erfahren und sich auch – wenn möglich und sinnvoll – mit der aktuellen Situation des Islam in der Türkei auseinander setzen.

Türkisches Gesicht des Islam

Viele Völker unter einem Dach

Kunst und Kultur bei den Osmanen

Wissenschaft bei den Osmanen

Maryam / Maria

Maryam gehört zu den wenigen Persönlichkeiten, welche von Allah Wahiy (Offenbarung) empfangen haben. In der Auseinandersetzung mit der Geschichte von Maryam sollen die Schülerinnen und Schüler eine der Frauen kennenlernen, welche Allah zum Gleichnis für die gesamte Menschheit gemacht hat. In diesen Kontext gehört auch die Geschichte ihrer Mutter, welche sich einen Sohn wünschte, und dann von der wundersamen Geburt einer Tochter überrascht wurde – die dennoch die für den Sohn vorgesehene Aufgabe im Tempel erfüllte. Auch die Beziehung Maryams zu Zakariya sowie die Ehrungen und Auszeichnungen, die Allah Maryam zuteil werden ließ, ihr Gebet, die Gaben und letztlich die frohe Botschaft eines Sohnes. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Stationen ihres Lebens erarbeiten und die Reaktionen der Gesellschaft auf Maryam genauestens studieren – waren sie doch voller Vorurteile und Verleumdungen, welche die junge Mutter nun aus der Welt schaffen musste. Ziel soll sein, dass die Schülerinnen und Schüler den Vorbildcharakter Maryams für die ganze Menschheit nachvollziehen und erläutern können. (vgl. Surah Maryam; sowie at-Tahriem 66/12 u.a.)

Aktuelles Thema: Frau und Mann im Islam

Gleich im Anschluss an die Erzählung Maryams bietet sich die Thematik von Frau und Mann im Islam an – und die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, sich unabhängig von ihren Vorurteilen und Einstellungen auf die Textquellen einzulassen. In der Erarbeitung traditioneller Rollenbilder setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit der aktuellen und realen Situation auseinander – aber schon in der ersten Beschäftigung mit den Quellen werden sie erkennen, dass keine islamische Quelle der Frau eine wie auch immer geartete Minderwertigkeit zuschreibt, auch den Sündenfall hat sie nicht verursacht. (vgl. Baqara 2/35-37 u.a.)

Traditionelle Rollenbilder

Gleichheit von Frau und Mann (Nisa´ 33/35 etc.)

Unterschiedlichkeit von Frau und Mann (Ar-Ruum 30/21)

Voneinander geschaffen und füreinander verantwortlich (at-Tauba 9/71)

11.

SCHULSTUFE: LIEBE ZUM WISSEN

Dass Glauben und der bewusste und geradezu genussvolle Gebrauch des Verstandes sich im Islam nicht ausschließen, soll in diesem Schuljahr intensiv erfahren werden. Während die Schulzeit sich dem Ende nähert und das eigene Lernen bei vielen Schülerinnen und Schülern zum Teil als ermüdend empfunden wird und/oder vorgegebene Inhalte zunehmend kritisch hinterfragt werden, soll damit auch eine generelle persönliche Reflektion der Einstellung zum Lernen vorgenommen werden. Ziel dabei ist es, die Lust an geistigen Auseinandersetzungen zu stärken und gleichzeitig Kompetenzen für damit einhergehende Diskussionen (Diskussionskultur) zu erwerben. Dazu sind nicht nur die entsprechenden Belegstellen aus den Quellen zu erarbeiten. Vorbildhaft können die Biographien und Leistungen ausgewählter muslimischer Denker und Wissenschafter, darunter auch etlicher Frauen, für die positive Haltung des Islam zum Streben nach Wissen wirken, wie auch die Kenntnis über die Förderung von Bildung in der muslimischen Kulturgeschichte. Der dynamische Anspruch des Islam, jeweils Zeit, Ort und den gesellschaftlichen Rahmen bei entstehenden Fragen zur religiösen Praxis zu berücksichtigen, soll damit erschlossen werden. Daher sind nach einer Einführung in die Hintergründe der großen muslimischen sunnitischen und schiitischen Traditionen und deren Namensgeber exemplarisch auch große Frauen und Männer und deren Einfluss als Gelehrte auf die Entwicklung der wissenschaftlichen Disziplinen zu untersuchen. Dabei soll auch die Komplexität ihrer Gedanken und der zeitliche Hintergrund, vor dem diese entstanden, berücksichtigt werden, wie auch die Rezeptionsgeschichte ihres Schaffens. Auf diese Weise soll eine kritische und mündige Auseinandersetzung mit aktuellen Diskursen rund um den Islam und Muslime angeregt werden.

Dinge nicht einfach als „gegeben“ hinzunehmen, sondern sich eine Bereitschaft anzueignen, durch gezielte und treffende Fragen tiefere Einsicht zu gewinnen oder auch die Unmöglichkeit eines abschließenden Urteils zu erkennen und sich mit der Prozesshaftigkeit von Erkenntnisgewinn auseinanderzusetzen, soll gerade über Themen, die in sich teilweise Widersprüchlichkeiten bergen und die in sich nicht abgeschlossen sind, geschult werden. Damit erfährt auch der Wissensbegriff an sich eine Ausleuchtung, die an moderne Auffassungen und Richtungen anknüpfen lässt. Nicht zuletzt soll auch der Anteil von Frauen besprochen und damit vermittelt werden, dass Bildung Frauen und Männern gleichermaßen zu einer Lebensaufgabe und -bereicherung werden soll.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Das Gerüst des Islam – ein Überblick

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler das Gerüst des Islam in seiner Gesamtheit erfahren und auf diese Art und Weise die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Arkanul-Iman bzw. den Arkanul-Islam wahrnehmen und erläutern können. Die vertiefte Auseinandersetzung führt zu einem vollständigen Bild des Islam und gibt den Schülerinnen und Schülern eine umfassende und klare Struktur in die Hand, welche alle wesentlichen Dimensionen der islamischen Religion berücksichtigt und ordnet. Als neuer Aspekt kommt die Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit der Thematik des Schirk und des Kufrs hinzu, welches in den vorherigen Stufen keinen Raum gefunden hat.

Die Grundlagen des Glaubens (Arkanal-Iman)

Die Fünf Säulen des Islams (Arkanal-Islam)

Asch-Schirk

Al-Kufr

Das freiwillige Fasten – der beste Weg zur Selbsterziehung

In dieser Einheit sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem freiwilligen Fasten auseinandersetzen, welches auf den Propheten (a.s.) zurückgeführt wird – etwa das Fasten am Montag und Donnerstag, oder das Fasten an den drei Tagen des Vollmondes, oder auch das Fasten in den heiligen Monaten. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, wie sehr das Fasten dazu geeignet ist, in sich zu kehren und sich auf sich selbst zu konzentrieren. Das regelmäßige und freiwillige Fasten kann als gute Methode zur Selbsterziehung betrachtet werden, so wie es im folgenden Hadith überliefert wurde: „Das Fasten ist ein Schutz. So soll der (der fastet) keine unzüchtigen Reden führen und sich nicht töricht verhalten, und wenn jemand ihn bekämpft oder beschimpft, soll er zweimal sagen: Ich faste!“ (Bukhari)

Themenkreis: Quellen des Islam

Die Nebenquellen des Islam

Nachdem die Schülerinnen und Schüler sich in den vergangenen Jahren intensiv mit den Hauptquellen des Islam auseinandergesetzt haben, sollen sie in dieser Schulstufe die Nebenquellen des Islams kennenlernen. Anhand konkreter Beispiele sollen die Schülerinnen und Schüler die Methoden der islamischen Gelehrten zur Urteilsfindung verstehen und erkennen, wie sehr diese Nebenquellen eine angemessene, an Ort und Zeit angepasste Interpretation der Hauptquellen unterstützen und ergänzen. Grundlage für die Entwicklung dieser Methoden ist der Hadith des Propheten (a.s.), als er Mu´adh Ibn Dschabal als Gesandten in den Yemen schickte und ihn fragte: „Worauf wird dein Urteil gründen?“ – „Es wird auf dem Buche Gottes gründen,“ antwortete Muadh. „Und wenn du darin nichts Entsprechendes findest?“ „Dann wird es auf der Sunnah des Gesandten gründen.“ „Und wenn du dort nichts findest?“ „Dann werde ich mich mit aller Kraft bemühen, mir ein eigenes Urteil zu bilden.“ Daraufhin antwortete der Prophet (a.s.): „Gelobt sei Gott, Der den Beauftragten Seines Propheten so geleitet hat, dass es Seinem Propheten wohl gefällt!“ (Bukhari, at-Takhlis al-Habier).

Al-Idschma´ (Konsens)

Al-Qiyas (Analogieschluss)

Idschtihad und seine besondere Funktion

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Die Verse, welche in dieser Schulstufe genauer verstanden, gelernt und interpretiert werden sollen, sind bekannte Verse: die tägliche Rezitation der Suratul-Mulk bewahrt den Menschen vor der Pein des Grabes, und die Surah Ya-Sin wird als Herz des Qur´ans bezeichnet. Die beiden Überlieferungen des Propheten (a.s.) beziehen sich zum einen auf das Jahresmotto, bei der anderen geht es um den Menschen mit dem besten Charakter. Die Schülerinnen und Schüler sollen diese wichtigen Texte lernen und umsetzen.

Suratul-Mulk 67

Verse aus Surah Yasin 36

Hadith: „Wenn jemand einen Weg einschlägt, um größeres Wissen zu

…. erwerben, wird Gott ihm den Weg ins Paradies erleichtern.“ (Muslim)

Hadith: „Die Besten von euch sind die mit dem besten Benehmen!“

Allahs Gesandter (a.s.) gebrauchte niemals unanständige Worte und tat niemals etwas Unanständiges, und er pflegte zu sagen: „Die Besten von euch sind die mit dem besten Benehmen!“ (Bukhari, Muslim)

Themenkreis: Miteinander leben (Adab und Akhlaq)

Ich entwickle mich

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass der Islam eine sehr bildungs- und wissensfreudige Religion ist. In der Auseinandersetzung mit der Vielfalt an Versen und prophetischen Überlieferungen, welche die Bedeutung des Wissens für den Menschen näher erläutern und die Vorrangstellung der Gelehrten und Wissenschaftler betonen, sollen die Schülerinnen und Schüler dazu motiviert werden, sich mehr für Bildung und Wissenschaft einzusetzen und eventuell auch eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. Besonders betont werden soll die enge Verknüpfung zwischen Glauben und Wissen, die zum Beispiel auch in folgendem Vers verdeutlicht wird: „Wahrlich, von den Dienern Gottes fürchten Ihn nur die Wissenden.“ (Fatir 35/28) oder die Ahadith: „Wer aufbricht, um eine Wissenschaft zu erlernen, ist auf dem Wege Gottes bis zu seiner Rückkehr.“ (Tirmidhi) sowie: „Mit dem Tode eines Menschen vergehen seine Werke, mit Ausnahme von dreien: eine Spende, deren wohltuende Folgen andauern; Wissen, das Nutzen bringt; und ein Kind, das für ihn Gott anruft.“ (Muslim)

Besonders eindrucksvoll ist das Gleichnis der Rechtleitung und des Wissens, welches der Prophet (a.s.) gegeben hat: „Das Gleichnis der Rechtleitung und des Wissens, mit denen Allah der Allmächtige und Erhabene mich entsandt hat, ist wie ein reichlicher Regen, der auf ein Gebiet niederging: Der fruchtbare Teil des Erdbodens nahm das Wasser auf und brachte eine Menge an Pflanzen und Gras hervor….“ (Bukhari, Muslim).

Liebe zum Wissen im Gegensatz zu: Ablehnung der Unwissenheit

Tadabbur (Nachdenken) im Gegensatz zu: Taqlid (gedankenloses Nachahmen)

Ibn al-Dschausi: „Einer, der etwas blind befolgt, hat kein Vertrauen in das, was er befolgt. Nachmachen bedeutet, den Gebrauch des Verstandes zurückzuhalten, wo doch der Verstand zum Denken und Urteilen geschaffen wurde. Es ist Dummheit, wenn jemand, dem ein Licht gegeben wird, damit er den Weg findet, dieses auslöscht und im Dunkeln geht.“

Mit diesen knappen Worten des bedeutenden Gelehrten sollen die Schülerinnen und Schüler sich auseinandersetzen und erfahren, dass zum Bekenntnis zum Islam auch die eigene persönliche Überzeugung gehört – Nachahmung alleine reicht nicht aus.

Guter Charakter

Muadh (r) berichtete: Das letzte, was mir Allahs Gesandter (a.s.) auftrug, als ich meine Füße schon in die Steigbügel gesetzt hatte, war: „Muadh, zeige Anstand und guten Charakter im Umgang mit den Menschen.“ (Muwatta)

Die Schülerinnen und Schüler werden in dieser kleinen Einheit dazu eingeladen, diese sehr offene Formulierung des „guten“ Charakters inhaltlich zu füllen. Dies erweitert ihr Erkenntnisinteresse und eröffnet ihnen einen Blickwinkel für die Weite des Islam.

Meine Umgebung und Ich

Offenheit und Erneuerung sind wesentliche Faktoren, welche dazu beitragen, dass eine Gesellschaft sich weiterentwickeln kann. Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Themenkreis dazu befähigt werden, darüber zu reflektieren, inwieweit ihr Umfeld mit diesen beiden Begriffen beschrieben werden kann und warum dies so ist. In der Auseinandersetzung mit diesen Reflektionen kann eine spannende Diskussion über die Zukunft und die Entwicklungsfähigkeit der Muslime geführt werden.

Offenheit

Erneuerung

Ich und Menschen mit anderer Überzeugung

Die acht qur`anischen Prinzipien für ein friedliches Miteinander der Religionen

Die acht qur´anischen Prinzipien für ein friedliches Miteinander der Religionen bestehen aus:

der Verpflichtung zu gegenseitigem Kennenlernen und Austausch (al-Hudschurat 49/13).

der Einladung zum Guten (Ali-Imran 3/104).

mit Weisheit und gutem Ratschlag (an-Nahl 16/125; Ibrahim 14/46).

in freundlicher Sprache und mit angenehmem Verhalten (Ali-Imran 3/159; al-Mumtahina 60/8).

und Betonung der Gemeinsamkeiten (Ali-Imran 3/64; al-Ankabut 29/46).

sowie Einhaltung der Grenzen – niemals beleidigen (an-Nisa‘ 4/140; al-An’am 6/68,108).

und dem Recht auf freie Entscheidung (al-Kahf 18/29).

kein Zwang in der Religion – jeder soll seinen Weg gehen (Baqara 2/139,256; Yunus 10/99; al-Anbiya 21/107-109).

Die Schülerinnen und Schüler sollen diese Prinzipien lernen und Möglichkeiten der Umsetzung in ihrem konkreten Leben besprechen. Sie sollen dazu befähigt werden, eine wichtige Rolle für ein friedliches Zusammenleben der Menschen zu spielen.

Die Natur und Ich: die Himmelskörper in Qur´an und Sunnah

Viele Verse im Qur´an befassen sich mit den Himmelskörpern – und so ist es auch kein Wunder, dass sich viele muslimische Gelehrte mit dieser Thematik beschäftigt haben. Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit über die Himmelskörper in Qur´an und Sunnah lernen und die Leistungen früher muslimischer Astronomen kennen und schätzen lernen. Möglich ist in diesem Themenkreis wie immer auch die Durchführung eines interdisziplinären Projektes – etwa mit dem Physikunterricht.

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur und Wissenschaft

Berühmte muslimische Wissenschaftler

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler einige berühmte muslimische Wissenschaftler mit ihren Leistungen und Erkenntnissen kennen und würdigen lernen. Auf der Grundlage handlungsorientierter Materialien zu dieser Thematik soll das Interesse der Schülerinnen und Schüler geweckt werden, sich mit einem der vorgestellten Themenkreise näher auseinanderzusetzen und eventuell in Form von Experimenten selber nachzuvollziehen.

Die Liste der bekannten Gelehrten ist lang und jederzeit erweiterbar – es bleibt der Lehrerin und dem Lehrer überlassen, wie viele Wissenschaftler im Unterricht vorgestellt und näher behandelt werden:

Idrisi (12. Jh. - Kartograph und Geograph)

Ibn al-Mardi (Geograph)

Mas`udi (9.Jh. - Geograph)

Ibn Fuslan (9.Jh. - erster reisender Geograph)

Ibn Khaldun (Begründer der Soziologie)

Ibn-Batuta (Entdeckungsreisender)

Taqi-ud-Din (Universalgelehrter, Erfinder der Dampfmaschine)

Al-Biruni (Astronom)

Al-Khawarizmi (Mathematiker, Ziffer 0 etc.)

Al-Karaadji (Ingenieur, Bewässerungstechnik)

Dschazari (Erfinder von Bewässerungsanlagen)

Ibn Khabbat (Erfinder hydraulischer Bewässerungsanlagen)

Ibn Sina (Avicenna – Mediziner)

ar-Razi (Rhazes – Mediziner)

az-Zahrawi (Albucasis - Mediziner)

Ibn al-Haytham (Alhazen - Mediziner)

Ibn Rushd (Averroes – Philosoph)

Bekannte Bibliotheken

In diesem zweiten Themenfeld der Kulturgeschichte sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem frühen Bibliothekswesen in muslimisch geprägten Gesellschaften auseinandersetzen. Ziel ist auch hier zu vermitteln, wie sehr sich die Muslime mit Wissenschaften beschäftigt haben und dass es üblich war, dass in jeder Stadt zumindest ein intellektuelles Zentrum bestand, welches gut besucht war, etwa:

Öffentliche Bibliotheken:

Darul-Hikam, Kairo, gegr. 395 n.H., 18.000 Bücher

Beitul-Hikma, Bagdad, gegr. unter Harun ar-Rashid, dort arbeiteten viele Kopisten und Übersetzer

Al-Hakam Bibliothek in Andalusien, 400.000 Bücher

Bani Ammar-Bibliotheken, Tripolis, 180 Kopisten arbeiteten dort im Schichtservice 24 h, 1.000.000 Bücher

Private Bibliothen, z.B.:

Fath-ibn Haqan Bibliothek, gegr. 220 n.H. u.a.

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Modell Österreich: Die Islamische Glaubensgemeinschaft

In dieser Schulstufe sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der IGGiÖ und ihrer Bedeutung für das Zusammenleben der Muslime in Österreich auseinandersetzen. Viele – und besonders junge Muslime – wissen nicht, welch wichtige Aufgabe die Glaubensgemeinschaft für die Musliminnen und Muslime in Österreich wahrnimmt. Das Desinteresse, welches teilweise sicherlich in ihrem Unwissen gründet, soll durch Aufklärung schrittweise abgebaut werden. Auch sollen die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung der Glaubensgemeinschaft für die österreichischen Muslime und darüber hinaus den Vorbildcharakter im europäischen und internationalen Raum wahrnehmen und darüber diskutieren. Neben der Struktur und dem Aufbau der IGGiÖ sollen auch mögliche Zukunftsperspektiven aufgezeigt werden – was wäre wünschenswert für die Weiterentwicklung der islamischen Community in Österreich?

Einer Frage sollen sich die Schülerinnen und Schüler am Ende der Einheit stellen können: Was wären die Muslime in Österreich ohne die Glaubensgemeinschaft und in welcher Situation würden sie sich wohl befinden? Ein Blick über Österreich hinaus könnte ihnen bei der Beantwortung der Frage sicherlich nützlich sein.

Islam in Bosnien

Die Geschichte des Islam in Bosnien ist teilweise so alt wie die Geschichte des Islam in der Türkei. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Geschichte Bosniens kennenlernen und sich auch mit der aktuellen Situation der Muslime in Bosnien auseinandersetzen. Die Universität und Madrasah in Sarajevo kann in diesem Kontext ebenso vorgestellt werden wie besondere Moscheebauten oder andere islamische Einrichtungen oder Bauten.

Themenkreis: Geschichte(n)

Entstehung der fünf Rechtsschulen/ Pluralismus im Islam

Wie und warum haben sich im Islam Rechtsschulen herausgebildet und was steckt dahinter? Mit dieser Fragestellung sollen sich die Schülerinnen und Schüler in dieser Einheit auseinandersetzen. Wegweisend für die Entstehung der Rechtsschulen war die Entscheidung des Imam Malik, als dieser dem Kalifen al-Mansur in folgender Episode widersprach:

Der Kalif al-Mansur wollte die gesamte Ummah auf die malikitische Rechtsschule einen – jedoch lehnte der Imam Malik dieses ab, mit der Begründung: „Lass die Menschen mit dem, für das sie sich entschieden haben, denn jeder weiß, was besser für ihn und seine Situation ist.“ Die Schülerinnen und Schüler sollen auch die Biographien der Gründer der Rechtsschulen kennen und schätzen lernen, da sie einen wissenschaftlichen Ausdruck der Meinungsvielfalt im Islam darstellen.

Warum überhaupt Rechtschulen?

Wie sind die fünf Rechtsschulen entstanden?

Wer sind ihre Gründer?

Portraits dieser fünf außergewöhnlichen Menschen:

Al-Imam Dscha´far as-Sadiq

Al-Imam Malik

Al-Imam al-A´tham Abu Hanifah

Al-Imam Asch-Schafi´i

Al-Imam Ahmad

Gemeinsamkeiten aller fünf Rechtsschulen anhand von Beispielen

Wichtig ist darüber hinaus, dass die Schülerinnen und Schüler anhand dieser praktischen Übung Gemeinsamkeiten aller fünf sunnitischen Rechtschulen anhand von Beispielen wahrnehmen und erkennen, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Rechtschulen nur minimal sind, weil sich alle auf die gleiche Quelle berufen, nämlich den Propheten Muhammad (a.s.).

Unterschiede zur schiitischen Rechtsschule

Umgang mit Meinungsverschiedenheiten im Islam (Adabul-Ikhtilaf fil-Islam)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Themenkreis erfahren, wie sich die islamischen Gelehrten auf wissenschaftlicher Ebene mit Meinungsverschiedenheiten auseinandergesetzt haben und dass es eine lange Tradition der Meinungsvielfalt im Islam gibt – unter anderem auch auf theologischer Ebene. Der bekannte und bedeutende Imam und Rechtsschulenbegründer Asch-Schafi´i sagte eines Tages zu seinen Studierenden: „Meine Meinung ist richtig – und könnte möglicherweise falsch sein. Und deine Meinung ist falsch und könnte möglicherweise richtig sein!“ Die Schülerinnen und Schüler sollen sich an ihm ein Beispiel für den Umgang mit Andersdenkenden nehmen.

Adam und Eva (Hawa) und die Schöpfungsgeschichte

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit der Schöpfungsgeschichte auseinandersetzen und erkennen, dass Allah die Menschen und die Dschinn mit der Fähigkeit, Gutes und Schlechtes zu erkennen und mit der Bereitschaft, gut oder schlecht zu handeln, geschaffen hat. Allerdings entschloss sich Iblis in freiem Willen dazu, böse zu handeln und verführte dann seinerseits sowohl Adam, als auch Eva. (vgl. Baqara 2/34-36 u.a.) Nachdem sie beide den Fehler erkannten und aus dem Paradies vertrieben wurden, baten sie um Vergebung, die ihnen gewährt wurde – mit der Bedingung, auf Erden Gutes zu tun und nicht mehr zu sündigen. Wichtig für die inhaltliche Vermittlung ist die Tatsache, dass es im Islam keine Erbsünde gibt - die Menschen werden ohne Erbsünde geboren. Wie schon im aktuellen Thema Rollenbilder angesprochen sind Mann und Frau jeder für sich selbst verantwortlich, sollen aber einander im Guten unterstützen und einander helfen. Hierin erfüllen sie schon ihr Schöpfungsziel, welches da lautet: Gutes gebieten und Schlechtes verwehren.

Aktuelles Thema: Radikalismus und Takfir

Dieses Dokument ersetzt nicht die offizielle Publikation im Bundesgesetzblatt. Für eventuelle Ungenauigkeiten bei der Übertragung in dieses Format wird keine Haftung übernommen.

Dieser Text wird zu den eigenen Weiterverwendungsbedingungen von RIS veröffentlicht, nicht unter einer Legalize-Lizenz oder einer Public-Domain-Lizenz. RIS
CC BY 4.0 (Creative Commons Namensnennung 4.0 International)
Quelle: RIS – Rechtsinformationssystem des Bundes, Bundeskanzleramt der Republik Österreich (https://www.ris.bka.gv.at/). Lizenziert unter CC BY 4.0 (Creative Commons Namensnennung 4.0 International). Aus den Daten können keinerlei Rechtsansprüche abgeleitet werden.